Ich erweitere ein wenig und führe die Ergebnisse der Archäobotanik an.
Diese "lichten" Waldteile gab es, jedoch nur kleinflächig in der Nähe bestehender germanischen Siedlungen.
Alles andere war "Urwald".
Buchenbestand, dazwischen die gefallenen und verrottenen Stämme der vorhergehenden Jahrzehnte, sowie Buschwerk und Bodengewächse.
Nicht meine Erfindung - Ergebnis der Archäobotanik.
Verzeihung, so einfach kann man es sich nicht machen.
Wenn dir eine archäobotanische Studie bekannt wäre, die das Gebiet um Kalrkise großflächig, sagen wir im Umkreis von 25-50 Km untersucht hätte und einwandfrei festgestellt haben würde, dasses dort nur dichte, mit Unterholz angefüllte Wälder ohne Lichtungen gegeben habe, benenne sie und führe sie konkret als Argument an.
Wenn es die allerdings nicht gibt und du einfach Ergebnisse aus irgendwelchen anderen Gebieten einfach mal darauf zu übertragen versucht, hat das absolut null Aussagekraft.
Ich gehe nicht davon aus, das Varus im Wald ein Lager aufschlägt.
Und kannst du das konkret begründen, außer damit, dass es nicht in die von dir favorisierte Erzählung passt?
Legionäre die keine effektiven Formationen einnehmen können.
Das ist die Falle, das ist der Hinterhalt.
Eine Effektive Formation, ist bereits ein einfacher Schildwall.
Den würden die römischen Truppen wohl selbst in einer Engstelle hinbekommen haben.
Am Abend dieses Tages ist es dann vorbei!
Was diese Einschätzung angeht, wäre auf etwas hinzuweisen, was
@El Quijote an anderer Stelle bereits einmal angesprochen hatte:
Sachlachtfeld und Umweltbedingungen waren für beide Seiten gleich.
Soll bedeuten: An einer Engstelle, die die römischen Möglichkeiten einschränkte, war es gzwungenermaßen auch für die Germanen eng, wenn sie in den Nahkampf mussten.
Und das spricht in meinen Augen ungeheuer gegen die Vorstellung, dass es so ohne weiteres möglich gewesen wäre irgendwas zwischen 10.000 und 20.000 Römer an einem Tag mal eben (und das ganze noch unter erträglichen eigenen Verlusten) zu töten.
Es ist, was die Zahlen angeht, das Beispiel Cannae für höhere Zahlen angeführt worden, aber bei Cannae wurden die Römer auf überschaubarem Raum völlig eingekreist und von allen Seiten niedergemacht.
Die Streuung der römischen Funde bei Kalkrise, auf eine Strecke von über 10 Km legt hier allerdings einen anderen Verlauf nahe.
Wenn an einer, zwangsläfig für beide Seiten, was den Nahkampf betrifft schewer zugänglichen Engstelle gekämpft wurde, sind eigentlich nummerisch niedrige Verluste zu erwarten, weil eine Engstelle sich mit relativ wenigen Kräften (siehe Thermopylenschlacht oder vergleichbare Gefechtssituationen, z.B. bei Kämpfen um strategisch wichtige Brücken), effektiv gut verteidigen lässt.
Und sofern das Unterholz in den Wäldern, von dem du ausgehst die Römer beim Bilden einer Formation behindert haben würde, würde es gleichzeitig aber auch die Annäherung der Germanen an die römische Marschkolonne und Überfallangriffe auf dieselbe behindert haben.