Die Mauer - Ausdruck (inter)nationaler Konflikte?

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von maxmeyer, 5. Juni 2018.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Beide Staaten arbeiteten noch lange, schon aus Opportunität, mit alten NS-Kadern zusammen. Mit dem Unterschied, dass die DDR das erfolgreicher unter den Teppich kehrte als die BRD und - bigott wie die DDR-Führungselite war - der BRD mit Schwarzem Kanal und Braunbuch das vorwarf, was sie selber - wissentlich - praktizierte.

    Wobei das ja eigentlich nur für das Schlupfloch Berlin gilt.
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wie meinst Du das: was soll nur für Berlin gegolten haben?
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dass die Mauer quasi über Nacht errichtet wurde. Die innerdeutsche Grenze war ja - eben bis auf Berlin - schon vorher "gesichert". Der Mauerbau vom August '61 überlagert in unserem Bewusstsein die Tatsache, dass Berlin eben bis dahin das Schlupfloch in den Westen war.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Danke, ist mir jetzt auch klargeworden, was gemeint war.
     
  5. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Dass beide Staaten mit den ehemaligen NS-Kader zusammen gearbeitet haben, stimmt. Aber zuvor räumten die SU und die DDR in Ostdeutschland besser auf: Sie verfolgten und verurteilten prozentual, also gemessen an der Bevölkerungszahl, wesentlich mehr Nazis als die BRD. Das sollte man schon erwähnen, bevor man daran geht, die beiden Staaten in diesem Punkt als gleich zu bezeichnen.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Zahlen kenne ich nicht, kann sie auch nicht vergleichen. Ich weiß aber, dass die Mitgliedschaft in der NSDAP (das reine Mitläufertum also) in der SBZ/DDR gerne genutzt wurde, um Unternehmensenteignungen zu begründen. Insofern muss man solche Zahlen u.U. auch als klassenkämpferisch und nicht rechtsobligatorisch begründet überprüfen. Ich habe mal einen Fall von einem Industriellen in den Händen gehalten, der bereits als entlastet eingestuft worden war, wo auf Betreiben der Partei das Schiedsverfahren wieder aufgenommen wurde. Die meisten Entnazifizierungsverfahren (die wohlgemerkt keine juristischen Verfahren waren, man unterschied da in allen vier Besatzungszonen recht genau) sind ja eher langweilig einzustufen, zumindest bei den als entlastet oder minder belastet eingestuften Personen. Das war eine der eher interessanten Akten.
    Die SU hat auch zahlreiche Männer und Frauen aus der SBZ bzw. zwischen 1949 und 54 DDR "zum Arbeitseinsatz" deportiert (außerdem viele "Volksdeutsche" aus Polen, Tschechien oder Rumänien), genaue Zahlen sind unbekannt, Schätzungen schwanken zwischen 350.000 und 900.000. Viele davon holte man sich aus Internierungslagern, ob es sich um Nazis oder Oppositionelle handelte, andere wurden ohne Verfahren gewissermaßen in Art einer Kollektivschuldthese als Ausgleich für die Verbrechen deutscher Truppen jedweder Zugehörigkeit deportiert. Im Prinzip hat man Unrecht mit Unrecht zu begleichen versucht.
     
  7. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Wie schön, dass man mittlerweile im Forum eigentlich alles behaupten kann, ohne auch nur die Spur eines Belegs anzuführen. Großes Kino!
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Welchen Beitrag meinst du?
     
  9. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Verstehe ich nicht die Rückfrage. Die meisten verzichten darauf. Und bei einigen ist es nicht so wichtig.

    Aber z.B. #25 und #26 sind in den Aussagen so relevant, dass es eigentlich nicht verkehrt gewesen wäre, einen Verweis anzufügen.
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    andreassolar, Apvar und thanepower gefällt das.

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