Geschichte in Comics

Cunctator

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Ich finde es sehr schön, wenn historische Themen in Comics dargestellt und popularisiert werden.

Ich nenne einmal drei Beispiele:

  • Murena: Jean Dufaux et. al.; bisher 13 Bände; über Lucius Murena aus der Nerozeit
  • Vae victis! Simon Rocca/Jean-Yves Mitton; die Sklavin Boadicca wird während des Gallischen Krieges nach Rom verschleppt
  • Atalante: Didier "Crisse" Chrispeels; antike Mythologie; die Amazone Atalante erlebt Abenteuer, begleitet die Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies

Das ist ähnlich ansprechend wie historische Romane.
Viele Comics erscheinen in Deutschland im Splitter-Verlag.
 
Es gibt ja viele Comics mit historischem Hintergrund angefangen beim populärsten aller Gallier. Die Spannbreite der bildnerischen Darstellung von Fakten und Fiktion ist groß. Viele Comics sind große Kunst. Leider sind sie in Deutschland nicht so anerkannt und verbreitet wie in unseren westlichen Nachbarländern.
 
Ich las mal einen Comic über das Comic-Erstellen, war eine Mischung aus Poetik und fachwissenschaftlicher Literatur über den Comic.
Zum Thema: Von Harm Bengen gibt es einen Comic über Störtebeker. Der ist ist von historischer Fachliteratur und zumindest in Bezug auf die Burg von Kylo tom Broke auch von der archäologischen Rekonstruktion inspiriert.
Ansonsten sind Historische Romane* ein rotes Tuch für mich. Es gibt viel Schund und wenige Schätze.


*historische Romane sind Romane, die alt sind; Historische Romane hingegen sind Romane, die historische Themen aufgreifen bzw. dies versuchen.
 
Ein Historischer Comic, der mir als besonders gelungen und lustig gemacht auffiel:
Ritterhaus Bubikon, Frida Bünzli, Hsg. Markus Brühlmeier, Edition Moderne, 1999

Darin wird nicht nur die Geschichte der Johanniterkommende Bubikon in farbigen Bildern erzählt, sondern Einiges an Hintergrundinformation geliefert. So gibt es z.B. einen gezeichneten und sehr amüsanten "Knigge für angehende Adlige (und solche die es gerne wären)".

Von derselben Zeichnerin:
Hirsebarden und Heldenbrei, Frida Bünzli, Martin Illi, Zytglogge, 1997 zur Stadtgeschichte Zürichs.
 
Ich habe zwar die meisten Asterix-Bände gelesen, bin aber an sich kein großer Comic-Fan.

In den 90ern las ich allerdings eine lateinische Comic-Version von Caesars Krieg gegen die Helvetier.
 
Ansonsten sind Historische Romane* ein rotes Tuch für mich. Es gibt viel Schund und wenige Schätze.
*historische Romane sind Romane, die alt sind; Historische Romane hingegen sind Romane, die historische Themen aufgreifen bzw. dies versuchen.
nur nebenbei: exakt dieselben Relationen gelten auch in den Bereichen Horror-, Kriminalliteratur und Science Fiction. (die Gattung Historischer Roman zieht nicht mehr und nicht weniger Schundliferanten an als andere Gattungen)
 
Hallo!

Ich habe eine ganze Schrankwand voller Comics… und natürlich sind da auch ein Haufen Comics dabei die geschichtliche Hintergründe haben. Die meisten möchte ich hier nicht nennen, da der geschichtliche Hintergrund meist recht frei gestaltet ist. Aber ein paar Comics fallen mir schon ein, wo bei mir nur verhältnismäßig selten die Alarmglocken klingeln (»Moment Mal, das ist nicht stimmig!«)…

Die Adler Roms von Marini (8 Bände): Wenn ich mich recht erinnere, bin ich nur über die Varusschlacht gestolpert (der Hergang im Comic ist natürlich reine Fiktion). Ansonsten passt es, finde ich.

Neandertal von Roudier (3 Bände): Natürlich auch reine Fiktion, aber eben im Rahmen des bisherigen archäologischen Wissens (zumindest was die Ausrüstungsgegenstände betrifft, soweit ich das beurteilen kann). Der Endgegner ist natürlich übertrieben groß und »böse«…

Die Türme von Bos-Maury von Hermann (10 Bände): Zeit der Kreuzzüge… den geschichtlichen Hintergrund finde ich gut dargestellt.

Reisende im Wind von Bourgeon (5 Bände): Ende des 18, Jahrhunderts… die Reisen einer jungen Adligen… der geschichtlichen Hintergrund scheint mir recht stimmig.

Das sind die, die mir auf Anhieb einfallen… vielleicht lege ich noch nach… :)

LG, Horst Felder
 
Mir fällt da die Reihe von Tim und Struppi ein, die aber tatsächlich eher historisch statt Historisch ist ;)
Es werden viele reale, damals aktuelle Ereignisse oder Entwicklungen verarbeitet. Anfangs teilweise naiv und unkritisch. Später oft humoristisch, aber auch durchaus kritisch.
  • Tim bei den Soviets von 1929, starke Kritik am Kommunismus
  • Tim im Kongo von 1930, vorurteilsbehaftete Darstellung des Kolonialismus in Afrika
  • Tim in Amerika von 1931, Prohibition in USA aber auch Wilder Westen
  • Die Zigarren des Pharaos von 1932, Interesse der Öffentlichkeit an Ägyptologie nach der Entdeckung von Tutenchamun und Kolionalismus in Indien
  • Der blaue Lotos von 1934, japanischer Kolionalismus, Besetzung der Mandschurei, Völkerbund
  • Der Arumbaya Fetisch von 1935, satirische Darstellung des westlichen Imperialismus und von Militärdiktaturen, aber auch der Chacokrieg wird angedeutet
  • König Ottokars Zepter von 1938: Viele deutlich Anspielungen an den Faschismus. Einer der „Bösen“ heisst im französischen Original Musstler, was ein Kofferwort von Mussolini und Hitler ist.
  • Im Reiche des schwarzen Goldes von 1939 bzw 1950, der Band hat selbst eine lange Geschichte und wurde vor dem Krieg mit Thema Nazideutschland begonnen. In der späteren Version geht es dann aber um den Nahostkonflikt und in der neusten Version (ende 60er Jahre) geht es um Konflikte zwischen Arabischen Staaten und Ölhandel
  • Reiseziel Mond von 1953, Wettlauf um den Weltraum und Spionage
  • Der Fall Bienlein von 1956, Kalter Krieg, Ostblock
  • Kohle an Bord von 1958, moderner Sklavenhandel
  • Tim und die Picaros von 1976, Südamerika im Konflikt zwischen Kommunistischer Guerillia, Totalitäre Regimes, mächtige westliche Industriekomplexe, Armut, 68er Bewegung
Ein paar Bände die unpolitisch sind, oder mir der Zusammenhang nicht so bewusst ist, habe ich weggelassen. Was nicht heisst, dass die Geschichten nicht gut wären.
Es waren als Kind meine lieblings Comics, waren die lieblings Comics meines Vaters und sind die lieblings Comics meines Sohns :D
 
Die Maus-Comics von Arthur Spiegelman erzählen die Geschichte des Vaters, der Auschwitz überlebte. Die Menschen sind verfremdet zu Tieren, die Juden als Mäuse, die Deutschen als Katzen.
 
Das MOSAIK-Magazin hab ich viele Jahrzehnte lang gelesen. Die Don-Ferrando-Serie und die fast drei Jahre laufende Griechenland-Ägypten-Serie waren dabei meine Highlights.

Das MOSAIK war das einzig Comic überhaupt, dass ich je gelesen hab. Ansonsten interessiert mich dieses Medium eigentlich gar nicht.
 
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