Der Weg zur Revolution 1848/49

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Nationalstaaten" wurde erstellt von MatiKaus, 22. November 2004.

  1. MatiKaus

    MatiKaus Neues Mitglied

    Hi ,
    ich schreibe demnächste ein Gesch. Klausur und wollte mich schon einmal vorbereiten, auf das oben genannte Thema. Jedoch fällt mir auf das meine Aufzeichnungen relativ rahr sind... das liegt weniger an meiner Mitarbeit sondern mehr an dem nicht vorhanden Tafelbild... aber das tut jetzt hier nicht zur Sache.

    So als erstes einmal habe ich das Problem die Begriffe Liberalismus und Konservatismus für mich zu erklären ich hab massen an Links gefunden zu deff. aber irgentwie check ich das nicht. Nunja mir wäre wichtig wenn das mal einer mit seinen eigenen Worten formulieren kann: Also durch was kennzeichneten sich die Liberalen/Konserv. sprich durh was zeichneten sie sich aus ...usw... ich würde mich sehr freuen wenn jemand das mir leicht erklären könnte. :)


    Anderes Problem wäre noch der Zusammen zwischen Wiener k. und Deutschen Bund ... Ist der dt. Bund das Resulat des Wiener Kongress ???


    Ich hofe Ihr könnt mir ein bissel helfen :)

    danke
     
  2. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied



    .......aaaalso .

    Der Liberalismus ist eine Staats-bzw. Gesellschaftsauffassung, die in geistiger,politischer und wirtschaftlicher Hinsicht für die freie Entfaltung des Individuums gegen staatliche Bevormundung eintritt.
    Der Begriff taucht zum ersten mal in Spanien 1812 auf
    ( "liberales" - span.Verfassungsbewegung gegen den Absolutismus)

    Die Träger des dt. Liberalismus im 19. Jahrh.sind Besitz -und Bildungsbürgertum.
    Die Ziele sind ; Verwirklichung der Freiheit des Individuums durch einen Rechtsstaat mit einer Freiheiten und Rechten garantierenden Verfassung.
    Zur Erreichung des Ziels wurde die Einheit der dt. Nation als notwendige Vorraussetzung dafür betrachtet.
    Daneben stand der Wunsch nach großmöglichster ökonomischer Handlungsfreiheit.



    Konservatismus oder auch Konservativismus (von lateinisch conservare - bewahren) ist ein Sammelbegriff für politische, gesellschaftliche oder religiöse Bewegungen, deren Hauptziel es ist, die bestehende Gesellschaftsordnung zu bewahren oder Veränderungen so zu gestalten, dass Revolutionen unnötig werden. Konservatismus ist keine philosophisch definierte politische Haltung mit abstrakten Werten, sondern jeweils auf die historische Situation bezogen.

    Die genaue Definition des Begriffes ist relativ schwierig, u.a. auch durch die Unterscheidung von liberalkonservativem, nationalkonservativem als auch christlichkonservativem Gedankengut. Hier wäre der entsprechende Gegenbegriff der Nationalismus.

    Zum Wiener Kongress. Ja , der dt. Bund ist laut Bundesakte von 1815 ein Ergebnis des Kongresses. :)
     
  3. Meister

    Meister Gesperrt

    das verständnisproblem liegt wohl daran, dass die damaligen liberalen nach heutiger sicht nicht sehr liberal waren.
    zwar forderten sie die umwandlung der monarchien in konstitutionelle monarchien, die einführung und von parlamenten, denen die kabinette verantwortlich waren und ´verbündeten´ sich dabei mit den unteren gesellschaftsschichten, für ein wirkliches allgemeines (männer)wahlrecht traten sie jedoch nicht ein - im gegensatz zu den damaligen radikalen. das wahlrecht sollte doch bitte auf die besitzenden beschränkt bleiben.
    als sie ihre ziele erreicht zu haben glaubten, wurde auch bald von den forderungen nach sozialer gerechtigkeit der unteren klassen weitgehend abstand genommen - wobei die nationalen und regionalen unterschiede recht gross sind.
     
  4. liberale17

    liberale17 Neues Mitglied

    konservatismus verbindet sich mit dieser zeit immer mit restauration und dem metternich´schen system.
    als vertreter ganz klar die ehemalige führungselite des landes, aber auch bauern, die fortschritt durch sozialpolitische umwälzungen als was negatives ansahen, fortschritt wird hier immer mit niedergang in verbindung gebracht. konservative fundamentierten ihr denken auf religion, tradition und krone. der name hobbes muss hier unbedingt fallen.

    liberale wollten als allererstes verfassung die menschen- und bürgerrechte garantierte und "danach " den einheitlichen deutschen nationalstaat. das anliegen der nationalen war in erster linie der einheitsstaat und dann verfassungen.
    liberale forderungen lassen sich verschieden in politik, wirtschaft und gesellschaft einteilen. vor allem wichtig, dass sie die aufhebung der handelsschranken forderten, also eine freie wirtschaft.
    als begründer des politischen liberalismus soll hier john locke genannt sein.

    nationale und liberal konnte man aber nicht strikt trennen, politische strömungen fließen damals wie heut ineinander über.
    aus den nationalen brach später ja die gruppe der demkraten heraus, daraus wieder die sozialisten etc.
    mit nationalismus steht militarismus, imerpialismus, kolonialismus eng in verbindung.

    der vormärz war geprägt von einem ständischen kampf der konservativen gegen die liberalen und nationalen.
    es gab auch eine breite bevölkerungsschicht die sich ins private zurück zog, der biedermaier entstand.

    nachdem auf dem wk 1814/15 die hoffnung auf einen deutschen einheitsstaat der liberalen enttäuscht wurde, entstanden sobald die ersten burschenschaften (-> jenaer burschenschaft, ABDB) die wurden nach der ermordung kotzebues durch sand mittels der karlsbader beschlüsse verboten. untergrundorganisationen arbeiteten aber nach wie vor.
    ein höhepunkt war das wartburgfest (1817?) zur gedenkung luthers theseanschlag und der völkerschlacht wobei sich hier ganz logisch assoziationen zu en forderungen ziehen lassen.

    man kann im grunde den deutschen vormärz wie ein auf und ab darstellen wobei es drei "revolutionäre" hochs gab
    1) die zeit der burschenschaften und erster liberaler/nationaler aktivitäten
    2) 1830 aufstände ausgelöst durch französische julirevolution
    3) 1848/49 bürgerliche revolution in deutschland

    ja das war alles was mir spontan einfällt.

    für kritik an meinen äußerungen bzw. fehlerfindungen bin ich immer offen.

    mfg
    liberale17
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Was man nicht vergessen darf, die Landbevölkerung unterlag bis 1848 noch jeder Menge Feudallasten.
    Im Frühjahr 1848 war deshalb die Landbevölkerung eine entscheidende Größe der Revolution.
    Sie erreichte recht schnell und umfassend ihre Forderungen und entfiel ab Sommer/Herbst 1848 als revolutionäre Größe. Womit die Revolution ihren Schwung verloren hatte.
    Die Landbevölkerung konnte ihre Errungenschaften durch die Revolution dann auch weitgehend behalten.

    Dieser meiner Ansicht nach entscheidende Punkt wird bei den Diskussionen über das Scheitern der 1848/49 Revolution meist vernachlässigt.

    Grüße Repo
     

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