Fatih Sultan Mehmed Han

Dieses Thema im Forum "Das Osmanische Reich" wurde erstellt von SehzadeTimurCan, 20. August 2008.

  1. Über meinen Vorvater Mehmed den Eroberer,wird viel Geschrieben und Disskutiert.Doch wer war dieser Mann wirklich? Genialer,strengläubiger Muslim oder doch eine Blutrünstige Bestie???----Fragen über Fragen.
    Seit frühester Kindheit wurde mir persönlich nur Gutes über Ihn erzählt.
    Auch im Gedankengut der meisten Türken wird er Verherrlicht.
    Ich versuche Ihn zu erfassen.....

    Fatih Sultan Mehmed Han
    Vater:Murad II
    Mutter:Hüma Hatun
    Geburtsdatum:29.3.1432
    Todesdatum:3.5.1481
    Regirungszeit:1451-1481

    Fatih Sultan Mehmed(Fatih der Eroberer) war von großer Gestalt,er hatte schmale Wangen und eine rot-weisse Hautfarbe,eine lange dünne gebogene Nase,kräftige muskulöse Arme.Dieser Padisah gehörte zu den Kreisen der größten Gesetzesgelehrten der damaligen Zeit.Er beherrschte 7 Fremdsprachen.Er scharte um sich Gelehrte,Dochter und Künstler und fand großen Gefallen daran,Gespäche zu führen.Er war sehr kaltblütig und tollkühn.Er war ein beispielloser Kommandant und Administrator.Was er tun würde,benachrichtigte er sogar die ihm am nächsten Stehenden davon nicht.Er war äusserst wiederstandfähig gegen Strapazen und Schwierigkeiten.Er hatte einen ungehört starken Willen und ungeheure Strebsamkeit.
    Fatih Sultan Mehmed verbrachte ein ganzes Leben auf den Eroberungszügen.Er konnte Konstantinopel,das als unbesiegbar galt,zum Zusammenstürzen bringen.Er eroberte Konstantinopel und ließ die Hagia Sophia in eine Moschee umbauen.Er fasste eine Stirtungsurkunde,worin er sich äusserte,daß der Zorn und Fluch Allâhs denjenigen treffen sollte,welcher diese Moschee nicht als moschee bestehen ließe.
    Der Sultan Fatih Mehmed hatte Enez,Galata und Kefe dem osmanischen Ländereien einverleibt.Er eroberte die Inseln Limni,Imroz,Şemendirek,Taşoz,Bezceada und Boğdan (Wallachei).Er beteiligte sich persönlich am Kampfe,als er Belgrad belagerte.Er erhielt Wunden von ernster Natur an seiner Stirn und am Knie.In 1458 nahm er Morea teilweise ein und eroberte nach einem Jahr Serbien.In 1461 unterwarf er Amasra und das Herrschaftsgebiet von Isfendiyar Oğulları dem osmanischen Reiche.Er vernichtete das griechische Kaiserreich Trapenzunt.In 1462 eroberte er Rumänien,Vayce und die Insel Midilli.In 1463 führte er einen 16 jährigen Krieg gegen das Bündnis der Kreuzfahrer,welches durch Bestrebungen des Papstes hergestellt wurde nd duch sein Verheissen,daß die an diesem heiligen Krieg teilnehmenden Christen in die Lage versezt würden,daß ihre 6 monatigen Sünden von Gott entschuldigt und ihnen verziehen werden,zustande gebracht wurde.An diesem Bündnis waren 20 Staaten beteiligt.In 1464 eroberte er Bosnien und unterwarf die Moldau dem Reiche.In1466 nahm er Konya und Karaman ein.Er verleibte Albanien gänzlich den osmanischen Besitzungen ein.In 1470 eroberte er Ağrıboz.Er schlug Uzun Hasan in einer Schlacht in Otlukbeli entscheidend.Um seinen Dank an Allâh abzustatten,ließ er 4000 Gefangene los,und gönnte ihnen ihre Freiheit.In 1476 annektierte er Ungarn und Wallachei den osmanishcen Besitzungen.Innerhalb von 30 Jahren leitete er persönlich 25 Eroberungszüge.Den Flächeninhalt der osmanischen Länder,die er von seinem Vater als 900.000qkm ererbte,erhöte er auf einen Flächeninhalt von 2.214.000qkm.
    Fatih Sultan Mehmed konnte sich genau 14 Verschwörungen,die durch die Venezianer gegen ihn angestiftet wurden,entziehen.Er erlag aber ihrer lezten Verschwörung.Es war den Venezianern gelungen,diesen großherrlichen Herrscher durch einen Arzt,der von einer jüdischen Familie entstammte,und den Namen Maesto Jakopo trug,vergiften zu lassen.Nach der Ansicht des Historikers babinger befand sich dieser Arzt,der diesen heimtükischen Anschlag anzettelte mit dem Decknamen Yakub Paşa unter den Serailärzten.
    Am 3.5. 1481 verstarb fatih Mehmed im Heerlager,in Gebze,er hatte einen neuen Eroberungszug angetreten.Der Papst veranstaltete 3 Tage und Nächte Feste und feierte die für die Christenwelt frohe Botschaft,indem er alle Glocken der Kirchen ununterbrochen läuten ließ.
    Die Totenfeier des großen Herrschers,welcher 2 Kaiserreiche,4 Königreiche und 11 Fürstentümer zum Zusammensturz brachte,hatte Sheykh Muslihiddun Musatfa Vefa Efendi Hazretleri in der Moschee in Fatih.
    Fatih Sultan Mehmed Han hatte durch die von ihm für die Dienste des osmansichen Reiches geleisteten großen Dienste bewiesen,daß er zu den größten Herrschern der Welt zu zählen ist.Er hat Konstantinopel,welche eine Perle der Antiken Welt war,für das osmansiche Reich erobert.
    Durch seine Arbeiten von großem Ausmaß verwirklichte er die Bauvorhaben im ganzen Lande von höchstem Format.Er vollendete die Medresen-Komplexe in Fatih,die eine frühe Form der heutigen Universitäten darstellten,im Jahre 1470.Als er Konstantinopel eroberte,ließ er 8 Kirchen in Moscheen umandeln und die umgebenden Popenstuben verwandelte er in Medressen.Außerdem ließ er in vielen Stadteilen Anatoliens Medressen bauen.
    Das Grab des Hl.Eyyûb-Ensâri (r.a.) wurde zu seinen Lebzeiten entdeckt.
    Von den großen Persönlichkeiten verstarben Sheykh Süleyman Cezuli Verfasser der Werke Delâl-i Hayat. und Ali Kuşi während seiner Herrschaft.
    Seine Söhne waren:Mustafa,Beyazid II,Cem Sultan,Kurkud.
    Seine Tochter:Geverhan Sultan.
    Seine Lieblingsfrau:Gülbahar Hatun.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. August 2008
  2. Yeschiil

    Yeschiil Neues Mitglied

    "Am 3.5. 1481 verstarb fatih Mehmed im Heerlager,in Gebze,er hatte einen neuen Eroberungszug angetreten."

    Was wurde aus dem Eroberungszug? wurde es abgebrochen?
     
  3. Salahad-Din

    Salahad-Din Mitglied

    Naja ich hab noch das hier gefunden zu Sultan Fatih Mehmed II. :

    “Er war ein gut aussehender Jüngling, mittelgroß, doch von kräftigem Körperbau. Sein Antliz war beherrscht von einem Paar durchdringender Augen unter ge- wölbten Brauen und einer schmalen Hakennase, die sich über einem Mund mit vollen, roten Lippen herabbog.... Sein Benehmen war würdevoll und kühl zurückhaltend, außer wenn er überreichlich getrunken hatte; ... Aber seine Verstansdeskraft, seine Energie und seine Entschlossenheit verschafften ihm Achtung. Niemand, der ihn kannte, konnte sich der Hoffnung hingeben, dieser gebieterische junge Mann werde sich jemals von den Aufgaben ablenken lassen, deren Durchführung er sich vorgenommen hatte. Die erste und größte von ihnen war die Eroberung von Konstantinopel.”

    (Quelle: Home )
     
  4. Auszug auß Das Osmanische Reich v.Ferenc Majoros/Bernd Rill
    ...eine ehrgeizige Seele,die er durch Lesen der ins Arabische übersezten Volksbücher von Alexander dem Großen oder Julius Cäsar........nährte und beflügelte,aber sein Verstand blieb immer scharf und ruhig......Ein eisener Körper,schlank aber ausdauernd,half ihm jede Gefahr und Müdigkeit und Härte des Klimas zu überwinden....

    Mehmeds II. Intellekt läßt sich noch am besten rekonstruieren,der Padişah war kein Universalgenie,auch kein herausragendes Feldherrntalent.Seine phantasiereichen Entscheidungen- wie bei der Belagerung von Konstantinopel-und seine beispiellosen Erfolge in den späteren Eroberungskriegen-die er vornehmlich im geduldige geführten unspektakulären Kleinkrieg auf dem Balkan erntete-lassen sich eher von seinem staatsmännischen Scharfblick und von seiner Aufnahmefähigkeit und Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber ableiten als von der Kriegskunst eines brillanten Feldherrn.Auf dem Gebiet von Außenpolitik,Diplomatie,Gesetzgebung und Organisationen war er weitaus souveräner.Er beschäftigte sich mit Astronomie,war ein Bewunderer der griechischen Antike und sprach 6 Sprachen:Türkisch,Griechisch,Fränkisch,Arabisch,Chaldäisch und Persich.
    Die Überlieferungen über zahlreiche Gespräche mit abendländischen Humanisten,allerlei Fachleuten und Millitärexperten bestätigen die sehr klare Zielrichtung seiner Wißbegier und seiner Studien.Sie sollten sämtliche seiner Vervollkommnung als Staatsmann dienen.Der intellektuelle Genießer,der Humanist,als den man ihn gerne darstellt,war er also nicht.Er machte sich einigermaßen mit den christlcihen Lehren vertraut,nicht etwa.weil er mit ihnen generell sympathisierte,sondern weil er seine Feinde besser kennenlernen wollte.
    Zu Exzessen,sogar zu individuellen Morden,die möglicherweise auch aus Triebhaftigkeit resultierten,kam es allerdings auch.Da war die Hinrichtung des hohen byzantinischen Würdenträgers Lukas Notaras samt Familie,angeblich nur,weil sich der Unglückliche nach der Eroberung Konstantinopels weigerte,seinen Sohn als Lustknaben Mehmed zu überantworten,keineswegs das einzige Beispiel.Auch Radi,der jüngerer Bruder des Vlad Tepes(Dracula) diente Mehmed als Lustknaben.
    Mehmeds Bisexualität ist zweifelsfrei belegt.
    Den Harem suchte er ebenfalls nur allzugerne auf.Aber werder durch Frauen noch durch Lustknaben ließ sichd er Padişah beeinflussen.Auch auf der rein politischen Ebene waren seine Entschlüsse stets souverän.Günstlinge,die auf seine handlungen allzu sehr eingewirkt hätten,hatte er keine.KlugeRatschläge hörte er sich an,entschied dann aber unbeirrbar selbst und duldete nicht den geringsten Widerspruch.
     
  5. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Btw., das letzte Buch ist nicht so dolle. Viel besser sind die in unseren Lit.-Tipps.

    Damit das hier nicht in naiver Lobhudelei ausartet, mal belastbare und zitierbare Infos zu ihm:

    Aus: Jonathan Dewald, (Hrsg.): Europe 1450 to 1789 : encyclopedia of the early modern world, 2004.

    "MEHMED II (OTTOMAN EMPIRE)

    (1432–1481; ruled 1444–1446 and 1451–1481),
    seventh ruler of the Ottoman dynasty. In 1444 the
    Ottoman sultan Murad II (ruled 1421–1444,
    1446–1451), having concluded one treaty with
    Hungary and Serbia and another with the central
    Anatolian state of Karaman, abdicated, leaving the
    throne to Mehmed, his twelve-year-old son born to
    a slave woman in Edirne. Mehmed II’s short initial
    reign began, and largely continued, badly. Seeing
    Murad’s abdication as an opportunity not to be
    missed, John Hunyadi, the voyvoda of Transylvania,
    and King Vladislav I of Hungary promptly attacked.
    Murad, recalled to lead the army, defeated them at
    the battle of Varna (1444), and withdrew once
    more to a life of contemplation.
    Mehmed was faced not merely with outside enemies
    but also with those from within. The janissary
    revolt of 1446, probably caused by arrears in pay,
    brought his first reign to an end. The grand vizier
    (the chief minister of the sultan), C¸ andarli Halil,
    from the influential Turkish C¸ andarli family who
    had dominated the position of grand vizier under
    Murad II, was apparently involved in ensuring
    Murad’s return to the throne and Mehmed’s departure
    to Manisa, the town in southwest Anatolia
    where he was to spend the next few years.

    THE SECOND REIGN, 1451–1481
    When Murad II died in February 1451, Mehmed
    came to the throne for the second time. He immediately
    turned his sights to the conquest of Constantinople,
    the capital of the crumbling Byzantine Empire.
    His advisers were divided over the plan. The
    grand vizier C¸ andarli Halil, who was described by
    both the contemporary Greek historian Ducas and
    the Ottoman chronicler of the period As¸ikpas¸azade
    as a friend of the Byzantines, was opposed to any
    attack on the city. However, Zaganos Pasha, a
    Greek convert to Islam who had been Mehmed’s
    tutor while in Manisa, urged conquest.
    On 29 May Constantinople fell, and with it the
    Genoese colony of Galata, whose leaders signed an
    agreement with Mehmed, now known as Fatih, the
    Conqueror, under which they retained various trading
    privileges. The Ottoman conquest of the Byzantine
    capital was seen by Western contemporaries as
    an unprecendented disaster. Piccolomini, later Pope
    Pius II, referred to the loss as that of one of the two
    eyes of the church. Contemporary Latin accounts
    spoke of the death of a center of learning, the destruction
    of the holy relics, and the desecration of
    the great churches. There was a general terror that
    within a short space of time, Mehmed, this new
    Caligula, as one Latin contemporary described him,
    would ride his horse through the streets of Rome
    with the very survival of Christendom hanging in
    the balance. While the fall of the city was thus seen
    by Western contemporaries as an event of great significance,
    its importance was more symbolic than
    actual, for the Ottomans had already absorbed most
    Byzantine territory, reducing the once great empire
    to a small strip of land around the city.
    Although the Ottoman conquest is sometimes
    taken as signaling the beginning of a decline in Latin
    trade in Turkish territory, this was by no means the
    case, and there is no evidence to suggest that Ottoman
    policy under Mehmed II was designed to discourage
    or destroy Latin trading relations. On the
    contrary, his economic policy shows both continuity
    with that of his predecessors and the importance
    he attached to his relations with the Latin trading
    states. The Genoese, too, continued to have close
    relations with the Ottoman ruler and, while in the
    immediate aftermath of the conquest there was
    some interruption of trade as merchants removed
    themselves prudently to the Aegean islands to watch
    developments, they were soon back, and trade continued
    unabated.

    REPUTATION AS RULER
    Mehmed had in fact a considerable interest in encouraging
    commercial activity and went to great
    lengths to rebuild Constantinople and recreate it as
    a thriving commercial center. He set out to repopulate
    the city, forcefully moving populations in from
    various parts of his empire, and embarked on an
    impressive building program, which included the
    Fatih Cami, the Mosque of the Conqueror, begun
    in 1463. He was also, according to contemporary
    accounts, a man of letters, who had various learned
    scholars at his court. A Latin contemporary, Giacomo
    Languschi, commented on his interest in ancient
    history and reported that Ciriaco of Ancona,
    who had resided also at the court of Murad II, read
    to him daily from the works of Herodotus and Livy.
    A great statesman, Mehmed was much interested
    in the administration of his empire and in tightening
    control over the running of the state. He was
    described by Nicola Sagundino, a native of Negroponte
    who wrote a report on the Ottoman ruler
    for Alfonso V, the king of Aragon, in 1454, as having
    examined with great care the administrative system
    of his state on coming to power, and as having
    instituted the necessary improvements. His aim was
    to centralize power in his own hands, and for this he
    chose for high office those tied to him personally as
    slaves, not those from the old established families,
    such as that of the C¸ andarli. The former grand
    vizier, Halil C¸ andarli, was arrested after the capture
    of Constantinople and later put to death. Such a
    drive for control aroused opposition, and
    Mehmed’s policies of confiscating land, issuing new
    coinage, and increasing taxation proved unpopular.
    He was also a military leader of considerable
    acumen, and during his reign the territory of the
    state continued to increase both in the European
    and the Asian sections of his empire. In Europe he
    took Athens (1458), Serbia (1459), the Morea
    (1460), and Bosnia (1464). During the war with
    Venice (1463–1479) he conquered Negroponte
    (1470). In Anatolia, Trabzon fell in 1461. In the
    east, he defeated the Aq-Qoyunlu ruler Uzun
    Hasan in 1473 and Karaman in 1468. Crossing the
    Black Sea he captured the Genoese trading colony
    of Cafa (1475) and reduced the Crimea to vassal
    status. In 1480 the Ottomans besieged Rhodes, and
    Ottoman forces landed at Otranto, withdrawing a
    year later. In May 1481 Mehmed II died and was
    succeeded by his son Bayezid II (ruled 1481–
    1512).
    Mehmed II’s reign represents the firm
    establishment of a major Islamic empire with the
    flourishing city of Constantinople, later to become
    the most populous city in Europe, as its imperial
    capital. The Ottoman Empire was to be a dominant
    political and commercial presence in the Mediterranean
    world for many years to come.

    See also Constantinople; Ottoman Dynasty; Ottoman
    Empire; Sultan; Vizier.

    B I B L I O G R A P H Y
    Primary Sources

    • Doukas. Decline and Fall of Byzantium to the Ottoman Turks. Translated by Harry J. Magoulias. Detroit, 1975. Covers the period 1204 to 1462.
    • Kritovoulos. History of Mehmed the Conqueror. Translated by Charles T. Riggs. Westport, Conn., 1970. Translation of the history written by the Greek who was governor of Imbros from 1456 to 1466.
    Secondary Source

    • Babinger, Franz. Mehmed the Conqueror and His Time. Translated by Ralph Manheim. Princeton, 1978. Detailed biography. (EDIT: Dieses gibt es auch in Deutsch und liest sich stellenweise wie einen historischen Roman, so flüssig geschrieben, wenn auch stellenweise veraltet)

    KATE FLEET"

    aus dem Lexikon des Mittelalters. 2000.:

    "M. II.,
    'der Eroberer', osman. Sultan (Osman. Reich) 1444-46, dann 1451-1481, geb. 1432, gest. 3. Mai 1481. Die erste Regierungszeit fällt in die Jahre, in denen sein Vater Murad II. sich freiwillig aus den Regierungsgeschäften zurückgezogen hatte, dieser wurde jedoch nach einem erneuten Kreuzzug und einem Aufstand der Janitscharen zurückgerufen. Der erste Feldzug des jungen Sultans galt dem bereits auf einen Stadtstaat zusammengeschrumpften Konstantinopel (Eroberung 29. Mai 1453). Es folgte ein Krieg gegen Serbien, der das Land mit Ausnahme der Festung Belgrad in osman. Hand brachte (1454-59). Es folgten Feldzüge gegen Albanien, das gegen den Widerstand Georg Kastriotas (Skanderbeg) bis 1467 unterworfen wurde, und gegen die Valachei und Moldau; diese wurden Vasallenstaaten. In der Peloponnes wurde das von einem Zweig der byz. Palaiologendynastie beherrschte Fsm. Morea unterworfen, desgleichen die ven. Besitzung Negroponte (Euboia) besetzt (1458-60, 1476). In Anatolien wurde Karaman, das mächtigste der dort etablierten Fsm.er, niedergeworfen; dies brachte dem Sultan den Besitz der früheren Zentren des Reiches der Selguqen, Konya, Kayseri und Aksehir (1464-74). Die Grenze zw. osman. und mamluk. Herrschaftsbereich verlief jetzt quer durch Kilikien. Eine Serie von Kriegen gegen Uzun Hasan, den turkmen. (Aqqoyunlu-)Herrscher v. Ostanatolien und Mesopotamien, resultierte in der Einverleibung von Kelkit, Sebinkarahisar und Koyulhisar (1472-73). Im Schwarzmeergebiet wurden die genues. Basen, u. a. Amasra und Caffa (1475), erobert; dasselbe war schon vorher mit dem von Komnenenfürsten regierten Stadtstaat Trapezunt geschehen. Damit war der gesamte Schwarzmeerbereich in osman. Händen. In Istanbul und Edirne (Adrianopel) baute M. mehrere Paläste sowie in Istanbul einen Komplex von Moscheen und theol. Schulen. Er veranlaßte die Neubesiedlung Istanbuls mit muslim. und christl. Untertanen des Osman. Reiches. Die türk. Aristokratie wurde von ihm weitgehend entmachtet, an ihre Stelle traten Männer, die aus der Knabenlese hervorgegangen waren. Die Theologen und Rechtsgelehrten wurden unter engere Kontrolle des Palastes gebracht, zahlreiche fromme Stiftungen eingezogen und in Militärlehen umgewandelt. Gegen diese letzte Maßnahme gab es starke Opposition, und sie wurde von seinem Nachfolger Bayezid II. rückgängig gemacht. Pläne zur Eroberung Italiens veranlaßten M., it. Künstler und Humanisten an seinen Hof zu ziehen, er ließ sich von G. Bellini porträtieren.
    S. Faroqhi

    Literatur aus dem Lex. d. MA:
    F. Babinger, M. der Eroberer und seine Zeit, 1953
    H. Inalcik, Fatih devri üzerinde tetkikler ve vesikalar, 1954
    H. Inalcik, The Policy of M. II toward the Greek Population of Istanbul and the Byz. Buildings of the City, DOP 23-24, 1969-70, 231-249
    C. Imber, The Ottoman Empire, 1300-1481, 1990.
    "

    Hier noch ne Chronologie zu ihm:
    http://www.kultur.gov.tr/EN/BelgeGoster.aspx?17A16AE30572D313A79D6F5E6C1B43FF8CF4BCAC4E99512E

    dazu hier noch einige Zeilen, auch zur Kunst:
    http://www.turks.org.uk/index.php?pid=38

    und hier mal eine Originalquelle aus der Zeit mit Übersetzung, ein Edikt zu den Untertanen:
    http://www.croatianhistory.net/etf/ahd.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. September 2008
  6. Oh super.......Tolle Links......Danke dir.
     
  7. Eohan

    Eohan Gast

    Lasst mich auch eben eine kleine Geschichte zu Mehmed II. wiedergeben:

    [FONT=Times New Roman, serif]Der Osmanenherrscher [FONT=Times New Roman, serif]Mehmed II, genannt der Eroberer, verlangte Tribut vom letzten bosnischen König Stefan Tomašević, was dieser prompt ablehnte und den Gesandten einsperren ließ. Diesen Akt nahm der Sultan zum Anlass mit einem 150 000 Mann starken Heer unter der Leitung seines Wesirs Mahmud Pascha über die Drina zu setzen und das Land im Laufe des Jahres 1465 zu erobern.1[/FONT][/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Mit der ansässigen Bevölkerung verfuhren die osmanischen Herren wie folgt:[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Die Einwohner wurden in 3 Teile dividiert. Die niedrigste Klasse ließ man als Samenstock der Bevölkerung zurück, die Menschen aus der mittleren Klasse wurden als Sklaven und Beute verteilt. Die vornehmste Klasse sollte als Kolonie nach Konstantinopel gebracht werden.2 [/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]Mit dem König selbst schloß der Wesir Mahmud Pascha jedoch einen Vertrag, nachdem dieser sich ergeben werde, falls man ihn unversehrt ließe. Sodann schickte Mahmud Pascha den König und seinen Neffen als Geschenk für den Sultan nach Konstantinopel.3 Sultan Mehmed hingegen war erbost. Üblicherweise war er der Meinung dass ein erobertes Land nur dann zu befrieden sei, wenn die jeweiligen Fürsten ausgerottet würden. So verfuhr er bei der Hinrichtung des Trapezunter Komnenenkaisers und der Herzöge von Athen und Lesbos. Gegen den Vertrag seines Wesirs ließ der Sultan den bosnischen König deshalb auch später hinrichten.4[/FONT]
    [FONT=Times New Roman, serif]
    [/FONT]
    1 Vgl. von Hammer, Joseph: Geschichte des Osmanischen Reiches, erster Band, Pest 1834, S.477, 478

    2 Vgl. ebd, S.478, 479

    3 Vgl. ebd

    4 Vgl. ebd


    Dass er den Vertrag seines Großwesirs, also des zweiten Mannes im Staate, einfach bricht, sagt auch etwas über seine Person aus.
     
  8. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Zum Kontext obiger 174 Jahre alten Zitate:

    Als Sultan Mehmed II. 1463 der christlich gebliebenen Mutter des Großwesirs Mahmud Pascha das Johannes-Kloster Prodomos Petras in Istanbul als Eigentum geschenkt hatte, ließ er deren Verwandte, u.a. den letzten Komnenenkaiser David in Edirne einkerkern.

    Die Gattin des Ak Koyunlu Fürsten Uzun Hasan, Despina Hatun, eine Tochter des 1458 verstorbenen trapezuntischen Kaisers Kalo-Ioannes IV., soll ihrem Onkel David ein Schreiben haben zugehen lassen, worin sie einen seiner Söhne oder des Alexander Komnenos Sohn Alexios zu ihr zu kommen eingeladen haben soll. Der echte oder unterschobene Brief geriet in die Hände des Sultan Mehmed II., der den Verdacht hegte, David sei noch immer mit Uzun Hasan, seinem Schwager, in geheimem Einverständnis und ermuntere ihn zu einem Krieg gegen die Osmanen, um auf diese Weise seine Befreiung und die Wiederherstellung des Komnenenreiches zu bewirken. Teodoro Spandugino, Verfasser eines Buches über die Osmanen und deren Geschichte, dessen Großvater ein Bruder von Kaiser Davids zweiter Gemahlin gewesen sein soll, behauptet hingegen, dass es sich um einen gefälschten Brief aus Rom gehandelt habe, worin dem Kaiser Nachrichten über einen gegen die Osmanen vorzunehmenden Kreuzzug übermittelt werden sollten.
    Die Folgen dieses abgefangenen echten oder falschen Schreibens -> Henker. Nur Davids jüngster Sohn, den man als dreijähriges Kind im Islam aufzog, sowie seine Tochter Anna, die der Vater für den sultanischen Harem bestimmt hatte, dort aber keine Aufnahme fand, entgingen dem Henker. Anna Komnena wurde als Christin dem Wesir Saghanos (Mehmed) Pascha zugewiesen, dann, zum Islam erzogen, einem Sohn des Elwan Beg, vermutlich mit Namen Sinân Beg, zur Frau gegeben. Schließlich soll sie doch im großherrlichen Frauengemach untergekommen sein, falls die Chronisten richtig überliefern.

    Stefan Tomašević war sehr unintelligent. Er zeigte dem osmanischen Gesandten, der den Tribut einforderte, wie es vertraglich schon mit Stefan Tomašević Vater vereinbart wurde, seine Schatzkammer und meinte, sollten die Osmanen tatsächlich angreifen würde er die Schätze selber benötigen, entweder zur Verteidigung, oder, wenn dieses nicht mehr möglich wäre, um nach seiner Flucht ins Ausland damit gut leben zu können.

    Die Urkunde, welche Stefan vom Großwesir Mahmud Pascha erhielt, wurde durch den islamischen Gelehrten, den Perser Alî al-Bistâmî, in einem Rechtsgutachten für ungültig erklärt, weil der Großwesir auf eigene Faust ohne Absprache und Erlaubnis des Sultans gehandelt hatte.

    Letztlich ereilte für diesen Vertragsbruch der Tributverweigerung Stefan Tomašević der Henker.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. September 2008
  9. Der Schakal

    Der Schakal Neues Mitglied

    Nach dem Tod Fatih Sultan Mehmets wurde die Landung von Otranto rückgängig gemacht, in dem man die Stellung aufgab.
     
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  10. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Richtig. Und er war bisexuell, d.h. er hatte wohl eine Vorliebe für Knaben. Villeicht haben die Osmanen ja deswegen die Knabenlese betrieben? ;)
     
  11. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Mit Stellung, meinte Schakal sicher nicht die Sexstellung.... :D :D LOL
     
  12. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Da haben wir auch unter unseren abendländischen Herrschern äußerst interessante sexuelle Vorlieben und Präferenzen. Auf die naheliegende Idee einer Knabenlese ist dummerweise keiner gekommen ... :D
     
  13. Nun, es gab auch Padisahe, die überhaupt ihren harem nicht der Frauen wegen aufsuchten,bekanntes Beispiel Selim III, er war definitiv Homosexuell

    Die einzigen Kinder die es zu seiner Zeit im Saray gab, waren seine beiden CousinsMustafa und Mahmud,,und einige Cousinen,,allesamt Kinder seines Onkels Abdülhamid I
     
  14. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Homosexuell hin oder Bisexuell her. Mit dem Tod Fatih Sultan Mehmets verschwand die bedeutendste Herrschergestalt der Osmanen. Nicht nur weil unter dem "Eroberer", große Gebietsgewinne zu verzeichnen waren. Hauptsächlich muss er in Zusammenhang mit der Bodenreform genannt werden. Er war dafür verantwortlich, dass die Stammesaristokratie enteignet und der nun dem Staat verfügbare Boden in Form von Timaren an Spahis vergeben werden konnte. Die besitzlosen Würdenträger aus der Knabenlese waren fortan das maßgebende Element und auf Gedeih und Verderb dem Sultan ausgeliefert, da deren Timare jederzeit widerrufen werden konnte und die Würdenträger abgesetzt bzw. hingerichtet werden konnten.

    Also ein großer Gesetzgeber mindestens so bedeutend wie Süleyman der Prächtige.
     
  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Eine Frage, die ich mir oft stelle: Die Einführung des Timarsystems ermöglichte es den Sultanen, die Timarinhaber fest an sich zu binden, und wegen der Nichterblichkeit ein Lehnswesen zu verhindern, das im Abendland einen mächtigen feudalen Adel hervorgebracht hatte, der die Macht des Herrschers oft einschränkte. Im Heiligen Römischen Reich ging das sogar hin bis zu einer faktischen Entmachtung des Kaisers.

    Als aber das Osmanische Reich seit dem 17. Jh. und verstärkt seit dem 18. in eine Existenzkrise geriet, wäre da nicht möglicherweise ein mächtiger grundbesitzender Adel nützlich gewesen, der ein hohes Interesse an der Verteidigung seiner feudalen Lanfesherrschaften gehabt hätte? Hätte dieser Adel aus purem Eigeninteresse nicht gerade die Fehler in seinen Gebieten vermieden, die das Osmanische Reich allerorten plagten - Korruption, unfähige Bürokratie, kein Anschluss an moderne militärische und wirtschaftliche Entwicklungen usw.? Und das nicht wegen eines theoretischen Interesses am Wohlergehen des Staates, sondern aus purem Egoismus zur Selbstbehauptung gegenüber den vorrückenden ausländischen Mächten?

    Im Heiligen Römischen Reich haben wir ja diese antagonistische Entwicklung gehabt: Während das Reich nach dem Westfälischen Frieden endgültig in schattenhafte Ohnmacht versank und bis zu seiner Auflösung vormodern blieb, sorgten die Landesfürsten dafür, dass ihre Territorien neuzeitliche Entwicklungen mitmachten, begierig neuzeitliche Militärtechniken einführten (oder sogar ersannen) und ihre Länder vor allem auch der Industrialisierung, moderner Agrartechnik und der Bodenreform öffneten. Sie waren schließlich so stark, dass zwar das Kaiserreich unterging, Deutschland jedoch als Ganzes die Weltkriege überlebte.

    Wäre eine solche Entwicklung nicht auch im Osmanischen Reich eingetreten?
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Februar 2009
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  16. Da hast du vollkommen Recht,
    Er war ohne Zweifel eine der Groeßten Regenten in der Dynastie
    Ab der Zeit von Selim III, sieht man einen regelrechten Abstieg in der Kraft der Herrscher, auch bedingt durch den starken einfluß des Harems,
    Sogenannte kadınlar saltanatı,Weiberherrschaft
    Was im Harem eigentlich passierte, ging auch keinen Außenstehenden etwas an,
     
  17. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Die Weiberherrschaft wird heute anders gesehen. Nicht Ursache eines Niederganges, sondern Folge der Diversifizierung und Bürokratisierung des Staates. Starker Sultan war nicht mehr nötig. Also eher eine positive Entwicklung.

    Siehe:
    The Imperial Harem: Women and ... - Google Book Search
     
  18. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Ab ca. Mitte des 17 Jhdt. traten ja die ersten Talfürsten (Derebeys) ich glaube in Nordafrika auf. Und danach auch immer häufiger in Anatolien.

    Ein grundbesitzender Adel hat sich nicht herausgebildet, wie Du richtig beschrieben hast. Großpfründen (ziamet) z.B. für den Großwesir und Pfründen für einen Sancakbey (has) wurden ja nun auf Steuerpacht verpachtet, d.h. es wurden "Antrittsgelder" für den Boden verlangt. Und hier versuchten die Steuerpächter das beste herauszuschlagen, also so wenig wie möglich an den Fiskus abzutreten. Später wurde dieses "Antrittsgeld" immer häufiger gefordert und der entsprechenden Person den Boden zu belassen. Dieses "Antrittsgeld" wurde auch für hohe Positionen in der Verwaltung und auch im Militär gefordert. Vor einem bevorstehenden Feldzug wurden gar Kommandostellen feilgeboten!!!

    Nach der Ära Süleyman des Prächtigen trat in der Tat eine Art neuer Adel auf den Plan. Dieser hatte auch gewisse Ähnlichkeiten mit dem mittelaterlichen Feudalismus, z.B. wurde wieder Frondienste gefordert usw.

    Letzten Endes hatte die Zersplitterung des OR fatale Folgen für den Staat. Die entfernt liegenden Provinzen führten Direktiven der Zentralstelle nur noch schleppend aus.

    Das sich keine endogene Industrialisierung heruasgebildet hat, ist anderen Umständen zuzuschreiben. Überhaupt ist festzustellen, dass sich im OR nur zögernd die Einsicht einstellte, dass man zu Reformen genötigt sei. Leider viel zu spät.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Februar 2009
  19. Positiv in welchem Sinne??

    Es wurden etliche Thronerben , durch eine Haremsfrau augeschaltet, weil sie Ihren eigenen Sohn,die Macht sichern wollten
     
  20. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

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