Friedrich List

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von eve1991, 16. Mai 2010.

  1. eve1991

    eve1991 Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben!

    Ich befasse mich momentan ein bisschen näher mit Friedrich List und mir kommen da einige Fragen auf, auf die ich keine Antwort im Netz finde.

    List hat sich einerseits für Schutzzölle und andererseits für den Freihandel eingesetzt! Gibt es eine Erklärung für diesen Widerspruch?

    Vielleicht könnt ihr mir ja weiter helfen :)
     
  2. mr. jones

    mr. jones Neues Mitglied

    hey eve,
    ich binzwar spät dran und auch kein Experte bezüglich Friedrich List, aber ich glaube eine zumindest plausible Erklärung für deine Frage liefern zu können.

    1814 wurde Napoleons Kontinentalsperre, die sich vor allem gegen das bereits industrialsierte und daher exportstarke England richtete, aufgehoben. Englische Waren drohten, den "deutschen" Markt zu überschwemmen, der kaum konkurrieren konnte. Um dies zu verhindern, erhoben die, durch den Wiener Kongress konstitierten, 38 zollsouveräne Gebiete an ihren jeweiligen Grenzen hohe Einfuhrzölle,welche auch Produkte aus den anderen, z.B. "deutschen" Zolleinheiten, betrafen.
    Dieser Vorgang wirkte sich selbstverständlich nachteilig auf die sich allmählich abzeichnende Industrialisierung aus,da Produkte aus dem "deutschen" Gebieten kaum lohnende Absatzmärkte fanden, was das Unternehmertum nahezu unmöglich machte.
    Es ist daher kein Wunder,wenn der Historiker Jürgen Kogga die Industrialisierung in Deutschland zwischen 1830-60 ansetzte und als Industrielle Revolution bezeichnet, da Friedrich von Motz 1828 mit der Konstituierung des preussisch-hessischen-Zollverein sozuagen den ersten Schritt zur Konstituierung eines "gesamtdeutschen" ( nicht zu verwechseln mit "grossdeutschen", gemeint ist hier dennoch "kleindeutsch", aber das ist eine andere "Baustelle")einleitet. In den Geschichtsbüchern ist das Jahr der Zollunion mit 1834 angegeben, als letztes trat Hamburg im Jahre 1888 bei.
    Ich kannmir also vorstellen, List intendierte, zunächst eine von einer Zollschranke protektioniertes Deutschland, das sich ersteinmal zu einem konkurrenzfähigen Industriestandort entwickeln und anschließend einen Fall dieser letzten Zollschranke, die den Freihandel einläuten sollte
     
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