Habsburger Reich

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Ludwig, 15. März 2006.

  1. Ludwig

    Ludwig Neues Mitglied

    Kann mir jemand kurz und knapp schildern wer und wo von den Habsburger
    zur der Zeit von Ludwig XIV. regiert hat?
    Außerdem war es Ludwig sein primäres Ziel Habsburg zu schwächen aber warum genau?
    MFG
     
  2. Obwalden

    Obwalden Mitglied

    Habsburg "besass" die Gebiete südlichwestlich (Spanien), östlich (HRRDN) und nördlich (Habsburgische Niederland) Frankreichs. Ludwig XIV. sah sich deshalb eingeengt vom Habsburgischen Grossreich, und strebte danach, diese Autonomie zu brechen.
     
  3. Soleil Royal

    Soleil Royal Neues Mitglied

    Zu Deiner ersten Frage:


    Kaiser Leopold I.

    dann seine beiden Söhne:

    Joseph I.
    und Karl VI.

    Leopold regierte meist von Wien aus, aber durch die Türkenbelagerung residierte er eine Zeitlang außerhalb u.a. in Prag.

    Joseph I. war der älteste Sohn, er sollte jedoch nur eine ziemlich kurze Zeit Kaiser sein, er verstarb wärend des spanischen Erbfolgkriegs.
    Karl VI. sollte eigentlich als Karl III. als spanischer König herrschen, aber dadurch dass sein Bruder starb und der Thron anderweitig vergeben wurde - an den Herzog von Anjou ( Enkel Louis XIV - der Grund für den Krieg ... ) wurde er zum Kaiser....
    Ich würde Dir empfehlen Dich in dieser Beziehung näher mit dem spanischen Erfolgekrieg zu befassen :winke:
     
  4. Ludwig

    Ludwig Neues Mitglied

    Hab mich schon mit dem Devolutionskrieg beschäftigt.:fs:
    Für was genau steht HRRDN?
    @obwalden ich hab mir zwar ne kurz und knappe beschreibung gewünscht aber könntest du mir trotzdem noch ein paar einzeilheiten geben?

    Nochmal ne kleine Fragen nebenbei:D
    meint ihr das der Holländische Krieg dazu gedient hat die dieses Ziel Ludiwgs zu verwiklichen?
    Also cih würde erstmal grob "ja" sagen oder?
     
  5. Obwalden

    Obwalden Mitglied

    HRRDN steht für das Heilige Römische Reich deutscher Nation.
    "Besass" ist übertrieben gesagt. Tatsächlich handelte es sich um eine Wahlmonarchie. Seit 1413 wurde bis 1806 (Auflösung des Reichs) immer ein Habsburger als Kaiser gewählt (mit einem Intermezzo bei Maria Theresia).
    Zusätlich erbte Karl V. zu Beginn des 16. Jh. das Königreich Spanien, mit den Spanischen Niederlanden als dessen Besitztum. Frankreich war somit vom Land aus von allen Seiten durch das Haus Habsburg eingeschränkt.
    Über den spanischen Erbfolgekrieg kann ich dir nichts detailliertes sagen. Es ging um die Besetzung des (vakanten?) Königssitzes in Spanien. Habsburg beanspruchte den natürlich für sich. Aus irgend einem Grund schien aber Frankreich ebenfalls Vorrechte für den Sitz gehabt zu haben. Beim Frieden von Utrecht, 1713 oder 1714, wenn ich mich nicht täusche, wurde folgender Handel geschlossen. Der Königssitz Spaniens wird mit einem Bourbon (franz. Königslinie) besetzt, aber Spanien und Frannkreich dürfen sich nicht zu einem Staat vereinigen. Louis le Grand wir dir aber bestimmt mehr Details dazu geben können.
     
  6. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Eigentlich hatte Frankreich sogar den bei weitem stärkeren Anspruch auf die span. Krone. Dank der Ehefrau von L. XIV.

    Da muss ich widersprechen. Eine spanische Bedrohung ist mit dem Pyrenäenfriede von 1659 endgültig obsolet geworden. Spanien schied als Großmacht von der Bühne europäischer Politik aus. Außenpolitisch ging es L. XIV. vor allem um die Stärkung der frz. Vorherrschaft und das Erreichen strategisch besserer Grenzen. :friends:

    Zwar sah er sich nicht mehr von Habsburg bedroht, aber die Staatsraison gebot, dass eine mögliche Erholung der span. Macht zu unterbinden sei. Besser war die totale politische Eleminierung der Habsburger als potentielle Rivalen an den frz. Grenzen. Was ihm im Span. Erbfolgekrieg auch tatsächlich gelang. Die Bourbonen übernahmen Spanien. Aber das einzige Primätziel L. XIV. war Habsburg nicht. Die Verstärkung der frz. Vorherrschaft und die Ausdehnung der Grenzen waren weitere.

    Definitiv ja. Frk. erhält nach dem Frieden von Nimwegen 1678/79 große Teile der Spanischen Niederlande. Gleichzeitig bedeutet der frz. Sieg eine Demütigung des Kaisers in Wien. Danach ist der Einfluss Frk.s im Reich auf seinem Höhepunkt. Außerdem steigt Frk. zur führenden Seemacht auf. :winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2006
  7. Obwalden

    Obwalden Mitglied

    Hallo Louis

    Weisst du, wie genau der Anspruch Ludwigs XIV. durch dessen Frau auf den spanischen Königsthron war?
     
  8. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Ich zitieren mich einfach mal selbst, via Wiki. :)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XIV._%28Frankreich%29
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das sollte vielleicht noch ergänzt werden:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._%28Spanien%29
    Daraus:
    Da beide Ehen kinderlos blieben, war das Aussterben der spanischen Habsburger abzusehen.

    Um die Thronfolge zu regeln, setzte er zunächst den bayerischen Kurprinzen Joseph Ferdinand (1692-1699) als Erben ein. Dieser starb jedoch bereits am 6. Februar 1699 und so bestimmte Karl dann Philipp von Anjou, einen Enkel Ludwigs XIV., zu seinem Nachfolger.

    Er starb am 1. November 1700 in Madrid. Da sowohl König Ludwig XIV. als auch Kaiser Leopold I., beide mit Schwestern Karls verheiratet, Ansprüche auf den spanischen Thron stellten, brach der Spanische Erbfolgekrieg aus
    .
     
  10. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Das stimmt aber nur insofern, als nur die Thronfolge von Aragonien testamentarisch geregelt werden durfte.

    Genau das tat Karl dann auch, es war aber schon damals umstritten, ob er das dann auch auf die restlichen spanischen Gebiete anweden darf. Das Thronfolgegesetz für alle anderen spanischen Länder besagte nämlich eindeutig, dass ein Bourbone der rechtmäßige Erbe ist.

    Die span. Kronjuristen wiesen schon damals auf die potentielle Unwirksamkeit von Karls Verfügungen hin.
     
  11. Ludwig

    Ludwig Neues Mitglied

    meines wissen hat sich ludwig außerdem auf das damals in holland gebräuchliche devolutionserbrecht berufen um so seinen erbteil zu erhalten.
    nur dieses recht besagte dass die kinder des verstorbenen der übergabe des erbteils beipflichten mussten und ich glaub anna von össterreich oder ähnlich ,die neue herrscherin spaniens(karl III war noch zu jung zum regieren) hat das dann abgelehnt!
     
  12. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Das trifft nur auf den Devolutionskrieg zu. Mit dem Friedensvertrag von Aachen 1668 war das vom Tisch. Frankreich erhielt Teile der Span. Niederlande, damit war das finanzielle Erbe der Königin Marie-Therese befriedigt.

    Dabei ging es aber nur um das Erbe des toten König Philipp IV., nicht um die Erbfolge in Spanien. Das waren zwei völlig verschiedene Sachen. :winke:
     
  13. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Vielleicht diese ? :D

    Habsburg:

    Die Habsburger. Eine Europäische Familiengeschichte, Brigitte Vacha (Hrsg.), Graz/Wien/Köln 1992.
    Adam Wandruszka: Das Haus Habsburg. Die Geschichte einer europäischen Dynastie, Wien 1989 .
    Heinz-Dieter Heimann: Die Habsburger - Dynastie und Kaiserreiche, München 2004 .

    Frz. Außenpoltik unter L. XIV.:

    Pierre Goubert: Ludwig XIV. und zwanzig Millionen Franzosen. Berlin 1973.
    Andrew Lossky: Louis XIV. and the French Monarchy. London 1992.
    Klaus Malettke: Ludwig XIV. von Frankreich, Leben, Politik und Leistung. Göttingen 1998
     
  14. Ludwig

    Ludwig Neues Mitglied

    stimmt habe ich völlig durcheinander gebracht:still::D!
    ich habe noch eine frage zum pyrenäenfrieden udn zwar beendete der ja eine auseinadersetzung zwischen frankreich und spanien!
    kann mir jemand noch ein paar sätze dazu sagen(hab beim googlen nichts braucbares gefunden)!
    ich möchte nur kurz wissen wie laneg der krieg gedauert hatte bzw ein kriegsname würde mir schon reichen
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. März 2006
  15. Herold

    Herold Neues Mitglied

    Die Auseinandersetzungen zwischen Spanien und Frankreich finden seit dem frühen 16. Jhd. weniger an der Grenze zur iberischen Halbinsel statt, als vielmehr in den Regionen spanischer Nebenländer, also in erster Linie in den Niederlanden, in Oberitalien und in Süditalien. Hier gehen unter den Vorzeichen eines habsburgisch-bourbonischen Antagonismus immer wieder verdeckte Spannungen in offene Konflikte über. Für die erste Hälfte des 16. Jhd. sind dabei die Kriege zwischen Karl V. und Franz I. kennzeichnend bis nach dem Frieden von Cateau-Cambrésis 1559 erst einmal etwas Ruhe einkehrt. Spanien ist jetzt erst einmal mit England und vor allem den Generalstaaten beschäftigt, auch wenn es immer wieder in die französischen Bürgerkriege eingreift und sich spätestens in den 1590er Jahren im "Krieg der drei Heinriche" alle Konflikte militärisch vernetzen. Der Frieden von Vervins beendet den offenen Krieg 1598, verbunden mit dem Verzicht des spanischen Königs auf alle Einmischung in französische Angelegenheiten. Mit dem Aufflammen des 30jährigen Krieges sind dann wiederum die Niederlande und Oberitalien die Regionen, wo spanische (besser: habsburgische) und französische Interessen gewaltsam kollidieren. Der neue Konflikt um das italienische Mantua, der mantuanische Erbfolgestreit, kommt um 1630 dazu. Wenig später sind wir dann in der Epoche Ludwigs XIV. und der oben schon angesprochenen Konflikte.
     

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