Allgemeine Gesetze des Kapitalismus in der wirtschaftshistorischen Kontroverse?

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von JetLeechan, 13. April 2015.

  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Noch ein kleines OT =)

    Piketty hatte 2014 Stephen Hawkings "Eine kurze Geschichte der Zeit" in der Rangliste der am meisten ungelesen Bücher abgelöst.

    Dazu gibt es vom Mathematiker Ellenberg einen "Hawking-Index", gebildet als Kennzahl des Seitendurchschnittes der 5 am meisten markierten Stellen eines EBook-Readers, geteilt durch die Gesamtseitenzahl. Pikety: 2,4%.
    Demnach sei kaum jemand über Seite 24 hinaus gekommen.

    Quelle: Wall Street Journal 2014.
    https://www.wsj.com/articles/the-summers-most-unread-book-is-1404417569
    The summer's most unread book is ...
    The Books Everyone Starts and No One Finishes, According to Amazon

    Das bringt ironische Kommentare. So versichert Epstein vorab in seiner Besprechung im The Review of Social and Economic Issues 2016/1, er habe alles gelesen. Und verweist natürlich auf die Kolumne im WSJ.
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Von Plumpe liegt eine neue Beschreibung der Entwicklung des Kapitalismus vor. Eine sehr differenzierte Sicht auf seine historischen Leistungen und auf seine Defizite.

    Interessant bereits das Interview

    https://www.t-online.de/nachrichten...ismus-ist-alles-andere-als-ein-raubtier-.html

    Plumpe, Werner (2017): Das kalte Herz. Geschichte und Zukunft des Kapitalismus. Originalausgabe. Berlin: Rowohlt Berlin.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    :):):):)
    Haben viele. Und das ist auch gut so, weil es zeigt, dass Lernfähigkeit positiv ist und nur so eine Wissensbasis entstehen kann, die den widersprüchlichen Problemen gerecht werden kann. Wir brauchen mehr von Plumpe und Co.:) Und es bleiben mehr als genug Problemfelder übrig bzw. es kommen neue hinzu, für die die alten Antworten kaum tragfähig sein werden.
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    ein Trend nicht nur für die Wirtschaftswissenschaften:

    Ideengeschichte der VWL: Ökonomik im Stresstest

    Als geradezu klassisches Beispiel lässt sich das 2017 veröffentlichte Buch der amerikanischen Historikerin Nancy MacLean „Democracy in Chains“ nennen. Sie rückt das Denken des liberalen Ökonomen und Nobelpreisträgers James M. Buchanan (1919–2013) ins Zentrum einer finsteren Verschwörungserzählung, die den Aufstieg der radikalen Rechten in Amerika erklären soll.

    Das Buch ist ein typisches Produkt eines aktuellen Trends in der Geschichtswissenschaft: Die sorgsame, ergebnisoffene, differenzierte Forschung, an deren Ende womöglich, weil die Dinge komplex sind, kein klares Werturteil stehen kann, wird von der prägnanten ideologischen Erzählung verdrängt, die sich auch einem breiten Laienpublikum verkaufen lässt. Wer so an Theorie herangeht, presst auch sie ins Korsett der Ideologie und droht sie für das weitere Nachdenken unbrauchbar zu machen.

    Der Ökonom Buchanan, einer der Mitbegründer der Theorie des „Public Choice“, also der öffentlicher Wahlhandlungen, hatte ein wissenschaftliches Lebensthema, mit dem er sein Fach wieder in dessen sozialphilosophischen Bezugsrahmen integrierte: die Suche nach geeigneten Regeln für eine allgemein zustimmungsfähige politische Ordnung, die alle Bürger vor Fremdbestimmung und Diskriminierung bewahrt.
     
  8. Clemens64

    Clemens64 Aktives Mitglied

    Vielleicht noch mal zurück zu Piketty: Es ist ziemlich klar, dass seine Bedeutung in der empirischen Arbeit liegt, nicht in seinen theoretischen Überlegungen oder den Prognosen. Für fortgeschrittene Volkswirtschaften gibt es alle drei Monate recht detaillierte Daten zur gesamtwirtschaftlichen Lage, aber zur personellen Einkommensverteilung gibt es auch auf Jahresbasis keine oder kaum offizielle Statistiken. Natürlich ist es dann auch schwieriger, auf dem Gebiet seriös zu forschen.
     

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