Mythos spartanische Überlegenheit

Im deutschen Mittelalter war es sogar eine Ehre, von einer Qelle abzuschreiben.
Und wenn es keine gab, erfand man eine.
Meinst Du damit die Praxis zu behaupten, das (in Wahrheit originale) eigene Werk sei nur eine Bearbeitung oder Übersetzung eines (in Wahrheit fiktiven) älteren Werkes? Das zieht sich durch die halbe Literaturgeschichte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Von meinem Studium des Mittelhochdeutschen
Dass abgeschrieben wurde, ist klar, auch das Quellen genannt wurden, aber dein kurzer Einwurf beantwortet mir nicht die Frage, wie du darauf kommst, dass es "eine Ehre" war, abzuschreiben. Man tat es, man markierte es manchmal - nicht immer - und natürlich galt im akademischen Kontext die scholastische Regel, nos esse quasi nanos gigantum umeris insidentes, - das hat im Übrigen ein Franzose* formuliert und ein englischer Schüler** von ihm überliefert. Aber wieso es eine Ehre war, abzuschreiben, erschließt sich daraus nicht.
Teilweise wird ja sogar behauptet, dass die Geschichte bislang ganz falsch erzählt worden sei und die jetzt folgende Variante, die richtige. Da war es sicher keine Ehre. Und mhd-Texte sind ja auch i.d.R. keine wissenschaftlichen Werke im Sinne der Scholastik, sondern Literatur.

*Bernardus Carnotensis - Bernhard von Chartres
**Joannes Saresberiensis - Johann von Salisbury
 
Zurück
Oben