Die Giftmordaffäre (affaire des poisons)

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von geschichtsfan07, 22. Juli 2007.

  1. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Alles begann im Jahr 1676. Es kam zum Prozess gegen Marie-Madeleine, Marquise de Brinvilliers, die gegen jeden Wiederspruch eine Giftmischerin und Serienmörderin war. Marie-Madeleine stammte aus vermögendem Adel und konnte eigentlich ein Leben ohne Sorgen leben.
    Eigentlich - doch sie war, wie viele Andere auch, unglücklich verheiratet.

    So nahm die ganze Tragödie ihren Lauf.
    Denn ihr Liebhaber, Godin de Sainte-Croix, hatte ein Hobby - Chemie!
    Marie-Madeleine kam künftig nicht mehr mit ihren engsten Verwandten aus. Zum Beispiel hatte ihr Vater es schon mal dazu gebracht Sainte-Croix für mehrere Jahre in die Bastille zu sperren. Alles in allem brachte das die Marquise de Brinvilliers so weit , dass sie sich entschloss " alle um die Ecke zu bringen", die ihr nach dem Glück trachteten. Nun stellte Godin für sie eine Arsenik-Verbindung her. ( Die benötigten "Zutaten" bekam er vom deutschen Apotheker Christopfe Glaser. Ihm passierte nihts, doch zukünftig mussten Apotheker ein Giftbuch führen.) Man meint, dass Sainte-Croix nichts von den Wünschen seiner Liebsteb wusste, doch es ist unwahrscheinlich, denn er musste schließlich wissen was er herstellte. ( Vielleicht war ihm die Wrirkung von Arsenik noch unbekannt.)
    Damit nun vorerst nichts bei dem geplanten Rachefeldzug schief gehen konnte, startete sie Proben in den Krankenhäusern von Paris. Die Verbindung verfehlte ihre Wirkung nicht! - Was dammals zum "Vorteil" für Arsenmorde war,dass man Arsen nicht nachweisen konnte. (heute möglich)
    Nach relativ kurzer Zeit verstarb ihr Vater, ihre 2 Brüder, ihre Schwester und ihre Schwägerin.
    Das war ihr größter Fehler! Bei längerer Zeit wäre alles unauffälliger gewesen.
    Auch Sainte-Croix kam hinter das Geheimnis seiner Geliebten ( - oder er bekam Gewissensbisse). Denn die Marquise wollte zu guterletzt auch ihren Ehemann töten, was aber nicht funktionierte. Denn Sainte-Croix gab ihm ein Gegenmittel.
    Das nächste Unglück was Marie-Madeleine traf, war der Unfall Godins in dessen Labor. Beim Durchsuchen der Sachen des Verunglückten fand die Polizei Beweise , die die Marquise belasteten. Marie-Madeleine floh vor ihrem Schicksal nach Belgien, in ein Kloster. Doch sie wurde überführt und am 16. Juli 1676 hingerichtet.
    (So, müsste eigentlich alles geklärt sein, doch jetzt gehts erst richtig los!)
    Dadurch das die Marquise de Brinvilliers eindeutig Giftmorde begangen hat, stellte man fest, das sie nicht die Einzige war. In ganz Paris kam es zu Giftmorden. Ludwig XIV. erkannte den Skandal, der auch Versailles treffen konnte. Louis befahl den königl. Polizeileutnant Nicolas de Reynie in dieser Sache zu ermitteln. Bald entdeckten Reynie und sein Team einen weitläufigen Giftmischerring. Dessen Mittelpunkt die Wahrsagerin Catherine Deshayes, verw. Monvoisin > " La Voisin" und Abbé Guibourg waren. Das Ganze nahm so große Dimensionen an, dass Louis Quatorze ein Sondergericht einrichtete, die Chamre ardente ( die Feuerkammer);

    - 319 Verhaftungen
    - 210 Sitzungen
    - 367 Personen eingekerkert
    - 5 Verbannungen auf Galeeren
    - 218 Verhörungen
    - 442 Fälle
    - 36 Personen zum Tode verurteilt
    - 23 Verbannungen aus Frankreich

    (Es gibt Abweichungen dieser Angaben, aber für mich waren sie die "sichersten"; außerdem gelten diese Zahlen nur für die Arbeit der Chambre ardente für die Zeit unter der Regierung von Ludwig XIV.)

    Die bekanntesten Täter:
    Marie Bosse war an ihren Schicksal selber schuld.
    Sie wollte im Mittelpunkt stehen und sagte deshalb oft, frei von der Leber weg, dass sie durch "wenig zufällige Unfälle" sich zur Ruhe setzten könne. Schließlich gelangte Alles zu Reynie, der es schaffte Beweiße gegen sie und La Dame Vigoreux ( Wahrsagrin - Geliebte der früheren Ehemänner der Bosse) zu bekommen und der nun beide festnehmen konnte.
    Bei,m Verhör leugneten sie ihre Taten aber beschuldigten sich gegenseitig und...

    - Vanens (m) - Kontaktperson zu Giftring
    - La Voisin (w) - Giftverkauf, Mörderin, Wahrsagerin
    - La Lepere (w) - nahm Abtreibungen vor
    - La Filastre (w) - Wahrsagerin, Opferung ihres Neugeborenen
    - Lesage (w) - Wahrsagerin > (beschuldigte)
    - Pater Davot (m) + Abbé Mariette (m) - Lesungen schwarzer Messen mit nackten Frauen
    - Abbé Guibourg (m) - Mord, Lesungen schwarzer Messen mit Opferungen

    Fast jeder, so schien es, war in den Skandal, in irgenteiner Form, verwickelt. Zu dieser Zeit florierte der Handel mit Pülverchen und Mittelchen, die harmlose bis hochgiftige Wirkungen hatten. Die Nachfrage wurde hauptsächlich durch die Blüte des Aberglaubens und des Hexenwahns gefördert . Auch der Hof war nicht befreit von diesen Aberglauben, aber auch nicht von ggift und Mord. So kam es auch zu Ermittlungen geen die Hoffgesellschaft und Aristokratie. Auch wuren Ermittlungen gegen den Hof eingeführt, weil damals die Todesursache von Henriette, Ducesse d´Orleans ungeklärt war. Man munkelte, dass momöglich ihr Gatte Phillipe ( Bruder von Louis XIV.) und der Chevalier de Lorraine ( Favorit Philippes) sie ermordet hätten.
    Heute ist bewiesen, dass sie an einer Bauchfellentzündung starb.
    Man fand mehrere leichtfertige aber auch schwerwiegende Straftaten, die der Hofgesellschaft zuzuschreiben sind.
    Folgend kam es 1680 zu Verhaftung von...

    - Olympe Mancini und Ducesse de Bouillon ( Nichten von Kardinal Mazarin)
    - Marquise d´Allnye
    - Marquise de Polignac
    - Comte de Clermont
    - Ducesse d´Angouleme
    - Princesse de Tingry
    - Marquise de Roure
    - Duc de Luxembourg
    - Marquis de Feuquieres
    ( Einige konnten vorher fliehen)

    Der Skandalhöhepunkt war die Hinrichtung von La Voisin, Marie Bosse, La Vigoreux (Feuertod) und Francois (Sohn von Marie Bosse - Erhängen) am 22. Februar 1680. Madame de Poulaillon ging ins Exil.
    Doch die Tochter von der La Voisin, Marguerite, wollte dem Ganzen noch eins drauf setzten.
    Sie behauptete, dass Madame de Montespan eine ständige Kundin ihrer Mutter war, an unzähligen schwarzrn Messen teilgenommen hätte und (HALLO!?) versucht hätte Louis und Marie - Angelique de Fontages zu vergiften.
    Man nahm kurze Zeit an, dass die derzeitige maitresse en titre (> Madame de Montespan) Marie - Angelique vergiftet hat. Denn die Ducesse de Fontages gewann immer mehr die Gunst des königs. Doch die Ducesse starb an eine Krankheit, im Alter von 20 Jahren.
    Madame de Montespan hatte aber keinen Grund den König zu töten. Es wäre doch zu ihrem eigenen Nachteil gewesen ihren Gönner zu vergiften.
    Reynie beschäfftigte sich jedoch näher mit Ludwigs Mätresse, weil derren Kammerzofe, Claude des OEillets, oft in den Aussageprotokollen auftauchte.
    Doch scgwerwiegende Beweiße fand Reynie nach Jahren nicht. Madame de Maintenon, Colbert und der Marquis de Louvois halfen zu vertuschen, dass die NMarquise de Montespan den König mit Liebestränken verführt hatte.
    Auch Louis war für die Verheimlichung, denn bei Veröfentlichung dieser Tatsache wäre dies eine große Blamage für ihn gewesen.
    Die Strafe für Madeame de Montespan war die verlorene Gnade des Königs.
    Ihre Nachfolgerin war Francoise d´Aubigne, Madame de Maintenon ( Gouvernante der legitimierten Kinder der Montespan und Ludwigs XIV.).

    Das offizielle Ende der Chamre ardente war im Jahr 1680, doch das entgültige 2 Jahre später.
    Außerdem muss man dazu sagen, dass Reynie nie den gesamten Ring von Gifthändlern, - mischern und - mördern aufgedeckt hat. Er und seine Leute, wären bei soviel Arbeit bestimmt nach Jahren nicht fertig gewesen.
     
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  2. Andromeda

    Andromeda Neues Mitglied

    Ah <3
    Mit diesem Thema hab ich mich auch eine Zeit lang auseinandergesetzt.
    Ich hatte mir vor 1 1/2 Jahren ein Buch bestellt (Die Giftaffäre. Mord, Menschenopfer und Schwarze Messen am Hof Ludwig XIV) und hab es auch gelesen. Am Anfang habe ich es mir schwergetan, das Buch zu lesen, weil es teilweise recht fad wirkte. Es wurden die ganzen Verhöre erläutert, wann welches Verhör war - und die Daten wurden alle durcheinandergewürfelt.
    Aber im Nachhinein fand ich es richtig lehrreich.


    So abwiegig finde ich es nicht, dass auch die Marquise de Montespan sich mit Liebestränken beholfen hat. Tränke waren doch zu dieser Zeit sehr gerne gesehen - warum dann nicht auch 'Liebestränke'? Sie hatte gewiss genug Rivalinnen, die Ludwig gerne zum Liebhaber gehabt hätten.
    Gut, da bin ich vielleicht etwas parteiisch, weil ich die Angélique-Bücher von Anne Golon gelesen habe, bei denen einige geschichtliche Dinge nicht 100 % stimmen, wobei die Hauptperson aber an Marie-Angelique de Fontages angelehnt ist. Und die Hauptperson ist fast die Mätresse von Ludwig geworden, hätte sie sich darauf eingelassen, aber gut, das ist eine ganz andere Geschichte und - wie gesagt - geschichtlich nicht 100 % stimmig ^-^
     
  3. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Ich wollte mit dem Part, den du zitiert hast, nicht die Beliebtheit der schwarzen Magie zu dieser Zeit in Frage stellen.
    Sondern wollte ich darauf verweisen, dass es schwier unrealistisch ist, dass Madame de Montespan einen Mord auf Marie-Angelique de Fontages und den König geplant hätte.
    Es stimmt, dass sich die maitresse en titre durch Liebestränke erhoffte der schwindete Gunst des Königs Einhalz zu gebieten und wieder unangefochten die Frau an seiner Seite zu sein.
    Sie setzte wirklich viel auf diesen Kram, aber sie war so eine gebildete Frau, dass sie wusste bis zu welchem Grad sie gehen konnte.
    Nur war sie, als ihre Position immer mehr in Gefahr geriet, sehr engstirnig, was ihr den Verlust der Gunst des Königs mit sich führte.
     
  4. Andromeda

    Andromeda Neues Mitglied

    War die Montespan wirklich so gebildet? Sie hat - soviel ich weiß - keine gute Rechtschreibung gehabt.
    Und wieso würde sie nicht versuchen, Marie-Angelique de Fontages durch einen Liebestrank zu töten, um ihren Liebhaber näher zu kommen? Schließlich war de Fontages eine Konkurrentin!
     
  5. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Muss man eine gute Rechtschreibung haben, um gebildet zu sein?

    Gebildet klinkt sehr wissenschaftlich, darum glaube ich, dass es durchaus etwas unangebracht ist.
    Ich wollte ausdrücken, dass sie eine kluge Frau war. (Sry, Fehler vom Amt =))
    Ich will sie nicht als Universalgenie presentieren. Sondern das Bild einer Frau verdeutlichen, die weder dumm noch naiv war. Ihre erfolgreichen Intrigen zeigen, wie sehr sie alles bis ins Kleinste durchorganisierte.
    Sie war eine stolze Frau, die dem König von der Charakterstärke ebenbürtig war, was diesen an ihr so lange fesselte, obwohl sie einen egoistischer Mensch war und schon sehr die Gunst des Königs strapaziert hatte.

    Durchaus. Doch Francoise war sich mehr als bewusst, was ein Anschlag auf Marie-Angelique für sie selbst bedeutet hätte. Ein fatales, unwiederrufbares Eigentor, welches jedem, wie auch für uns heute, seine Gründe gehabt hätte - die "Konkurrenz" auszuschalten. Dies lässt sich dadurch beweisen, dass, als die ducesse de Fontages verstarb, man sofort die Marquise de Montespan verantwortlich gemacht hat. Diese besaß jedoch noch so viel Einfluss, dass sie sich dessen Gerüchten erwehren konnte.
    Jedoch kurz darauf wurde bekannt, dass sie mit der schwarzen Magie etwas am Hut hatte und die Gunst des Königs verlor.

    Also sie tat es nicht, weil sie wusste, dass sie die erste auf der Liste der Verdächtigen gestanden hätte. Wo sie dann auch stand, obwohl sie nichts mit dem Tod der ducesse de Fontages zu tun hatte.
    Lange Zeit glaubten die meisten Höflinge daran, dass sie sie wirklich mit Arsen vergiftet hätte.
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das mit der Rechtschreibung ist auch im 17.Jh. noch etwas schwierig, da es noch nicht eine solche Vereinheitlichung wie im 19.Jh. gab. Dennoch war die Rechtschreibung in Frankreich schon deutlich weiter als in Deutschland, wie ich den Eindruck habe. Deutschland holte dann erst zur Zeit Gottscheds und Aspenpergers und ihrer Sprachgesellschaften auf.

    Dennoch mag es sein, dass die Montespan recht unüblich schrieb, das heißt nicht so schrieb, wie man es von den Werken der großen Dichter und den Büchern der Schriftsteller gewohnt war. Grundsätzlich brauchte man wohl ein gewisses Maß an Bildung, um überhaupt in den Kreis um den König vorzudringen oder hatte dieser auch mal ungebildete dauerhafte Mätressen?
    Bildung ist auch für diesen Thread recht interessant, da dies eine Intrige wie die Giftmordaffäre sicherlich von Bedeutung war.

    @ geschichtsfan 07
    Gibt es eigentlich einiges an Primärliteratur wie Romane oder Bücher mit Histörchen im Stil der Werke vom Baron von Pöllnitz zu der Giftmordaffäre? Ich habe den Eindruck, dass diese Affäre wegen ihrer Ungeheuerlichkeit und dem Ausmaß durchaus bis weit ins 18.Jh. berühmt war.
     
  7. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    War eine rhetorische Frage von mir. :D

    Mir ist keine bekannt.
    Aber gut möglich ist es, dass die unbekannten Damen, die den König mal für eine Nacht amüsierten, nicht gerade die Hellsten waren und ihn für kurze Zeit nur mit ihrer Schönheit, aber nicht mit ihrem Geist, verzaubern konnten.

    Spontan fällt mir der Roman "Die Hexen von Paris" ein. Wobei ich sagen muss, dass der Autor, meiner Meinung nach, ein wenig zu arg in der Fantasie schwebte.
    Es wird aus der Sicht der Voisin geschrieben, wie sie begann sich mit der schwarzen Magie zu beschäftigen und wie das Ganze an Ausmaß gewann.

    Mein persönliches Lieblingsbuch "Der Hof Ludwig XIV. in Augenzeugenberichten" enthält Briefe und Memoiren von Zeitgenossen Ludwig XIV.. So zum Beispiel Madame de Sévigné oder Liselotte von der Pfalz, vielen Höflingen und einige sogar vom König selbst. Man liest, was war! Der Giftmordaffäre wurde in diesem Büchlein ein eigener Part zugesprochen.
     
  8. Andromeda

    Andromeda Neues Mitglied

    Kann es vielleicht auch sein, dass einige Bücher erst im 18. Jahrhundert geschrieben wurden? Es ist ja so, dass viele Dokumente verbrannt sind. So stand es zumindest in meinem Buch [Die Giftaffäre. Mord, Menschenopfer und Schwarze Messen am Hof Ludwig XIV], dazu hatte ich ja schon etwas geschrieben.

    Ich habe mich ja auch schon mit dem Mann in der eisernen Maske auseinandergesetzt, was ja lange ein Tabu-Thema war. Da sind die Gerüchte auch erst im 18. und 19. Jahrhundert aufgeschrieben worden ...
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Kein Wunder, die Académie française wurde immerhin schon 1625 ins Leben gerufen und begann mit der Arbeit an ihrem Dictionnaire zu arbeiten. Deutsche Sprachgesellschaften wie die Fruchtbringende Gesellschaft interessierten sich mehr für Sprachpflege im Sinne einer 'Verdeutschung' denn im Sinne einer verbindlicheren Rechtschreibung.
     
  10. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich denke schon, dass man sich früher schon in Deutschland für eine Vereinheitlichung aussprach, aber der Zentralismus, den es in Frankreich gab, fehlte, trotz aller Bemühungen des Kaiserhofes in Wien, im Heiligen Römischen Reich. Das heißt es gab schon Gesellschaften mit dem Anspruch einer Verbindlichkeit, aber eben fehlte ihnen die Durchsetzungskraft, welche in Paris durch die Protegierung durch den König vorlag. Diese Gründe führen dann auch diejenigen im 18.Jh. an, welche darüber schockiert waren, als z.B. die Berliner Akademie zusehends im Deutschen verfasste - so nach dem Motto: das wird ja niemand von Bildung etc. lesen.=)

    @ geschichtsfan 07
    "Die Hexen von Paris" ist ein zeitnahes oder zeitgenössisches Werk? Wer hat es verfasst?
     
  11. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied


    Die Verdächtigen und die Höflinge, die mit der Giftmordaffäre was zu tun hatten (welche oben einige in meinem ersten Beitrag stehen) verbrannten alles, was sie hätte in Schwierigkeiten bringen können. Aber warum sollte jemand seine Briefe verbrennen, der nur schrieb, was sich ereignete und der nicht mal mit dem kleinen Zeh in der Sache darin steckte?
    Diese stehen in dem Buch „Der Hof Ludwig XIV. in Augenzeugenberichten“. Die Schriften von Zeitgenossen, nicht von Mittätern, sind bekannt.


    Einige Bücher wurden darüber geschrieben, im 18. Jahrhundert. Doch eher Romane als „Sachbücher“, da die Affäre strengstens und so gut wie möglich geheim gehalten werden sollte. Die Bekennung zu dieser hätte einen großen Riss in der Autorität der Monarchie mit sich gebracht, was man wohl weißlich verhindern wollte.



    Hier ist die neue Auflage: Amazon.de: Die Hexen von Paris.: Hans J. Rehfisch: Bücher
     
  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Romane sind auch recht interessant, es geht mir ja grundsätzlich um eine zeitnahe Rezeption. Auch Romane können dafür spannend sein, da sie das anhaltende Interesse an dem Ereignis untermauern würden.
     
  13. Soleil Royal

    Soleil Royal Neues Mitglied

    Louis XIV befürchtete selbst von Madame de Montespan vergiftet zu werden. Zu dieser war die schöne Athenais längst auf dem absteigenden Ast. Der Hof war übrigens davon überzeugt das Madame de Montespan die Fontage auf dem Gewissen hatte - sie hasste sie.
    Und man munkelte, dass sie ihr Kleidungsstücke (Handschuhe oder ein Kleid wird erwähnt) schenkte, die dann vergiftet waren.

    Louis XIV hatte zu dieser Zeit eine ganze Menge Maitressen, Madame de Ludre und Mademoiselle de Fontage, die sich etwas länger hielten und unzählige Mädchen, die ihm Mr. Bontemps über die kleine Treppe in sein Appartement ungesehen zuführte.

    Beide (le Ludre und Fontages) wurden von Mademe de Maintenon (die zu dem Zeitpunkt ebenfalls schon Maitresse des Königs war) und von Madame de Montespan gleichermaßen als hohlköpfige Püppchen angesehen und verachtet.

    Hofdamen die keine Bildung, keinen Kunstverstand und keinerlei Witz und einen wachen Geist besaßen, waren ausschließlich fürs Bett.
    Louis umgab sich nur mit Frauen auf Dauer die eben seine Interessen teilten und über ein gute Bildung verfügten. Hofdamen wurden ja speziell so erzogen, dass sie Konversation auf höchstem Niveau treiben sollten, aber nicht jede schaffte das dann auch. Das gleiche bei den männlichen Höflingen.
    Deshalb war auch die Valliere relativ schnell weg vom Fenster - da kam nur hinzu, dass Louis diese Frau, trotz ihrer Schüchternheit und Teilnahmslosigkeit sehr liebte.
    Wahrscheinlich weil es eben seine erste große Liebe war.
    Mit der Nichte des Kardinals bestand ja nur eine rein platonische Beziehung - dafür sorgte seine Mutter.


    Die Beweise gegen Madame de Montespan waren jedenfalls so erdrückend, dass Louis XIV einschreiten musste und sie trotz seiner Abneigung und seiner Furcht selbst ein Opfer zu werden, deckte.
    Er entschied, sie dürfe nicht mehr verdächtigt werden.
    Damit war sie für unschuldig erklärt.
     
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