Assassini - Legende, Mythos oder Tatsache?

Dieses Thema im Forum "Das Papsttum" wurde erstellt von Judas, 19. Juli 2004.

  1. Judas

    Judas Neues Mitglied

    hmmmm
    die bücher kann man stundenlang lesen, auch ziemlich viele interessante sachen finden... aber ob das drin is, was ich such, wiss ich erst ganz am schluss :)

    wäre doch viel schöner, wenn es jemand einfach wüsste und mir wenigstens sagen könnte: "nein die kirche hat nie in organisierter art und weise attentäter eingesetzt"
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Kann ich dir so nicht bestätigen.
    "Gaunereien" bei Mutter Kirche gab es sicher zu hauf; da aber kommt es auf die Details an und da müsstest du präziser werden.
     
  3. Google mal nach den Borgia Päpsten und dazu dem Begriff Giftmischerin/Gifte, das geht wohl in die Richtung die du dir vorstellst. Ansonsten gab es keine Truppe von Attentätern, die nur solches gemacht hätten, man heuerte halt von Fall zu Fall immer wieder einen an, einen normalen Söldner/Räuber/Verbrecher oder man beauftragte einen der Fanatiker von der Schweizer Garde in zivil und mit Pistole loszuziehen. Attentate im Auftrag der Kirche gab es einige, aber es gab nie eine spezielle Truppe dafür.
     
  4. askan

    askan Neues Mitglied

    Da Rom in Italien liegt, hätte ich auf die ehrenwerten,
    , sowie verschwiegenen, "Geschäftsleute" aus dem Süden getippt.

    Ich hoffe, ich offenbare jetzt keine Klischees.
     
  5. Judas

    Judas Neues Mitglied

    die ollen borgias :p

    nene, mal ernsthaft. ich weiss, das gerade zur zeit der borgias giftmorde sehr belibt waren, was aber nicht ganz das deckt, was ich gern wissen wollte :D

    danke, da kann man mal sehen, wie einfach das is :D
     
  6. Bärbel

    Bärbel Gast

    Aus dem Buch Geheime Gesellschaften, Verbindungen und Orden:

    Dem praktischen Sinne Hassans war es längst klar geworden,dass zur Durchführung seines gr0ßen Unternehmens der Ismaelitenbund einer durchgreifenden Reform bedürfe, dass insbesondere noch eine Ordensklasse geschaffen werden müsse, deren Angehörige, zu den eigentlichen Geheimnissen nie zugelassen, nichts als blinde und fanatische Werkzeuge in der Hand der oberen währen.
    Neben die Laienbrüder, die Genossen des ersten Grades und die eigentlichen Unterthanen des Ordens, die lediglich zu einer strengen erfüllung aller Gebote Mohameds angehalten waren, traten nunmehr die Mitglieder des zweiten Grades. Sie hiessen Fedawi, d.h. die sich Opfernden, ein Name, der ihre Hingebung für die heilige Sache bezeichnete.

    ..... So weihten sich die betörten Jünglinge zu blinden Werkzeugen des Mordes und suchten begierig jede Gelegenheit auf, das irdische Leben zu opfern, um des ewigen und seiner himmlischen Freuden teilhaftig zu werden.
    Sie waren seine Leibwachen, die blinden Vollstrecker seiner Mordbefehle.

    ..... Wohl niemals ist eine Ordenslehre zur Erreichung eines verbrecherischen Zieles so folgerichtig durchdacht und so beharrlich angewendet worden, wie in diesem religions-politischen Bunde.

    ..... Der Emir Ridhwan von Aleppo, begünstigte die Einwanderung der Assassinen in Syrien, um sich ihrer zur Verteidigung und Erweiterung seiner Herrschaft zu bedienen. Und in der Tat entfaltete nun der Mörderorden hier eine furchtbare Tätigkeit.

    ....Eines der zahlreichen christlichen Opfer aus dieser Zeit, Markgraf Konrad von Montferrat, der 1192 in einer engen Gasse von Tyrus unter den Dolchen zweier Assassinen fiel.
     
  7. Judas

    Judas Neues Mitglied

    bärbel, ich frage ungern... du hast den thread scheinbar nicht durchgelesen...

    die nordiraner kenne ich, die haben aber mit einem von der katholischen kirche gesteuerten organ soviel zu tun wie der papst mit der aktiven prostitution :D
     
  8. askan

    askan Neues Mitglied

    tja, es ist schwierig, wenn zwei Kulturkreise denselben Begriff verwenden.
     
  9. Judas

    Judas Neues Mitglied

    ahhhhhhhhhh :rolleyes:

    schrieb ich nich bereits, dass ich das nicht an dem namen festmachen will??
     
  10. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Hallo Judas,

    was die Wahrheitsfindung noch schwerer macht, ist die Tatsache, dass keine zeitliche Eingrenzung vorhanden ist. Entweder ich hab es jetzt in dem Thread wirklich überlesen, oder stand da wirklich nichts? :kratz:

    Wenn man die ganze Story einer Epoche zuordnen könnte, könnte man gezielter suchen. ;)

    ...und solche Sachen verbitte ich mir!!! :rofl: ;)

    Liebe Grüße
     
  11. Judas

    Judas Neues Mitglied

    hrhr, hab gewusst, das da noch was nachkommt :p

    naja, zeitlich eingrenzen will ich das eigentlich nicht, da es mich ganz pauschal interessiert, d.h. ich will mich da nich auf ne bestimmte epoche festnageln :D
     
  12. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Hallo Judas,

    eine zeitliche Eingrenzung wäre aber schon nützlich. Sonst weiß man garnicht, in welchem Themenbereich man nachschlagen soll.

    Der von dir genannte Roman muss doch in irgendeiner Epoche spielen...

    Liebe Grüße
     
  13. Judas

    Judas Neues Mitglied

    jopp, der roman spielt in der jetigen zeit und im 2. weltkrieg (rückblenden)

    allerdings, wenn ich mich recht erinnere, ist von einem konkordat assassini die rede, dass irgendwo ausm jahr (nich sicher 1541) sein soll...

    allerdings bin ich ja davon überzeugt, dass das buch fiktion is :D
     
  14. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Die Eingangsfrage ist m. E. schon so undurchsichtig gestellt, dass kaum eine Antwort möglich ist. Ich wage dennoch einen Versuch und beginne mit einigen Begriffserklärungen, die schon Teile einer möglichen Antwort beinhalten.

    Das Konklave (von lat. cum clave) ist die Versammlung aller wahlberechtigten Kardinäle zur Papstwahl. Dies ist der ausschließliche Zweck eines Konklaves; weitere Vollmachten oder Rechte bestehen und bestanden kirchenrechtlich nicht. Mit der Wahl eines neuen Pontifex ist das Konklave beendet und es tritt erst nach dem Tod (oder therotisch dem Rücktritt) des Gewählten wieder zusammen. Insofern ist die Überlegung obsolet, ob das Konklave (auch Teile davon) Gruppen wie die beschriebenen "Assassinen" unterhält, beauftragt oder anleitet.

    Das Konsistorium ist die Vollversammlung aller Kardinäle; es tagt stets unter dem Vorsitz und der Leitung des Papstes. Dem Konsistorium kommen und kamen kirchenrechtlich keinerlei Entscheidungsbefugnisse zu; es ist allein ein Beratungsgremium für den Pontifex. Dieser beruft und entlässt das Konsistorium nach Belieben. Auch das Konsistorium kann also keinerlei Funktion in der gefragten Hinsicht übernehmen.

    Die Kurie ist die Verwaltung der Katholischen Kirche sowie des Kirchenstaates. Unterschiedliche Kongregationen (Verwaltungsbehörden, v.a. in theologischen Angelegenheiten) werden meist von sog. Kurienkardinälen geleitet, die im Auftrag des Papstes arbeiten und diesem verantwortlich sind. Die alleinige Entscheidungskompetenz innerhalb der Kurie steht dem amtierenden Pontifex zu.

    Sollte es also jemals in der Katholischen Kirche Gruppen wie die beschriebenen "Assassinen" gegeben haben, dann wohl nur mit Wissen und Billigung, wenn nicht gar auf Initiative der Päpste. Es ist dabei nicht zu vergessen, dass tatsächlich die Macht und der Einfluss einzelner Kardinäle oder Gruppen der Eminenzen nicht überschätzt werden darf, weil sich die Zusammensetzung des Kardinalskollegiums durch Berufung und Tod der Purpurträger ständig änderte.

    Natürlich hat es im Laufe der Kirchengeschichte viele unschöne Begebenheiten wie Auftragsmorde, Kriege, Intrigen und Verrat gegeben. Sicher ist auch, dass sich die Päpste der Unterstützung von Söldnerheeren bedienten.
    Innerkirchlich waren ihre Truppen häufig die Orden, als Beispiele seien die Dominikaner (v.a. Inquisition u. Ablasshandel), die Jesuiten (v.a. Gegenreformation) und aus heutiger Zeit das Opus Dei genannt.

    Nicht gegeben hat es aber solche "Geheimdienste der Kirche mit der Lizenz zum Töten" wie die beschriebenen "Assassinen". Sie sind zumindest als eine den Kardinälen untergeordnete Gruppierung aufgrund der zentralistischen Struktur der Kirche nicht denkbar. Darüber hinaus erscheinen sie mit Blick auf die Kirchengeschichte auch nicht notwendig: Die Drecksarbeit haben häufig genug staatliche Organe für die Kirche erledigt.
     
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  15. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Der Assassine ist aber trotzdem ein gerne zitierter krichlicher Auftragsmörder der Belletristik, wie mir scheint, vgl. auch Brown, Illuminati. Allerdings kriegt Brown die Kurve hin, dass er einen iranischen Assassinen verwendet :D.
     
  16. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Stimmt... :yes: Und das Buch "Illuminati" war auch ungleich besser als "Assassini"...
     
  17. Judas

    Judas Neues Mitglied

    womit wir wieder bei der literaturdiskussion wären, die ich ja gerade nicht wollte :D

    aber egal...
    illuminati hat mir ehrlich gesagt überhaupt nich gefallen, aber geschmack is geschmackssache oder wie man sagt :D

    ich danke kirlon für seine ausführliche schilderung der sachlage, wobei er auch noch meine frage beantwortet hat :D


    1. satz: zustimmung, ohne papst wäre das zwar möglich, aber sicherlich nich als offizielles organ
    das danach kann ich jetzt nicht unbedingt zustimmen, da es verschiedene blöcke in der kurie gibt, die sich nicht ändern (z.b. konservative, offene, etc...)
    deswegen glaube ich schon, dass einzelne gruppen oder wichtige vertreter der einzelnen interessengruppen eine gewisse macht erreichen konnten/können :D
     
  18. Mercy

    Mercy unvergessen

    Da könnte doch das passen:
    Paul III. Er saß von 1539 bis 1549 auf dem Stuhl Petri.
    Paul war schon mit 25 Jahren Kardinal geworden, angeblich, weil er seine Schwester Julia Farnese an Papst Alexander VI. verkuppelt hatte. Auch sonst soll er ein liederlicher Mensch gewesen sein, der seine eigene Mutter und eine Schwester vergiftet haben soll (Otto v. CORVIN, Pfaffenspiegel (1979), S. 200).

    Ein konkordat assassini freilich gab es nicht.
     
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  19. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Ich stimme dir vollkommen zu. Gerade die Gruppierungen der Kurienkardinäle sind als Machtfaktor nicht zu unterschätzen. Dennoch: Ihr Einfluss stößt da an seine Grenzen, wo der Papst sein Entscheidungsrecht wahrnimmt. Dies kann von Pontifex zu Pontifex sehr unterschiedlich sein, starke Päpste (z.B. Pius XII.) gaben ihren Kardinälen wenig Spielraum, schwache Päpste (z.B. Paul VI.) ließen sich bisweilen sogar von der Kurie bestimmen. Mit Blick auf Johannes Paul II. kann man das sogar für ein einziges (wenn auch ungewöhnlich langes!) Pontifikat beobachten: Die Einflussnahme des einstmals sehr durchsetzungsstarken Papstes geht immer mehr zurück; in dieses Machtvakuum drängt die Kurie, hier v.a. der Dekan des Kardinalskollegiums, J. Ratzinger.
     
  20. Judas

    Judas Neues Mitglied

    naja, genausogut kann man sehen, dass die anwesenheit eines schwachen papsts komplett von beratern/kardinälen gelenkt werden kann, als bespiel zephyrin nehmen, der komplett von calixtus und hyppolitus geleitet wurde, die sich ja dann auch um seine nachfolge gekloppt ham :D

    wobei ich dir zustimm, sonderlich lang war zephyrins amtsperiode ja auch nich :D
     
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