Die soziale Lage der Frau in der Industrialisierung (aus der Arbeiterschaft)

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Gast, 29. November 2010.

  1. Sina

    Sina Neues Mitglied

    Position der Frau in der Industrialisierung?

    Hallo! :winke:

    Ich muss in Geschichte (Profilfach 12. Klasse) eine Hausarbeit über ein Thema meiner Wahl schreiben. Ich habe mir folgende Fragestellung ausgesucht: Verbesserte sich die Postion der Frau während der Industriellen Revolution? (im Hinblick auf England) Ich bin schon relativ weit, jedoch komme mit dem Thema Bildung und Freizeit der Frauen nicht weiter und mit der Beantwortung der Frage bin ich bis jetzt noch ratlos! Kann mir jemand helfen? Oder kennt jemand geeigneten Quellen im Internet?

    Ich bin für jede hilfreiche Antwort dankbar !
     
  2. Cephalotus

    Cephalotus Aktives Mitglied

    Nur zum Verständnis bzw. zur Erinnerung: Dir ist aber schon klar, dass sich Begriffe wie "Bildung und Freizeit" nicht im Hinblick auf jede Frau wirklich anwenden lassen, sondern eigentlich, d. h. in nennenswertem Umfang nur auf die bürgerliche oder adelige Oberschicht? ;)

    Internetquellen habe ich keine zur Hand, aber wenn es nicht unbedingt (nur) England sein darf, sondern auch Deutschland, dann könntest du auch mal ein Büchlein lesen, das dir evtl. weiterhelfen könnte:

    Ute Frevert: "Frauen-Geschichte. Zwischen Bürgerlicher Verbesserung und neuer Weiblichkeit"

    Viele Grüße

    Bernd
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Cephalotus hat richtigen Hinweis gegeben. Du kannst auch mal die Suchfunktion im Forum benutzen, da findest Du einiges dazu.:winke:
     
  4. Saint-Simone

    Saint-Simone Aktives Mitglied

    In welcher Gesellschaftsschicht? Stadt oder Land? Und die Freizeit wäre dann auch noch je nach Beruf, bzw Familienstand bestimmt/eingeschränkt.

    Hier mal ein Link zum Thema Schulpflicht, der eine Übersicht über die Gesetzeserlässe gibt: Education Legislation in England since 1800 - V&A Museum of Childhood

    Zeitgenössische Ansichten zum Thema Frauenbildung: Victorian London - Women - Education

    Überblick über Freizeit in Durham: Victorian Durham: how did the Victorians spend their leisure time?
     
  5. Sina

    Sina Neues Mitglied

    Oh ok, dankeschön! Aber ich dachte vielleicht, dass die Unterschichten sich vielleicht mit Handarbeiten oder Musik beschäftigt haben. Vielen Dank für den Buchtipp :)!
     
  6. Sina

    Sina Neues Mitglied

    Also ich wollte beide Seiten beleuchten. Einmal auf die Fabrikarbeiterinnen und dann auf die Damen der Oberschicht. Aber eher in der Stadt. Nicht auf dem Land.

    Vielen Dank für die Links, ich werde sie mir gleich angucken! :)
     
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  7. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Die Frauen der Unterschicht haben sich in ihrer ohnehin nur spärlich vorhandenen Freizeit mit Hausarbeit und Kindererziehung beschäftigt.
     
  8. Dog Soup

    Dog Soup Neues Mitglied

    Die Industrialisierung hatte schon großen Einfluss auf die Frauen und ihr Selbstbild, gerade was die Unterschicht angeht.

    Nehmen wir zum Beispiel das Handwerk. Der typische Handwerker lebte und arbeitete mit seiner Familie zusammen, die Gesellen waren in die Familienstruktur integriert, konnten ggf. sogar die Tochter des Meisters heiraten und so weiter. Mit anderen Worten, das waren uralte, ganz extrem naturalisierte patriarchalische Strukturen, in denen die Frau ihren frauenspezifischen, nicht weiter hinterfragten Platz hatte und vermutlich oft überhaupt nicht auf die Idee kam, sich mit den Männern zu vergleichen, weil die eben ganz andere Aufgaben hatten.

    In der Industrialisierung - die solche familiengebundenen Berufe ja großteils auslöschte und teilweise die gleichen Familien statt dessen für Fabriken rekrutierte - machten Männer und Frauen plötzlich in der Fabrik genau die gleiche Arbeit unter genau den gleichen Umständen, direkt nebeneinander, eigentlich austauschbar. Und plötzlich war glasklar zu sehen, dass die Frauen systematisch benachteiligt werden, nicht weil sie schlechter oder weniger arbeiten, sondern einzig und allein weil sie Frauen sind.

    Das gab natürlich Stress und die ersten Frauenbewegungen, die gleichzeitig fast automatisch ein größeres politisches Bewusstsein (und Selbstbewusstsein) herbeiführten... was ich so unter dem Stichwort "Bildung" durchaus verbuchen würde.

    Ganz eingängige kurze Übersicht hier.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Dezember 2011
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  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    D'accord.

    Man könnte im Übergang Industrialisierung/Hochindustrialisierung noch Sektoren unterscheiden. So entwickelte sich die Frauenarbeit in Schwerpunkten branchenbezogen, zB Textilindustrie, mit Verzögerung wohl auch in der Chemieindustrie. Dagegen war Frauenarbeit in der Schwerindustrie Kohle&Stahl, Maschinenbau seltener.

    Die Substition wurde durch den Ersten Weltkrieg schlagartig auch in den anderen Industrien befördert, dann mit dem Kriegsende aber wesentlich zurückgeführt.
     
  10. Sina

    Sina Neues Mitglied

    Vielen, vielen Dank für die hilfreichen Antworten :)
    Es hat mir auf jeden Fall ein riesiges Stück weitergeholfen!
    Ich bin jetzt so weit fertig, und muss nun meine Fragestellung noch beantworten.
    Danke für den Hinweis, dass ich zwischen Land und Stadt und den unterschiedlichen Entwicklungsfortschritten der Industrien unterscheiden muss, das hätte ich garnicht bedacht!
     

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