Geldgeschichte und Römischer Handel

Dido

Mitglied
Hallo,
Ich mache gerade einen Kurs zur Entstehungsgeschichte des Geldes.

Im Kurs wurden 3 Dinge zu Rom gesagt, die mir nicht klar sind:

1. Rom lag nicht an zentralen Handelsrouten (ich war immer davon ausgegangen, dass der Handel blühte und Rom da sehr aktiv war)
2. Deshalb entwickelte Rom ein aktives Steuersystem (was bringt das, wenn die Handelswege nicht gegeben sind)
3. Das förderte die Loyalität auch von Außenbezirken. (Ich würde mal behaupten Steuern führten bei der ärmeren Bevölkerung eher zu Unmut als zu Loyalität)

Danke schonmal
 
Hallo,
Ich mache gerade einen Kurs zur Entstehungsgeschichte des Geldes.

Im Kurs wurden 3 Dinge zu Rom gesagt, die mir nicht klar sind:

1. Rom lag nicht an zentralen Handelsrouten (ich war immer davon ausgegangen, dass der Handel blühte und Rom da sehr aktiv war)
2. Deshalb entwickelte Rom ein aktives Steuersystem (was bringt das, wenn die Handelswege nicht gegeben sind)
3. Das förderte die Loyalität auch von Außenbezirken. (Ich würde mal behaupten Steuern führten bei der ärmeren Bevölkerung eher zu Unmut als zu Loyalität)

Danke schonmal
Mir sind diese Aussagen ( die dann wohl nicht von Dir stammen!) in der Form überhaupt nicht klar.
Auf welche Zeit bezieht sich denn die erste Aussage?
Was bedeutet in dem Zusammenhang "aktives Steuersystem"?
Was ist mit "Außenbezirken" gemeint?

Es kann sich dann ja nur um die "Frühzeit" Roms handeln??
 
Nein, die Zitate bzw Aussagen stammen nicht von mir. Es geht um die Frühzeit des Geldes, wann das genau in römischer Zeit war lässt der Kurs offen. Auch die anderen Begriffe werden nur genannt nicht erklärt. Deswegen auch meine Verwirrung. Vielleicht weiß hier jemand genaueres zu der Entstehung des Finanzsystems in Rom und kann weiterhelfen...
 
Ich kann Dir leider nicht bei deiner Frage helfen. Ich möchte dir aber ein dialektisches Hilfsmittel an die Hand geben: Schau dir auf ARTE die mehrteilige, französische Dokumentationsreihe ‚Die fabelhafte Geschichte des Geldes‘ an (insgesamt ca. 200 Minuten).



Ergänzend auf YT die Arte Doku „Geschichte der Zahlen“ auch mehrteilig um die 3 Stunden.
 
1. Rom lag nicht an zentralen Handelsrouten (ich war immer davon ausgegangen, dass der Handel blühte und Rom da sehr aktiv war)
Leider haben wir kaum authentische Informationen zum frühen Rom. Immerhin lag Rom aber an der sog. „via salaria“ („Salzstraße“), mit der an der Tibermündung gewonnenes Salz ins Landesinnere gebracht wurde.
Darüber hinaus ist eher unklar, ab wann Rom am Fernhandel teilnehmen konnte. Der römischen Überlieferung zufolge wurde die römische Hafenstadt Ostia bereits in der Königszeit gegründet. Archäologische Funde weisen allerdings eher erst ins 4. Jhdt. v. Chr. Die Kontrolle über den Unterlauf des Tiber hatte Rom auch erst nach der Niederwerfung von Veii.
 
Gerade in der römischen Oberschicht gehörte bis in die Kaiserzeit hinein ein zumindest nach außen hin gelebtes eher distanziertes Verhältnis bezüglich der Handelswirtschaft zum guten Ton, direktes Engagement im Handel war verpönt, während aus der Landwirtschaft erzieltes Einkommen als ehrenhaft galt. Die römische Oberschicht hat sich jedoch im Feld des Handels und Fernhandels engagiert. Neben der Deckung wachsender Bedürfnisse werden Gewinnaussichten eine entscheidende Rolle gespielt haben. Nicht selten ließen sich Patrizier bei ihren Handelsaktivitäten (Finanzierung) durch Strohmänner vertreten, das konnten auch Freigelassene sein.
 
1. Rom lag nicht an zentralen Handelsrouten (ich war immer davon ausgegangen, dass der Handel blühte und Rom da sehr aktiv war)
Ich bin kein Experte, aber ich finde diese Aussage eigenartig. Hier nur, was ich so gelesen habe und mir in Erinnerung ist:
  • Rom wurde an einer für Handel günstigen Lage gegründet. Einerseits in der Grenzregion der Etrusker im Norden und griechischen Kollonien in Mittel- und Süditalien.
  • Weiter war die Tiberfurt sehr wichtig, um den Fluss überqueren zu können. Ich habe gelesen, es sei die unterste Furt vor der Mündung gewesen. Ob das stimmt weiss ich nicht. Weiss jemand mehr?
  • Das Thema Salzhandel wurde schon erwähnt.
  • Rom hatte in der Entstehungszeit keinen Hafen und Zugang zum Meer (siehe Beitag von Ravenik), vielleicht kam daher die Aussage, dass Handel nicht wichtig gewesen sei?
Zur Entstehung des Geldes in Rom weiss ich nicht sehr viel. Nur, dass die ersten Münzpräger um 289 v. Chr. angestellt worden sein sollen. Als Vorbild sollen die griechischen Kolonien im Süden gegolten haben, die schon seit etwa 500 v. Chr. Münzen prägten.
Kann jemand bestätigen, dass das so war? Und vielleicht erläutern wieso Rom vergleichsweise spät dran war? (Ich erinnere mich, gelesen zu haben, dass Rom im 4. Jahrhundert v. Chr. den Anschluss ans griechische Mutterland verloren hatte und daher technologisch ins Hintertreffen geraten ist.)

@Dido: was ist denn das für ein Kurs? Kannst du da nicht nachfragen?
 
Als Rom (zumindest der Überlieferung nach) gegründet wurde, begann die griechische Kolonisation in Italien allerdings gerade erst (wobei obendrein die traditionellen Gründungsdaten der griechischen Kolonien ebensowenig zuverlässig sind wie die Roms). Die Lage der griechischen Kolonien wird für die Anlage Roms also wohl keine Rolle gespielt haben. (Und was für ein „griechisches Mutterland“ soll Rom gehabt haben?)
Es war (anders als in der römischen Überlieferung dargestellt) ohnehin nicht so, dass Rom als planmäßige Siedlung neu aus dem Boden gestampft worden wäre. Sein Raum war bereits länger besiedelt.
 
(Und was für ein „griechisches Mutterland“ soll Rom gehabt haben?)
Danke Ravenik. Ich habs nochmal nachgeschlagen und offenbar falsch in Erinnerung oder falsch verstanden. Hier der Text den in im Kopf hatte: „Weder die Expansion der Samniten noch die ersten keltischen Vorstöße trafen Rom direkt. Mittelbar wurde es jedoch von der griechischen Welt abgeschnitten. Rom blieb Handelsstadt, aber die kulturellen Einflüsse reduzierten sich so sehr, dass es in Verbindung mit der militärischen Dauerbelastung zu einer gewissen Rückständigkeit kam, wie das merkwürdig späte Aufkommen etwa der Münzprägung oder einer lateinischen Literatur zeigt.“ (Bartels, Blum, Fündling, Die Antike, 2015)
Ich denke, mit griechischer Welt ist nicht Griechenland selbst gemeint, wie ich das verstanden hatte, sondern die südlicheren griechischen Kolonien.
 
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