Das Fehlen von Bögen, Gewölben und Kuppeln in der indischen Architektur

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Gegenkaiser, 16. Februar 2010.

  1. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Gibt es gute Zusammenfassungen der indischen Architektur, speziell der vorislamischen Epoche? Der Taj Mahal wird gerne als Glanz- und Höhepunkt der indischen Architektur erachtet. Dabei wird völlig übersehen, dass sein dominantes Strukturprinzip, der Kuppelbau, ein islamischer Import war, der dem Architekturverständnis des hinduistischen Indiens völlig fremd blieb.

    Ich frage mich, warum die hinduistische Sakralarchitektur so vehement am Kragsteingewölbe festhielt, wo der konstruktive und statische Vorteil von echten Bögen, Gewölben und Kuppeln zur Überwölbung großer Innenräume doch auf der Hand liegt. Sicher, religiöser Konservatismus ist gerade in der Architektur eine wirkmächtige Kraft (wer möchte schon in einer Kirche im Bauhausstil beten), aber das alleine kann nicht erklären, warum die vorislamischen Baumeister es unterlasssen haben, die Vorteile der Gewölbearchitektur wenigstens bei Ingenieurbauten (Brücken, Stadttore, etc.) zu nutzen.

    Konkret würde ich gerne wissen, wann und in welchen Bereichen die Inder erstmals von der Gewölbearchitektur im größeren Umfang Gebrauch gemacht haben. Needham spricht vage vom 4.-6. Jh. n. Chr., aber ich kenne keine konkreten Beispiele.
     
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