Die Rückgewinnung zweier römischer Bronzen, nach einer Raubgrabung in Spanien, Schweizer Hehlerei, der üblichen Weißwäsche auf dem Schweizer Kunstmarkt, und dann der Rückgabe durch einen ehrlichen amerikanischen Käufer.
La Policía Nacional logra la recuperación de bronces romanos expoliados que serán depositados en el Museo Arqueológico.
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Nachrichten aus Jerez
Rückgewinnung geplünderter römischer Bronzen: Der Erfolg der Nationalpolizei
César Pérez Pacheco 8. Januar 2026
Die Nationalpolizei gelingt die Rückgewinnung geplünderter römischer Bronzen, die im Archäologischen Museum ausgestellt werden sollen.
Das Ende der Plünderungen: Die Polizei stellt zwei Bronzeschätze aus dem römischen Hispanien sicher
Das Kulturerbe eines Landes ist seine DNA, aber für die Kunstmafia ist es nichts weiter als eine Ware, mit der man spekulieren kann. Spanien hat jahrzehntelang unter der Plünderung seiner Fundstätten gelitten und Stücke verloren, die niemals unsere Grenzen hätten überschreiten dürfen. Nun hat der Staat jedoch ein Machtwort gesprochen. Zwei Bronzeskulpturengruppen aus dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. kehren nach einer fast zwei Jahrzehnte langen Odyssee der Illegalität und Geldwäsche endlich nach Hause zurück.
Der Preis der Plünderung und der Schmerz des Verlustes des Kulturerbes
Wenn eine Ausgrabungsstätte geplündert wird, werden nicht nur Metall oder Steine gestohlen. Es wird auch der historische Kontext zerstört...
Wenn eine Fundstätte geplündert wird, werden nicht nur Metall oder Steine gestohlen. Es wird auch der historische Kontext zerstört und damit die Möglichkeit, zu verstehen, wer wir waren. Diese Plünderung war kein Versehen, sondern ein zwischen 2007 und 2008 ausgearbeiteter Plan, um sich auf Kosten des öffentlichen Erbes zu bereichern.
Der finanzielle Schaden ist enorm: Stücke, die dem spanischen Volk gehören, landeten 2012 in internationalen Auktionen und erzielten Werte von mehreren Millionen Euro, nachdem ihre illegale Herkunft verschleiert worden war.
Das ist ein Schlag ins Gesicht der Kultur. Während öffentliche Institutionen darum kämpfen, jedes Stückchen Geschichte zu bewahren, verschleiern Kriminelle die Herkunft dieser Werke, um sie an den Meistbietenden zu verkaufen.
Die Wiederbeschaffung geraubter römischer Bronzeskulpturen ist nicht nur ein Erfolg der Polizei, sondern auch ein Akt der Gerechtigkeit gegenüber einem Schwarzmarkt, der von Nachlässigkeit und Gier lebt. Das Geld dieser Sammler fließt, während unser Land seiner einzigartigen Schätze beraubt wird.
Die Mädchen mit Rebhühnern: Eine außergewöhnliche Ikonografie
Die Einzigartigkeit dieser Werke ist absolut: Sie zeigen zwei kleine Mädchen, die jeweils ein Rebhuhn jagen, eine in der erhaltenen römischen Skulptur äußerst ungewöhnliche Szene. Dass ein Bronzewerk bis in die Gegenwart erhalten geblieben ist, ist außergewöhnlich. Dass dies ein komplettes Paar mit seinen originalen Metallsockeln ist, ist in der Welt der Kunst absolut einzigartig.
Die Stücke wurden auf Ackerland vergraben gefunden und illegal aus dem Land gebracht, um restauriert zu werden. Nachdem sie den legalen europäischen Markt durchlaufen hatten, landeten sie in einem Museum in den Vereinigten Staaten, wo sie 2015 aufgefunden wurden.
Ihr künstlerischer Wert, ihre Größe und ihre Qualität machen sie zu Schlüsselelementen für das Verständnis der Ästhetik des römischen Hispanien. Es handelt sich um einen Schatz, den sich die spanische Gesellschaft unter keinen Umständen entgehen lassen durfte.
Polizeiarbeit und das Labyrinth der Schweizer Justiz
Die Ermittlungen nahmen eine Wendung, nachdem ein Gerichtsverfahren in der Schweiz bekannt wurde. Ein spanischer Staatsbürger hatte zwei Partner angezeigt, weil sie ihm nach einer angeblichen Restaurierung die Stücke nicht zurückgegeben hatten. Der Anzeigeerstatter versuchte, sein Eigentumsrecht mit Fotos aus seinem Haushalt zu belegen, doch die spanische Polizei wies nach, dass es sich in Wirklichkeit um illegale archäologische Fundstücke handelte.
Obwohl die Straftaten in Spanien aufgrund der verstrichenen Zeit als verjährt galten, gelang es dank des Drucks der Polizei und der internationalen Zusammenarbeit, Kontakt zum derzeitigen Besitzer aufzunehmen.
Der US-amerikanische Sammler, der die Werke in gutem Glauben erworben hatte, beschloss, sie unwiderruflich und unentgeltlich an den spanischen Staat abzutreten, als er von ihrer illegalen Herkunft erfuhr. Die Ethik des Sammlers ermöglichte es schließlich, die rechtlichen Hindernisse zu umgehen, die die Kriminellen über Jahre hinweg sorgfältig aufgebaut hatten.
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Warum wurden sie in der Schweiz und nicht in Spanien versteigert?
- Die Beteiligten brachten sie illegal aus Spanien ins Vereinigte Königreich und in die Schweiz.
- Das Ziel war, sie zu restaurieren und ihre Herkunft zu verschleiern.
- Sie fälschten Dokumente, um vorzutäuschen, dass sie zu einer alten Schweizer Sammlung gehörten.
Wie kamen die Stücke aus den Vereinigten Staaten zurück?
- Der Sammler, der sie 2012 gekauft hatte, überließ sie kostenlos und unwiderruflich.
- Er traf diese Entscheidung, nachdem er von der Polizei erfahren hatte, dass sie aus einem Raubüberfall stammten.
- Sie kamen am 20. Dezember am Flughafen Madrid-Barajas an.
Wo können die geborgenen Bronzen besichtigt werden?
Die Stücke wurden dauerhaft im Nationalen Archäologischen Museum (MAN) in Madrid untergebracht.
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Ich habe noch nie gesehen, dass ein Doppelensemble römischer Plastik aus dem 1. bis 2. Jahrhundert mitsamt den originalen Sockeln so gut erhalten geblieben ist:
2 Mädchen oder geflügelte Putten, die Rebhühner (?) jagen.
Was für ein Ensemble! Und wenn sie so gut erhalten sind, was hätte der Fundort erzählen können? Ein Grab zum Gedenken an ein Geschwisterpaar? Ein Hauseingang oder ein Garten im Peristyl?
Ich weiß noch nicht einmal, was die Zuordnung zu hispanischer Provenienz erklärt.
Der Dreh- und Angelpunkt ist natürlich Genf, Drehscheibe des illegalen Antiquitätenhandels, und eine gewollte Toleranz der Schweizer Behörden.
Nachsatz: Wie kam ich auf den Artikel? Ein Beitrag von
@El Quijote vor 2 Tagen hatte mich angeregt, mich etwas mit der Geschichte von Jerez de la Frontera zu beschäftigen.