Gaius Marius
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De Quincey bereitete sich Laudanum Glühwein, wobei er auf dem Höhepunkt seiner Sucht über 1000 Tropfen Laudanum konsumierte.
Was aber auffällig über der Norm liegt und auf die Toleranzentwicklung zurückzuführen wäre.
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De Quincey bereitete sich Laudanum Glühwein, wobei er auf dem Höhepunkt seiner Sucht über 1000 Tropfen Laudanum konsumierte.
...
Damals gab es noch keine Injektionsspritzen, die im Sezessionskrieg und im Deutsch- Französischen Krieg aufkamen. Soldaten konnten sich selbst spritzen, und es waren nicht wenige, die dann an der "Lazarettkrankheit" erkrankten...
Was bitte verstehe ich unter der "Lazarettkrankheit"?
In meinen Büchern taucht der Begriff nicht auf und laut Internet handelt es dich dabei um die Rote Ruhr. Ich kann mir nicht vorstellen das Du die gemeint hast, -oder :grübel:
Rote Ruhr - Google-Suche
Ich glaube Scorpio meint mit der Lazarettkrankheit die Sucht, an der viele Soldaten erkrankten.
Wenn dem so ist, - könnten wir dann sagen das der Anstieg der Süchtigen auf die Einführung der Spritze zurückzuführen ist?
@Gaius
OK, Du könntest Recht haben. Ist mit Sicherheit eine Frage von Angebot und Nachfrage. Trotzdem würde mich das jetzt wirklich einmal interessieren ob man da Zusammenhänge findet.
Auf der einen Seite kann ich nur konsumieren was auch erhältlich ist.
Auf der anderen Seite werden die Ärzte wohl eher sparsam mit den Mittelchen umgegangen sein. Wenn auch nicht unbedingt aus medizinischer Sicht, dann doch mehr aus Kostengründen und Gründen der Verfügbarkeit.
Wenn dem so ist, - könnten wir dann sagen das der Anstieg der Süchtigen auf die Einführung der Spritze zurückzuführen ist?
... Gegen die Probleme von Heroin sollte Methadon das "Wundermittel" sein. Wir wissen heute, dass Methadon für eine langjährige Substitution denkbar ungeeignet ist. Methadon ist weitaus giftiger, als Heroin und auch weit süchtig machender. ...
Heutzutage ist die einzige rein pflanzliche Droge, die eine ökonomische Bedeutung besitzt Cannabis, das aber auch nur, wiel die Konsumenten auf dem Naturprodukt bestehen.
Gegen die Nebenwirkungen von Morphium wurde Heroin entwickelt, das etwa 7 mal konzentrierter ist. Gegen die Probleme von Heroin sollte Methadon das "Wundermittel" sein. Wir wissen heute, dass Methadon für eine langjährige Substitution denkbar ungeeignet ist. Methadon ist weitaus giftiger, als Heroin und auch weit süchtig machender. Ein Methadonentzug ist mit bestialischen Schmerzen verbunden, die gut 7 Wochen dauern. Ein Heroinentzug, der 8-10 Tage dauert, ist, damit verglichen, schon fast eine Erholung. Methadonpatienten schleppen jahrelang das frustrierende Ritual der Suchtkrankheit mit, und Methadon ist, in Kombination mit Benzodiazepinen ein sehr wirksamer Beitrag zum "sozialverträglichen Frühableben" von Süchtigen. Das ist jedem Medizinstudenten bekannt, dennoch wird Methadon weiterhin eingesetzt, denn es ist unentbehrlich geworden.
Wie gesagt, trotz der sehr speziellen Thematik... vllt. ist jemand ja doch in der Lage mir zu erläutern wie das rauchen von Opium von statten ging, ist zwar immer noch recht speziell, aber vllt. doch etwas... naja... ich hoffe o.ov
Die bedeutsamste vielleicht, aber es gibt immerhin noch andere rein pflanzliche Drogen die auch gerne konsumiert werden, und auch gerne gekauft, weil die meisten zu faul sind, sie sich von der Wiese zu pflücken oder nicht wissen wie und wo.
Pilze sind ein Beispiel dafür (z. B. der Spitzkegelige Kahlkopf).
Ebenso der Peyote-Kaktus, obwohl heute kaum noch Peyote in reiner Form konsumiert wird, sondern eher dem Meskalin zugesprochen wird.
Als starkes Halluzinogen dass man auch einfach im Gartenzubehörladen kaufen kann, fällt mir noch Salvia divinorum ein (Wirkstoff: Salvinorin A), wenngleich Salvia nicht so bekannt ist.
Das trifft in gleichem Maße auch auf Codein zu, dass bis vor einigen Jahren
ja auch gern noch als Substitutionsdroge eingesetzt wurde.
Codein, eigentlich ein schwach wirksames Opiat ist sogar noch heftiger, als Methadon. Es verursacht wie Methadon einen mörderischen, 7 wöchigen Entzug, wobei das gemeine daran ist, dass Entzugserscheinungen noch monatelang nach der Entgiftung auftreten können. Es gab und gibt viele Heroinsüchtige, die privat Entgiftungsversuche unternehmen, dabei barbarische Entzugsschmerzen auf sich nehmen und doch nur süchtiger davon wurden, weil sie sich dabei noch eine Codeinsucht einhandeln. Die kann man dann leider nicht mehr privat loswerden. Ich kannte mal eine Heroinsüchtige, die sich freiwillig in Selbsttherapie 3-4 mal im Jahr einem Totalentzug aussetzte, den sie mit Hilfe von Clonidin abritt, eigentlich ein blutdrucksenkendes Mittel, aber auch Entwöhnungsmittel. Ihr Ziel war, wie sie sagte nicht, mit dem Heroin aufzuhören, sondern, "um es wieder genießen zu können", wie sie sagte. Als sie wegen ihrer Tochter ins Methadonprogramm übernommen wurde, konnte sie noch nicht ahnen, dass ihr das Zeug 10 Jahre erhalten bleiben würde. In Deutschland war Codein bis Mitte der 90er das Substitutionsmittel der Wahl, bis dann endlich die Methadonvergabe gesetzlich abgesegnet wurde. Remedacen und Dihydrocodeinsaft waren die meistverordneten Suchtmittel für Süchtige. Die Methadonvergabe war anfangs so bürokratisiert, dass jeder Arzt nur 10 Patienten aufnehmen durfte, wobei "therapieresistente, hoffnungslose Fälle" und HIV- Infizierte Priorität haben sollten.
Es gab um diese Zeit durchaus Fälle, wo Patienten ganz bewußt jegliche Vorsichtsmaßnahme unterließen und eine aidsinfektion riskierten, nur um dadurch ins Methadonprogramm aufgenommen zu werden. Allerdings waren viele aber nicht mehr ganz zurechnungsfähig.
Codein verschreiben manche Ärzte heute noch gerne, weil es nicht betäubungsmittelpflichtig ist und daher nicht so einen bürokratischen Aufwand benötigt.
Opium konnte natürlich auf vielfältige Art konsumiert werden. Man konnte Zigaretten mit Opiumtinktur präparieren, wie es der Freund von Dorian Gray, Lord Henry tut, konnte es dem Wein beimengen. Oral genommen verträgt es sich mit Alkohol. Opiatkonsumenten neigen aber eher weniger zum trinken, und eine Kombination Opium mit Absinth war ganz schön heftig. Gleiches galt auch für den intravenösen gebrauch von Opium, was zwar möglich, aber unüblich war.
Im 18. Jahrhundert war allerdings noch der rein hedoniostische Gebrau von Opium seltener und es dominierte der medizinische gebrauch, und dabei wurde Opium oral genommen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde Opium zum Exportschlager, und es war durch den großangelegten Anbau in Bengalen sehr billig geworden. Die Holländer betrieben in Niederländisch- Indien unter anderem auf Sumatra Opiumfarmen. Der Stoff war vor allem für den chinesischen Markt bestimmt, wo die Briten im 19. Jahrhundert zwei Opiumkriege führten, um den Chinesen den Freihandel aufzudrängen, die Opium der East India Company vernichten ließen.
De Quincey schreibt in seinen Confessiones, dass zu seiner Zeit (1804-1812) ein Pfund bengalisches Opium 3 Guineas und türkisches bester Qualität 8 Guineas kostete, also ziemlich teuer. Ein paar Jahre später war Opium bereits billiger, als Alkohol, weshalb es auch unter der Arbeiterschaft sehr beliebt war. Vor diesem Hintergrund schreibt Karl Marx ja auch dass Religion Opium für das Volk sei.
Rauchopium mußte eigens fermentiert und aufbereitet werden. Es wurde fast ausschließlich pur geraucht, wobei sich Opium, im Gegensatz zu pur gerauchtem Cannabis leicht inhalieren läßt und den Hustenreiz unterdrückt. Es wurde eine Opiumpille auf eine Nadel gespießt und in der Opiumpfeife geraucht. Man rauchte 3 Pillen hintereinander und entspannte sich dann. gewohnheitsmäßige Raucher schafften aber weit mehr, bis zu 20 Pfeifen am Tag.
Ja, ich bin da sehr... perfektioniert, deswegen gehts mir um die genaue Zubereitung.
Ich habe zumindest schon herausbekommen, dass Opium zu kleinen Kügelchen gerollt wurde, aber mich interessiert eben die genau Durchführung und wie diese "Kügelchen" genau zusammengesetzt werden, Grade weil ich mir sehr genaue "Intruktionen" erhoffe werde ich wohl auch keine so genauen Beschreibungen bekommen, aber naja...^^;
Wie gesagt, ihr habt mir schon sehr geholfen.
Du weisst aber schon, dass du dich mit solchen Fragen auf sehr dünnen Eis begibst?
Ich glaube nicht, dass dir hier jetzt einer die genaue Zubereitung erklärt, ohne sich straffällig zu machen.
Das muss man auch mal ganz deutlich sagen.
Wow, ich danke für diese wirklich ausführliche Antwort!
Ok. dann liege ich mit der oralen Einnahme von Opium und somit auch Laudanum richtig.
Weisst du zufällig, ob es schon im 18. Jahrhundert üblich war Opium mit Absinth einzunehmen oder kam das definitiv erst später, also mit dem 19. Jahrhundert?
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