Anwerbeliste aus Frankfurt

HeinrichV

Neues Mitglied
Hallo zusammen, sind jemand namentliche Listen von Angeworbenen zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bekannt? Bisher konnte ich da leider nichts finden. Danke und Gruß David
 
Die Reichsstadt Frankfurt hat keine Truppen für den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gestellt. Hessen-Kassel, Hessen-Hanau, Braunschweig-Wolffenbüttel, Ansbach-Bayreuth, Waldeck und Pyrmont, Braunschweig-Lüneburg sowie Anhalt-Zerbst haben Truppen an die Briten verpachtet. Dort griff man aber zunächst auf stehende Heere zurück, bevor es dann auch zu Anwerbungen kam. Auf französischer Seite und damit für die Amerikaner wurden Truppen aus Pfalz-Zweibrücken angeworben. Diese Truppen wurden von Frankreich wie eine frühe Fremdenlegion geführt.
Bei wiki findest du eine Übersicht zu den einzelnen deutschen Regimentern. Vielleicht lässt sich darüber auch die eine oder andere namentliche Liste recherchieren:
 
Die Reichsstadt Frankfurt hat keine Truppen für den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gestellt. Hessen-Kassel, Hessen-Hanau, Braunschweig-Wolffenbüttel, Ansbach-Bayreuth, Waldeck und Pyrmont, Braunschweig-Lüneburg sowie Anhalt-Zerbst haben Truppen an die Briten verpachtet. Dort griff man aber zunächst auf stehende Heere zurück, bevor es dann auch zu Anwerbungen kam. Auf französischer Seite und damit für die Amerikaner wurden Truppen aus Pfalz-Zweibrücken angeworben. Diese Truppen wurden von Frankreich wie eine frühe Fremdenlegion geführt.
Bei wiki findest du eine Übersicht zu den einzelnen deutschen Regimentern. Vielleicht lässt sich darüber auch die eine oder andere namentliche Liste recherchieren:
 
Ich meinte auch nicht die Frankfurter, sondern "Ausländer" beispielsweise aus Mannheim. Frankfurt war sehr wohl Anwerbestadt!
 
Die Reichsstadt Frankfurt hat keine Truppen für den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gestellt. Hessen-Kassel, Hessen-Hanau, Braunschweig-Wolffenbüttel, Ansbach-Bayreuth, Waldeck und Pyrmont, Braunschweig-Lüneburg sowie Anhalt-Zerbst haben Truppen an die Briten verpachtet. Dort griff man aber zunächst auf stehende Heere zurück, bevor es dann auch zu Anwerbungen kam. Auf französischer Seite und damit für die Amerikaner wurden Truppen aus Pfalz-Zweibrücken angeworben. Diese Truppen wurden von Frankreich wie eine frühe Fremdenlegion geführt.
Bei wiki findest du eine Übersicht zu den einzelnen deutschen Regimentern. Vielleicht lässt sich darüber auch die eine oder andere namentliche Liste recherchieren:

Die Freie Reichsstadt Frankfurt hat keine eigenen Truppen für den Kriegsschauplatz in Nordamerika gestellt. Frankfurt und andere Messestädte waren aber sehr beliebte Rekrutierungs-Gebiete nicht nur von hessischen Werbern. In Städten wie Frankfurt oder Hamburg hatten Werber fast aller europäischen Armeen ihre Werbelokale. Die Freien Reichsstädte, Messestädte oder auch die geistlichen Territorien wurden besonders von Werbern bevorzugt.

Frankfurt und Thüringen waren die bevorzugten Rekrutierungsgebiete der hessischen Werber. Nachdem die stehenden Regimenter vermietet waren, konnte die Landgrafschaft kaum noch all die Reserven aufbringen, und man wollte auch nicht der heimischen Wirtschaft die Arbeitskräfte entziehen.

Frankfurt lag geographisch sehr günstig. Es war nicht weit bis auf hessisches Territorium, die beiden großen Heerstraßen, die "Lange Hessen" und die Rheinische Straße verliefen ganz in der Nähe, und mit der Rat der Stadt Frankfurt ließ sich anscheinend gut zusammenarbeiten.

Die hessischen Werber haben deshalb seit 1777 vorzugsweise im Ausland geworben. Die bedeutendsten Rekrutierungs-Gebiete der hessischen Werber war die Freie Reichsstadt Frankfurt und die Fürstentümer in Thüringen. Von Frankfurt war es nicht weit bis Hessen-Kassel oder Hessen-Hanau, die Verkehrslage war günstig. In Thüringen hatte Hessen eine Enklave: Schmalkalden gehörte zur Landgrafschaft.

Johann Gottfried Seume hatten die Werber im thüringischen Vacha geschnappt. Dass Seume mit Gewalt rekrutiert wurde, dass man sein Studienbuch zerriss- das halte ich für durchaus glaubhaft, und mit zunehmender Kriegsdauer wuchs die Bereitschaft der Werber, sich über Gesetze hinwegzusetzen.

Seume berichtete, dass in der Festung Ziegenhain die seit 1777 als Rekrutendepot diente, das soziale Profil seiner Mitbewohner überaus heterogen war. Zu seinen Mitbewohnern gehörte ein kassierter preußischer Major, ein Amtmann aus Meiningen und ein ehemaliger Mönch aus Würzburg.
 
Die kenne ich. Sind nur leider sehr unvollständig!
Ich glaube, es ist schwer heute etwas vollständiges zu finden. Ich habe mich selber mal mit Anwerbung durch Spanien für Truppen in den Kolonien in Deutschland beschäftigt. Es gibt immer wieder Erwähnungen, die darauf hindeuten, dass ein Ort/eine Stadt Werbeplatz geworden ist. Das Prozedere ist ja immer das Gleiche: der Werbeoffizier muss sich offiziell bei der Regierung des Staates melden in dem er werben will. Trotz genereller und immer wieder wiederholter Verbote von Seiten des Kaisers gegen ausländische Werbungen, wurden in den Reichsstädten (ich kenne das aus Schwäbisch Hall und Offenburg näher) die Werbungen immer erlaubt.

Mobilität im 18. Jh. (Teil 4) Unter fremden Flaggen – mobility during the 18th century (part 4) under foreign flags

Eigentlich mussten sich die Untertanen bei jedem Furz melden, wenn sie abwandern wollten oder auch nur als Handwerker auf Wanderschaft gingen. Wenn ein Bauer, Bürger oder Schutzverwandter auswanderte, musste er ja die von ihm beim "Auswandern" mitgeführten Dinge versteuern. Eventuell verkaufte er in seiner Heimat befindliche Liegenschaften wie eine Wiese oder dergleichen und musste "Handlöhne" entrichten.

Dennoch ist es für mich auffällig gewesen, dass sich kaum Rekrutierungen in den Protokollen der Obrigkeit finden lassen. Andersrum finden sich dann in Akten Erwähnungen von Heimkehrern, die aus Kriegsdiensten zurück kamen - z.B. als preußischer Unteroffizier, der dann in der Heimatstadt gleich eine Offiziersstelle angeboten bekommt. Vielleicht ist also doch mehr unter der Hand gelaufen, als man denkt. Obendrein habe ich auch oft selbst noch in Quellen aus den 1770ern gefunden, dass Namen falsch geschrieben wurden - manchmal komplett neue Vornamen erfunden/missverstanden/verwechselt wurden.

Aber ein tolles Projekt. Keine Frage. :)
 
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