Geschichte des Schulbaus

Dieses Thema im Forum "Kultur- und Philosophiegeschichte" wurde erstellt von archi, 24. März 2011.

  1. archi

    archi Neues Mitglied

    hallo geschichtsforum mitglieder,

    habe ein kleines problem, ich muss ein vortrag/referat über die geschichte des Schulbaus halten, leider finde ich im internet und büchern nur allgemeine sachen, wie sehr strenger unterricht usw...
    ich benötige aber auch grundrisse wie die Schulgebäude der damaligen zeit aussahen, wie die Klassenzimmer gestaltet waren usw....
    halt ein überblick über die entwicklung des schulbaus von der antike bis zur neuzeit,
    hoffe ihr könnt mir mit internetseiten, oder buchempfehlungen weiterhelfen.
    lg archi
     
  2. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Gab es da so viele Unterschiede? Also im Ausbau denke ich war alles gleich gestaltet. Lange Gänge und jeweils die Zimmer an diesen Gängen angrenzend. Hängt natürlich von der Größe des Gebäudes ab.

    Ach und nicht zu vergessen, um was für eine Schule es sich handelte und zu welcher Zeit diese gebaut wurde.
    Die Zeitepoche wird wohl wichtig für die Fassade sein, denn hier spielte die jeweilige Mode der Baukunst eine Rolle und nicht zu vergessen, was für eine Schule es war, also von einfachen Schulen über Gymnasien bis zur Hochschule...

    Vielleicht solltest Du dein Thema eingrenzen oder konkretisieren, sonst wirds ne "Mordsaufgabe"...
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Schulen? Naja. Im MA z.B. gab es in den Klöstern Schreibstuben, aber keine Schulen in unserem Sinne. In der jüngeren Geschichte gab es funktionale Dorfschulen, ein Klassenraum für alle Jahrgänge, keine bestimmte Architektur, häufig von den Familien des Dorfes errichtet.
    Die Gymnasien des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die einer kleinen Elite von 2 - 3 % der meist männlichen Bevölkerung vorbehalten waren, nutzten ein humanistisches Bildprogramm, hier wurde mal richtig Schularchitektur betrieben. Dazu gehörten eher mittelalterlich anmutende Gewölbe kombiniert mit einem antikisierenden Bildprogramm (Athene, Eulen, Darstellungen antiker Philosophen). Nach dem Krieg waren es dann eher Funktionsbauten, insbesondere in den 60er und 70er Jahren. In letzter Zeit macht man sich wieder mehr Gedanken, dass wenigstens die Architektur die Schulen nicht als Vormittagskinderverwahranstalt ausweist, sondern als einen Ort, an dem Kinder zum Lernen angeregt werden.
     
  4. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Im antiken Rom fand der Grundschulunterricht für Kinder einfacher Bürger häufig im Freien statt. Meist saßen Schüler und der Lehrer unter dem Vordach eines Ladens und waren lediglich durch ein paar gespannte Zeltbahnen vom Lärm der Straße abgeschirmt. Die Ausstattung bestand aus einem Stuhl für den Lehrer, eine Tafel und Sitzgelegenheiten für die Schüler, Wachstäfelchen und Rechenbretter. alle Altersgruppen saßen zusammen. Mädchen von 7 bis 13 Jahren und Jungen von 7 bis 15 Jahren.
    Kinder reicher Familien hatten Privatlehrer meist Sklaven, die dem Haushalt gehörten.
    (Quelle: Leben und Kultur der Kaiserzeit, Jerome Carcopino)
    Auf dem Bild ist die Züchtigung eines Schülers in herculaneum zu sehen.
     

    Anhänge:

  5. archi

    archi Neues Mitglied

    vielen lieben dank für die schnellen antworten, bin euch schon mal sehr dankbar
    @galeotto, vielen dank für die beschreiben wie die schulbildung in wien aussah und für das bild
    @elquijote gibt es besonders schöne beispiele vonn den gymnasien die du mir beschrieben hast? da könnte ich mir diese als bilder suchen und in das referat einbringen
    @ja da hast du recht, die schulbauten werden sich ähneln, bzw ähneln sich im aufbau und funktion, ich suche besondere beispiele, die eine neuerung für die damalige zeit waren

    schon mal vielen dank
     
  6. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Gründerzeitliche Gymnasien findest du in jeder größeren Stadt.
    Google doch mal unter Bismarckschule, Schiller..., Herder...
     
  7. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

  8. Hans forscht

    Hans forscht Aktives Mitglied

    Mir fallen zunächst mal folgende Bilder dazu ein:
    - unter einem Baum
    - in einem Zimmer
    - versteckt in Katakomben
    - Hörsaal in Form eines Amphitheaters
    - parlamentarische Bestuhlung mit/ohne Tische
    - kreisförmig aufgestellte Tische, Lehrer in der Mitte oder an einem der Tische
    - erhöht stehender Lehrstuhl

    - Schüler liegt, Lehrer sitzt und liest vor (Märchen)
    - Schüler/Kinder umringen den sitzenden Lehrer/Vater/Oma

    Wenn Du Schularchitektur da beginnst, wo etwas zum Zwecke des Unterrichts errichtet wird, kannst Du streng genommen, mit dem ersten dazu zurechgelegten Ast oder Felsbrocken beginnen. In unseren deutschen Köpfen beginnt Architektur wohl eher da, wo ein geschlossenes Gebäude errichtet wird. Das ist aber dem Klima geschuldet. In den Tropen braucht man außerhalb der Regenzeit nur etwas Schatten. Wände wären dort als Sichtschutz (Konzentration auf den Unterricht) denkbar.

    Fallen für Dich religiöse Belehrungen unter Unterricht? Dann könntest Du religiöse Handlungen mit Publikum einbeziehen. Das macht m.E. Sinn,
    - weil solche Veranstaltungen immer mindestens auch dem Zweck dienen, das jeweilige Dogma zu festigen,
    - oft zwischen religiösen Veranstaltungen und anderen Lehrveranstaltungen schwer trennscharf zu unterscheiden ist,
    - in religiös geprägten Gesellschaften die religiöse Informationsvermittlung stets einen prägenden Einfluss auf die sonstige absichtlichtliche Informationsvermittlung haben wird,
    - weil Du so auch prähistorische Zeugnisse verwenden kannst, um ein vollständigeres Bild zu bekommen.

    Diese Entwicklungen werden ein Bild zeigen, das etwas über das Verständnis von Lehrer-Schüler-Beziehung und die Größe der Lerngruppen aussagt.

    Du kannst das natürlich auch viel kürzer anlegen, und bei den lokal erdachten Dorfschulen beginnen, die dann irgendwann von zentralistisch vorgegebenen Schultypen abgelöst werden. Spätestens bei diesen standardisierten Schulbauten werden aber wiederum die Vorstellung der jeweiligen Staatsführung von Schüler-Lehrer-Relation und ihre von dem ihnen bekannten Unterricht an Hochschulen beeinflußten Normalbilder erkennbar werden.

    Das scheint also ein recht interessantes Thema zu werden.
     
  9. bonito

    bonito Neues Mitglied

    Wie weit willst du zurück gucken?
    Schulen gab es wohl schon in Sumer / Babylon.

    Die Klassen waren mit wenigen Kindern (unter 10) besetzt und wurden in der Regeln von einem "Lehrer" unterrichtet. Die Schluzeit dürfte einige Jahre gedauert haben.
    Auch damals gab es schon Hausaufgaben und ein gewissen Standardprogramm, dass praktisch alle Schüler absolviert haben.

    Eine entsprechende Ausbildung war natürlich nur den reicheren Familien möglich. Nicht all zu selten haben Schreiber (Gelehrte) ihre eigenen Kinder selber ausgebildet. Auch war Privatunterricht nicht unüblich.

    Es gibt da ein paar übersetzte Texte mit amüsanten Details zu dem Thema.

    Die Unterrichtsräume waren nicht unähnlich den heutigen .. natürlich deutlich kleiner wegen der geringeren Schülerzahl, aber wohl in der Regel auf Frontalunterricht ausgelegt.

    Die Schüler verwendeten neben den damals üblichen Tontafeln auch mit Wachs überzogene Brettchen ... so war es möglich die Tafeln nach der Benutzung / Übung erneut zu verwenden.

    Eines der Bücher mit etwas mehr Informationen ist z.B.
    Mathematics in Ancient Iraq: A Social History, Eleanor Robson, 2009
    Dabei ist "Schule" aber nur ein kleines Randthema.
     
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