Frage: Gefälschte Urkunden

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Repo, 17. Mai 2007.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Vielen Dank für die umfassenden Infos.
    Muss ich jetzt erstmals verarbeiten.

    Der "Heierle" für den Pfarrer ist mir persönlich nicht geläufig. Im Schrifttum ist er mir allerdings schon untergekommen, ich hab ihn bisher für eine Verballhornung von "Herrle" gehalten. Ohne mir viel Gedanken darüber zu machen.
     
  2. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    Nur zur Hintergrund-Info.: Anlässlich eines Besuchs des "ehrsamen Narrengerichts" in hohenzollerischen Dorf Grosselfingen habe ich dieses Wort "gelernt" (gehört) und nebenbei festgestellt, dass man in dieser Region mit dem in Stuttgart gelernten Schwäbisch wohl nicht ganz ohne
    Dolmetscher auskommt :)

    Die Idee der o.g. Ableitung von Herrle klingt fast schon überzeugend!

    salu, jeanne
     
  3. Darf ich mich wieder mal als Beckmesser betätigen?
    Es heißt nicht der, sondern das Heierle. Das -le ist nämlich eine Diminutiv-Endung.
    Sebastian Blau verwendet das Wort übrigens in seiner "Erschaffung der Welt" (Schrifttum?).
    Ja, :still:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. September 2007
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das triffts dann wieder, Rottenburg (kommt S. Blau her) ist ein paar Kilometer von Grosselfingen. Grafschaft Hohenberg - alles Vorderösterreicher.

    War ich übrigens noch nie, beim Grosselfinger Narrengericht, die ganzen Fasnetsveranstaltungen beim mir "oms Eck rom", kenne ich nur vom Hören Sagen. Irgendwie hält der Alt-Württemberger, bewußt oder unbewußt, dies alles mehr oder weniger für "Käsperles".

    OT: In Obernheim, dort wo die Alb am höchsten ist, wird alljährlich an Fasnet eine Hexe verbrannt. Unholda Moserin. Soll historische Wurzeln haben.
    Hat vor etlichen 20 Jahren ein Albstädter Amtsrichter Strafanzeige gestellt. Wegen "Verunglimpfung des Andenkens einer Verstorbenen".
     
  5. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    Na, da musst Du @ repo aber schon ein "tiefwurzliger Württemberger" sein, wenn Du sogar die Fasnet ( ich meine jetzt natürlich die historisch fundierte, alemannische F. ) auslässt!
    Ja, in Rottenburg hat er wohl die "Postille" verantwortet und in Stuttgart mal ne Zeitlang das "Tagblatt" und blau soll er selten gewesen sein.
    Das Narrengericht in Grosselfingen soll auf das Geschlecht der Herren von Bubenhofen zurückgehen, die einst die "Hainburg" gekauft und besessen hatten (samt umliegenden Dörfern), es war wohl eine Art "Dankes-Stiftung".
    Für Württemberger gibts übrigens auch eine recht schöne homepage unter
    Historisches Württemberg - ich denke, da dies eine Empfehlung und keine Werbung ist, sollt ein solcher Hinweis erlaubt sein ?
    Grad hab ich in der Zeitung allerding württ. Werbung gelsen, über eine Hengstparade in Landesgestüt Marbach auf der Münsinger Alb - das liegt direkt bei dem Dorf Dapfen, von dem wir gestern noch geredet haben ( da sieht man mal wieder, wie klein das Württemberg ist ).
    salu, jeanne
     
  6. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Die Bubenhofen,.... müssen mal steinreich gewesen sein. Auf dem Schutthügel ihrer Stammburg bin ich letztes Jahr mal rumgeklettert. Tonware sammeln.

    Die Marbacher Hengstparade muss eine Württembergerin gesehen haben. Also auf gehts.

    Bist Du Dir mit dem Tagblatt und S. Blau sicher? Beim Tagblatt, da war doch Kurt Schumacher, der Tagblatt-Turm, Stuttgarts erstes Hochhaus. Oder gab es nach 45 noch mal ein Tagblatt?


    OT: An Fansnet dieses Jahr kam in Geislingen b. Balingen (früher Stauffnbergisch) eine 30jährige Frau ums Leben. Sie hatte sich, als nach dem Umzug die Sraße wieder freigegeben wurde, hinten auf einen Ferrari gesetzt, ohne dass der Fahrer dies bemerkte.
    Eben Käsperles, da sogar mit dramatischem Ausgang.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. September 2007
  7. S.B war einer der Herausgeber der "Stuttgarter Zeitung", die nach 45 im Tagblatt-Turm war. Dass er mal beim "Neuen Tagblatt" gewesen wäre, ist mir nicht bekannt, und die schreiben auch nichts davon: http://www.silberburg.de/einzelvorst/autoren/blau_s.htm
     
  8. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    sorry @ repo, ich hab mich inzwischen aufklären lassen ! Bei den eingesessenen Schduagrmrn ist das heut noch der Tagblatturm und die Zeigung s'Tagblatt !
    Aber Pfeiferhans sei Dank - und so haben wir beide was dazugelernt.

    Übringen auch ich war schon auf der Ruine - sinnvollerweise hatte ich mich vertan und fragte nach dem Weg zur "Homburg" und in der Tat,
    jeder wußte wo die Homburg liegt - am Homburger Hof vorbei selbstverständlich.
    Aber dann im "Untrdwarf" beim Essen hat uns ein Alter "Grauselfinger" aufgeklärt, dass des Homborg eigenlich falsch ist! Aber, heute noch wird im dortigen Dialekt Heim als Hoam gesprochen und so wurde eigentlich versehentlich aus dem "Haimburger Hof" der Homburger Hof, hingegen die
    Hainburg hei0e heute noch richtigerweise Hainburg, aber om Dialekt beachtet dies halt keiner mehr !

    Da das Grosselfinger Narrengericht übrigens mit "Fasnet" ( auch nicht mit der alemannischen, wie ich irrig annahm) zu tun hat, hab ich mich schlau gemacht - verdient vielleicht einen eigenen Thread.

    salu, jeanne
     
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Zitat jeanne
    Die meine ich aber nicht.
    Die Stammburg der Bubenhofen liegt ein ganzes Eck weg. Zwischen Geislingen und Rosenfeld in der Nähe der Fischermühle (Helixor)
    Waren zeitweilig steinreich, die Bubenhofen, und haben sich da etliches zusammengekauft.
    Im Wald oberhalb Neufra/Hzl. im Fehlatal liegen in unmittelbarer Nähe voneinander 2 Ruinen Lichtenstein, (mit dem bei Honau auch verbandelt) eine trägt historisch auch den Namen Bubenhofen.
     
  10. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    oh - repo - Danke für diese Auskunft, das wußte ich gar nicht ! Will man versuchen, ob ich über dieses Geschlecht was finde; ob es wohl Verwandte der früheren "Zoleren" waren ?
    salu, jeanne
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Mit den Zollern verwandt.. denke nicht.

    Niederadlig, trotzdem steinreich.
    Ich müsste eigentlich irgend wo einen Aufsatz über die B. haben, mal sehen ob ich ihn noch finde:grübel:
     
  12. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    salu repo, ich hab was gefunden:
    "Die Herren von Bubenhofen gehören einem alten schwäbischen Adelsgeschlecht an, das im 12. JH erstmals in der Geschichte auftritt und im 13. JH seine Burg im Bubenhofener Tal bei Binsdorf hatte. Konrad von Bubenhofen, der die Herrschaft hainburg kurz vor 1420 erwarb, ließ in diesem Jahr die in Zerfall geratene Hainburg wieder herstellen . ...

    ...Die Herren v. Bubenhofen haben die Anlegung solcher Weiher ( Fischweiher) mit besonderem Eifer betrieben. Überall wo sie hinkamen, haben sie Weiher angelegt, in Geislingen bei Ostdorf, in Stetten bei Haigerloch, in Neufra bei Gammertingen. Den Höhepunkt aber bildete ihre Residenz Grosselfingen.
    Konrad v. B., der gleichnamige Sohn des Erwerbers der Hainburg bewirkte im Jahr 1472, daß Grosselfingen ( das zur Pfarrkirche und Grafschaft Weilheim gehörte) eine eigene Pfarrei errichten durfte deren Patronatsherr Konrad wurde. Er starb 1478 und wurde wie sein Vater in Geislingen bei Ostdorf begrafen, wo sich damals die Gruft der Herren v. B. befand. ..."

    Auszug aus einer Abhandlung v. Michael Walter, Regierungsdirektor i.R./Rangendingen ( Heft: das ehrsame Narrengericht zu Grosselfingen (leider ohne Datum, vermtl. 1930er-Jahre).

    Möge dies einen weiteren Lichtstrahl in den Glanz Deiner Heimat gebracht haben,
    das wünscht dir, jeanne
     
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Danke Jeanne,

    war mir eigentlich soweit bekannt.
    Der schnelle Aufstieg und der noch schnellere Abstieg der Bubenhofen ist derzeit noch das Rätsel.
    Wobei, die Formulierung "Geislingen bei Ostdorf" ist hart, überaus hart. Etwa wie Berlin bei Strausberg. Eine der Nicklichkeiten, die die Heimatforscher gern auf Lager haben. (Rangendingen war Hohenzollerisch, Kreis Hechingen, Geislingen württ. Kreis Balingen, da hat die Chemie nie so gestimmt)

    "Lichtstrahl auf dem Glanz meiner Heimat" - nun liegt die aber doch nochmal ein ganzes Stück weg. Glanz der auf Nürtingen fällt, wird sich in Bad Berg auch nur mittelbar auswirken.
     
  14. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    ehrlich gesagt, repo, mit den Ortsbezeichnungen bin ich auch nicht klargekommen! Nur Neufra ( Nuifrä) war mir noch ein Begriff.

    Ah - NT - dann wird der Bezug zu Rulaman verständlich! ( da fahr ich ja gelegentlich mal knapp vorbei, wenn ich nach "Outletdingen" fahre um Geld rauszuschmeissen) :)

    ups, da fällt mir schon wieder ein schwäbische Weisheit ein, die werd ich gleich dorthin setzen.
    adé, jeanne
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Interessanter Ort dieses Neufra/Hzl. wobei ich gleich nochmals 2 mit dem selben Namen kenne, eins bei Rottweil, (kenne ich nur vom Straßenschild, war glaube ich noch nie dort,) und eins bei Riedlingen an der Donau mit den "hängenden Gärten" und dem kleinsten Schlosshotel Deutschlands (so es noch existiert)
     
  16. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Zu den Namen fällt mir noch ein, da gibt es auf der Reutlinger Alb nähe Zwiefalten einen Ort eigentlich sogar eher einen Weiler Namens Upflmör.

    Der hätte ursprünglich Oberpflummern geheißen und sei durch die phonetische "Schreibe" eines nopelonischen Offiziers in der Zeit jener Kriege zu diesem Namen gekommen.
     
  17. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    Wie klein doch unsere Welt ist:
    aber : jetzt erst zum historischen Bezug (hab das Gefühl, dass aus meiner tricolore ein rotes Tuch wird):
    H E U N E B U R G - es ist noch gar nicht so lange her, da war ich in dem von Dir genannten, fast unaussprechlichen "Upflähmeehr" - und zwar bin ich da mit ein paar Leuten durch den Bannwald gestapft um die dortige Heuneburg zu finden! In der Tat, es gibt da auch ein kelt. Oppidum !
    Ich verwechsele es auch nicht mit der großen bei Binzwangen an der Donau! Man sieht dort in der Hanglage im Wald aber nur noch bescheidene Reste von Wällen und Gräben.
    Es soll sich um eine Anlage handeln, die zur Keltenzeit den Schutz der Bevölkerung für das Gebiet von der Donau bis zum Albtrauf (Heidengraben)
    bewirken sollte.
    Falls es nicht andere Gründe waren, weshalb die Kelten hier siedelten, es ist
    zumindest eine reizvolle Landschaft mit Blick weit in das Oberland und, wie man mir erklärte, in die schweizerischen Alpen, wenn das Wetter "danoch" ist !

    Auch Neufra hat was Besonderes zu bieten. Das hat mir ein Dr. Dietl beim Naturkundemuseeum in Stgt. gezeigt. Auf der ganzen westlichen Alb soll die oberste Juraschicht (Epsilon - Zeta) längst verwittert sein, nur auf einem Berg bei Nusplingen sei noch ein bescheidener Rest (den man unter besondern Schutz gestellt hat) entdeckt worden, mit plattenartigem Juraschiefer ähnlich Soldhofen, aber einer ganz speziellen Art von Fossilien!

    Dieser "Art von Naturgeschichte" könnte mich auch in ihren Bann ziehen, seit ich Holzmaden gesehen habe und in Tübingen die einst von einem Prof. Quenstedt aufgebaute Fossiliensammlung erklärt bekam; ein Schwabe der die ganze Alb noch zu Fuß erforscht und dabei wohl die weltweit gültige Einteilung des Jura "erfunden" hat.

    Tolles Land, das Schwabenland!
    salu, jeanne
     
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Der Nusplinger Plattenkalk! Hochinteressant. In dem Steinbruch dort kannst Du rumklettern. Aber klopf bloß nichts. sonst klopfen sie Dir aber kräftig auf die Finger. Fast unfassbar was sie wieder alles gefunden haben.

    Aber Neufra? Nusplingen liegt im schönen Bäratal. (Gibt natürlich ein zweites Nusplingen bei Stetten akM)

    Neufra/Hzl. dagegen im Tal der Fehla, ein Nebenfluss der Lauchert, die wiederum nicht mit der Lauter verwechselt werden darf. Bei Neufra wurde der letzte Wolf Hohenzollerns geschossen (der es dann gar nicht war, aber das ist eine andere Geschichte)
     

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