Die Hexen und ihre Geschichten

Dieses Thema im Forum "Hexenverfolgung (1450-1750)" wurde erstellt von Rafael, 13. März 2005.

  1. Rafael

    Rafael Aktives Mitglied

    Moen Eva Beckersche

    Eva Beckersche musste sich im Jahre 1589 auf dem Frankenturm der Stadt Köln gegen Beschuldigungen erwehren, die behaupteten sie sei eine "Zauberin".
    So soll sie einem Mädchen ">>den Bösen in den Leib gezaubert haben<<".1 Auch soll sie andere Menschen mit Krankheiten verflucht haben. Ein anderes Indiz dafür, dass sie eine Hexe sei, glaubte man gefunden zu haben, als man ihr sagte, dass sie nicht weinen könne. Es hieß nämlich, eine Frau ">>das, Tränen nämlich vergießen, nicht kann, wenn sie eine Hexe ist.<<"1
    Der Mann, der diese Gerüchte in die Welt gebracht haben soll, ein Pater namens Claes, berichtete dem Gericht, dass viele Menschen zu ihm gekommen seien und ihm erzählten, dass ihnen die o.g. Eva Beckersche Schaden zugefügt habe. Er meinte, man solle die Beschuldigte einfach mit dem Scharfrichter konfrontieren, wenn man die Wahrheit erfahren wolle.
    Als Eva Beckersche ihm gegenüberstand, versuchte er sie mit einem "Zauberspruch[] zu bannen: >> Acha, fara, foßa, kruka, tuta, mora, morsa, pax, max, deus, homo, imax<<".1
    Sie fuhr ihn daraufhin an und schrie, er solle doch zu seiner Hure gehen, zu der er gezogen sei. Damit sprach sie wohl ein offenes Geheimnis an...
    Sie wurde dennoch gefragt woher sie das wisse und das Protokoll berichtet, sie solle gesagt haben, dass es ihr die Engeln des Herrn verraten hätten.
    Dass sie eine Zauberin sei, wies sie zurück und sie nannte sogar einen Grund, weshalb man ihr wohl etwas anhängen wollte.
    ">>Diejenigen, so ihr broidt geßen und ire sonst zuthun gewest unnd nicht betzalen wollen, hetten ire solch felschlich nachgeredt.<<"1

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    Quelle: 1 Bettler und Gaukler, Dirnen und Henker; Außenseiter in einer mittelalterlichen Stadt; von Franz Irsigler und Arnold Lassota; dtv; hrsg. 2001, S.164
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Hier liegt der Unterschied zwischen der mittelalterlichen Anklage der Zauberei und der frühneuzeitlichen der Hexerei.
    Mir liegt das Buch von Irsigler/Lassota nicht vor, ich kenne das Schicksal der angeschuldigten nicht; wurde sie als Ketzerin verurteilt?
     
  3. Rafael

    Rafael Aktives Mitglied

    Lieber Mercy,

    leider steht in dem Buch, das ich habe, nichts über ihr weiteres Leben (oder Ableben)... Versuche seit längerem mehr über Moen Eva Beckersche herauszufinden, doch bin nicht fündig geworden...
     
  4. Mercy

    Mercy unvergessen

    Wenn du der Sache auf den Grund gehen willst, frage per e-mail beim Stadtarchiv Köln an. Irsigler hat eine Geschichte der Stadt Köln publiziert. Du wirst da nicht auf taube Ohren stossen.
     
  5. Rafael

    Rafael Aktives Mitglied

    Ich habe das Archiv per E-Mail zu Rate gezogen. Mir wurde daraufhin berichtet, wann ich nach Köln kommen konnte, um die bestimmten Archivale einzusehen und ich habe den Tipp bekommen, mir ein zusätzliches Buch zu kaufen... :mad: Doch Rafi hat kein Geld für solche Forschungen....
     
  6. survivor

    survivor Gast

    Das Buch kann man vielleicht in einer großen Bibliothek entleihen.

    Wenn Du in Berlin wärest, dann wäre die Staatsbibliothek wohl Dein
    Ansprechpartner.
     
  7. Rafael

    Rafael Aktives Mitglied

    Das schöne Berlin... wenn ich mal wieder bei meinen Großeltern bin, dann schau ich da vielleicht vorbei :)
     
  8. survivor

    survivor Gast

    Ich zeige Dir dann die Bibliotheken. Die sind mein 2. Zu-Hause!
     
  9. Rafael

    Rafael Aktives Mitglied

    Gut dann gebe ich dir bescheid...
    Hast du vielleicht etwas zu Hexengeschichten zu sagen?
    Gibt es eine interessante Berlinerin?
     
  10. survivor

    survivor Gast

    So weit ich weiss wurde die Hexenverfolgung in Preussen im Jahre 1721 verboten
    und die entsprechenden Steinsäulen demontiert.
    Statt dessen steckte man die “Außenseiter” nun in Arbeitshäuser, die offiziell
    Nervenheilanstalten waren und zwang sie zu jahrzehntelanger Arbeit. Es gab für
    sie dann auch militärischen Drill und es wurden Menschenversuche schon im 18. Jahrhundert ausgeführt. Preussen sah sich halt als modern. Preussen war ähnlich wie
    das bergische Land gemischt-konfessionell und das hatte ein spezielles Klima der
    Toleranz verstärkt. Scheiterhaufen waren dort nie auf wirklich fruchtbaren Boden gestoßen.
    Ich werde aber mal versuchen etwas über Berliner Hexenverfolgung herauszufinden.
     
  11. Mercy

    Mercy unvergessen

    Da gibt es nichts zu finden, Berlin ist zu jung.
     
  12. askan

    askan Neues Mitglied

    Ja, erst 760 jahre alt *diese Neubausiedlung*!
     
  13. survivor

    survivor Gast

    Ob diese genannten Steinpfähle zur Verbrennung speziell in Berlin standen,
    vermag ich nicht zu sagen. Aber in Brandenburg-Preussen gab es auf jeden Fall Hexenverfolung.
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Würde ich so aber nicht sehen, z. b. gab es in Straßberg/Hohenz. (dort wo Dein Kumpel de Werth eine seiner Ehen schloss) damals Buchauisch, noch in den 1760er Jahren einen Hexenprozess, sie wurde als Gnade zuerst erwürgt, dann verbrannt.
    Ich glaube 1760 gabs Berlin schon.

    Grüße Repo
     
  15. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das ist ein weites Feld. =)
     
  16. Rafael

    Rafael Aktives Mitglied

    (nicht ganz zum Thema, doch auf den vorherigen Beitrag bezogen:rolleyes: )

    und schon wieder die "Effi Briest" oder besser gesagt ihr Vater... *grr*:motz: :p
     
  17. survivor

    survivor Gast

    Beispielsweise im Havelland gab es Hexenprozesse.
     

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