Deutschlandvertrag und Koreakrieg: Zusammenhang?

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von Alicen, 27. Februar 2011.

  1. Alicen

    Alicen Neues Mitglied

    Hallo
    Mit dem deutschlandvertrag wrude das besatztungsstatut aufgehoben.
    Der Koreakrieg war 1950-53.
    Gibt es einen zusammenhang ???

    Vielen dank im voraus
     
  2. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    Hey Alicen,

    hat ein wenig gedauert, vielleicht hilft meine Antwort dir ja trotzdem noch:

    Der Zusammenhang, soweit er mir bekannt ist, besteht darin, dass der Koreakrieg zunächst einmal den Wunsch der USA nach einem starken, verteidigungsfähigen Europa stärkte. Daher riefen diese die Europäische Verteidigungsinitiative ins Leben, bei der angestrebt wurde, eine "europäische Armee (zu) schaffen" (Wikipedia).

    Diese Initiative stieß allerdings bei den Franzosen, Westdeutschen und der UdSSR auf Widerstand. Dass die UdSSR kein Interesse an einem militärisch gestärkten Gegner hatte, ist klar. Frankreich war gegen die gemeinsame Armee, da Frankreich unter Charles de Gaulle noch stärker als sonst auf seine nationale Eigenständigkeit bedacht war und es für die Franzosen somit undenkbar war, dass französische Truppen unter dem Befehl eines Kommandanten aus einem anderen Staat standen. Die Deutschen, vor allem die SPD, waren ihrerseits gegen die Wiederbewaffnung, da der Schrecken des entfesselten Zweiten Weltkriegs noch tief saß.

    Die Initiative scheiterte. Anschließend wurde die Bundeswehr gegründet und die BRD in die NATO aufgenommen, um auf diesem Weg die militärische Stärke Westeuropas zu erhöhen.

    Um aber eine eigene Armee kommandieren und damit militärisch handlungsfähig werden zu dürfen, erforderte völkerrechtliche Souveränität. Diese wurde im Deutschlandvertrag von 1955 (teilweise!!!) gewährt.

    Soweit zunächst.
     
    1 Person gefällt das.
  3. tagtraum

    tagtraum Gast

    Koreakrieg

    Hab dies noch in meinen Unterlagen gefunden, vielleicht hilfts dir ja auch.

    Die Lage in Korea wurde auch für Europa Ende 1950 immer bedrohlicher, denn das Hauptaugenmerk der USA lag mittlerweile auf Korea, so wurde die Front in Europa vernachlässigt. Washington war aber bewusst, dass Ostdeutschland immer mehr in Abhängigkeit zur Sowjetunion verfiel. Lösungen mussten gefunden werden.

    Die Bedrohung einer russischen Invasion legte den Grundstein zur deutschen Wiederbewaffnung. Washington wusste, dass die Westdeutschen erklärte Anti-Kommunisten waren und wollte sie deshalb in das Verteidigungsbündnis NATO einbinden. Doch stieß er zuerst auf Widerstand der Franzosen, deren Schock besetzt zu werden noch immer tief saß.

    Während hitzige Diskussionen liefen, erhöhte die Sowjetunion die Anzahl der als Polizeitruppe getarnten Armee in Ostdeutschland immer mehr. Die Westmächte hatten dessen nichts entgegenzusetzen, da Frankreich große Probleme mit den Kämpfen in Indochina hatte. Die USA pochte aber darauf nur in Europa mitzuhelfen, falls Westdeutschland Truppen stellen dürfe. Ohne diese Truppen rechneten sie sich wenig Chancen aus auch nur ansatzweise Parole bieten zu können. Sie bauten dabei auf die Kenntnisse der Westdeutschen, da ein Angriff der Sowjetunion nur direkt in Deutschland passieren hätte können.
    Erst nach dem die Chinesen in Nordkorea einmarschiert waren, gab Frankreich im Dezember 1950 nach und Deutschland konnte einige Jahre später der NATO beitreten.
     

Diese Seite empfehlen