der Todesstrahl des Dr. Hans Ehrhardt?

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von pelzer, 2. Mai 2009.

  1. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Im August 1961 tauchte in Sarnen (Kanton Obwalden) ein „Dr. Hans Ehrhardt“ aus Deutschland auf. Er war Physiker und experimentierte mit einer Strahlenkanone, die einen Todesstrahl aussandte. Der Dr. Hans Ehrhardt hiess in Wiklichkeit Hans Engelke und behauptete während des Krieges zusammen mit Wernher von Braun in der Rüstungsindustrie des Dritten Reiches geforscht zu haben.

    Nach Krieg entwickelte er einer Strahlenkanone, die "im Frieden Kranke heilen und im Kriege Feinde töten" könne. Ein Plasmastrahl aus einem Hohlspiegel soll 30‘000km weit wirken und eine gewaltige Zerstörungskraft haben. Bei einem Versuch soll er auf eine Entfernung von zwölf Kilometern binnen Sekunden anderthalb Meter Gletscherschnee wegschmolzen haben.

    Im Sommer 1961 erschien dann in einer Regionalzeitung ein Foto des "Todesstrahl" über Sarnen. Die Bevölkerung reklamierte und die Behörden hoben daraufhin die Aufenthaltsbewilligung für Dr. Hans Ehrhardt (Hans Engelke), seine Frau Ilse und die vier Kinder auf. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1961 verliess der Strahlenmagier Sarnen fluchtartig...

    1962 publizierte Ehrhardt das Buch „Der neue Weg“.

    siehe auch: DER SPIEGEL 30/1963


    Wer weiss etwas über diesen „Dr. Hans Ehrhardt“?
    Wo kommt der her?
    Was machte er während des Krieges?
    Was nach seiner Zeit in der schweiz?


    Gruss Pelzer


    .
     

    Anhänge:

    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. Mai 2009
  2. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Das Foto erweckt bei mir Assoziationen zu den modernen Laserstrahlen, die in den letzten Jahren allerorten den Nachthimmel "verschmutzen" und gerne bei Stadtfesten und sonstigen Anlässen eingesetzt werden.
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  4. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Kennt denn niemand den „Dr. Hans Ehrhardt“?
    Oder sein Buch „Der neue Weg“? :weinen:

    Mich würde es sehr interessieren, was sich damals in meiner Heimat abspielte.


    Gruss Pelzer


    .
     
  5. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Man kann nicht jeden Spinner kennen...:winke:

    Aber Du hast den Detektiv in mir geweckt! In dem zitierten Spiegel-Artikel wird in einem Nebensatz die DDR-Vergangenheit von H.E. erwähnt. Es gab dort tatsächlich einen Mann dieses Namens, der sich als Comic-Schreiber betätigte (vgl. Amazon.de: Ehrhardt, - Kinder- & Jugendbcher: Bcher). Es handelte sich um eine Zeitschriften-Serie "MOSAIK", zu der es seit einiger Zeit auch ein Wiki gibt (Hauptseite - MosaPedia).

    Bei der Schrift "Der neue Weg" muss es sich nicht um ein Buch handeln; jedenfalls ist im KVK keines mit diesem Autor und Titel verzeichnet.
     
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  6. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Mosaik-Ehrhardt, der laut MosaPedia von 1960 bis 63 Chefredakteur der Mosaik war, identisch sein soll mit diesem seltsamen Spinner. Das paßt schon mal zeitlich gar nicht. Außerdem ist ein Name wie Hans Ehrhardt bestimmt nicht gerade selten gewesen. ;-)
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Geht mir auch so.

    Vielleicht noch der Hinweis, dass diese Gestalten in den 40ern/50ern so selten nicht waren. Ein Großteil der "Reichsflugscheiben-" und "Neuschwabenland-Märchen" geht darauf zurück. kwschaefer hat hier auch mal darauf hingewiesen, dass deutsche Piloten und Techniker den alliierten Befragern gar manchen Bären aufgebunden haben.
     
  8. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Der Spinner (Hans Ehrhardt) hiess in Wiklichkeit ja auch Hans Engelke...


    Gruss Pelzer


    .
     
  9. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Das mit der DDR war nur sonne Idee von mir...

    Aber die Schrift "Der neue Weg" wurde bei Ebay in D und in A angeboten (Auszug):
    Sachbücher Ratgeber, Antiquarische Bücher, Modelleisenbahn bei eBay. Melden Sie sich ... DER NEUE WEG,Dr. Hans Ehrhardt (Hans Engelke) A4-Heft ...
    search.ebay.de/der-dr_W0QQfsooZ2QQfsopZ3QQsascsZ1
     
  10. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Per PN erhalten (vielen Dank!):

    "...aber das gezeigte Bild erinnert eher an einen kleinen Flakscheinwerfer als einen Laser, der Lichtstrahl fächert zuweit auf."

    Würde doch einiges erklären, ich kann mir auch nicht vorstellen, wie da einer ohne Kapital zu der Zeit mit Laser rumexperimentieren könnte:
    Laser ? Wikipedia

    Also: vermutlich Reichsflugscheiben-Schublade.
     
  11. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Nein, das Bild ist schon echt - ich kenne den Fotografen persöhnlich. Natürlich wirds kein "Todesstrahl" gewesen sein, eher ein starker Scheinwerfer...

    Der Ehrhardt liess damals die Fotos machen, weil er vom Militär Gelder für die Entwicklung seine Strahlenkanone wollte. Anfänglich zeigten die Armee auch Interesse, bis dann das Gerücht aufkam, dass sie einem Hochstapler auf den Leim gegangen seien! Deswegen wurde dem Ehrhardt dann auch nahegelegt, sich andernorts niederzulassen.


    Gruss Pelzer


    .
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Er ist also dein Vater?!
     
  13. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    scharf kombiniert - aber leider völlig falsch. Der Fotograf hat den "Todesstrahl" aus etwa 3km Entfernung fotografiert. Da wo der Strahl herkommt, wohnte damals der Ehrhardt. (Wäre es nicht so finster, täte man auf dem Foto möglicherweise sogar den Ehrhardt beim todesstrahlen sehen können. Winzigklein; aber unglaublich TÖTLICH... :D )

    Dieses Bild vom "Todesstrahl" erschien damals in der Zeitung. Und es brachte damals das Fass zum überlaufen. Die Bevölkerung bekam es nun mit der Angst zu tun. Bis dahin hielten sie den Deutschen für einen Spinner. Als dann aber der "Todesstrahl" eines Nachts wirklich zu sehen war, war man sich nicht mehr so sicher. Vielleicht hat der Ehrhardt wirklich etwas ganz Ungeheuerliches erfunden - und das könnte gefährlich sein. Man muss sich vor Augen halten, damals wurden viele neue Technologien entwickelt; Laser, Atomkraft, Raumfahrt, Staubsauger usw. Da war plötzlich vieles machbar, was bisher für unmöglich gehalten wurde.


    Gruss Pelzer


    .
     
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  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Also bitte,
    damals (1962) hat meine Mutter nun doch längst einen Staubsauger gehabt.
    Es ist mir zu blöd jetzt dem Staubsauger nachzugoogeln.

    Aber wetten, dass der netto 50 Jahre früher erfunden und verkauft wurde.
     
  15. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Mehr sogar. Der erste funktionierende und in Serie hergestellte Staubsauger wurde 1868 von Ives W. McGaffey gebaut.

    Pelzer meint aber den "Todesstaubsauger" des perfiden Dr. Engelke. Der hat auf große Entfernungen ganze Bomberflotten vom Himmel gesogen und hielt zugleich die Strassen von Zermatt sauber.
    :pfeif:
     
  16. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Aber Spass beiseite, solche Typen gab es damals mehrfach. Ein gewisser Ronald Richter überzeugte Peron in Argentinien ein Labor für Kernforschung zwecks Energiegewinnung durch Fusion (kein Fehler) zu erzielen.

    Das Projekt verschluckte Millionen ohne greifbare Ergebnisse.

    Huemul Project - Wikipedia, the free encyclopedia

    Zu selben Zeit holte man sich jedoch auch Leute mit fundierten Wissen wie z.B. Kurt Tank der damals einen Düsenjäger für die Argentinische Luftwaffe entwarf und baute:

    FMA IAe 33 Pulqui II - Wikipedia, the free encyclopedia

    Davor hatte es schon ein anderes Modell von Emile Devoitine gegeben (Pulqui I).

    Das war damals fast so revolutionär wie die "Todesstrahlen" für die es wohl auch tatsächlich verschiedene Forschungen gab.
     
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  17. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Harry Grindell Matthews behauptete in den 20.ern einen "Death Ray" entwickelt zu haben. Ob es nur Humbug war oder er eventuell einen Elektromagnetischen Puls auslöste (er stoppte damit angeblich Motoren und brachte Lampen auf Entfernung zum leuchten) wird man wohl nie Wissen. Zum Ende seines Lebens demonstrierte er in England und den USA übrigens seinen Sky-projektor mit dem er Bilder an die Wolken projezierte. Noch ein Lichtartist wie Engelke?

    Harry Grindell Matthews - Wikipedia, the free encyclopedia



    Nikola Tesla behauptete übrigens auch einen Todesstrahl erfunden zu haben, so wie noch ein paar andere:

    Death ray - Wikipedia, the free encyclopedia
     
  18. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    So einen Himmels-Projektor gab es in den späten 1950-er Jahren auch in der Schweiz. Der Projektor war auf einem futuristischen Lastwagen montiert und konnte Werbebilder auf die Wolken projezieren...


    Gruss Pelzer


    .
     
  19. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Tesla soll ja auch bei einem Versuch mit seinem Todesstrahl so aus Versehen die Katastrophe von Tunguska ausgelöst haben, als er eine Explosion am Nordpol auslösen wollte.:autsch: Die Story hätte auch gut zu unserem Erhardt/Engelke-Todesstrahler gepasst.

    Tunguska-Katastrophe: Forscher melden Fund von Ufo-Resten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Die rätselhafte Zerstörung von Tunguska
     
  20. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Wenn du dich mit Nikola Teslas Gesamtwerk auseinandersetzt, wirst du feststellen, dass der Mann ein Experimental-Genie war.
    Die unsachgemäße Anwendung eines Tesla-Transformators kannst du probieren und dann behaupten, er hätte keinen "Todesstrahl" erfunden. Du kannst aber auch durch Fachpersonal betreute Tesla-"Todesstrahlen" im phaeno in Wolfsburg bewundern.
    Teslatrafos strahlen elektromagnetische Wellen ab, die unseren heutigen Rundfunkbetrieb zusammenbrechen lassen. Sind übrigens weltweit verboten!
     

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