Ausländer an der Preußischen Hauptkadettenanstalt und im Deutschen Heer

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Naresuan, 1. August 2020.

  1. Naresuan

    Naresuan Neues Mitglied

    Phraya Phahon Phonphayuhasena 2. Premierminister Thailands (1933-1938) soll von 1903-1912 an der Preußischen Hauptkadettenanstalt ausgebildet worden und u.a. auch Klassenkamerad Hermann Görings gewesen sein. Nach dem Abschluss sei er in das 4. Artillerie-Infanterieregiment der preußischen Armee eingetreten.

    Phraya Songsuradet einer der vier militärischen Führer des Staatsstreichs in Siam 1932 genoss eine Ausbildung in Deutschland und soll Leutnant im deutschen Heer gewesen sein.

    Prinz Mahidol Adulyadej, Vater des späteren Königs von Thailand Bhumipol, soll 1912 in die deutsche Kaiserliche Marine als Seekadett eingetreten sein, auf dem Schulschiff SMS Victoria Louise gedient und anschließend die Marineschule Mürwik in Flensburg besucht haben, wo er u. a. einen Wettbewerb zur Konstruktion eines Unterseebootes gewann und das Offizierspatents als Leutnant zur See der Kaiserlichen Marine erhielt.

    Mich erstaunt schon der Umstand, dass ausländische Kadetten an der Militärakademie zugelassen wurden, besonders aber, dass sie dann auch noch im Deutschen Heer/Marine dienten oder wenigstens ein Offizierspatent erhielten.
    Kennt jemand andere prominente Beispiel von ausländischen Kadetten/Offizieren oder war das ein spezifisch siamesisch-deutscher Vorgang oder gar ein Abkommen?
    Wenn ich die Liste bekannter Kadetten der Preußischen Hauptkadettenanstalt Lichterfelde
    anschaue, finde ich auf Anhieb keine.

    Interessant auch unter dem Aspekt, dass das Königreich Siam 1917 auf Seiten der Entente in den Krieg eingetreten ist und als Siegermacht sogar das damalige Neustadt an der Haardt und heutige Neustadt an der Weinstraße besetzen durfte.
    (Das übrigens auch interessant im Zusammenhang mit der spanischen Grippe und der scheinbaren Immunität der siamesischen Soldaten)

    Ich hätte zu dem Thema noch viele Fragen, wie z.B. über die Art der politischen Ausbildung an der Hauptkadettenschule und deren Einfluss auf die "Siamesische Revolution" 1932. Doch das diskutieren wir vielleicht besser in der Rubrik Asien.
     
  2. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Der alte Moltke z.B. genoss seine militärische Ausbildung in Dänemark.
    Helmuth von Moltke (Generalfeldmarschall) – Wikipedia

    Sowas gab es durchaus hin und wieder.

    Dann kommen für Deutschland und Osteuropa ja noch der Umstand hinzu hinzu, dass der Nationalstaat als solcher eine (so vorhanden) eine eher neue Einrichtung war und noch zu einem guten Teil von den Strukturen der alten Imperien und Föderaten überlagert wurde, zumal ethnische Grenzen ja durchaus nicht mit den Geographischen übereinstimmten, so das der Begriff "Ausländer" in diesen Kontexten ohnehin eine schwammige und sehr dehnbare Angelegenheit ist, im besonderen, wenn es um Loyalitätsfragen geht.

    Im Deutschen Reich und in der Donaumonarchie kommt dann noch das hohe Maß an Eigenständigkeit der einzelnen Landesteile hinzu.

    Nehmen wir Österreich-Ungarn.
    Wir sprechen zwar nach wie vor von der "Donaumonarchie" als wäre das ein einheitlicher Staat gewesen, de facto, waren das Kaisertum Österreich und das Königreich Ungarn als Rechtssubjekte von einander unabhängig existierende Staaten, die sich im Rahmen einer Realunion mit drei gemeinsamen Ministerien für Außen, Krieg und Finanzen das Staatsoberhaupt teilten.
    D.h. Eine einheitliche Österreichisch-Ungarische Staatsbürgerschaft, an der man die Zulassung zum gemeinsamen Heer hätte abhängig machen können, gab es überhaupt nicht.
    Von der Warte eines Staatsangehörigen einer der beiden "Reichshälften" aus betrachtet, bestand die halbe K.u.K.-Armee grundsätzlich aus Ausländern, nämlich entweder österreichischen oder ungarischen Staatsbürgern.

    Ungereimtheiten in solcher Hinsicht gab es anders herum auch im deutschen Kaiserreich, weil die bei der Reichseinigung 1871 ausgehandelten Reservatrechte der Königreiche Bayern, Würtemberg und Sachsen, diesen die Beibehaltung eigener Streitkräfte erlaubte, womit es bis zum ersten Weltkrieg, zumal in Friedenszeiten überhaupt kein einheitlich organisiertes "deutsches Heer" gab, sondern das "deutsche Heer" war eine nur in Kriegszeiten zusammentretende, aus den in Friedenszeiten eigenständigen Armeen Preußens, Sachsens, Bayerns und Würtembergs zusammengewürftelte Veranstaltung.

    Eine dezidiert geregelte "deutsche" Staatsangehörigkeit gab es im Kaiserreich auch überhaupt nicht, die Zugehörigkeit zum Reich erlangte man durch die Staatsangehörigkeit in einem der Einzelstaaten.
    (Deutsche Staatsangehörigkeit – Wikipedia schau mal unter dem Abschnitt "Rechtspolitische Geschichte der deutschen Staatsangehörigkeit rein)

    Durch diesen Umstand und denjenigen, dass die Preußische Armee auch in Friedenszeiten Verbände aus den kleineren Einzelstaaten integrierte, die wiederrum keine Reservatrechte im Stil Sachsens, Bayerns und Würtembergs besaßen und darüber hinaus auch zu klein waren um ernstzunhehmende eigene Streitkräfte aufstellen zu können, ergibt sich, dass in der Preußischen Armee seit 1871 laufend Kader dienten, die zwar Reichsangehörige in diesem Sinne, ihrer Staatsbürgerschaft nach aber Ausländer (Oldenburg, Mecklenburg-Schwerin/Strelit, sächsische Kleinstaaten, whatever) in Preußen waren.

    Insofern waren in diesem Zusammenhang Ausländer in den Streitkräften eines Staates, sofern es das Reich oder etwa die Donaumonarchie betrifft, keine Besonderheit, sondern durch die jeweilige Regelung oder auch Nichtregelung von Staatsbürgerschaft der jeweiligen Staatlichen Konstrukte, denen die Streitkräfte angehörten, nachgerade eine systemimmanente Notwendigkeit.

    Individuen aus anderen Erdteilen, die in keinem, wie auch immer gearteten, kolonialen Herrschaftsverhältnis zu dem jeweiligen europäischen Land standen, waren da sicher weniger gewöhnlich, allerdings, das Entsenden von Militär-Missionen/Beratern und die Ausbildung einzelner Offiziere zur Stärkung eigener außenpolitischer Partner oder um dort einen Fuß in die Türe zu bekommen, waren durchaus eine gerne geübte Praxis.

    Die vergleichsweise enge Anlehnung Thailands/Siams, an das Kaiserreich und später auch NS-Deutschland wiederrum, war Produkt der kolonialen Expansion Großbritanniens und Frankreichs, die sich in den 1880er Jahren über jeweilige Einflussphären auf der indo-chinesischen Halbinsel verständigten (Birmesische Territorien an GB, Tonkin und Annam an FR, später noch das heutige Laos und einige Grenzgebiete zu Siam), was für die Einkeilung Siams/Thailands zwischen den beiden kolonialen Blöcken führte und die Aufnahme von Beziehungen zu anderen größeren Mächten und Anlehnung an dieselben für Thailand/Siam sinnvoll erscheinen ließ.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. August 2020
  3. Naresuan

    Naresuan Neues Mitglied

    Über die geschickte Aussenpolitik Siams in dieser Zeit ist erstaunlicherweise viel bekannt. Nicht zuletzt durch die Briefe des Königs Chulalongkorn an seinen Sohn während seiner Europareise 1907.
    Darin wird auch über die offensichtliche Sorge Englands über die zunehmende Involvierung des Deutschen Reichs in Siam (Eisenbahnbau, Post, Telegrafie) berichtet. Der König scheint einen besonders guten Draht zu Kaiser Wilhelm und Staatssekretär Heinrich von Tschirschky gehabt zu haben.

    Andererseits finde ich relativ wenig zu den konkreten Absichten (Abkommen, Verträge, ausser den Handelsbeziehungen) des Deutschen Reichs bezüglich Siam, wenn es die denn überhaupt gab.
    Einen Hinweis könnte die Antwort auf die Frage geben, ob das Angebot zur Ausbildung an der Hauptkadettenschule für die junge Elite Siams besonderer Art war.
    Ich gehe nämlich nach wie vor davon aus, dass es eher selten war. Als Beispiel dafür dient mir eine Information, dass es 1905 einen Special Act of Congress benötigte, als die US Militärakademie West Point zum ersten Mal ausländische, davon 2 Kadetten aus China aufnehmen wollte.
    Das war eingebettet in die Aussenpolitik von Theodore Roosevelt gegenüber China.

    Moltke als Beispiel kann mich auch noch nicht ganz überzeugen. Er ging an die dänische Kadettenschule, weil sein Vater bereits hoher Offizier in der dänischen Armee war und gemäss Friedrich Philipp Victor von Moltke auch die dänische Staatsangehörigkeit besass. Ausserdem befinden wir uns da rund 100 Jahre früher (1811).

    Das Wort "Ausländer" war unglücklich gewählt. Ich ersetze es hiermit durch "Personen mit einer Staatsangehörigkeit ausserhalb des Deutschen Reichs und all seiner militärisch Verbündeten".
     
  4. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Das bewegt sich auch weit mehr auf der Ebene informeller Allianzen.

    Formale Abkommen, hätten die Interessenssphären Großbritanniens und Frankreichs in Südost-Asien direkt tangiert und konkreten außenpolitischen Konfliktstoff bedeutet.
    Insofern dürfte es für beide Seiten das sinnvollste gewesen sein es bei einer informellen Zusammenarbeit zu belassen, die Siam den Vorteil brachte dass sich Briten und Franzosen ihre Politik dort gut überlegen mussten um das Land nicht völlig in die deutsche Einflusszone zu treiben, andererseits ersparte dieser Modus der deutschen Seite konkrete Verpflichtungen zu übernehmen und weiteren kolonialen Konfliktstoff zu schaffen, bei weiterhin existierenden Einflussmöglichkeiten und ökonomischen Vorteilen.

    Wie gesagt. Militärische Ausbildung von Kadern aus anderen Erdteilen, die in keinem direkten Abhängigkeitsverhältnis zum Land standen, dürfte eher selten gewesen sein.
    Militärmissionen bei denen eine europäische Macht Experten entsandten um anderen Staaten im Ausgleich für gewisse Abkommen, ökonomische Vorteile oder einfach um einen Fuß in die Tür zu bekommen, waren so selten ja nun nicht.

    Ich kann das nicht belegen, gehe aber davon aus, dass man hier insofern eine spezielle Ausnahme machte als dass man einerseits die Beziehungen zu Siam pflgen und vertiefen, andererseits aber keine Konflikte mit GB und Frankreich provozieren wollte, die man durch Anwesenheit militärischer Kontingente in Siam zu Ausbildungszwecken unweigerlich produziert hätte.
    Die Reaktionen der britischen Öffentlichkeit auf den deutschen Flottenbau ("naval-scare"), sind bekannt und preußische Militärs in Siam hätten ja nichts anderes bedeutet, als deutsche Truppen direkt an der Grenze zu Britisch-Indien, wenn man Birma im weiteren Sinne mal als Anhängsel dieses Territorialkomplexes sieht.
    Auch in Frankreich hätte das für Zündstoff gesorgt, schon deswegen, weil ökonomisch gesehen die Gebiete der "Union Indochinoise" und die informellen Einflusszonen Frankreichs in den chinesischen Südprovinzen Guoangdong und Guangxi, so wie der Konzessionen in Yunnan, das eigentliche Herzstück des französischen Empire bildete.

    Sich an das normale Prozedere der Entsendung einer Militärmission zu halten, wäre gegenüber beiden europäischen Großmächten nah an einer Kriegserklärung gewesen und ich vermute, dass man diesen Weg deswegen wählte.



    Ich denke, da müsste man das Pferd andersherum aufzäumen und sich, bevor man sich fragt ob die Aufnahme von Ausländern in der Armee eine Besonderheit darstellt oder nicht, erstmal mit den Konzepten von Staatsangehörigkeit und Nationalität, so wie deren Weiterentwicklung im Zeitablauf zu beschäftigen.

    Da gehört für mich dann auch ganz stark die Frage der Möglichkeit der Annahme einer anderen Staatsangehörigkeite und der damit verbundenen Hürden mit hinein.
    Denn ich denke, man könnte ohne weiteres argumentieren, dass, so lange die Hürden in dieser Hinsicht relativ niedrig waren, so dass sich eine Person, wenn sie in der Preußischen Armee dienen wollte, mehr oder minder mit ziemlich wenig Aufwand zum Preußen erklären lassen konnte (und gerade auch in Preußen mit seinem dezidiert multiethnischen Charakter entsprach das ja durchaus gewissen Grundstrukturen), die Armee im Grunde für jeden zugänglich war, völlig egal, woher er denn ursprünglich mal kam.

    Entsprechend müsste man sich, wenn man das diskutieren will, wie gesagt, mMn die Hürden für eine Einbürgerung nach Preußen einmal anschauen.
    Ohne das getan zu haben, würde ich zunächst mal davon ausgehen, dass die Hürden dafür erst mit der Etablierung und Stärkung sozialstaatlicher Einrichtungen sich deutlich erhöhten und eine Einbürgerung erschwerten. Bis dahin war der Staat für seine Staatsangehörigen kaum in der Pflicht und profitierte über über Steuereinnahmen und potentielle Wehrpflichtige, so wie Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, tendenziell einfach von einer möglichst großen Bevölkerung, so dass es mehr oder minder keinen Grund gab sich einer Einbürgerung in den Weg zu stellen.

    So lange eine Staatsbürgerschaft aber unabhängig von so ziemlich allen Faktoren, relativ problemfrei angenommen werden kann, inwiefern ist sie ein scharfes Trennkriterium?
    Die Einbringung irgendwelcher ethnisch-sprachlicher oder konfessioneller Kriterien dafür verbot sich im Bezug auf Preußen ja schon durch die Zusammensetzung des Staatsgebildes selbst.
     
  5. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Katsura Tarō, japanischer General und späterer Premierminister, hat von 1870-73 in Berlin "Strategie und Taktik" studiert. Wo genau er studiert hat, konnte ich nicht herausfinden. In deiner Absolventen-Liste taucht er jedenfalls nicht auf. Es dürfte aber in dieser Zeit nicht allzu viele Möglichkeiten in Berlin gegeben haben, diese Fächer zu studieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. August 2020 um 01:34 Uhr
  6. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Ich habe hier noch eine ganze Liste von japanischen Offizieren gefunden, die in Deutschland 1870-1914 ausgebildet wurden und wohl auch prägend für das japanische Militärwesen der Meiji-Zeit waren. Lichterfelde wird nicht explizit erwähnt. Vielleicht waren die japanischen Delegierten schon aus dem "Kadettenalter" heraus. Siam/Thailand scheint jedenfalls nicht das einzige Land gewesen zu sein, das militärischen Nachwuchs im Deutschen Kaiserreich ausbilden ließ.
     
  7. Naresuan

    Naresuan Neues Mitglied

    So sieht's aus. Die Liste ist für mich aber sehr wertvoll. Mindestens mit Japan wurde also bezüglich Militärausbildung ähnlich verfahren, wie mit Siam.
    In dem Beitrag finde ich eine Anmerkung "Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Abt. A.: Acten betreffend Militär- und Marine-Angelegenheiten. Japan 2". Wenn es so etwas ähnliches gäbe für Siam, könnte das weiterhelfen. Vielleicht finde ich über das Beispiel Japan Zugang zu den Überlegungen, die man sich im Kaiserreich machte.
    Erstaunlich finde ich das Ganze ja aus der sicherheitspolitischen Perspektive: gab es denn in dieser Zeit noch überhaupt keine Bedenken bezüglich Spionage und Veräusserung militärischer Geheimnisse?
    Ein gut kontrollierter Militärattaché ist das eine, doch ganze Rudel von fremden Offizieren in allen möglichen Militärschulen das andere.

    Das sehe ich zunehmend auch in der Richtung. Trotzdem müsste es seitens der zuständigen deutschen (preussischen) Behörden sicherheitspolitische Überlegungen gegeben haben, inwieweit man seine militärischen Schulen für gewisse Länder öffnen will und warum. Versprach man sich für die Zukunft damit einen gut ausgebildeten Verbündeten, wenn es denn einmal nötig würde, war es Überheblichkeit, Schlafwandlertum, wiegten die handelspolitischen Argumente schwerer?
    Wie so etwas ausgehen kann, zeigt das Beispiel des thailändischen Feldmarschalls Phibunsongkhram. Er studierte nach dem 1. Weltkrieg Artillerie-Taktik in Frankreich und griff eben dieses Frankreich 1940 im thailändisch-französischen Krieg an. Die ersten Tage der erfolgreichen Land-Offensive 1941 in Laos/Kambodscha waren vom präzisen Artillerie-Beschuss seitens Thailand geprägt.
    Ein sehr spannendes Thema. Ich glaube gerade am Beispiel Moltke da bereits erste Anzeichen von Abgrenzung zu sehen. Er musste sich bei Eintritt in die preussische Armee erneut einer gründlichen Prüfung unterziehen und sein dänisches Offizierspatent wurde nicht anerkannt. Übrigens berichtete er, gemäss seinen Briefen, seinem König ausführlich über die dänischen Streitkräfte. Aber, wie gesagt, dass war noch etwas früher (1835).
    Wie sah das aus, kurz vor dem 1. Weltkrieg? Gibt es allenfalls Beispiele dafür, dass einer Person der Zutritt zum Militär wegen seiner Staatsangehörigkeit verwehrt wurde?
     
  8. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Im Gebäude der ehemaligen Hauptkadettenanstalt befindet sich heute das Bundesarchiv. Vielleicht könntest du denen eine E-Mail schreiben zu deiner Frage mit siamesischen Kadetten. Öffentlichkeitsarbeit ist schließlich deren Aufgabe. Würde mich freuen, wenn du uns hier auf dem Laufenden hältst, falls du mehr herausfindest.
     
  9. Naresuan

    Naresuan Neues Mitglied

    Vielen Dank für den Tipp, aber zum Glück haben das andere vor mir schon getan.
    Im Buch "Preußen, Deutschland und China: Entwicklungslinien und Akteure (1842-1911)" fand ich Antwort zu all meinen Fragen. Zwar nicht spezifisch für Siam (aber darum geht es mir auch nicht) sondern am Beispiel China.
    Darin wird ausführlich und genau erklärt, wie die Auswahl, die Verwaltung und Ausbildung der chinesischen Studenten in Preussen vor sich ging.
    In der Quellenliste befindet sich auch ein Dokument aus dem Bundesarchiv, nämlich "Die Erlaubnis für Ausländer (!) zum Eintritt in preussische Zivil- und Militär- Erziehungs- und Lehranstalten für ihre weitere Ausbildung".
    Gute Eindrücke, wie und in welchem Zeitgeist das preussische Militär den Erfolg seiner Ausbildung einschätzte, fand ich in diesem Bericht: Japan und die preussische Armee
    Interessant, dass die Rückkehrer in China auf niedrige Posten versetzt wurden, um der bestehenden Führung nicht gefährlich zu werden, in Japan aber im 1. Weltkrieg die ausgebildeten Offiziere an der Spitze der japanischen Streitkräfte zu finden waren.
    Eine Liste weiterer Literatur zum Thema: Japan und Preussen
    Da hab ich noch was zu lesen!
     
    Ugh Valencia gefällt das.

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