Demokratie

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Ceres, 9. Januar 2006.

  1. Ceres

    Ceres Neues Mitglied

    Würde man die Demokratie des klassischen Athens, im Hinblick auf die Partizipation der Bürger (natürlich auch gerne generell), mit der der römischen Republik vergleichen, zu welchem Ergebnis würde man kommen???
    Bin gespannt
    ^_^
     
  2. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ich kenn mich mit der Verfassung der römischen Republik nicht aus, aber sehr viel mehr als Stimmmvieh war das gemeine Volk doch kaum. Bei den Athenern hingegen war die Volksversammlung die wichtigste Instanz. Auch der Rat der 500 und die Geschworenengerichte stellten einen Querschnitt der gesamten Bürgerschaft dar. Mehr Einbindung des Bürgers war kaum möglich. Das einzig wirklich bedeutende Hindernis für einen Bauer um mitzuregieren, das mir einfällt, war, die Entfernung zwischen Haus und Athen. Der daraus folgende Zeitaufwand um in jeder Volksversammlung aktiv zu sein schränkte die Landbevölkerung ziemlich ein.
     
  3. aquilifer

    aquilifer Aktives Mitglied

    Die römischen Bürger hatten eindeutig weniger Möglichkeiten der Beeinflussung der Politik als diejenigen in Athen.
    1. Politische Rechte der plebs mussten in einem langwierigen Prozess, den sog. Ständekämpfen, erworben werden. Zwei Daten: 367 v. Chr. (lex Licinia Sextia: Plebejer dürfen das Konsulat bekleiden), 287 v. Chr. (lex Hortensia: plebiscita des concilium plebis erhalten Gesetzescharakter).

    2. Alle Comitien (Curiats-, Centuriats-, und Tributcomitien) und das concilium plebis können nicht selbstständig tätig werden, d.h. es bedarf eines Magistrats der sie einberuft und ihnen ein Entwurf vorlegt, den sie billigen oder ablehnen können - mehr nicht. Hinzutritt, dass z.B. in den Centuriatscomitien (in der die Konsuln und Prätoren gewählt wurden) nach einem timokratischen Prinzip abgestimmt wurde, so dass der Großteil der Bevölkerung keine Einflussnahme hatte.

    3. Durch die gesellschaftliche Struktur (patronus-cliens) Roms war es für den cliens bis zu der Einführung der geheimen Wahl mit Stimmtafeln 140 v. Chr. (lex tabellaria) unmöglich gegen die Interessen seines patronus zu votieren, weil er in sozialer Abhänigkeit zu diesem stand.
     
  4. Ceres

    Ceres Neues Mitglied

    Müsste man das Ganze nicht ohnehin ein wenig kritischer sehen?
    Ich meine in Bezug auf den Demokratiebegriff?
    Sicherlich kann man sagen, dass es durch die direkte Demokratie in Athen "demokratischer" zuging als in Rom (da man ja in Rom selbst auch nicht von einer Demokratie gesprochen hat sondern von der res publica), was ja durch die Vormachtstellung des Adels, am deutlichsten wird das im Senat, eher eine Aristokratie war.
     
  5. DerNuntius

    DerNuntius Mitglied

    Ich ueberlege auch schon seit Ewigkeiten, ob Rom eine Aristokratie oder eine Oligarchie war...wohl beides.
     

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