Aus unsren Betrieben ist noch viel mehr rauszuholen!

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von paul, 8. Dezember 2020.

Schlagworte:
  1. paul

    paul Neues Mitglied

    Hallo zusammen,
    im Rahmen einer Studienarbeit möchte ich den allseits bekannten Satz "Aus unseren Betrieben ist noch viel mehr rauszuholen!" verwenden. Habe zunächst Aussagen gefunden, dass dieser Satz von W. Ulbricht stammt. Nach weitere Recherche bin ich jedoch darauf gestoßen, dass dieser von Honecker vor dem X. Parteitag der SED stammt. Da es sich um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, müsste ich diesen Satz jedoch durch eine Quelle belegen. Im Bericht von Honecker vor dem Parteitag habe ich das bisher leider nicht gefunden. Vllt. hat hier jemand eine Idee, woher das Zitat stammt und wie man es beweisen könnte.
    Vielen Dank im Voraus!
     
  2. hatl

    hatl Premiummitglied

    Kann es sein, dass Du Deinen Beitrag besser da platziert hättest?
    Womit beschäftigt sich die "wissenschaftliche Arbeit"?
    Gibt es schon ein Inhaltsverzeichnis?
    Oder etwas Anderes was über "eine Idee, woher das Zitat stammt und wie man es beweisen könnte" hinausgeht?
     
  3. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    - Das Zitat wird wahlweise verschiedenen Persönlichkeiten zugeschrieben.
    - Es existieren keine genauen Quellenbelege.
    - Wo es vermeintliche Quellenbelege gibt, laufen diese ins Leere.

    Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass es sich hier um ein Falschzitat bzw. um einen Witz handelt. In diesem Fall wird sich der wahre Urheber nie ermitteln lassen.
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Nicht dieser Satz ist primär bedeutsam, sondern die damit verbundene Zielsetzung und die Art, es operativ umzusetzen. Zumal Honecker dazu 10 Punkte formulierte. Und diese sind relevant. Es ging um die "Strategie der Intensivierung" (vgl. Kopstein oder Steiner)

    http://library.fes.de/FDGB-Lexikon/texte/sachteil/i/Intensivierung.html

    Kopstein, Jeffrey (2009): The Politics of Economic Decline in East Germany, 1945-1989. Chapel Hill: The University of North Carolina Press.
    Steiner, André (2007): Von Plan zu Plan. Eine Wirtschaftsgeschichte der DDR, 1. Aufl. Berlin: Aufbau-Verl.-Gruppe
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Dezember 2020
  5. Rudibee

    Rudibee Neues Mitglied

    Ich würde mal die "Neues Deutschland" zwischen 10. und 17. April 1981 durchgehen, da wurde ausgiebig über den X. Parteitag berichtet. Ein Thema dieses Parteitags war eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 5% bis 1985. Das Zitat passt also gut dort rein.
     
  6. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    X. Parteitag der SED vom 11. -16.April 1981.

    Fand ja im abgerissenen „Palast der Republik“ statt. Das 1mal im Palast war wohl der IX. Parteitag 18.-22.05.1976.

    Habe mir im Bundesarchiv >BArch< (Büro Erich Honecker, Abschnitt 1.1.) den Bericht des ZK der SED, Erich Honecker von damals durchgelesen (212 Seiten weist das Bundesarchiv aus).

    Das fragliche Zitat habe ich da nicht gefunden.
    Ich glaube auch diesen Satz „aus unseren volkseigenen Betrieben...“ hat er nie so gesagt.
    So ein Satz hätte mit Sicherheit schon damals 1981 die Runde gemacht. Daran kann ich mich auch nicht erinnern.

    Vorstellen kann ich mir aber das man so einen Satz aus seinen Ausführung von damals gemacht hat.

    Im Netz findet man diesen Satz oft. Aber nirgendwo den Hinweis in welchen Abschnitt des Berichtes dieser Satz gesagt wurde.

    Allgemein X. Parteitag ja, aber wo in welchem Abschnitt des Berichtes er gesagt wurde finde ich nichts.

    Wäre interessant/wissenswert wenn da jemand genaueres hätte.
     
    Sepiola gefällt das.
  7. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Zu diesem Satz fallen mir auch viele Witze ein.
    Meine Favoriten waren in Honi’szeiten der Witz mit der Trillerpfeife und der Witz mit dem Arbeiter der jeden Tag das Werktor passierte mit einer Schubkarre und der Pförner lachte.

    Also wenn mir jemand den Abschnitt im Bericht des ZK der SED zum X. nennt, will ich gerne glauben dass er dies gesagt hat. Ich meine nach wie vor, dieser Satz stammt vom Volksmund.

    Aber fürs „Schoten“ reisen war mehr sein Vorgänger bekannt.
    Hörte sich in seinem unverkennbaren sächsisch-leipziger Dialekt immer süffig oder goldig an.

    W.U. bot immer mal Diskussionsstoff.
    Ich erinnere mich da z.B.:

    · Da war die Butter so um 1960/1961 knapp, also war Butter laut Walter schädlich wegen Cholesterin.

    · Dann sein Spruch 1957: „Westen überholen ohne einholen “. Der Volksmund darauf, ja das stimmt, in der Hocke sind wir ja schon.

    · Dann seine Ausführungen zum PKW Boom in der BRD. Sinngemäß -> Die sollen in ihrer Blechlawine ersticken. Stammt aus Ende der 50iger. Noch heute klingen mir die Worte des GEWI-Lehrers da im Ohr.

    · Dann seine Ausführungen zur westlichen Musik. Sein „Yeah, yeah, yeah“ ging um die ganze Welt.

    · Mit dem Rock 'n' Roll hatte er wohl auch arge Probleme. Er sah in diesen „Schaukel und wälzen“ sogar Gefahr für den Weltfrieden. Als die Fans bei der Musik von Bill Haley einige Hallen incl. auch in WB zerlegten, scheppert er von „Transatlantischen Veitstänzer“.

    · Dann natürlich auch 1961 seine Lüge zum Mauerbau.

    Bei Honecker erinnere ich mich eigentlich nur an „Ochs und Esel“. Fälschlicherweise August Bebel zu gesprochen, soll aber von einem Reichstagsabgeordneten der SPD in der Bismarckzeit stammen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Februar 2021
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ja, das ist typisch für Pseudozitate.

    Hier noch den Link dazu:
    METS
    (Hab mir jetzt aber nicht die Mühe gemacht, das alles durchzulesen...)
     
    Ralf.M gefällt das.
  9. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Ja genau dies habe ich mir nochmals zu Gemüte geführt. Das hat 212 Seiten, aber den besagten Satz habe ich nicht gefunden.
    War erstaunt dies im Bundesarchiv zu finden. Meine Broschüre habe ich nicht mehr gefunden.

    Vorsichtig im Umgang mit Zitaten, die ich im Netz finde, bin ich aber schon seit Längeren.
    Oft ist da die Quellenlage sehr oberflächlich. Man sieht gerade bei Zitaten wie einer vom anderen abschreibt ohne es zu überprüfen.
     
  10. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    flavius-sterius, Ralf.M und Lukullus gefällt das.

Diese Seite empfehlen