Geoärchäologie und Machu Picchu

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von silesia, 25. September 2019.

  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Interessant, wobei bei Machu Picchu die Lage auch bemerkenswert ist: Die Stadt ist von drei Seiten vom Urubamba umflossen und es ist nur sehr schwer dorthin zu kommen. Der Urubamba ist hier ein recht wilder Fluss, den man hier nicht mit Booten befahren kann. Historisch musste man über den Berg (im Rücken des Fotografen) um die Stadt zu erreichen. Zudem ist man hier nur noch auf 2.800 m NN, wo doch die meisten Inkastätten viel höher liegen, Machu Picchu liegt in der Nebelwaldzone, beim Altiplano ist man bei etwa 4.000 m, Cuzco liegt auf 3.400.
    Das ermöglichte den Inka auch Pflanzen anzubauen, die in den höheren Regionen nicht wuchsen. Es gibt sogar Thesen, dasss Machu Picchu und Moray/Maras botanische "Laboratorien" der Quechua waren, wo man versuchte, Pflanzen über Generationen immer an neue Klimazonen anzupassen, also Regen- und Nebelwaldpflanzen (wie etwa Coca) an aridere und kühlere Klimazonen zu gewöhnen.
    Winay Wayna, direkt an einem Wasserfall gelegen, war wahrscheinlich ein Wasserheiligtum.

    Was nun die Verwerfungslinien anbelangt und den Städtebau, dass man an den Verwerfungslinien besser an Baumaterial gekommen sei: Der Steinbruch von Cuzco lag bei Pucara, etwa 35 km von Cuzco entfernt.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Man müsste in der Region vielleicht mal schauen: Wo findet sich keine Verwerfungslinie.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wen man das "wo" räumlich groß genug fasst: nirgends.

    Ich denke aber, hier geht es um den Schnittpunkt zweier Linien, nicht beliebig auf einer Linie, und auch nicht "daneben"
    Offenbar werden auch die Vorzüge einer solchen Lage plausibilisiert. Ob den Erklärungen folgt, wäre auch eine Frage der Expertise.
    Ich sehe mich nicht imstande, pro oder kontra zu bewerten.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich bin nun auch kein Geologe und kann dem nicht geologisch widersprechen, geologisch kann ich dem nur glauben oder auch nicht.
    Was aber die Behauptung anbelangt, dass Cuzco auf einer solchen Kreuzung errichtet sei, weil man dort an Baumaterial komme, so ist dem zu entgegenen, dass das Baumaterial aus Cuzco, gerade die großen Steine, aus einem Steinbruch 35 km entfernt stammen. Und bei Machu Picchu ist die Lage, auf einem Felssporn, umrundet von einem sehr wilden Abschnitt des Urubamba sehr auffällig.

    Also am Ende ist es m. E. relativ egal, ob die genannten Stätten tatsächlich auf Verwerfungskreuzungen liegen, die Gründe für die Anlageorte sind nicht in den Verwerfungskreuzungen zu suchen sondern im jeweiligen Zusammenspiel der örtlichen Gegebenheiten.

    Und die Zugänge sind auch nicht immer einfach:
    [​IMG]

    Nun gibt es in Cuzco und in Machu Picchu natürlich wichtige Erd-Heiligtümer.
     

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