Ich weiß nicht, ob das irgendwer aus der Besetzungsliste dieses Films gemacht hat. Wir leben in Zeiten von Fake News, gerade auf Twitter und Grok.


Dann habe ich womöglich gar nicht Lupita Nyongo bei CNN, CBS, Fox-News gesehen und gehört?
Man hat eine Doppelgängerin interviewt und vor die Kamera gezerrt? Nyongo ist gar nicht Nyongo und CNN, CBS, FOX und Vanity Fair sind auch nicht CNN, CBS, FOX und Vanity Fair? Die Interviews , der alberne Werbeclip "So, Homer, how do You feel about the screentime, given to these women considering how little you spend!") das hat es gar nicht gegeben, das war Fake?

Alles aus dem Zusammenhang gerissen, böswillig geframt, KI-Manipulation, Fake News?
 
Ich will noch mal auf Homer-Übersetzungen eingehen, da haben sich im Laufe der Zeit durchaus einige Größen daran versucht, Giacomo Casanova, Thomas Hobbes, Alexander Pope. Pope verfasste sie in reimenden Couplets sehr holprig, und böse Zungen behaupteten, dass er sich Ghostwriter suchte, die Schüttelreime verfassten.

Ich stelle mal einen Vergleich von englischen Übersetzungen ein.
Ich habe auch einen Fehler gemacht, die Odyssee Übersetzung ist natürlich nicht von D. H. Lawrence, dem Autor von Lady Chatterly, sondern von Thomas E. Lawrence, Lawrence of Arabia 1935. Dann kann man sich ein Bild machen:

Robert Fitzgerald:

Sing in me, Muse and through
me tell the story of that man
skilled in all ways of contending,
the wanderer harried for years
on end
after he plundered the stronghold
on the pride height of Troy
he saw the towns
and learned about the mind
of many distant men
and weathered many biter nights and days
in his deep heart at sea,
while he fought only to save his life
and bring his shipmates home
but not by will or valor
could he save them
for the own recklessness
destroyed them all-
children and fools, they killed
and feasted on
the cattle of Lord Helios, the Sun
and he who moves all day
through heaven
took from their eyes
and the dawn of return.

T. E. Lawrence

Divine Possey
daughter of Zeus
Sustain for me
the song of the various minded man,
Who after he had plundered
the innermost citadel of Holy Troy
Was made to stray grievously
About the coast of man
the sport of their customs
good or bad
while his heart
Through all seafaring
Ached in an agony to
redeem himself
and bring his company safe
home.
Vain hope for them!
For his fellows he strove
in vain
Their own witlessness cast
them away
The fools,
To destroy for meat
The oxen of the most exalted sun
For the sun god blotted out
the day of their return


Emily Wilson

Tell me about a complicated man, Muse

tell me how he wandered and was lost
when he had wrecked the holy town of Troy
and were he went and who he met, the pain
he suffered in the storms of sea, an how
he worked to save his live
and bring his men
back home
He failed to keep him save,
poor fools,
they ate the sun god´s cattle,
and the god
kept them from home. Now
goddess, child of Zeus,
tell the story for our modern times
Find the beginning.
 
Es gab ernsthaftere und komödiantischere Folgen. Aber ernstgemeint waren die Serien sicher nicht. Sie waren voller Anachronismen, Zeiten und Kulturen wurden wild durcheinandergewirbelt, und bei der Ausstattung hat man nicht einmal versucht, sie nach altem Griechenland aussehen zu lassen. Hercules und Iolaos interagierten wie in einer Hollywood-Buddy-Komödie. Es gab sogar auf einer Meta-Ebene angesiedelte Episoden, die z.B. die Produktion der Serie zeigten (wobei die realen Produzenten von Schauspielern aus der Serie dargestellt wurden oder die Schaupieler nicht in ihren Rollen, sondern als sie selbst auftraten). Zwei Musical-Episoden gab es bei Xena auch.

Für die Entstehungszeit war sie ziemlich aufwändig choreographiert, zumal sie sich - vor allem bei Xena - mitunter an Actionfilmen aus Hongkong orientierte. Eine aufwändige Szene mit einem Kampf auf Leitern hatte ich zuvor schon fast genauso in einem der "Once upon a Time in China"-Filme (mit Jet Li) gesehen.

Die Mulan-Realverfilmung gefiel mir eigentlich recht gut, auch im Vergleich zum animierten Original. Die Anpassungen an den Zeitgeist hielten sich zum Glück in erträglichen Grenzen. Ein bisschen merkte man dem Film allerdings an, dass Chinesen nur vor der Kamera standen, nicht auch dahinter. Hätte man auch Drehbuch, Regie und Produktion von mit solchen Filmen erfahrenen Chinesen übernehmen lassen, wäre noch wesentlich mehr drin gewesen.

Übrigens hatte es bereits einige Jahre zuvor einen rein chinesischen Mulan-Film gegeben (keine Verfilmung des Disney-Stoffes), dem man leider ein bisschen sein eher knappes Budget angesehen hatte. Es gab zwar Massenszenen, aber die Rüstungen sahen arg nach Plastik aus.
Chinesische Filmemacher mit Hollywood-Budget, das wär's ...
Es gibt einen chinesischen Monumentalfilm The Opium War, der 1997 oder so herauskam. Die Politik von Lin Zexu wurde da schon etwas glorifiziert, auch wenn der Film nicht verschweigt, dass die Maßnahmen gegen Opiumsüchtige knallhart waren, in einer Szene lässt der Kaiser Lin Zexus verehrten Lehrer hinrichten, nur weil er Opium geraucht hat, weil er es brauchte.

Ich fand den Film dennoch recht gut, die schauspielerischen Leistungen waren sehr ordentlich, und der Film bemühte sich zumindest, verschiedene Perspektiven deutlich zu machen.

Insgesamt ein Monumentalfilm, der sich neben Klassikern des Genres durchaus nicht zu verstecken braucht.
 
Für mich mehren sich die Gründe, statt in die Kinokarte lieber in paar Flaschen Flens zu investieren :cool:


nein, nach wie vor nicht, nicht mal bei meinem Burgen-Beispiel.

In ein paar Wochen kann man sich den Streifen irgendwo im Internet reinziehen. Bei Gladiator 2 und auch bei Napoleon war ich froh, das Geld für die Karte gespart zu haben.
Als ich Gladiator das erste Mal gesehen habe, da dachte ich trotz all der historischen Anachronismen nur: Wow, starker Film!
Bei dem Remake da habe ich nur gedacht: 1. Was haben die sich bloß eingefahren, deutlich weniger davon!
Auf Nashörnern reitende Gladiatoren, menschenfressende Haie im Kollosseum- einfach nur absurd! 2. Ridley Scott geht die Kreativität aus, wie kann man die eigene Legende so demontieren!
 
Dann habe ich womöglich gar nicht Lupita Nyongo bei CNN, CBS, Fox-News gesehen und gehört?
Man hat eine Doppelgängerin interviewt und vor die Kamera gezerrt? Nyongo ist gar nicht Nyongo und CNN, CBS, FOX und Vanity Fair sind auch nicht CNN, CBS, FOX und Vanity Fair? Die Interviews , der alberne Werbeclip "So, Homer, how do You feel about the screentime, given to these women considering how little you spend!") das hat es gar nicht gegeben, das war Fake?

Alles aus dem Zusammenhang gerissen, böswillig geframt, KI-Manipulation, Fake News?
Was weiß ich, woher du deine Informationen hast. Es hörte sich aber fast an, wie die verkürzten Hassdarstellungen, die man von X formerly known as twitter kennt. Irgendeine aus dem Zusammenhang gerissene Halbwahrheit. Ich habe nur gelesen, dass sie die Odsyssee nicht gelesen hatte, bevor sie an die Rolle kam, du hingegen hast das wiederholt so dargestellt, als habe sie ihre Verachtung gegenüber der Odyssee zum Ausdruck gebracht. Und auch das wiederholte politische Signalwort "woke" passte gut dazu.
 
Was weiß ich, woher du deine Informationen hast. Es hörte sich aber fast an, wie die verkürzten Hassdarstellungen, die man von X formerly known as twitter kennt. Irgendeine aus dem Zusammenhang gerissene Halbwahrheit. Ich habe nur gelesen, dass sie die Odsyssee nicht gelesen hatte, bevor sie an die Rolle kam, du hingegen hast das wiederholt so dargestellt, als habe sie ihre Verachtung gegenüber der Odyssee zum Ausdruck gebracht. Und auch das wiederholte politische Signalwort "woke" passte gut daz
Meine Informationen habe ich natürlich von Was-weiß-ich woher, von Radio Eriwan und von TMB Trust Me Bro. Im Zweifelsfall immer aus der Schmuddelecke!

Es mag ja immerhin unverzeihlich sein, aber wenn ich es so dargestellt habe, als hätte Lupita Nyongo ihre Verachtung gegenüber der Odyssee zum Ausdruck gebracht hätte, dann nur deshalb, weil sie genau das getan hat.

Ich habe mich in meinen Beiträgen auf konkrete Zitate von Lupita Nyongo bezogen, die sie selbst in Interviews wiederholt vor laufender Kamera und Tausenden von Zuschauern gemacht hat.


Nyongo gab ein Interview im YT-Kanal von Jake Take, und das Zitat, das ich bereits einige Male in diesem Thread zitiert habe, stammt aus einem Interview, das sie dem YT-Kanal "DC Film Girl "gab.

Im Interview sagte Nyongo:

"When you read the Iliad and the Odyssey, very little time is spent for the women, right? It´s told from a very masculine side of things but this film (Nolans Streifen) takes time to consider things from a female perspective. And so we see in Helen and Clytemnestra how this war has effected them both. And they respond to it very differently because of their experience is very different. And so for me that is very enriching to,.. to take the time to kind of like humanize them and consider what this time could have looked to them."

(Frage Moderatorin): What would you say to Homer if xou could?" Nyongo "I´ll be like: So, Homer how do you feel about the screen time given to these women considering how little you spent with them." (Nyongos Begleiter atmet hörbar ein, sagt "Ho, ho, ho!" Nyongo (lacht) "I´m so brilliant!" "Moderator hakt nach ""And then you lean forward and look down to him (Homer) like that?" Nyongo (lacht): "Yes, like hm!" (Sie blickt herab) .

Es war ihr und ihrem Begleiter durchaus klar, was für einen Klopper sie da rausgehauen hat, und nein, da wurde nichts geframt oder aus dem Zusammenhang gerissen, Nyongo hat das schon freiwillig gesagt.

Man kann sich natürlich weigern, das zur Kenntnis zu nehmen, die Äußerungen schafft man damit aber nicht aus der Welt.


Ich hasse Lupita Nyongo auch nicht. Ich fand sie in 12 Years a Slave" recht überzeugend.
Ich halte ihre Aussagen nur für oberflächlich ignorant, arrogant und dumm, aber ich hasse sie nicht dafür, was das mit Hasskommentaren zu tun haben soll, kann ich nicht nachvollziehen.

So etwas wie "Diversity-Quoten oder DEI-Quoten habe ich mir nicht aus den Fingern gesaugt, schon vor Jahren hat das Oscar-Komitee sich dazu bekannt und sie bekannt gegeben. Woke, das ist ja nun auch eine Ideologie, eine Geisteshaltung deren Auswirkungen man seit gut 10 Jahren beobachten kann. Es hat aber nicht dazu beigetragen, dass wir bessere Filme zu sehen bekommen, es hat nicht die Gesellschaft nicht besser, toleranter gemacht.

Es gibt sich diese Ideologie den Anstrich von Progressivität, von Humanität, Toleranz und Vielfalt. Im Grunde handelt es sich aber um eine Ideologie, in der eben nicht alle Menschen gleich sind, in der nicht alle Menschen die gleichen Rechte und die gleichen Chancen haben sollen. Einige Menschen sind gleicher, sollen gleicher sein. Sie sollen bessere Chancen, Sonderrechte, Extraeinladungen und einen Joker genießen.
Das haut natürlich vorne und hinten nicht hin, es ist nicht logisch, es ist nicht stringent, und es stolpert bei jedem zweiten Schritt über die eigenen Doppelstandards und Doppelmoral.

Die überwältigende Mehrheit hat das längst satt. In den USA nennt man das woke-fatigue"
 
Aus diesen Sätzen kann ich nicht erlesen, dass sie den Text von Homer nicht kannte (was ich nicht weiter schlimm fände, man kann eine Rolle spielen, ohne den Text vor Vorbereitung auf die Dreharbeiten gekannt zu haben, Pierre Briece wird, bevor er die Winnetou-Rolle erhielt, auch nie etwas von Karl May gehört haben) oder dass sie jetzt besonders respektlos gegenüber Homer sei. Ich weiß nicht, so da der große Skandal ist. Was überlese ich?
 
Es erwartet ja auch kein Mensch, dass sich Darsteller so intensiv auf eine Rolle vorbereitet wie etwa Robert de Niro das getan hat als er die Rolle des Al Capone in The Untouchbles angenommen hat.

Lex Barker wollte die Rolle des Old Shatterhand ursprünglich gar nicht annehmen, erst als ein Kollege ihn auf die Bedeutung der Figur hinwies, nahm er sie an.

Ich würde nicht dafür die Hand ins Feuer legen, dass Kirk Douglass 1954 die Odyssee gelesen hat, dass er und das Team sich mit der Crassus-Biographie von Plutarch auseinandergesetzt hat.
Douglass hatte aber eine Vorstellung, wer Odysseus ist und was die Odyssee ist.

Wenn die Original-Vorlage bei einer Verfilmung kaum noch zu erkennen ist, dann stößt das eben auf Kritik, und wenn eine Schauspielerin mangelhaft vorbereitet eine Rolle übernimmt und mit Aussagen um die Ecke kommt, die zumindest sehr arrogant, ignorant und oberflächlich wirken, dann macht man sich eben unbeliebt.

Ich bin der Meinung, dass die meisten Leute es Nyongo sofort verzeihen würden, wenn sie einfach mal sagen würde: "Sorry, es war Mist! Ich habe nicht nachgedacht, ich wollte ein bisschen provozieren, und habe es eben rausgehauen."

Es wirkt aber nun einmal maximal unsympathisch, wenn man dann einen absurden Cast verteidigen will, wenn man es so drehen will als wären alle Kritiken und alle Kritiker nur beschränkte Rednecks, die sich an Nyongos Hautfarbe abarbeiten.
 
@Scorpio du musst einsehen, dass Frau Nyongo ein hochrelevanter und höchstbrisanter Forschungsgegenstand der historischen Wissenschaften ist, und dass du darum jede deiner Äußerungen zu diesem Gegenstand mit hieb- und stichfesten Quellenbelegen, zahlreichen Fußnoten und einer so kompletten wie aktuellen Bibliographie nachzuweisen hast! Das lehrte doch schon Heine:
Durch die Macht der Argumente,
Durch der Logik Kettenschlüsse
Und Citate von Autoren,
Die man anerkennen müsse,
Halte dich an diesen Ratschlag!
(und bitte verfalle nicht in den Fehler, Herrn Briece bzgl Karl May Lektüre zu untersuchen, denn dieser ist kein so hochbrisanter Gegenstand)

...difficile est saturam non scribere
 
Wenn die Original-Vorlage bei einer Verfilmung kaum noch zu erkennen ist, dann stößt das eben auf Kritik,
Dann solltest du den Film erst sehen. Ich war ein wenig bei den Laistrygonen irritiert, hier weicht der Film vom Epos ab, erfindet hinzu, aber ansonsten hatte ich kein Problem die Odyssee wiederzuerkennen.

und wenn eine Schauspielerin mangelhaft vorbereitet eine Rolle übernimmt und mit Aussagen um die Ecke kommt, die zumindest sehr arrogant, ignorant und oberflächlich wirken, dann macht man sich eben unbeliebt.
Sorry, was hat sie denn gesagt, außer dass die weibliche Perspektive bei "Homer" nicht vorkäme? Ich verstehe dieses Argument wirklich nicht.


Es wirkt aber nun einmal maximal unsympathisch, wenn man dann einen absurden Cast verteidigen will, wenn man es so drehen will als wären alle Kritiken und alle Kritiker nur beschränkte Rednecks, die sich an Nyongos Hautfarbe abarbeiten.
Ich habe mehrfach gesagt, dass ich diesen Cast nicht besetzt hätte*, ich würde genauso konservativ besetzen wie die meisten anderen (die sich geäußert haben). Ich verstehe aber nun mal die Aufregung darum nicht. Es war ja auch nicht allein die Hautfarbe von Nyong'o, die immer wieder herausgekramt wird, sondern auch die Besetzung von Elliot Page, der als Frau geboren wurde, als Sinon.
Nolan benutzt hier im Übrigen, um eine Leerstelle bei Homer zu füllen, Vergil**.

Noch mal die Frage: Was überlese ich? Ich finde das Skandalöse in Nyong'os Aussage nicht.

Ich kann dir nur sagen: Sieh den Film! Er wird ja in ca. anderthalb Jahren im Free TV zu sehen sein. Du wirst feststellen, dass ein Großteil der Kritik nicht angemessen ist. Selbst wenn dich die Cast-Auswahl befremdet.



*beim Schauen des Films hat er mich aber auch nicht weiter gestört.
**Der Stoff hat eben in 2600 Jahren immer wieder Bearbeitungen erfahren.
 
was ich nicht weiter schlimm fände, man kann eine Rolle spielen, ohne den Text vor Vorbereitung auf die Dreharbeiten gekannt zu haben
Felix Dahn schrieb nicht nur einen Haufen Romane, sondern auch ein paar Dramen, darunter die Komödie "Die Staatskunst der Frau'n", eine Art inoffizielles "Sequel" zu Joseph Victor von Scheffels im 19. Jhdt. total "gehypten" Roman "Ekkehard". In der Komödie kam auch eine Nachfahrin einer Figur aus dem Roman vor. Dahn legte sogar Wert darauf, dass die Darstellerin zur Vorbereitung auf ihre Rolle den Roman lese.
 
Da frage ich mich immer, warum Filmemacher - aber auch Rezensenten - nicht einfach Begriffe wie Film nach Motiven aus/von verwenden, sondern stattdessen der a priori zu ambitionierte Begriff Literaturverfilmung überstrapaziert wird. Problematisch muss fast immer die Diskrepanz zwischen Erzählzeit und Filmdauer geraten (vielleicht ausgenommen davon eine konzentrierte Novelle oder Kurzgeschichte als Filmvorlage) und nicht geringer wird eine solche Problematik, wenn die literarische Vorlage sich überwiegend in rein literarisch-sprachlicher Ästhetik bewegt (gebundene Sprache, Versepik etc)
Zudem frage ich mich, warum Filmemacher - aber auch Rezensenten - sich eigentlich nie darauf einlassen, eine filmische Adaption als das zu offerieren, was sie ist: nämlich eine von zahlreichen möglichen Interpretationen der Vorlage und nahezu nie eine gleichwertige Variante derselben.

(trotz aller filmischer Opulenz und darstellerischer Brillanz gerät beinahe jede Literaturverfilmung zur Kürzung und auch Vereinfachung, Verflachung ihrer Vorlage, auch wenn das sicher nicht die Absicht ihrer Macher ist. Damit dieser Gedanke nicht missverstanden wird: die Umarbeitung eines Theaterstücks in ein Opernlibretto - z.B. Schillers Otello oder Don Carlos zusammengestrichen zu den zwei Libretti der gleichnamigen Verdiopern - gerät zu derselben Verkürzung und Verflachung/Vereinfachung - - deswegen können aber sowohl die "Verfilmung" als auch die Oper zu Meisterwerken in ihrem eigenen Genre geraten: Otello und Don Carlo von Verdi sind Meisterwerke, Kubricks A Clockwork Orange*) ebenfalls)

Und obendrein problematisch ist der Ehrgeiz, unverfilmbare Vorlagen doch zu wagen: man denke an die cineastisch unergiebig gebliebenen Umsetzungen von Ulysses, Tristram Shandy oder gar Finnegans Wake - - Homers Epik scheint mir nicht weniger "unfilmable"**) sein. Der zeitliche Abstand dürfte dabei noch die wenigsten Sorgen bereiten, heikler muss das destillieren einer vorzeigbaren und akzeptablen Handlung geraten (ich denke, Kinkerlitzchen wie "die Abenteuer des Odysseus" etc können wir untern Tisch fallen lassen) - - - und jetzt haben wir einen irgendwie peinlichen Vorab-Hype, dessen Kapriolen eigentlich vom Thema ablenken und letztlich nur als indirekte Werbung zumindest von mir gesehen werden können... Da ist das Kind also schon in den Brunnen gefallen.

_________
*) sicher hat Kubricks Film mehr Zuschauer gefunden als seine Vorlage, das sprachkünstlerische Glanzstück von Burgess, welches der Film kürzte und erheblich entschärfte (sic!)
**) unverfilmbar etc - dazu hier interessantes: Literaturadaption – Ein Aufsatz (Teil 1)

Es gibt ja immer wieder mal Remakes, wo man sagt: Well done! Wo ein Remake vielleicht nicht ganz an ein legendäres Original heranreicht, wo die Macher auch gar nicht den Ehrgeiz hatten, das Original zu übertreffen, nicht die Hybris es neu und modern erzählen zu wollen, wo man aber anerkennen muss, dass es ein achtbares Projekt war, wo die Darsteller achtbare Leistungen gebracht haben, wo man das Original noch erkennt, wo man auch den Eindruck hat, dass es die Darsteller kannten.

Die amerikanisch-kanadische Verfilmung von All Quiet on the Western Front von 1979 hat nicht die Tiefe wie Lewis Milesstones Meisterwerk von 1929, aber man erinnert sich gerne an die Verfilmung, in manchen Teilen war sie näher am Original, hat manches geschickter erzählt.

Das deutsche Remake Im Westen nichts Neues ist im Grunde eine ganz andere Geschichte, die mit der Vorlage nur den Titel und einige Figuren gemeinsam hat. In manchen Punkten ist der Plot nicht realistisch, @Shinigami hat dazu einige gute Beiträge geschrieben, wo er ausführte, was ihn störte. Ich sehe Daniel Brühl eigentlich ganz gerne. Den Niki Lauda in Rush habe ich ihm sofort abgekauft. Mathias Erzberger fand ich aber als eine seiner schwächeren Rollen. Dieser General ist im Grunde eine Karikatur, und November 1918, nachdem es selbst Ludendorff eingesehen hatte, dass ein Waffenstillstand nötig ist, wirkt es nicht glaubwürdig, wenn der noch kurz vor Torschluss alles verheizen will.
Trotzdem würde die Verfilmung als achtbar bezeichnen, die Darsteller von Paul und Kat haben ihre Sache gut gemacht.
Insgesamt bei weitem einer der besseren deutschen Filme-man ist ja wirklich nicht verwöhnt, bei all diesem Schrott, der produziert wird, ist man bei einem halbwegs gut gemachten Film ja schon zufrieden, aber es war auch nicht das Meisterwerk des Jahrhunderts.

Manchmal ist ein Remake sogar besser als das Original, und es wird dann selbst zu einem Klassiker, den viele für das Original halten.

Quo Vadis und Ben Hur, die Klassiker von 1951 und 1960(?) waren nicht die ersten Verfilmungen, vor Hollywood hat sich die UFA Quo Vadis vorgenommen, und es spielte Emil Jannings den Nero. Cape Fear habe ich zuerst in der Verfilmung mit Nick Nolte und Robert de Niro gesehen, und ich hielt den für das Original, bis ich die Vorlage mit Gregory Peck und Robert Mitchum sah. Beide Versionen sind unglaublich stark, zu entscheiden, welche die bessere ist, kommt mir vor wie die Frage, ob Rembrand van Rjin oder Diego Velasquez der bessere Maler war, mir gefallen beide, de Niro und Mitchum, aber de Niros Darstellung des Max Cade kommt mir noch ein bisschen intensiver vor.

Auch ein Hitchcock Thriller "Der Mann, der zu viel wusste" ist das Remake eines gleichnamigen Streifens, den "Hitch" bereits 1934 gedreht hat. Da hat Hitchcock sich selbst übertroffen, und das Remake ist zum Klassiker zum Original geworden.

Das Elend von Remakes in unserer Zeit ist, dass viele Regisseure sich an Stoffen versuchen, mit denen sie nicht viel anfangen können. Man will dabei den Glanz des Originals mitnehmen, etwas, das sich schon etabliert hat, das schon Erfolg hatte. Man vertraut darauf, dass schon genug Zuschauer es sich ansehen wollen, man knüpft an an Seherlebnisse von früher an, man hofft von einem Nostalgie-Faktor zu profitieren.

Im Grunde ist ein Remake eine sichere Bank. Selbst wenn es sich um relativ uninspirierte Filme handelt, kann man damit im Grunde nicht viel falsch machen, wenn die Zuschauer am Ende ein paar Effekte sehen, die sie noch nicht kannten, wenn sie die Geschichte noch wiedererkennen, wenn sie die Hauptfiguren wiedererkennen, die sie liebten, wenn der Regisseur begriffen hat, was die Zuschauer am Original liebten, warum sie das Original liebten, dann bekommt man auch zufriedene Zuschauer, die sagen, es war ok, selbst wenn viele sagen. Das Original war einfach besser.

Längst nicht alle Filme sind gut gealtert. "Song of the South" verschwand auf ewige Zeit im Giftschrank, und auch längst nicht alle Szenen in Peter Pan sind gut gealtert, der Song "Warum ist die Rothaut rot" erzeugt heute Schnappatmung.

Der Disney Konzern hat in den letzten Jahren viele Remakes ihrer eigenen Klassiker gemacht. Das waren zuweilen einigermaßen achtbare Versuche, oft aber wahre Katastrophen, wo viele Fans sagten, sie demontieren die eigene Legende.

Zuweilen drängte sich mir der Vergleich mit Friedrich Wilhelm I. auf, vor dem die Berliner regelrecht die Flucht ergriffen.

Hin und wieder erwischte er trotzdem einen, den er dann mit dem Korporalstock traktierte mit den Worten:

Kerl, Kujon (Lump) lieben soll er mich, lieben, lieben soll er mich!

Man tut alles, um von Publikum gehasst zu werden, man tritt dem Publikum vors Schienbein, kann es immer noch nicht fassen, dass das Volk, der große Lümmel es immer noch nicht liebt. Das Resümmé ist immer das Gleiche, wir brauchen unbedingt mehr und immer noch mehr davon.
 
Felix Dahn schrieb nicht nur einen Haufen Romane, sondern auch ein paar Dramen, darunter die Komödie "Die Staatskunst der Frau'n", eine Art inoffizielles "Sequel" zu Joseph Victor von Scheffels im 19. Jhdt. total "gehypten" Roman "Ekkehard". In der Komödie kam auch eine Nachfahrin einer Figur aus dem Roman vor. Dahn legte sogar Wert darauf, dass die Darstellerin zur Vorbereitung auf ihre Rolle den Roman lese.

Dahn war ja, was viele nicht wissen ein renommierter Historiker, sein Klassiker über die germanischen Könige wurde fast so oft wieder aufgelegt wie Alfred Heußs und Jochen Bleickens Römische Geschichte.

Eine Darstellerin die sich zur Vorbereitung auf die Rolle durch alle Bücher von Ein Kampf um Rom durcharbeiten muss, um sich für die Rolle der Mataswintha (eine kleine Rolle) vorzubereiten, das treibt die Authentizität um der Kunst willen ein bisschen auf die Spitze.

Martial beschrieb in den Spectacula dass ein an einem Kreuz hängender Verurteilter an einen kaledonischen Bären verfüttert wurde. Zuweilen führte Justizshows in mythologischem Gewand vor. Zuweilen wurden im Kolosseum Bühnenstücke aufgeführt, wo ein Charakter etwa von wilden Tieren gefressen wirWir wissen, dass zuweilen Bühnenstücke vorgeführt wurden, ein Orpheus, der Tiger mit seinem lieblichen Gesang bezaubert, wenn ein Profi die Rolle spielt oder auch nicht, wenn er durch einen Komparsen ausgetauscht wird, der sechs ausgehungerten Tigern ein Schlaflied vorsingen soll.

Alle Bücher von Dahns Kampf um Rom für eine kleine Rolle in einer Bühnenversion das klingt für mich fast so, als müsste der römische Komparse für eine Rolle als "meridianus" in der Mittagsshow nicht nur den Bären über sich ergehen lassen, sondern auch noch den Text auswendig lernen.
 
Das ist ja komplett albern, dass Odysseus selbst vom Zusammenbruch seines Bronzezeitalters spricht. Das würde ja voraussetzen, dass die mykenischen Griechen ihre Zeit selbst schon als Bronzezeit bezeichneten (und sich außerdem darüber im Klaren waren, dass etwas anderes folgen würde). Wie kann man eine so bescheuerte Dialogzeile schreiben?
 
Wird diese Aussage im Film von einem Akteur getätigt oder bloß (retrospektiv) von einem Off-Erzähler?


Das ist ja komplett albern, dass Odysseus selbst vom Zusammenbruch seines Bronzezeitalters spricht. Das würde ja voraussetzen, dass die mykenischen Griechen ihre Zeit selbst schon als Bronzezeit bezeichneten (und sich außerdem darüber im Klaren waren, dass etwas anderes folgen würde). Wie kann man eine so bescheuerte Dialogzeile schreiben?
Ich will und kann nicht behaupten, diese Aussage sei im Film nicht vorgekommen, ich kann mich jedenfalls nicht an sie erinnern. Da ich den Film in England gesehen habe, habe ich ihn allerdings auf englisch gesehen, es könnte mir also was entgangen sein. Dass die Zivilisation zusammenbreche (wegen der Seevölker) diese Befürchtung wird mehrfach geäußert, von Penelope, von Menelaos. Aber die Bronzezeit? Daran kann ich mich nicht erinnern.

Allerdings sind die Übersetzungen auf der verlinkten Seite auch schlecht, unbeholfen und sicher nicht immer genau:

  • - Höflich: [beobachtet die Schreie der Zyklopen zu Poseidon] Er kann sprechen. Warum hat er vorher nicht gesprochen?
  • Odysseus: Sprichst du mit Ameisen?
Ich meine, es wäre Eurylochos gewesen, der das gesagt hat. Wie man von Eurylochos zu höflich kommt, weiß ich aber nicht.

Agamemnon: Mach nicht meinen Fehler. Gehen Sie nicht durch die Eingangstür und erwarten Sie Girlanden und Lob. Komm verkleidet. Lass dir Zeit. Beurteilen.​
Hier kann ich immerhin bestätigen, dass Agamemnon Odysseus einen solchen Rat gibt. Und dass Polyphem sprechen kann, aber wohl nicht zu Ungeziefer spricht, wie Odysseus meint, habe ich ja schon zitiert.
 
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