Aussterben der Neandertaler

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von KnightMove, 5. Dezember 2006.

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  1. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Die Toba-Katatrophe war doch viel früher als das Aussterben der Neandertaler in Europa.

    Doch selbst wenn klimatische Veränderungen oä eine Rolle dabei gespielt haben, muss man mE dennoch von einer direkten Konkurrenz zwischen HS und HN ausgehen. Dann eben um die Gebiete bzw Ressourcenquellen, die noch am ehesten ein Überleben ermöglichten. Ich sehe einfach keinen anderen Grund, aus dem es die Neandertaler erwischt haben sollte. Die hatten mehrere Eiszeiten in Europa überstanden, evtl indem sie sich in genau solche Gebiete zurück zogen bzw nur dort überlebten, die besonders reichhaltig waren. Waren diese "plötzlich" von anderen besetzt, und nur noch weniger ergiebige vorhanden, erschließt sich mir das Geschehen; sonst eigentlich nicht.

    Dabei muss Konkurrenz nicht eine direkte Konfrontation bedeuten. Aber auch wenn sie bspw aus i-welchen Gründen "freiwillig" die Gebiete mieden oder verließen, in denen sich der HS niederließ, muss man mE von Konkurrenz sprechen, denn ohne HS hätten sie es gewiss nicht getan.
     
  2. Heine

    Heine Aktives Mitglied

    Bitte nicht vergessen, dass so wenige Individuen die Eiszeiten überlebt hatten, dass der Neandertaler genetisch verarmt war. Ich erinnere mich an eine genetische Untersuchung von Neandertaler-DNA, bei der eine nahe Verwandtschaft der Eltern festgestellt wurde.
     
  3. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Wenn das mit der Toba-Katastrophentheorie stimmt, gilt das gleiche für den HS. ;)

    Gibt es dazu nähere Informationen? Das einzige, was ich finden konnte, war ein Zeitunsartikel, in dem aber etwas von vor 55.000 Jahren stand. Das sind zig Jahrtausende, bis dann HS in Europa auftauchten, und die Neandertaler ihr Ende fanden. Auch sagt eine Verandschaft der Eltern wenig aus. Ehen zwischen Verwandten, bspw Cousin & Cousine, waren noch vor kurzer Zeit Normalität.

    Auch muss ich nochmal darauf hinweisen, dass die Neandertaler schon mehrere Kaltzeiten überstanden hatten. Sicher wird auch das Auswirkungen auf die jeweilige Populationsgröße gehabt haben, aber aussterben taten sie nunmal kurze Zeit, nachdem in Europa der HS auftauchte.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Nur klarstellend:
    Ich habe die Toba-Katastrophe weder mit dem HSN, noch mit einem Aussterben in Verbindung gebracht, sondern einzig mit dem bottleneck beim HSS.

    Die Bemerkung zum bottleneck wiederum bezog sich auf die vermutlich im Verlauf sehr kleinen Populationen 40-30 kya, die hierdurch auch populationsgenetisch bestätigt worden sind.
     
  5. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Komm ich grad nicht mit. Auch wenn die Population durch die Toba-Sache stark abnahm, 30-40.000 Jahre später kann das doch ganz anders ausgesehen haben. Ich sehe die Verbindung zu der Zahl (1.500 für ganz Europa) nicht, die Ravenik nannte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Oktober 2019
  6. Heine

    Heine Aktives Mitglied

    Ich denke schon, dass es etwas aussagt über zwei Aspekte. Einmal zur Auswahlmöglichkeit und zum anderen zur genetischen Variation in der Population. Es besteht ein Unterschied zwischen der ausgedünnten Neandertalerpopulation am Ende der Eiszeiten und einer Millionenpopulation im industrialisierten Europa mit ein paar Verwandtschaftsehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Oktober 2019
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    schwedenmann gefällt das.

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