A-B-C-Darium der Küstenfestungen :) bis 1918

In Dakar konnten die Küstenbatterien maßgeblich einen Landungsversuch der Briten und Freien Franzosen 1940 im September verhindern helfen,
24cm Schiffsgeschütze Model 1902 und 15,5cm sowie weitere kleinere Kaliber.
 
gerade zufällig gefunden: die angeblich einzige erhaltene wilhelminische Küstenbatterie aus dem Ersten Weltkrieg, kurioserweise nicht auf heutigem deutschen Territorium - die "Batterie Aachen". Wie so eine Küstenbatterie funktioniert, zeigt eine ca 4minütige Animation:
 
eine ca 4minütige Animation
und prinzipiell veranschaulicht diese die Bau- & Funktionsweise aller wilhelminischen Küstenbatterien, seien sie einzeln aufgestellt (wie die entfernteren Batterien des Kieler Festungsbereichs oder auf Sylt), seien sie im Verbund einer Küstenfestung (Borkum, Wilhelmshaven/Wangerooge, Swinemünde, Pillau, Danzig)
Eine kleine Kritik habe ich an der Visualisierung: die Bunker"dächer" sind zu eckig geraten. Die Pläne und Fotografien der IMKK Akten zeigen an den Kanten abgerundete Bunkerdächer; an diesem Merkmal lassen sich die Bunkerdecken der Batterie Haardt (Borkum) zeitlich einordnen.
 
und prinzipiell veranschaulicht diese die Bau- & Funktionsweise aller wilhelminischen Küstenbatterien,
zm Vergleich mit der Batterie Aachen hier drei Ausschnitte aus IMKK Kartenmaterial zur Festung Borkum, Strandbatterie:
Bildschirmfoto 2025-12-10 um 21.44.08.png

oben die Auflistung aller Bestandteile der Strandbatterie ausgenommen die Bahnlinien (die leicht erkennbar sind). Buchstabe a markiert die Stellungen der vier Geschütze, sie befinden sich wie in der Batterie Aachen integriert in einen massiven "Batterieblock" aus Stahlbeton, hierbei allerdings beide nicht kasemattiert unter Panzerglocken:
Bildschirmfoto 2025-12-10 um 21.43.42.png


Leider ist der komplette Plan der Strandbatterie auf zwei Blättern, die ich nicht in ein Bild bekomme - der Plan oben zeigt nur ca 70% der Batterie. Unten eine Zeichnung des Batterieblocks, auch diese ist leider auf zwei Blättern, sodass ich nur die Hälfte zeigen kann:
Bildschirmfoto 2025-12-10 um 21.42.57.png

Das ist also nur der halbe Batterieblock. Aber man sieht, dass die Struktur (eingetiefte Geschützbettungen wechseln sich mit Hohltraversen/Bunkern ab) nahezu identisch ist.
 
Romo 1914-18 hab ich noch nichts gefunden... suche weiter
Das Kartenmaterial der IMKK in den einzelnen Dossiers zu den Küstenfestungen verwendet meist:
1. eine Übersichtskarte,
2. einen detaillierten Festungsplan,
3. einen Plan der Telefonkabel (sic)
4. danach die Pläne einzelner Festungsanlagen wie Batterien, Infanteriewerke, Werkgruppen (Nebenstände, Küstenrichtkreisstände, Peilstände, MG-Stände/Vorfeldstreichen)
5. und zuletzt quasi Baupläne (Ansicht, Aufriss, Grundriss) der einzelnen "Bunker".
Bei den Inseln je nach Lage/Größe kann auf einem Übersichtsplan die Nachbarinsel mit dabei sein, z.B. bei Wangerooge und Norderney, und in diesem Fall sind dann auch die Festungsanlagen der Nachbarinsel eingezeichnet.
Das Dossier "Recensement Place de Sylt" zeigt in der Übersichtskarte auch Römö komplett, und da ist nichts eingetragen. Die Karte der Telefonkabel zeigt, dass es keine telefonische Verbindung nach Römö gab. Offenbar war Römö nicht fortifiziert.
 
Das Dossier "Recensement Place de Sylt" zeigt in der Übersichtskarte auch Römö komplett, und da ist nichts eingetragen. Die Karte der Telefonkabel zeigt, dass es keine telefonische Verbindung nach Römö gab. Offenbar war Römö nicht fortifiziert.
Und das halte ich für ein Indiz dafür, dass Römö kaum oder keine kaiserzeitliche deutsche Fortifikation hatte. Gerade die Telefonleitungen waren der IMKK wohl sehr wichtig, da sie in allen Dossiers auf eigenen Karten sehr genau verzeichnet waren. Die IMKK untersuchte (Recensement Dossiers) einzig die auf nach 1918 auf deutschem Territorium befindlichen Festungen, sodass wir keine IMKK Karten/Pläne von Straßburg, Molsheim, Metz/Moselstellung, Sicherungsstellung Nord u.a. Festungen haben, weil diese nach 1918 nicht mehr auf deutschem Territorium waren. Deshalb haben wir z.B. bzgl Straßburg nur die rechtsrheinischen Forts samt Telefonleitungen etc (Demantelement de Kehl). Römö und Sicherungsstellung Nord waren ab 1918 dänisch, Sylt bestand als Festung weiter und war komplett untersucht und kartografiert: Telefonleitungen nach Römö hätte die IMKK notiert und gekappt, denn eine deutsche Feuerleitung der Hauptfestung Sylt hat einem dänischen Römö keine Befehle zu übermitteln - aber es taucht kein Kabel von Sylt nach Römö auf, was darauf schließen lässt, dass dort keine Beobachtungsstände etc von vor 1918 waren.
 
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