Frauen in der Stadt

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von stardust282, 8. Januar 2012.

  1. stardust282

    stardust282 Neues Mitglied

    Hallo,
    ich hab in letzter zeit viel über die städtebildung im mittelalter gelesen. Eines meiner Bücher meint dazu, dass die frauen in den städten durchaus gleichgestellt waren, jedoch von ämtern ausgeschlossen.
    Was mich jetzt an dieser stelle interessiert ist, ob es rinigen Frauen zum beginn der städtegründung gelungen ist hervorzustechen? Gab es welche die trotzdem einfluss oder ämter hatten und etwas bewegen konnten?

    ( tut mir leid wenn dieser eintrag nicht sn der richtigen stelle gelandet ist )
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Welches Buch berichtet denn von einer Gleichstellung der Frau im Mittelalter in den Städten?
     
  3. Cécile

    Cécile Neues Mitglied

    Von "Gleichstellung" zu sprechen find ich auch etwas weit hergeholt, aber Frauen konnten schon einen gewissen Einfluss erlangen.

    In Schwäbisch Hall z.B. wurden die Familiennamen bei manchen Geschlechtern von den Frauen vererbt, die das Familienoberhaupt waren.
    In einem Kirchenbuch wird z.B. geschrieben "XY Sohn der Sowieso", der Vater wird garnicht erwähnt. Ich müsste es aber nochmal nachschlagen um es exakt zitieren zu können.
     
  4. Theophano

    Theophano Neues Mitglied

    Ich kann zumindest ein Buch empfehlen, in dem man etwas über Frauen in der Stadt lesen kann, und zwar von Cordula Nolte: Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters. Darmstadt 2011. Bes. S. 80-86.

    Darin ist zu lesen, dass Frauen und Männer gleichermaßen in der Arbeitswelt der Stadt vertreten waren und zum Gelderwerb ihrer Familie beitrugen. Es gab auch viele Orte und Gewerbe, in denen Frauen und Männer zusammen arbeiteten, etwa in der Werkstatt, im Laden, auf dem Markt etc. Nach Frau Nolte gab es kaum Räume, die nur den Männern bzw. Frauen vorbehalten waren, außer z.B. den Bergbau, den Fernhandel den nur Männer ausübten, Frauen hingegen waren hingegen oft auf Tuchherstellung und Spinnerei und Bierbrauen spezialisiert. Manche Betriebe waren auch auf eine Zusammenarbeit von Mann und Frau ausgelegt, z.B. wenn einer die Waren herstellte und der andere sie verkaufte. Bei den vorher genannten Fernhändlern war es oft so, dass, wenn der Mann nicht da war, die Frau ihn und sein Amt in der Stadt vertrat. Was die Vereinigungen von bestimmten Berufsgruppen, d.h. die Zünfte angeht, so sagt Frau Nolte, dass diese vornehmlich den Männern vorbehalten waren, es gibt aber auch Städte wie z.B. Paris un Köln, wo es Hinweise auf "Frauenzünfte" gibt, nämlich für Berufe, die auch meistens von Frauen ausgeübt wurden, etwa Garnmacherinnen, Seidmacherinnen, Goldspinnerinnen. Aber auch in den "regulären" Zünften spielten die Frauen eine Rolle, sei es nun als Ehefrau, Witwe oder Tochter eines Meisters, die ja manchmal auch das Handwerk ihres Mannes/Vaters mit ausübten, wie es in Zunftsatzunge manchmal ausdrücklich erlaubt ist. Zudem gibt es in keiner Zunftsatzung des Hinweis, dass mit "Lehrlingen" nur männliche Personen gemeint sind, was auch heißen könnte, dass Mädchen zu einer Lehre zugelassen waren. Frauen war auch genau wie Männern der gesellschaftliche Aufstieg durch erarbeiteten Wohlstand möglich, allerdings bekamen Frauen zu dieser Zeit geringeren Lohn als Männer und hatten es deswegen damit schwieriger.

    Auch wenn das jetzt nun alles nur auf das Wirtschaftsleben bezogen war, ich hoffe, dass dir das ein wenig weiterhilft ;-)
     
  5. Schmettermotte

    Schmettermotte Neues Mitglied

    Auch von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft gibt es "Die mittelalterliche Stadt" von Schmieder, auch da wird bestimmt einiges zu finden sein.
     

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