Wie kann man historische Ereignisse im Unterricht lebendig gestalten?

JohnNal

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

als Lehrer arbeite ich gerade an einer Unterrichtsreihe zum Thema "Alltag im Mittelalter". Dabei stellt sich mir die Frage: Wie kann man historische Ereignisse und Zusammenhänge für Schüler:innen anschaulich und spannend vermitteln?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Tipps, Methoden oder Materialien empfehlen könntet, die mir dabei helfen. Vielleicht hat jemand von euch bereits Erfahrung damit?

Vielen Dank im Voraus!

Liebe Grüße
John
 
Ich bin etwas verwirrt: wie passen "Alltag im Mittelalter" und "historische Ereignisse/Zusammenhänge" zusammen? Bergbauer Luitpold versteckte sich in seiner Kate, als ein Kreuzfahrerherr vorbeitrampelte?
Spaß beiseite: vielleicht wären als Einstieg ein paar Zeilen von Ulrich von Hutten über das unbequeme Leben auf einer Burg brauchbar.
 
Ich bin etwas verwirrt: wie passen "Alltag im Mittelalter" und "historische Ereignisse/Zusammenhänge" zusammen? Bergbauer Luitpold versteckte sich in seiner Kate, als ein Kreuzfahrerherr vorbeitrampelte?
Spaß beiseite: vielleicht wären als Einstieg ein paar Zeilen von Ulrich von Hutten über das unbequeme Leben auf einer Burg brauchbar.
Hm, Alltag im MA klingt eher nach Klasse 6, ein paar Zeilen Ulrich von Hutten eher nach Klasse 11 bis 13.
 
Ich würde mir da folgende Fragen als erstes stellen:
1. Welches Mittelalter soll den Kindern vermittelt werden: Frühmittelalter, Hochmittelalter, Spätmittelalter ...

2. Um welchen Stand soll es gehen: Edelfreier, Ministeriale, Bischof, Pfarrer, Pfarrherr, Handwerker, Gaukler, Einschildritter, freier Bauer, unfreier Bauer, Stadt- oder Landbevölkerung ...

3. Alltag im Umfeld von einem historischen Ereignis - zum Beispiel am Ende wird die Stadt von Heuschrecken heimgesucht, Spenden werden für das neue Kloster gesammelt, ein Gerichttag, ein Markttag, vor oder nach dem Besuch eines Promis (König, Papst, Bischof, Gaukler etc.) etc.

4. Gut ist vermutlich auch, etwas zu nehmen, mit dem sich Anknüpfungspunkte an die Gegenwart verbinden, zum Beispiel den Ort, wo Deine Schule steht oder von dem die meisten Schüler und Schülerinnen sind, mit einzubeziehen - gibt es dort zum Beispiel ein Gebäude, das aus dem Mittelalter stammt, im Kern aus dem Mittelalter ist oder zumindest einen Vorgängerbau hat (Kloster, Kirche, früheres Rathaus, Burg bzw. Ruine etc.), dann könntest du den Alltag, wie er damals gewesen sein könnte, mit Bezug auf dieses Bauwerk zeigen. Gibt es eine Familie, einen Prominenten etc., der zu dem Ort einen Bezug hat (wer gilt als Stadtgründer?, fand hier eine Hochzeit, ein Mord etc. statt, Sterbeort von XY ...)

5. Was machen Deine Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit - gut wäre sicher, eine Vermittlung, die Parallelen zu ihrem Alltag hat ...
 
Es gibt Computerspiele, die mittelalterlichen Alltag simulieren.

Zum Beispiel in "Manor Lords" baut man eine mittelalterliche Stadt und kann mit einer Figur frei durch die Gegend laufen.
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Das Spiel ist bekannt für seine einnehmende Atmosphäre.

Besonders Handwerksbetriebe sind da in all ihren Wertschöpfungsketten dagereicht.

Du kannst zeigen, wie Vieh herangezogen, beim Gerber Leder gegerbt(sagt man das so?) wird und wie beim Schuster daraus Schuhe werden.

Oder wie der Holzsammler Holz sammelt, damit der Köhler am Köhlermeiler daraus Holzkohle herstellt, diese zum Schmelzofen gebracht wird, wo Eisenerze geschmolzen werden. Das Eisen wandert dann weiter zur Schmiede, wo dann Handwerksmateriak gefertigt wird.

Es gibt Videos dazu auf den gängigen Videoportalen.




Ob Videospiele in pädagogische Konzepte reinpassen, vermag ich nicht zu beurteilen.
 
als Lehrer arbeite ich gerade an einer Unterrichtsreihe zum Thema "Alltag im Mittelalter". Dabei stellt sich mir die Frage: Wie kann man historische Ereignisse und Zusammenhänge für Schüler:innen anschaulich und spannend vermitteln?
Mit dem olfaktorischen Reiz der Sinne ist schon vielleicht etwas für den Einstieg gewonnen.
Den verwesenden Kadaver eines Hundes mit in das Klassenzimmer bringen.
"So jetzt holt alle einmal tief Luft. So hat es damals gerochen."

Im 14. Jahrhundert hat selbst der Papstsitz Avignon derart gestunken, dass sich der Heilige Vater nebst Entourage zur Flucht davor veranlasst sah.
(Muss ich aber noch bei Tuchman nachschauen, find es nicht auf die Schnelle)
 
Nur dass die gute Barbara Tuchmann nur eine erfolgreiche und vielleicht sogar ganz amüsante Unterhaltungsschriftstellerin ist, aber sicher keine seriöse Geschichtsforscherin.
Für die sogenannten olfaktorischen Reize, die das Mittelalter angeblich im Unterschied zu anderen Zeiten im Vergleich zu diesen zu einer besonders dreckigen Zeit machen, sind bisher keine seriösen, zeitgenössischen Belege aufgetaucht.
 
Nur dass die gute Barbara Tuchmann nur eine erfolgreiche und vielleicht sogar ganz amüsante Unterhaltungsschriftstellerin ist, aber sicher keine seriöse Geschichtsforscherin.
Für die sogenannten olfaktorischen Reize, die das Mittelalter angeblich im Unterschied zu anderen Zeiten im Vergleich zu diesen zu einer besonders dreckigen Zeit machen, sind bisher keine seriösen, zeitgenössischen Belege aufgetaucht.
Na ja, wenn ich früher von einen 3-4 Tägigem Lager nach Hause kann, dann roch man das schon;)
 
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