Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Deutschland – Kriegsbegeisterung in der ganzen Bevölkerung?

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Senf94, 19. August 2021.

  1. Senf94

    Senf94 Neues Mitglied

    Liebes Geschichtsforum,

    ich schreibe zurzeit an meiner Facharbeit in Geschichte (Q1) und habe von meiner Fachlehrerin als Grundlage folgende Fragestellung erhalten:

    Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Deutschland – Kriegsbegeisterung in der ganzen Bevölkerung?

    Ich habe mich bereits mit verschiedenen Quellen auseinandergesetzt, diese zeigen jedoch ganz unterschiedliche Stimmungsbilder. Wie würdet ihr die Stimmung in der deutschen Bevölkerung in Hinblick auf den Ausbruch des Ersten Weltkrieges beurteilen? Gab es eine allgemeine Kriegsbegeisterung?

    Ich benötige eure Hilfe wirklich dringend und danke euch im Voraus!
     
  2. hatl

    hatl Premiummitglied

  3. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Das lemo schreibt:
    Es gibt jedoch keine Fotografien von jenen Frauen und Männern, die in stiller Zweisamkeit zu Hause sorgenvoll in Zukunft blickten.

    Gerade auf LeMO gesehen: LeMO Kapitel: Erster Weltkrieg


    Das sogenannte August-Erlebnis mag das Bild von der Kriegsbegeisterung geprägt haben, die Begeisterung meist junger Männer in den großstädten ist aber nicht geeignet, die gesamtdeutsche Stimmung widerzuspiegeln. Also gut, wenn du unterschiedliche Stimmen in den Quellen gefunden hast. Denn die Zeitungsberichte können ein anderes Bild zeichnen als Tagebücher oder Briefe. Wikipedia differenziert:

    Unumstritten ist mittlerweile in der Forschung, dass sich die Kriegsbegeisterung nicht in der gesamten Bevölkerung wiederfand, der Historiker Sven Oliver Müller bezweifelt gar, dass sie eine Mehrheit erfasst habe.[1] Ulrich Herbert fasst die neuere Forschung dazu zusammen: „Aber nicht überall wurde gedichtet und gejubelt; mehr in den Städten als auf dem Lande, lauter im Bürgertum als bei Arbeitern und Bauern, stärker bei der Jugend als bei den Älteren.“[2] Eher mit Skepsis und Beklommenheit werde der Krieg in den Arbeitervierteln der großen Industriestädte erwartet, hieß es in den Polizeiberichten über die Stimmung in der Bevölkerung.[2] Auf dem Lande rief der Kriegsbeginn „eine fast allgemeine tiefe Niedergeschlagenheit hervor“, so der Historiker Sven Oliver Müller.[3] In den Münchner Neuesten Nachrichten hieß es: „Schwerer Kummer aber ist bei vielen unserer Bauernfamilien eingezogen, denn die Väter oft sehr kinderreicher Familien müssen fort, die Söhne, Pferde und Wagen werden von den Militärbehörden gefordert, und draußen steht die Ernte“.[4] Auch in Teilen des Bürgertums herrschte Skepsis: „Man zittert vor dem Weltkrieg, es ist nicht möglich, ihn sich vorzustellen, all' das in den Jahren des Friedens ruhig erarbeitete zu zerstören“, schrieb beispielsweise eine Unternehmerfrau.[5]

    Augusterlebnis – Wikipedia

    Da kannst du deine Quellen dann ja einordnen.
     
    Ralf.M gefällt das.
  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Mal keine Quellen, mal was persönliches...

    Wenn ich da mal an meine beiden Großväter denke.
    Der eine Großvater geb. 1887, der andere geb. 1888.
    Beide haben am I. WK. teilgenommen und sind auch wiedergekommen.
    Ich kann mich aber nicht erinnern dass wir uns da mal über Details unterhalten haben.
    Ich kann mich aber auch nicht daran erinnern dass ich da mal gehört habe, was sich begeisternd anhörte.

    Der eine Großvater war im Frankreichfeldzug. Als er einzog hatte es hatte er 2 kleine Kinder/Jungs. Mein Onkel war 1909 geboren, mein Vater kam 1 Jahr später 1910.
    Der andere Großvater war zur See (Matrose, stationiert in Kiel). Er hatte 2 kleine Mädchen. Meine Mutter geboren 1908 und meine Tante 1918 geboren.

    Zeig mir denjenigen der da glücklich sein soll, glücklich verheiratet ist und dazu noch 2 kleine Kinder hat!!!


    Was ich allerdings hin und wieder mal hörte und das von beiden, dieser Krieg war ein Krieg der Reichen und wir trugen da unsere Haut zu Markte. Ich empfand da weder was sozialdemokratisch noch was kommunistisches, das war ganz einfach nur verständlich.

    Meine Tante hat dann im II.WK in Jugoslawien ihren Mann verloren Sie hatten einen kleinen Jungen.
    Meine Mutter hatte Glück wie auch wir. Mein Vater kam aus diesen Krieg zurück. Ebenso sein Bruder.

    Das sind Bilder die sich bei einen einprägen, auch wenn man gerademal 6 Jahre alt ist. Eine überglückliche Mutter die ihren Mann wieder hat und eine überglückliche Großmutter die ihre beiden Söhne (meinen Vater und mein Onkel) gesund und munter wieder hatte.
    Meine Tante und mein Cousin hatten nicht dieses Glück.

    Glückliche Gesichter im Film/Fernsehen – für mich nicht nachvollziehbar.
     
    muheijo, Pardela_cenicienta und Ravenik gefällt das.

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