Bürgertum im 18. Jahrhundert

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von barbara, 19. November 2004.

  1. barbara

    barbara Gast

    habt ihr irgendwelche dazupassende infos? aufstieg des bürgertums, rolle des bürgertums, autoren, die aus dieser schicht stammen, etc.

    ich wäre euch wirkl. dankbar!!

    lg, barbara
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Wäre deine Frage etwas präziser, wäre eine Antwort mit Sicherheit leichter, aber ich versuche es mal so.

    Ein Novum des 18. Jahrhundert, das sich v.a. in bürgerlichen Kreisen durchsetzte waren die sog. Salons. Die Salons wurden i.d.R. von Frauen geführt. Dort wurden v.a. Fragen der Zeit, Philosophie und Kunst diskutiert. Aus dieser Mode heraus entstanden neue Bedürfnisse: öffentliche Bibliotheken, Galerien und Akademien wurden gegründet; neue Berufsbilder wie "Kunsthändler" aber auch "Journalist" entstanden, Zeitungen und Verlage entstanden und Lese- und Debattiergesellschaften wurden gegründet. So wurde die öffentliche Meinung bald zu einem wichtigen Faktor, da sich Informationen mit Hilfe des neuen Mediums "Zeitung" schnell verbreiteten und so auch der Wille zum Mitdenken Verbreitung fand.
    Das Bürgertum entwickelte sich zum sog. Bildungsbürgertum, welches sich wirtschaftlich und gesellschaftlich immer mehr in den Vordergrund schob (vor die höfische Kultur) und wurde Wegbereiter für neue geistige Strömungen.

    Eine weitere Mode des 18. Jahrhunderts waren Bildungsreisen insbesondere die Grand Tour. Die meisten der Reisenden hielten ihre zwei bis dreijährige (!) Reise in Reisetagebüchern fest. Falls du mal nachlesen willst, empfehle ich Goethes Italienische Reise; auch die Baedecker Reiseführer gingen aus der Mode der Reisetagebücher hervor.

    Autoren aus der bürgerlichen Schicht sind natürlich Goethe und Schiller (das Adelsprädikat wurde ihnen erst später verliehen)

    Wenns noch mehr sein darf, dann frag einfach nochmal präziser nach.
     
  3. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Welches Bürgertum meinst Du ? Das deutsche, europäische ???? :rolleyes:

    Im 18. Jahrhundert haben wir den Beginn einer Revolution, das Bürgertum fängt an, sich gegen den Adel durchzusetzen...........


    Ein paar Anregungen .....

    http://www.teachsam.de/deutsch/d_ubausteine/litgesch_ub/aufkl/litge_auf_txt_1.htm
    http://www.gymnasium-meschede.de/projekte/romantik/epochenabgrenzung.htm

    http://drmartinhuber.de/seminare/einfuehrung.pdf

    Wenn Du z.B diese Seiten wirklich durchliest, tauchen für Deine Anfrage viele Antworten auf..viel Spaß........ :)
     
  4. barbara

    barbara Gast

    bürgertum

    also meine fragestellung war wirklich ungenau *g*. zerst einmal danke für die antworten, ein wenig konnte ich gebrauchen.

    mein thema lautet: bürgertum im 18.jahrhundert in frankreich.
    -wie sich dort das bürgertum entwickelte
    -autoren, die aus dem bürgertum stammen+der einfluss ihrer werke auf das volk

    ich finde einfach nichts.. auf der uni kein buch, wo irgendwas drinsteht.. bin ehrlich am verzweifeln!

    lg
     
  5. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Ein gewisses Fundament bietet sicherlich ein umfassendes Buch über die Französische Revolution. Da wird man wohl nicht daran vorbeikommen, das frz. Bürgertum des 18. Jhr. zu untersuchen und darzustellen. Beides bedingte sich ja auf bekannte Weise gegenseitig. Im Zweifel wirst du dort sicherlich fündig. :)

    andere Buchmöglichkeiten:

    The myth of the French bourgeoisie : an essay on the social imaginary, 1750 - 1850 / Sarah Maza

    Staat und Bürgertum im 18. und frühen 19. Jahrhundert : Studien zu Frankreich, Deutschland und Österreich ; Ingrid Mittenzwei zum 65. Geburtstag / Helmut Reinalter ... (Hrsg.)

    Zivilisation und Gesellschaft : bürgerliche Kultur in Frankreich / Clemens Albrecht
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2004
  6. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    zum Bürgertum :
    Nach dem verlustreichen Pariser Frieden 1763, der Frankreich nach dem siebenjährigen Krieg einen erheblichen Prestigeverlust in der Öffentlichkeit einbrachte, fing diese an mit zu diskutieren und zu räsonieren über die alltäglichen Fragen des Lebens und der Politik.
    Wichtige Werke der Aufklärung waren inzwischen auch über die Schicht gebildeter Leser hinaus verbreitet.
    Grob gesehen kann man sagen, daß durch alle Schichten der franz.Öffentlichkeit die Einigkeit
    wuchs,den alten Autoritäten aus Kirche und Regierung die alleinige und geheime Entscheidung über alle relevanten Themen nicht mehr zu überlassen. Vernunft sollte nun zum Maßstab werden, das aufkommende Bürgertum , siehe Beitrag Lili, wurde selbst-bewußt.

    Die Schriftsteller des franz. 18. Jahrh. sind die Stars de Aufklärung ; Montesqieu, Voltaire, Rousseau, D´Alembert,....etc....

    Mein Buchtip : Klaus Malettke : Frankreich, Deutschland+Europa im 17.+18. Jahrh.
    ( Marburger Studien zur Neueren Geschichte )
    Verlag : Hitzeroth,ISBN :3-89398-127-6

    Michel Vovelle : Ancien Regime, Aufklärung +Revolution, Band 7 im Oldenbourg-Verlag

    Eberh.Schmitt : Einführung in die Franz.Revolution , Becksche Elementarbücher
    :)
     
  7. jenny die große

    jenny die große Neues Mitglied

    hallöchen ...:winke:

    Ich habe da ein sehr großes Problem.:grübel:
    Ich brauche bitte Infos über das Bürgertum im 18 Jahrhundert. z.B über die enstehung des Bürgertums,die schichten , welche Arbeiten sie verrichtet haben,aufstreben zum adel und zu mehr macht und allgemein ein paar nette Infos die eine Arbeit verschönern.:rolleyes:

    Also haut in die Tasten und helft mit bitte...

    ciao:winke:

    eure Jenny :D
     
  8. KFdG

    KFdG Neues Mitglied

    Das Bürgertum entstand bereits im Mittelalter, Stadtbewohner die das Bürgerrecht der Stadt hatten waren Bürger. Sie hatten meist besondere Rechte und Pflichten, z.B. mussten sie im Notfall die Stadt verteidigen.

    Bürger waren vor allem Kaufleute und Bankiers, zwischen dem 14 und 18 Jahrhundert kamen dann auch Besitzer von Manufakturen, Ärzte und Anwälte hinzu. Der Klerus wäre vom Sozialen Status vergleichbar, auch sie gehörten zu den Honoratioren der Stadt, bildeten aber einen eigenen Stand.

    Der Adel hatte gegenüber dem Bürgertum eine kritische Einstellung, sie fürchteten um ihren Einfluss und ihre besondere Stellung.

    Das war natürlich nur ein kurzer Überblick, aber ich hoffe er hat ein bisschen geholfen...
     
  9. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Allgemeines zum 18. Jahrhundert findest du wie - fast - immer bei Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/18._Jahrhundert
    Falls du Zeit für etwas Literaturarbeit hast, findest du auf folgender Seite eine Reihe von m. E. brauchbaren Angaben:
    http://www.phil.uni-erlangen.de/~p1ges/zfhm/buergertum.html
    Kurze Übersichten über die Situation in Deutschland stehen hier:
    http://workpage.de/lessauf.php und
    http://www1.ku-eichstaett.de/GGF/Landgesch/asyl/scriptor/ges.htm#gesellgrafik und
    http://www.teachsam.de/deutsch/d_ubausteine/litgesch_ub/aufkl/litge_auf_txt_1.htm
    Über die Verhältnisse in Frankreich des. 18. Jh. bietet unser Forum Einiges:
    http://www.geschichtsforum.de/showthread.php?t=584
    Zur literarischen-dramenhaften Verarbeitung der Probleme des Bürgertums des 18.Jahrhunderts ("nette Infos" wie du sagst!) lies vielleicht
    http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/dramatik/trauerspiel.htm
    Zum Themenkomplex "Bürgertum und Literatur im 18. Jh." schau nach bei
    http://www.gymnasium-meschede.de/projekte/romantik/romantikrezeption.htm
    Nicht zuletzt empfehle ich dir die Lektüre von Jürgen Kuczynski: Geschichte des Alltags des deutschen Volkes, Bd. 2 : 1650 bis 1810, Köln (Pahl-Rugenstein) bzw. Berlin-DDR(Akademie Verl.) 1981

    Viel Erfolg.
     
  10. Suedwester

    Suedwester Gast

    Oder - allerdings das Bürgertum als nur ein Aspekt von vielen - Richard van Dülmen, Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit, München 1992, hier insbesondere Band 2: Dorf und Stadt; und da der Abschnitt "Die Welt des Bürgers" S. 61 ff.

    Bye
    Suedwster
     
  11. jenny die große

    jenny die große Neues Mitglied

    hallöchen...
    danke für euren netten antworten....

    jetzt klappt das mit der facharbeit bestimmt auch....

    eure jenny
     
  12. Gast

    Gast Gast

    französisches Bürgertum als Triebkraft im 18. Jahrhundert

    Hallo,

    ich muss bald eine schriftliche Ausarbeitung über das französische Bürgertum (im 18. Jahrhundert) als politische und wirtschaftliche Triebkraft bei meinem Geschichtslehrer abgeben. Leider habe ich bisher noch nicht viel darüber gefunden.
    Habt ihr irgendwelche Seiten, wo etwas über das Thema steht?
    Wäre echt nett, wenn ihr mir helfen könntet.

    Viele Grüße
     
  13. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Als politische Triebkraft würde ich die Rolle vor 1789 nicht überbewerten. Es mag zwar sein, dass gerade zur Zeit von Madame de Pompadour Leute aus ihrem bürgerlichen Umfeld, der Financiers in hohe Positionen kamen und auch mancher in die Ministerien bis weit nach oben aufstieg. Aber dennoch war die politische Macht beim König bzw. dem gegen ihn opponierenden Adel in den Parlamenten.
    Vom Hochadel und teilweise aus den Ministerien selbst wurde die antikönigliche Stimmung im Laufe der Regierung zusehends gesteuert.
     
  14. sahra18

    sahra18 Neues Mitglied

    bürgerleben in einer stadt des 18 jhd.

    hi
    hat jmd infos über das bürgerleben im 18 jhd. ?
    finde nichts passendes im internet.

    können gerne berichte sein über eine stadt zu der zeit oder was ihr so habt;)
    schon mal danke.
     
  15. AnDro

    AnDro Neues Mitglied

    Für das Paris des 18. Jahrhunderts würde ich etwas von Arlette Farge empfehlen. Ist recht unterhaltsam zu lesen. Ebenfalls interessant ist Lübecks Stadtmilitär im 17. und 18. Jahrhundert von Thomas Schwark. Die Truppe hatte polizeiliche Aufgaben wie Einreisekontrollen und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, wodurch man einen guten Einblick in das Leben einer Stadt des 18. Jahrhunderts bekommt. Auch Arlette Farge nutzt hauptsächlich Polizeiberichte der Zeit als Quellen. Ansonsten würde ich ebenfalls Huren, Henker, Hugenotten empfehlen (der englische Originaltitel ist deutlich besser gewählt: 1700: Scenes from London Life).
     
  16. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

  17. sahra18

    sahra18 Neues Mitglied

    danke danke, damit habt ihr mir schon mal sehr weiter geholfen!
     

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