Abdichtungsmöglichkeiten von Leder (Hirngegärbt)

Drachir

Neues Mitglied
Hallo, ich bin neu hier im Forum. Falls es nicht in dieses unter Thema passt bitte sagen wohin damit oder löschen.

Ich beschäftige mich seit kurzem mit der Geschichte Nordamerika im ausklingendem 18.jahrhundert und auch frühes 19.Jahrhundert.

Dabei habe ich eine Darstellung eines ich würde es Protho-Métis nennen, sprich ein europäische Jager der eine indigene Frau (Cree o. Ojibwe)gedhelicht hat um unter anderem von dem sozialen Netzwerk der indigenen Bevölkerung zu profitieren.

Jetzt ist mir aufgefallen das meine Mockasins extrem unter feuchter Witterung leiden. Das nasse Leder das sich wie ein Schwamm vollsaugt wird extrem empfindlich gegen Abrieb. Das rocknen dauert Ewigkeit da man das leder nicht zwangstrocknen darf. Im Endeffekt sorgen die Moccasins für mehr Probleme als sie lösen, was ich mir nicht vorstellen kann das, dass dan historisch korrekt ist.

Ich habe jetzt mal mit einer Mischung ais fett Bienenwachs und Fichtenharz experimentiert. Das hat keine schlechten Ergebnisse hervorgebracht. Es ist ja eine pitsh-glue ähnliche mischung. Die technick war bekannt zum dichten von Kanus. Aber es ist halt schon Robinson Kruso Archiologie, sprich mit modernem Wissen einfach abzuleiten.

Jetzt die Frage hat jemand Quellen zu Moccasins-Pflege im späten 18.jahrhundert?

PS: mir ist klar das ich das auch in einem Frühzeit-toppik schreiben hätte können. Ich hoffe aber auch insgeheim ein paar Verrückte zufinden die ggf. auch Interesse am Pelzhandel und dessen Mischkulturen ab der zweiten Hälfte des 18.Jahrhundert haben ggf. diese sogar Darstellen.

Grüße Richard
 
Hallo

Es ist praktisch unmöglich mit Ledersohlen auf unseren modernen Straßen-und Wegebelägen zu laufen, ohne das die Sohle "ratz fatz" durch ist.
Es werden im allgemeinen passende Gummisohlen untergeklebt oder genäht.
Solche Schuhe müßen gut geschützt werden, Bienenwacht funkioniort, mit Harzen kenne ich mich in den Fall nicht aus. Ledernähte müßen immer imprägniert werden, zur Haltbarkeit und Näheignung.
 
Darf ich mal fragen, was hirngegerbt ist? Ist das ein Tippfehler? Weil ich mir schwer vorstellen kann, wie das vonstatten gegangen sein soll.
 
Kein Tippfehler:

"Davon zu unterscheiden ist die traditionelle Hirngerbung, bei der in die Haut eingearbeitete Hirnfette zunächst vor allem der Fettung und mechanischen Weichmachung dienen. Bei nordamerikanischen Indianern wurde die so behandelte Haut häufig anschließend geräuchert; dabei eingebrachte Aldehyde stabilisieren das Kollagen und machen das entstehende buckskin gegenüber erneutem Befeuchten und Trocknen beständiger."

 
Danke für die schnellen Antworten. Mir ist schon klar das ich mit meinen Moccasins nicht auf Teer/ Asphalt strassen laufen sollte. Mache ich auch nicht. Dennoch stellte ich den erhöhten Abrieb/Verschleiß bei nassen Moccasins fest. Weiter besteht ja auch das Problem das nasse Füße schnell zu Problemen mit der Gesundheit werden. Es erscheint mir die Begründung das man halt bei schlechtem wetter Barfuß gegangen oder im lager blieb nicht logisch. Bei der Jagd gerade auf Großwild hat man stellen weise sehr begrenzte Zeitfenster bedingt duch das zug verhalten der Herden. Auch bei der fallen Jagd verfällt die Qualität des Balgs mit der zeit, wenn die Tiere nicht zeitig aus den fallen kommen. des wegen wird es nicht vermeidbar gewesen sein auch bei feuchtem Wetter unterwegszusein.

Mir geht es ja nicht um eine moderne Lösung wie Gummisohlen aufkleben, sondern wissen über die wirkliche Verarbeitung und Pflege zu erörtern.

Die Nachfrage was Hirngerbung ist führt mich zum nächsten Punkt das Gerben mittels Hiermasse ist relativ arbeitsintensiv was zwar in einer Kultur die eigentlich im überfluss von fellen und häuten lebt nicht zum Material schwund führt trotzdem zeitraubend ist und damitvdem Leder einen gewissen wert gibt. Zu Zeiten des Pelzhandel noch mehr da ja die Haut auch im Handelsposten verkauft werden hätte können.
 
Darf ich mal fragen, was hirngegerbt ist? Ist das ein Tippfehler? Weil ich mir schwer vorstellen kann, wie das vonstatten gegangen sein soll.
Das ist eine sehr alte Methode, um Wildleder zu gerben und Häute haltbar zu machen, auch ohne Zusatz von Alaun, nur indem man sie mit Hirn einreibt. Frag mich nicht, wie es funktioniert und wie die Arbeitsschritte aussehen.
Ich weiß nur, dass es funktioniert, dass die Ureinwohner sie anwendeten, und die Mountain Men sie kopierten.

In den USA darf man auf öffentlichem Land Fallen stellen, und überall findet man Annoncen von Agenten, die Bälge aufkaufen, und wenn man nicht unbedingt davon leben kann, kann man mit Waschbär, Fuchs und Kojotenbälgen doch sich ein nettes Zusatzeinkommen schaffen. In den letzten Jahren ist das Interesse an alten Methoden der Gerberei gewachsen, man versucht Know How der Mountainmen wieder auszugraben und auf urige Methoden zurückzugreifen.

Wenn es tatsächlich jemanden interessiert, es gibt mittlerweile im Internet Anleitungen wie man "brain-tanning betreibt. Es wird nicht nur bei enthaarten Häuten praktiziert, um "buckskin" herzustellen, sondern es ist "brain tanning" auch anwendbar, um Mink, Fuchs oder Waschbär-Bälge natürlich zu gerben, ohne Alaun oder andere Chemikalien zu verwenden. Das Leder wird bei dieser Methode dabei wunderbar weich.
 
Ich habe Elchleder genommen bei Ojibwe und Wood-cree nebs Karibu eines des gängigen leder war.

Was halt in den Quellen weniger beschrieben wird und was ich stark vermute ist halt die Art der Pflege die die Langlebigkeit uns dichtheit der Moccasins stark verbessert.

Es kann auch schlicht der Grund sein das diese z.B. Bärenfett zur Pflege nutzen was in Deutschland soweit ich weiß nicht bzw. Sehr schwer zubekommen ist.

Aber deswegen frag ich ja hier ob jemand Erfahrungen hat und oder Quellen zur Pflege des Leders das die Wasserressistend stark verbessert.
 
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