Die Armbrust im Altertum

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Gegenkaiser, 8. März 2011.

  1. Gegenkaiser

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  2. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Oben finden sich die beiden sicher identifizierten Armbrustreliefs aus römischer Zeit. Es gibt aber noch ein mögliches drittes Beispiel auf einem Sarkophag, der in den 1960er Jahren in der Nähe von Rom entdeckt wurde. Es zeigt Herkules, wie er mit einem Bogen auf die stymphalischen Vögel zielt (S. 501, Abb. 7, links): ImageShack Album - 2 images

    Zwei Fragen hätte ich:
    1. Haltet ihr die Waffe für eine Armbrust oder einen normalen Bogen?
    2. Der Sarkophag sollte dem Text zufolge in das Museo Nazionale in Rom gebracht werden. Kennt ihr den genauen Namen und/oder Aufbewahrungsort des Stücks? Ich würde nämlich gerne hochauflösende Photos davon haben, um mir ein besseres Urteil bilden zu können.
     
  3. Panzerreiter

    Panzerreiter Neues Mitglied

    Bisschen größer wäre wirklich schön, aber so wie er die rechte Hand hält, scheint es eher ein Bogen zu sein.
    Die Handhaltung ist, so wie ich das sehe, eher so, wie sie beim Spannen einer Sehne ausfallen würde:
    Finger direkt am Nock, scheinen auch gekrümmt zu sein. Die unteren Finger (Ring- und kleiner Finger, wenn Relief anatomisch korrekt) sehen irgendwie (Bildauflösung!) aus, wie eingeklappt, genauso, wie man sie auch beim Auszug eines Bogens hält.

    Mich würde die Haltung der linken Hand interessieren, die könnte mehr Klarheit verschaffen. Leider finde ich die irgendwie im Relief nicht so recht.
    Es könnte so sein, dass der Ellbogen an der verdeckten Hüfte ruht und der Unterarm nahezu senkrecht nach oben geht, dann wäre der Arm größtenteils verdeckt und daher schwer zu erkennen. Diese Haltung würde für eine Armbrust sprechen.
    Wäre der Arm dagegen gestreckt (Die Sehne ist immerhin voll ausgezogen), wäre es eher ein Bogen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2011
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  4. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Höhere Auflösung: [​IMG]
     
  5. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Also ich würde es eher als Bogen deuten.Für eine Armbrust fehlen da die "Sekundärmerkmale" wie Armbrustschaft und Spannvorrichtung.Und die Handhaltung ist typisch für einen Bogenschützen.
     
  6. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Sehe ich genauso.
     
  7. tejason

    tejason Aktives Mitglied

    Es sind sicherlich der Armbrust ähnliche Geräte, die bereits in der römischen Armee zum Einsatz kamen. Sie sind inspiriert durch griechische Vorbilder
    Gastraphetes ? Wikipedia
    Diese Geräte werden mit deutschem Namen als Bauchspanner bezeichnet und waren bereits sehr alte Waffen bevor Rom zur dominierenden Macht des Mittelmeerraumes wurde.
    http://s145739614.online.de/fera/ausgabe3/Schellenberg.pdf
    ..wird darauf auf Seite 3 kurz eingegangen. Der Name selbst ist sprechend, denn die Spannung der Sehne erfolgte indem die Waffe gegen den Bauch gestemmt mit den Armen zum Fixpunkt gebracht wurde. Dabei konnten die hohen Energien, wie sie für die Armbrust- wie die antiken Torsionswaffen typisch waren, nicht aufgebracht werden. Daneben soll es aber auch noch leichte Torsionswaffen vereinzelt gegeben haben, die nur mit mechanischen Hilfsmitteln gespannt werden konnten. Diese technisch anfälligen Waffen für einzelne Schützen konnte daher keine große Verbreitung finden und werden Manuballista genannt. Ich habe einmal eine solche Waffe bei Reenactors gesehen, wenn das Bild auch nicht von mir ist!
    http://farm3.static.flickr.com/2138/2469272238_7d50f42de5.jpg?v=0
    imperium-romanum.com - Heer - Artillerie
    http://www.archaeologie-krefeld.de/Bilder/Geschichte/roemisch/torsionsgeschuetz4.jpg
    http://www.archaeologie-krefeld.de/Bilder/Geschichte/katapult/schallestorsion.pdf

    Dass hier unterschiedlich bewertet wird, ist auch aus den Links zu erkennen. Mit der mittelalterlichen Armbrust haben diese Waffen mmn. eher wenig gemeinsam.
     
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  8. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

  9. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Was mich wundert, ist der praktisch totale Mangel an archäologischen Spuren von antiken Handarmbrüsten im Boden. Anscheinend wurden noch nicht einmal die charakterisch kurzen Armbrustbolzen gefunden, die es doch zuhauf geben müßte.
     

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