Pardela_cenicienta
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Heute war ein Vortrag von Frau Dr. Christa Meiborg im Bürgerhaus von Reimershausen, vor dem Geschichts- und Heimatverein Lohra: „Zwei neu entdeckte römische Marschlager im Umfeld von Reimershausen“.
Das idyllisch gelegene Dorf im Salzbödetal hat 137 Einwohner, ca. 120 Zuschauer waren dort.
Römisches Marschlager Reimershausen Nord:
8,6 ha, überwiegend Spielkartenformat, aber mit der drususzeitlichen Variante einer erweiterten südwestlichen Ecke. Der Lagergraben wurde z.T. mit der Dolabra in den anstehenden Fels des Gipfelplateaus geschlagen, noch bis 74 cm tief und 180 cm breit. Bekannt seit 2017, Ausgrabungen 2023 mit 5 Profilschnitten, geomagnetische Prospektion. Am nördlichen Rand des Lagers fand sich eine perfekt erhaltene Dolabra.
Römisches Marschlager Reimershausen Süd: mindestens 10 ha Größe. Südliche und südöstliche Ausdehnung wegen Erosion durch mittelalterlichen und neuzeitlichen Ackerbau nicht bestimmbar.
Beide Lager nicht zur selben Zeit entstanden. Im von beiden Lagern überlappend genutzten Bereich des Gipelplateus fanden sich 10 römische Münzen, überwiegend Nemausos-Asse, aber auch eine Münze aus der Zeit Trajans (möglicherweise spätere einheimische Grabbeigabe), 4 keltische / gallische Münzen aus Bronze.
Sonst: ein perfekt erhaltener römischer Zelthäring, mehrere Katapultbolzen, eine Lanzentülle. 129 Sandalennägel.
Beide Lager liegen auf dem Kapp, einer überwiegend bewaldeten Bergkuppe direkt nördlich des Ortes, nach Südosten mit einer steil abfallenden Flanke zum Salzbödetal, und mit guter Wasserversorgung. Fernblick zum nahen Dünsberg, Biebertal, Aartal, nach Nordosten zum dominanten Rimberg bei Caldern, aber auch zu den Kuppen der Lahnberge.
Lager Niederweimar:
In der Kiesgrube in Richtung Wenkbach. Anschluss an die Lahn, vermutlich Versorgungslager. Tiefe Gräben, aber keine wegweisenden römischen Metall- oder Keramikfunde. Dafür Kies ² und Sand.
Römisches Marschlager Brücker Wald: ca. 5 ha Größe, Wallanlage unter Einbeziehung bronzezeitlicher Grabhügel. Im Norden ein weiteres drususzeitliches Clavicula-Tor. Haupttor zur Amöneburg ausgerichtet, wieder vergrößerte südwestliche Ecke, sonst Spielkartenform. Die Lage ist strategisch günstig nahe zum Ohmübergang. Mich ärgert dass ich zwar begeistert vor fast 30 Jahren die großflächigen bronzezeitlichen Grabhügel der Westseite des Lagers gesehen habe, als ich dort Vögel in der dortigen Sumpflandschaft ² beobachtete, aber keine Spuren römischer Lager erkannte.
¹ Das ist ja völlig abgehobene esoterische Rosinenpickerei, um so verwerflicher hierfür so einen hochtrabenden Titel zusammenzubasteln. Da ich aber 64 km mittelhessische Straßen bei Gewitter hinter mir habe, habe ich mir das erlaubt.
² deshalb geomagnetische Prospektion weniger ergiebig
Nachtrag: Anwesend war auch der pensionierte Archäologe Klaus Sippel, der daran erinnerte, dass die beiden Lager in Reimershausen durchaus den in den Annalen des Tacitus erwähnten Lager(n) des Castellum in monte Tauno entsprechen könnten, da die uns geläufige Benennung des heutigen Taunus genau so neuzeitlich ist wie die des Teutoburger Waldes.
Das idyllisch gelegene Dorf im Salzbödetal hat 137 Einwohner, ca. 120 Zuschauer waren dort.
Römisches Marschlager Reimershausen Nord:
8,6 ha, überwiegend Spielkartenformat, aber mit der drususzeitlichen Variante einer erweiterten südwestlichen Ecke. Der Lagergraben wurde z.T. mit der Dolabra in den anstehenden Fels des Gipfelplateaus geschlagen, noch bis 74 cm tief und 180 cm breit. Bekannt seit 2017, Ausgrabungen 2023 mit 5 Profilschnitten, geomagnetische Prospektion. Am nördlichen Rand des Lagers fand sich eine perfekt erhaltene Dolabra.
Römisches Marschlager Reimershausen Süd: mindestens 10 ha Größe. Südliche und südöstliche Ausdehnung wegen Erosion durch mittelalterlichen und neuzeitlichen Ackerbau nicht bestimmbar.
Beide Lager nicht zur selben Zeit entstanden. Im von beiden Lagern überlappend genutzten Bereich des Gipelplateus fanden sich 10 römische Münzen, überwiegend Nemausos-Asse, aber auch eine Münze aus der Zeit Trajans (möglicherweise spätere einheimische Grabbeigabe), 4 keltische / gallische Münzen aus Bronze.
Sonst: ein perfekt erhaltener römischer Zelthäring, mehrere Katapultbolzen, eine Lanzentülle. 129 Sandalennägel.
Beide Lager liegen auf dem Kapp, einer überwiegend bewaldeten Bergkuppe direkt nördlich des Ortes, nach Südosten mit einer steil abfallenden Flanke zum Salzbödetal, und mit guter Wasserversorgung. Fernblick zum nahen Dünsberg, Biebertal, Aartal, nach Nordosten zum dominanten Rimberg bei Caldern, aber auch zu den Kuppen der Lahnberge.
Lager Niederweimar:
In der Kiesgrube in Richtung Wenkbach. Anschluss an die Lahn, vermutlich Versorgungslager. Tiefe Gräben, aber keine wegweisenden römischen Metall- oder Keramikfunde. Dafür Kies ² und Sand.
Römisches Marschlager Brücker Wald: ca. 5 ha Größe, Wallanlage unter Einbeziehung bronzezeitlicher Grabhügel. Im Norden ein weiteres drususzeitliches Clavicula-Tor. Haupttor zur Amöneburg ausgerichtet, wieder vergrößerte südwestliche Ecke, sonst Spielkartenform. Die Lage ist strategisch günstig nahe zum Ohmübergang. Mich ärgert dass ich zwar begeistert vor fast 30 Jahren die großflächigen bronzezeitlichen Grabhügel der Westseite des Lagers gesehen habe, als ich dort Vögel in der dortigen Sumpflandschaft ² beobachtete, aber keine Spuren römischer Lager erkannte.
¹ Das ist ja völlig abgehobene esoterische Rosinenpickerei, um so verwerflicher hierfür so einen hochtrabenden Titel zusammenzubasteln. Da ich aber 64 km mittelhessische Straßen bei Gewitter hinter mir habe, habe ich mir das erlaubt.
² deshalb geomagnetische Prospektion weniger ergiebig
Nachtrag: Anwesend war auch der pensionierte Archäologe Klaus Sippel, der daran erinnerte, dass die beiden Lager in Reimershausen durchaus den in den Annalen des Tacitus erwähnten Lager(n) des Castellum in monte Tauno entsprechen könnten, da die uns geläufige Benennung des heutigen Taunus genau so neuzeitlich ist wie die des Teutoburger Waldes.
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