die Lage des Handelswesens im Vörmärz

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Nonamelie, 12. April 2012.

  1. Nonamelie

    Nonamelie Neues Mitglied

    Hallo,
    ich wollte fragen, ob mir jemand kurz etwas über die Lagen ds deutsches Handelswesen und die Schicht der Kaufmänner in der Revolution des Vormärzs erzählen kann? ich brauch einfach ein paar Infos um ein literarischer Text einordnen zu können.

    Im Text wird es so dargestellt, dass es den Handelswesen nach der Revolution viel schlechter geht, als vorher. Meine Frage ist, ob das mit der Wirklichkeit überein trifft. ich weiss, dass es den Bürgertum zu der Zeit eh nicht so gut ging, aber auf der anderen Seite, hab ich auch gelesen, dass die Revolution auch dazu geführt hat Maßeinheiten zu vereinfachen und Zollbeschränkungen zu senken, was ja eher positive Folgen waren oder?

    also einfach ganz platt: welche Folgen hatte die Revolution für den deutschen Handel?

    lg Nonamelie
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Welche Revolution meinst du, die Märzrevolution? Also willst du eigentlich einen Vergleich der Situation vor und nach 1848?
    Oder redest du von der französischen Revolution und deren Folgen in Dtld. bis zur Märzrevolution?
    Um welchen Text handelt es sich bzw. kannst du die entsprechende Passage zitieren?
     
  3. Nonamelie

    Nonamelie Neues Mitglied

    hallo,

    also ich meinte die Situation um 1848. Es geht um die humoristischen Skzzen des deutschen Handelsleben von Georg Weerth

    hier zwei Beispiele aus dem Text:

    Wir zahlten stets so spät als möglich, aber immer in Zeiten. Wir waren immer gefällig, nur nicht zu unserm Nachteil. Sorgend für uns, schadeten wir niemand – uns am wenigsten. Wir ließen leben und lebten. Das letztere war die Hauptsache. Zufrieden waren wir mit Gott und aller Welt, weil wir zufrieden waren mit uns. Trotzend der Konkurrenz, überwanden wir vieles. Leuchtend lag die Zukunft vor uns – da schlägt die verfluchte Revolution hinein!«.

    Voll Angst beginnt man seine Arbeit, und zitternd eröffnet man jeden Brief, denn es ist nur zu wahrscheinlich, daß irgendeiner ›Mit traurigem Herzen‹ oder ›Ich sehe mich in die traurige Notwendigkeit‹ oder ›Bei dem Drang der Verhältnisse bedaure ich‹ oder mit irgendeiner andern bankrotten Phrase beginnen wird. Falliten folgen Falliten, und der Kredit ist erschüttert bis in seine Urtiefen. Throne wackeln, und es wackelt der letzte Seifensieder. Bankiers fallen wie die Fliegen im Winter, und die, welche auf den Beinen bleiben, sind so hartleibig, als hätten sie nur Wasser gesoffen und gekochte Eier dazu gegessen seit sieben Monaten. Wegen jedes Lauseposten wird man gemahnt, als schuldete man eine Million zwei Jahre über Verfalltag

    Das spannende ist, dass es eine satire ist , umso interessanter ist es zu schauen, wie es wirklich war
     
  4. Melchior

    Melchior Neues Mitglied


    @Nonamelie

    Das ist m.E. nicht so einfach zu beantworten. Eine Handelskrise gab es 1847 schon.

    Vergl.:

    Friedrich Engels - Die Handelskrise in England - Chartistenbewegung - Irland

    Wirtschaftskrise ? Wikipedia

    hier 1847, UK.

    Maße und Gewichte waren im wesentlichen Sache des deutschen Zollvereins, der hatte mit der Revolution 1848 nicht all zu sehr was zu tun.

    Deutscher Zollverein ? Wikipedia

    Nun reflektiert Georg Weerth eine konkrete historische Situation und interpretiert sie literarisch, ab jetzt wird es heikel.

    In dem von Dir zitierten zweiten Teil stellt er m.E. auf die Verrechtlichungstendenzen der ökonomischen Beziehungen ab. Die Willkür des Marktes oder wenn Du Smith bemühen möchtest die "Unsichtbare Hand" die sichtbar durch eben solche zitierten Schreiben wird.

    Fazit:

    Handelskrise, ja. Ob es ein Bürgertum als Klasse gab, mit einigermaßen identischen Interessen in 1848 in Deutschland, weiß ich nicht, vllt. kann hier ein Soziologe "einspringen". Ob es dem Handelswesen vor, während und nach der Revolution schlechter erging ist Interpretationssache, wahrscheinlich revolutionsbedingt eher schlechter, da unruhig - äußerst vage, da durch nichts abgesichert. Bedenke aber, G. Weerth beschreibt nicht die Situation des Großbürgertums sondern verbleibt in der milieuhaften Schilderung des Klein- und mittleren Bürgertums.

    M.
     
  5. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Nun ja, 1848 war ein schwieriges Jahr für die Franzosen, die März-Revolution kam dazu und vor allem führten Fehlinvestitionen wohl tatsächlich dazu dass eine Reihe Händler und auch Bankiers bankrott machten, sich zumindest davor fürchteten.

    @Noanamelie
    Wenn du "1848 Bankrott" googelst, erhälst du einige Seiten, die das verdeutlichen.
    Ein Fall waren z.B. Carl August Rabenstein & Co., Chemnitz
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. April 2012

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