Feudalismus in der Neuzeit

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von Annika1987, 5. September 2010.

Schlagworte:
  1. Annika1987

    Annika1987 Neues Mitglied

    Hallo liebe Foren-Mitglieder,
    ich habe ein wirkliches Problem..
    Bisher glaubte ich ziemlich gut in Geschichte zu sein ,dem ist aber nicht so (musste ich festellten)
    ich arbeite seit schon seit 30h an einer Hausarbeit in der ich die wirtschaftsformen des späten Mittelalters-absolution beschreibe und später im vergleich zum merkantilismus gegenüberstelle.
    Also bitte schimpft nicht wenn dieser Beitrag in einem anderen Thema stehen sollte oder es diesen Beitrag schon gab.
    Ich habe folgendes Problem:
    ich bin nun mit dem feudalismus durch und nun beginnt ja eigentlich die neuzeit..
    nur finde ich keinen passenenden Übergang ,ich kann einfach nicht beschreiben/aufschreiben wie der feudalismus nun wirklich endete und ab wann die neuzeit begann.
    Ich finde einfach keine Überleitung...:nono:
    Manche lachen jetzt wahrscheinlich aber ich kann euch sagen das mir schon richtig übel ist ....
    ich habe mich jetzt an dieses Forum gewandt um mal wieder vernüftige Sätze zu lesen die ich verstehe ,denn sämtliches Material aus Bibliotheken oder internet kommen mir plötzlich nur noch wie Buchstaben Salat vor:confused:
    kann mir bitte einer versuchen das zu erklären?
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Frühkapitalsmus wäre dein Stichwort. Hast du dir schon das italienische Bankenwesen, den florierenden Fernhandel und den Bedeutungsgewinn von Geld als Zahlungsmittel angesehen?
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Frühkapitalismus ist zwar richtig, aber es auch niemand am 12. Oktober 1492 auf die Uhr geschaut, festgetsellt dass es 12:00 Mittags sei und beschlossen: "Nu' schaffen wa' aba' den Feudalismus ab!" Der Übergang von Mittelalter zu Früher Neuzeit war eben nicht abrupt, sondern ein Prozess, der sich seinerseits über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte hinzog. In D z.B. wurden die feudalen Strukturen erst mit der Säkularisierung durch Napoleon und die Preuß. Reformen abgeschafft. Sie haben natürlich schon zuvor (Stichworte Frühkapitalismus, Merkantilismus, Niedergang des Rittertums, Aufstieg des Bürgertums) ihre Wichtigkeit ein wenig eingebüßt.
     
  4. Lordkanzler

    Lordkanzler Neues Mitglied

    Genau, der Feudalismus wirkte in seiner wirtschaftlichen Strömung auf dem Lande bis ins 19. Jahrhundert (Zeit der Bauernbefreiung). Wichtige Kennzeichen des Feudalismus waren schließlich jene, dass besonders die Landwirtschaft vorherrschend war und die Existenz einer hierarchisch aufgebaute Gesellschaft (Grundherren mit Vorrechten und Eigentümer des Landes + abhängige Untertanen). Dem Feudalismus folgte ja der Absolutismus bzw. der Ständestaat. Wirtschaftlich ging er in den Kapitalismus über.

    Zum Frühkapitalismus: Frühkapitalismus .
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich glaube, Du schmeißt einfach einiges durcheinander.

    Die Frühe Neuzeit folgte auf das Mittelalter.

    Den Feudalismus würde ich jetzt erstmal ein bisschen außen vor lassen.

    Wie Lordkanzler ganz richtig schrieb, wirkte der Feudalismus in gewissen Gegenden fort. Dennoch gab es zeitgleich schon früh Fernhandel und die Bedeutung der großen Bankhäuser (denk nur mal in Dtl. an die Fugger und Welser).

    Wann die Neuzeit begann, wird immer wieder diskutiert, dürfte aber um 1500, El Quijote nannte auch ganz richtig 1492, anzusetzen sein. Dass für Italien bspw. schon viel früher (14.Jh.) die Renaissance angesetzt wird, darf dabei nicht wundern.

    Über mehrere Jahrhunderte verschwand in vielen Regionen Europas schrittweise die Leibeigenschaft. Östlich der Elbe herrschte noch deutlich länger die Leibeigenschaft vor. Grundherrschaft ? Wikipedia
     
  6. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Annika1987

    meine Mitdiskutanten haben Dir in #2 und #3 bereits viele Stichworte geliefert.

    Natürlich hat keiner am 26. November 1492 festgelegt, daß wir jetzt in der frühen Neuzeit sind. ;) Feudale Element in der europäischen Geschichte findest Du tw. bis ins 20. Jh.

    So wie ich Dein Posting verstehe, fehlt Dir der Übergang in Deinem Vortrag zwischen Feudalismus, wie auch immer Du ihn beschreibst und der "Frühen Neuzeit".

    Frühkapitalismus etc. wurde schon genannt. Woher kamen aber die Bürger, aus Städten, m.E. solltest Du die "Stadt" als soziologische Kategorie, allerdings in ihrer westeuropäischen Ausprägung und der damit einhergehenden Entwicklung des Bürgertums (ein sehr komplizierter Begriff) als "Scharnier" in Deinem Vortrag benutzen.

    Schau hier:

    Stadtrecht ? Wikipedia

    Bürgertum ? Wikipedia

    Ein eher marxistischer Begriff ist die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals, der ist nicht schlecht, aber wie Du beim lesen erkennen wirst, ökonomistisch verkürzt, daher bitte Vorsicht bei der Verwendung des Begriffes:

    Ursprüngliche Akkumulation ? Wikipedia


    M.

    P.S.: Feudalismus ist ungleich Mittelalter!
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. September 2010
  7. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Tja, das du das nicht wirklich beschreiben kannst, könnte daran liegen, das die feudalen Strukturen in ihren letzten Resten sich erst nach dem WKII verabschiedet haben.
    Ausserdem
    Merkantilismus ist eine Form der Wirtschaftspolitik und Feudalismus eine Herrschaftsform, grob ausgedrückt.
    Der Absolutismus ist in meinen Augen eigentlich mehr eine Überzeichnung des Feudalismus
     
  8. Lordkanzler

    Lordkanzler Neues Mitglied

    So ist es: Diese feudalen Herrschaftscharakteristika zogen sich vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein. Meiner Meinung nach endeten diese in Europa nach den Bauernbefreiungen im 19. Jahrhundert.

    Im Merkantilismus versuchte der Staat, die Inlandswirtschaft zu stärken, neue Branchen anzusiedeln, Know-How aus anderen Staaten ins Königreich einzuführen, sie vor ausländischen Waren zu schützen und in größerem Maßstab (in Manufakturen), gefördert durch den Staat, zu produzieren. Es entstanden also erst größere Unternehmen/r, Kapitalisten wenn man so möchte.

    Durch Handelsorganisationen entwickelte sich schließlich ein reger Fernhandel, nach der Entdeckung Amerikas ein globales Handelsnetz (Dreieckshandel). Beispiel dafür war z. B. die EIC (East India Company) ab 1600 (in Indien). Auch das Bankensystem + Verlegerwesen florierten vor allem ab dem 16. Jahrhundert.

    Im Absolutismus löste man sich eigentlich nicht von den feudalen Herrschaftsgrundsätzen. An die Stelle des Adels und des Königs, trat letzterer als alleiniger legitimer Mensch, der von Gott berufen war. Er setze Beamte ein und versuchte sich vom herrschaftlichen Einfluss des Adels zu lösen. Im Grund genommen ein marginaler Unterschied.
     
  9. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Vielleicht könnte man den "Übergang" oder die "Überleitung" unter den Titel "Aufstieg des Bürgertums" stellen. An der Familie Fugger könnte man die (zeitweise) Parallelität von Feudalismus und entstehender bürgerlicher Gesellschaft exemplifizieren. Die bürgerlichen Handwerker und Kaufleute stiegen zu fürstlichen Feudalherren auf.
    Bürgertum ? Wikipedia
    Auch wenn man nicht der marxistischen Geschichtstheorie folgt, kann man sagen, dass sich (wie meine Vorredner schon dargelegt haben) sukzessive und regional verschieden schnell die bürgerliche Wirtschaftsweise durchsetzte und das Bürgertum zur bestimmenden Bevölkerungsschicht wurde.
     
  10. Lordkanzler

    Lordkanzler Neues Mitglied

    Dazu fällt mir spontan auch der Ämterhandel (Ämterverkauf) in den nachmittelalterlichen Staaten (z. B. noch vor der Regierungszeit Ludwigs XIV.) ein. Erfolgreiche Unternehmen versuchten sich schließlich die lockenden Steuervorteile einzuheimsen, indem sie zunehmend wichtige Ämter kauften ("Amtsadel").

    Das Bürgertum übernahmen ja zunächst in den Städten im 12. Jahrhundert das Stadtregiment und weitete seinen Einfluss schließlich über wirtschaftliche Verstrickungen mit dem Adel und den herrschenden Fürsten bzw. Königen aus (die Fugger sind wirklich ein gutes Beispiel --> Karl V.). Im 14. und 15. Jahrhundert gab es ja an die 100 Aufstände in den Städten, denn an der Regierung waren ja zunächst nur Mitglieder der Minderheit der Patrizier beteiligt. Die Handwerker, organisiert in Zünften, kämpften für ihre Rechte und waren mehr oder minder erfolgreich.
     
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  11. Annika1987

    Annika1987 Neues Mitglied

    ah vielen dank an euch alle ,ihr habt mir wirklich sehr gute denkanstöße gegeben. Ich schätze mal das ich ganz falsch angefangen habe.
    Ich werde also noch mal von Grund auf anfangen.
    Und danke auch für den Tip mit den Fuggers, das werde ich auf jedenfall mit reinbringen.
    Wenn ich fertig bin würde ich die Hausarbeit gerne mal reinstellen um eure Meinug zu hören.
    Zumindestens weiß ich jetzt mal wo ich überhaupt anstetzen muss,welche wichtigen bespiele genannt werden müssen...
    also vielen dank nochmal an alle !!!:friends:
     
  12. Lordkanzler

    Lordkanzler Neues Mitglied

    Kein Problem, Wir würden uns freuen, wenn du deine Arbeit hier im Forum präsentieren könntest.

    Viel Glück!
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. September 2010
  13. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

  14. Annika1987

    Annika1987 Neues Mitglied

    hallo ich bins wieder
    ich hänge mal wieder im späten mittelalter fest...
    würdet ihr Karl v. erwähnen?
    mein Bauchgefühl sagt lass es,da ich mich ja wirklich auf die wirtschaftsformen konzentrieren will . Aber ich denke das es historirisch wichtig wäre ihn zu erwähnen..ahh ihr seht ich bin schon wieder hoffnungslos durcheinander....
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wenn du den Frühkapitalismus und in diesem Zusammenhange die Fugger oder Welser erwähnst, dann wäre es auch sinnvoll Karl V. erwähnen (Geld gegen Konzessionen).
     

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