jchatt
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da würde ich gern einhaken: kennt jemand Bremer: Die Nutzung des Wasserweges zur Versorgung der römischen Militärlager an der Lippe, 2001?
Hört sich interessant an. Was sagt denn Herr Bremer über die Schiffbarkeit der Lippe?
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da würde ich gern einhaken: kennt jemand Bremer: Die Nutzung des Wasserweges zur Versorgung der römischen Militärlager an der Lippe, 2001?
Hört sich interessant an. Was sagt denn Herr Bremer über die Schiffbarkeit der Lippe?
Die Sache mit der Fundarmut und dem Hochwasser habe ich am Donnerstag noch von Herrn Kühlborn persönlich gehört.
Und ich halte ihn diesbezüglich für kompetent.
Sehr interessant!
Ich kenne seine Meinung bezügl. Anreppen.
Hat er auch etwas über Oberaden, speziell der Innebebauung gesagt?
Hat es wirklich Kasernenbauten für 2 Legionen dort gegeben?
ist damit gemeint, dass dieses Lager in der Zeit seiner Nutzung nicht hochwassergefährdet war?Ich denke abschliessend, daß das Wort des verantwortlichen Archäologen in Anreppen (Dr. Kühlborn) hier ein großes Gewicht hat. Und wenn der meint, daß das Lager nicht hochwassergeschützt war, dann hat er für solche Vermutungen wohl seine Gründe.
Hallo Maelonn, ich schrieb lediglich daß die Maße des größten der fünf Gebäude 20,5 x 37,25m beträgt. Und damit meinte ich die auf den beiden Bildern zu erkennenden Gebäude im abgesperrten Bereich. Das große Lagergebäude am Südtor habe ich damit nicht bezweifelt.Falsch ist die Behauptung, dass das größte Magazingebäude in dem Lager 20x37 Meter groß gewesen sei. Wiegels zum Beispiel schreibt von einem 56x68 Meter großen Magazingebäude am Südtor.
Mich würde in diesem Zusammenhang deine Meinung über die möglichen Gründe des "Absperrens" interessieren.Hier der abgegrenzte Lagerbereich von Anreppen(im Modell):
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Das größte der fünf Gebäude hat die Maße von 20,5 x 37,25m.
Ich bin lediglich der Meinung daß sich der Leser anhand von reinen Zahlenangaben eine eigene Meinung bilden kann. Ob sechs Gebäude nun eine "Vielzahl" oder eine "Speicherstadt" darstellen kann jeder selbst entscheiden.Übrigens spricht nicht nur Wiegels von einer "Vielzahl" von Magazingebäuden.
Herr Bremer vermutet daß die Lippe bis Anreppen schiffbar war aber daß bis Haltern die "Rheinprahmen" mit ca. 60t und von Haltern bis Anreppen Prahmen mit einer Tragfähigkeit von 15t genutzt wurden.Hört sich interessant an. Was sagt denn Herr Bremer über die Schiffbarkeit der Lippe?
Das größte der fünf Gebäude hat die Maße von 20,5 x 37,25m. Unter riesig verstehe ich etwas anderes und die Gebäude sind nur in Maelonns Theorie bis unter die Decke gefüllt.
Die Ausgräber bezeichnen die 5 Schuppen als "Speicherstadt". . .
Soso. Dann darf ich Dich mal zitieren:Hallo Maelonn, ich schrieb lediglich daß die Maße des größten der fünf Gebäude 20,5 x 37,25m beträgt. Und damit meinte ich die auf den beiden Bildern zu erkennenden Gebäude im abgesperrten Bereich. Das große Lagergebäude am Südtor habe ich damit nicht bezweifelt.
Das habe ich so verstanden, dass es Deiner Ansicht nach keine "riesigen" Lagergebäude in Anreppen gab. Unklar bleibt mir, wieso Du das Lagergebäude mit der vierfachen Grundfläche des von Dir genannten Speichers außer Acht gelassen hast. Unklar bleibt mir auch, welche Theorie ich angeblich geäußert haben soll. Aber vielleicht kommt da ja noch eine Antwort...Das größte der fünf Gebäude hat die Maße von 20,5 x 37,25m. Unter riesig verstehe ich etwas anderes und die Gebäude sind nur in Maelonns Theorie bis unter die Decke gefüllt.
Die Ausgräber bezeichnen die 5 Schuppen als "Speicherstadt". . .
Mir erscheint es plausibel, dass die Römer damals Sicherungen mit Zäunen aus den gleichen Gründen geschaffen haben wie heute: Um den Zutritt zu erschweren. So sind in heutigen Kasernen die Bereiche, in denen z.B. Waffen und Munition gelagert werden, ebenfalls durch zusätzliche Zäune oder andere Sicherungen abgesperrt. Bei Fahrzeugstellplätzen dagegen fehlen solche Zäune. Alkoholvorräte in der Kantine sind ebenfalls eingeschlossen. Man kann also annehmen, dass die Römer in dem Bereich des Lagers Anreppen etwas gelagert, was nur kontrolliert ausgegeben werden sollte.Mich würde in diesem Zusammenhang deine Meinung über die möglichen Gründe des "Absperrens" interessieren.
Die Wissenschaftler, auf deren Aussagen ich meine Meinung stütze, habe ich genannt. Dass jeder trotzdem anderer Meinung sein darf, habe ich auch schon geschrieben. Ob die von Dir erwähnten sechs Speicherbauten die einzigen in Anreppen waren, wissen wir zudem nicht. Das Lager ist nicht flächendeckend ergraben worden.Ich bin lediglich der Meinung daß sich der Leser anhand von reinen Zahlenangaben eine eigene Meinung bilden kann. Ob sechs Gebäude nun eine "Vielzahl" oder eine "Speicherstadt" darstellen kann jeder selbst entscheiden.
Die Anmerkung verstehe ich wieder nicht. Was hat sich da geändert? Bezeichnen die Worte "tief im Inneren Germaniens" nur einen bestimmten Punkt? Ein Blick auf die Karte jedenfalls macht deutlich, dass Anreppen zu den am weitesten östlich des Rheins gelegenen Lagern gehört.Das letzte mal hab ich z.B. von "Tief im Inneren Germaniens" im Zusammenhang mit Kalefeld gelesen. . . So ändern sich die Zeiten!
Zur Hochwassergefahr in Anreppen - Zitat Bremer, S. 9:
" Die Lage, unmittelbar an der Lippe auf einer unscheinbaren Anhöhe, die jedoch weitgehend hochwasserfrei ist,. . ."
Ich möchte hier noch auf ein sehr interessantes Thema hinweisen. Es geht um Haltern. Ich wollte diesen Beitrag zunächst im Aliso-Thema unterbringen, glaube allerdings das er hier besser aufgehoben ist, da es um mehr als nur Aliso geht:
Aufgrund der archäologischen Funde muß man wohl davon ausgehen, daß Haltern der bedeutenste Standort der Römer in Germanien war. Schwierig ist allerdings nach wie vor die Datierung. Interessant ist natürlich das Enddatum des Lagers, nicht zuletzt um auch andere Fundorte (Kalkriese) entsprechend einzuordnen. Eine These geht vom Ende Halterns im Zuge der Varusschlacht aus. Mittlerweile gibt es jedoch Theorien die von einer längeren Belegung bzw. von einem Neuaufbau ausgehen. Fakt ist: Es gibt keine Hinweise auf eine Zerstörung des Lagers. Es gibt allerdings gewisse Hinweise auf eine Belagerung, bzw. auf Kämpfe (Massengrab im Töpferofen, Hortfunde etc.). An der ehemaligen Römerstraße in Haltern hat man diverse Gräber gefunden, was wohl auch für einen solchen Standort normal ist. Jetzt habe ich gelesen, daß einige dieser Gräber zerstört wurden und anschließend durch neue Gräber überbaut wurden. Da stellt sich dann doch die Frage:
Was war da los?
Wie läßt sich das interpretieren?
Auszug aus dem Link von Flavius
Eine in München durchgeführte Strontium-Isotopen-Analyse ergab, dass es sich tatsächlich um germanische Krieger im Alter zwischen 20 und 50 Jahre handelt. Diemeisten stammten aus der näheren Region, vierhatten hingegen eine weite Reise hinter sich. Sie stammten, wie die Untersuchung des Zahnschmelzes ergab, aus Böhmen oder aus dem Schwarzwald.
Meintest du damit speziell Zerstörung und anschließende Überbauung?Was war da los?
Wie läßt sich das interpretieren?
@jchatt, in der Abb. 65 aus der du auch zitiert hast steht über den Angaben "Schätzung durch Verfasser". Soll das nur für die Römerzeit gelten oder auch für die Daten aus heutiger Zeit?
Da die höchsten Angaben "im Lager" laut Karte 90,8 und 91,6m sind?!
Wenn man Haltern mit dem im Jahre 16 belagerten Kastell an der Lippe gleichsetzt, dann hätten wir ja auch endlich in dem angrenzenden Gräberfeld den Tumulus der Varuslegionen. Und niemand hats bemerkt als er ausgegraben wurde, weil unsere Vorstellung von einem gigantischem Varus-Grabmal unsere Sinne getrübt hat ;-)
Fände ich jedenfalls logisch, daß man die Gefallenen nicht auf dem Schlachtfeld sondern im Schutz einer Militäranlage bestattet hat.
Und wenn man das, was von den Legionären noch erhalten war, auch noch verbrannte, reicht halt auch ein kleiner Tumulus.
Bei Tacitus (Germ. 6,6) steht ja auch zurückbringen.
Wenn Haltern also wirklich die dominierende Funktion in der neuen Provinz hatte, dann wäre hier auch der würdigste Platz für beim "Provinzieren" Gefallener, oder ?
Gruss
jchatt
Moment!
In das Lager Aliso haben sich Überlebende der Varusschlacht geflüchtet. Wie groß die Distanz zwischen Schlachtfeld und Tumulus war, wissen wir nicht.
Die Tacitus-Stelle (Germania 6,6) bezieht sich auf den Umgang der Germanen mit ihren eigenen Gefallenen (siehe: Tacitus: Germania (6-15), Die ffentlichen Einrichtungen der Germanen in Krieg und Frieden (lateinisch, deutsch)).
Man müßte gegen die Quellen argumentieren, wenn man den römischen Legionen (die ja immerhin auf einem Feldzug waren) nachsagt, sie hätten auf dem Schlachtfeld die Knochen eingepackt, verladen und "vor der Haustür" bei ihrem Kastell Haltern (Aliso?) begraben.
Oder man kommt zur Annahme, daß das Varusschlachtfeld bei Haltern ist.Letzteres halte ich aber für abwegig.
In das Lager Aliso haben sich Überlebende der Varusschlacht geflüchtet. Wie groß die Distanz zwischen Schlachtfeld und Aliso [nicht: Tumulus] war, wissen wir nicht.
Ich gehe mal davon aus, daß der höchste Punkt im Lager zur römischen Zeit gemeint ist. Der ist ja durch die Grabungen recht genau festgestellt.
Geschätzt wurde, denke ich mal, der Wasserstand und die Sole der Lippe.
Wenn man Haltern mit dem im Jahre 16 belagerten Kastell an der Lippe gleichsetzt, dann hätten wir ja auch endlich in dem angrenzenden Gräberfeld den Tumulus der Varuslegionen. Und niemand hats bemerkt als er ausgegraben wurde, weil unsere Vorstellung von einem gigantischem Varus-Grabmal unsere Sinne getrübt hat ;-)
Fände ich jedenfalls logisch, daß man die Gefallenen nicht auf dem Schlachtfeld sondern im Schutz einer Militäranlage bestattet hat.
Und wenn man das, was von den Legionären noch erhalten war, auch noch verbrannte, reicht halt auch ein kleiner Tumulus.
Bei Tacitus (Germ. 6,6) steht ja auch zurückbringen.
Wenn Haltern also wirklich die dominierende Funktion in der neuen Provinz hatte, dann wäre hier auch der würdigste Platz für beim "Provinzieren" Gefallener, oder ?
Gruss
jchatt
Ich habe das belagerte Lager an der Lippe des Jahres 16 gemeint. Ob das mit Aliso identisch war, ist nicht klar.
Wenn man Haltern mit dem im Jahre 16 belagerten Kastell an der Lippe gleichsetzt, dann hätten wir ja auch endlich in dem angrenzenden Gräberfeld den Tumulus der Varuslegionen. Und niemand hats bemerkt als er ausgegraben wurde, weil unsere Vorstellung von einem gigantischem Varus-Grabmal unsere Sinne getrübt hat ;-)
Und in der Germania stellt Tacitus die Germanen seinen Römern gegenüber.
"Die Germanen bringen Ihre Toten auch in ungewisser Schlacht zurück"
daraus kann man folgern:
"Die Römer bringen ihre Toten nur bei siegreicher Schlacht zurück"
Das "Zurückbringen" wäre danach also selbstverständlicher als auf dem Schlachtfeld zu bestatten.;-)
Carolus schrieb:Man müßte gegen die Quellen argumentieren, wenn man den römischen Legionen (die ja immerhin auf einem Feldzug waren) nachsagt, sie hätten auf dem Schlachtfeld die Knochen eingepackt, verladen und "vor der Haustür" bei ihrem Kastell Haltern (Aliso?) begraben.
An welcher Stelle ist das gegen die Quellen ?
Nirgendwo steht, dass die Bestattung auf dem Schlachtfeld stattfindet.
Das implizieren wir, die nicht genau wissen wie das generelle Vorgehen damals war.
Auch hier kann Tacitus wieder Selbstverständliches voraussetzen.
Fakt ist: Auch Tacitus erwähnt im Jahr 16 den Tumulus in der Nähe des Kastells an der Lippe.
Das würde auch den bisher fehlenden Tumulus in Kalkriese erkären.
Gruss
jchatt
ich nehme mal an daß salvus das Gräberfeld bei Berghaltern meint. Es handelt sich dabei um ca. 100 römische Gräber an einer Gräberstraße zwischen Annaberg und Silverberg.
@salvus, wäre es möglich daß du deine Quelle nennen könntest?
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