Ausstellung : „Niedergermanischer Limes“ Erlebnismuseum Römerwelt in Rheinbrohl

Xander

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Moin
In einem Modellbau-Forum auf Facebook (und ja, ich bin ein Modellbau-Nerd!) bin ich auf den Beitrag vom Herrn Franz-Josef Becker gestoßen, in dem er sein großes Diorama zu Römerlagern zischen Rheinbrohl und Bonn vorstellte.
Ich zitiere mal aus seinem Beitrag:
"Rechtzeitig zur Eröffnung der Ausstellung : „ Niedergermanischer Limes“ in der Römerelt Rheinbrohl, fertig geworden.
Das Modell ist ganz ohne Beflockung, Streu usw… gebaut.
Es zeigt im Maßstab ca. 1:9000 einen Ausschnitt des Niedergermanischen (Nassen) Limes, genauer gesagt, zwischen Rheinbrohl/Bad Breisig ( die Grenze zwischen Germania Superior und Germania inferior ) und dem Bonner Legionslager.
Das ganze Modell ist ca. 4,60 Lang und zeigt die Siedlungssituation Anfang des 3. Jahrhunderts.
"

Finde das Diorama sehr gelungen und ziehe den Hut vor all dieser Arbeit, die da drin steckt!
Über die historische Korrektheit mögen die Experten hier trefflich diskutieren, da bin ich leider raus.

LG
Andreas

01_Franz-Josef Becker.jpg

02_Kastell Rigomagus.jpg

03_Kleinkastell Rheinbrohl.jpg

04_Legionslager von Bonn.jpg

05_Gesamtansicht.jpg
 
Rigomagus wird von Ammanianus Marcellinus (Res gestae 16,3,1) einmal erwähnt, einleitend zu einem Feldzug des Julian gegen die Alamannen:

§ 16.3.1 Es wurde beschlossen, zur Rückgewinnung von Agrippina [Köln] aufzubrechen, das vor der Ankunft des Cäsar in Gallien zerstört worden war; auf diesen Landstrichen erblickt man weder eine Stadt noch ein Kastell, außer dass bei Confluentes [Koblenz], einem Ort, der so genannt wird, weil dort der Fluss Mosel mit dem Rhein zusammenfließt, die Stadt Rigomagus [Remagen] liegt und nahe bei jener Festung selbst ein einzelner Turm, die unzerstört geblieben sind.“..“

Da Remagen / Rigomagus bei A.Marcellinus Oppidum genannt wird, und explizit nicht Vicus, kann die Zivilsiedlung anders ausgesehen haben, Oppida sind eigentlich befestigte Orte. es fehlt möglicherweise (oder übersehe ich sie) eine Zollstation am Vinxtbach.

Aber wirklich insgesamt sehr beeindruckend und gelungen!
 
Die Zollstation ist doch da, Bild drei, auf der gegenüberliegenden Rheinseite, da fließt der Vinxtbach in den Rhein, Grenze zwischen Germania superior und inferior.
Screenshot 2026-10-10 at 01-44-47 Ausstellung „Niedergermanischer Limes“ Erlebnismuseum Römerw...png
 
Du meinst den Grenzstein, den man dort gefunden hatte?

Die beiden Limes-Türme auf der anderen Rheinseite exestieren auch noch.
Ich habe einfach hier geschaut, die Seite finde ich eine gute aktualisierte und fundierte Möglichkeit, schnell Informationen zu römischen Orten, Einrichtungen etc. zu erhalten. Tabula Peutingeriana

Zur Zollstation, Rigomagus (kelt. doppelte Möglichkeit: Königsfeld/Königsmarkt oder Reiches Feld bzw. Reicher Markt), war anscheinend Sitz eines Beneficiarius Consularis von Augustus bis zum Ende des Reichs. Nachweis der Zollstation über einen Meilenstein bei Tongern und einem geographischen Verzeichnis:
"Dazwischen liegt Fines (I); j. am Vinxtbach. Im Jahre 1810 wurden beim Neubau der über den Vinxtbach führenden Brücke zwei Altäre gefunden, einer Finibus et Genio loci gewidmet, der andere von einem Beneficiarius herrührend. Iss: 7731 und 7732. Hier war die Grenze zwischen beiden Germanien und die Zollstätte, Beginn der Mainzer Erzdiözese; gegenüber in Rheinbrohl Beginn des obergermanischen Limes."
Und: "Die Zollstation an der Grenze zwischen den beiden Germanien fehlt im Itinerarium Antonini, ist aber auf der Meilensäule von Tongern (prov. Limburg / B) und n der Cosmographia Ravennatis verzeichnet (CIL XVII 2, 675 = CIL XIII 9158 = ILB 135 (2 p. 234) = D 5839 (p. 185) = AE 2006, +00034; Cosmogr. Rav. 4, 24 p. 60, 13 Rigo. magus.)
."
 
Zur Zollstation, Rigomagus (kelt. doppelte Möglichkeit: Königsfeld/Königsmarkt oder Reiches Feld bzw. Reicher Markt)

Die Deutung von rig- als 'König' findet sich auch im Etymological Dictionary of Proto-Celtic: Etymological Dictionary Of Proto Celtic : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive
Für die Deutung als 'reich' sehe ich keinen Anhaltspunkt.


"Die Zollstation an der Grenze zwischen den beiden Germanien fehlt im Itinerarium Antonini, ist aber auf der Meilensäule von Tongern (prov. Limburg / B) und n der Cosmographia Ravennatis verzeichnet (CIL XVII 2, 675 = CIL XIII 9158 = ILB 135 (2 p. 234) = D 5839 (p. 185) = AE 2006, +00034; Cosmogr. Rav. 4, 24 p. 60, 13 Rigo. magus.)."

Weder auf der Leugensäule von Tongern noch in der Cosmographia Ravennnatis wird eine Zollstation erwähnt. Die Erwähnungen beschränken sich auf den Ortsnamen Rigomagus, der in der Cosmographia als "civitas" bezeichnet wird:
 
Die Deutung von rig- als 'König' findet sich auch im Etymological Dictionary of Proto-Celtic: Etymological Dictionary Of Proto Celtic : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive
Für die Deutung als 'reich' sehe ich keinen Anhaltspunkt.

Weder auf der Leugensäule von Tongern noch in der Cosmographia Ravennnatis wird eine Zollstation erwähnt. Die Erwähnungen beschränken sich auf den Ortsnamen Rigomagus, der in der Cosmographia als "civitas" bezeichnet wird:
Wie kommt der Kommentator auf der Website auf die Zollstation? Ich nehme an, dass die Benefiziarier-Station ( beneficiarii ) in Rigomagus selbst war. Auf dem Meilenstein von Tongern steht tatsächlich nur Rigomagus:
[col(onia) Agrippin(ensium)]l(eugas) XI [Bonna]l(eugas) VIIII [Rigo]magusl(eugas) VIII [Antu]nnacuml(eugas) VIII.....

Andererseits ist da ja wirklich ein Gebäude an der Grenze.
 
Ich bin gar nicht getaucht, ich gehe doch mit Helm baden! Daher versetze ich meine Wanne nur in leichte Bewegung, um Wellen zu erzeugen!
nur so (Beispielbild ohne Helm) Bild links -- -- --- ---- --- aber nicht so (Helm wird nass) Bild rechts
Das wäre mir zu beengt!
Ich mag es in der Badewanne etwas weiter raus zu schwimmen! ;)
 
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