Hätte Österreich auch geteilt werden können?

Dieses Thema im Forum "Österreich | Schweiz" wurde erstellt von firei, 8. Februar 2014.

Schlagworte:
  1. firei

    firei Neues Mitglied

    :winke:

    Hallo,

    Hätte Österreich nach dem 2. Weltkrieg auch geteilt werden können?
    Hat die Verpflichtung zur Neutralität dazu geführt, dass es nicht geteilt wurde und ist so eine "ÖDR" verhindert worden?
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2014
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ja. Die erste große Bewährungsprobe gab es bereits im Frühling 1945: Die Sowjets hatten nach der Eroberung/Befreiung Wiens den ehemaligen sozialdemokratischen Staatskanzler Karl Renner erneut als Staatskanzler eingesetzt. In den westlichen Bundesländern unter amerikanischer/britischer/französischer Besatzung gab es massive Bedenken, dass Renner eine bloße Marionette der Sowjets sein könnte. Dennoch beschlossen die westlichen Bundesländer, die Regierung Renner anzuerkennen. Hätten sie das nicht getan, sondern eine eigene Regierung bestimmt, wäre wohl bereits der Weg zur Teilung eingeschlagen gewesen.
     
  3. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nun ja,die Verpflichtung zur Neutralität war sicherlich ein wesentlicher Grund , der eine Teilung des Landes verhindert hat.
    Zwar wurde wohl innerhalb der KPÖ nach dem Scheitern bei den Wahlen sowohl als einzelne Partei als auch in Koalition mit der SAP, wo man nur knapp unter 6 % der Stimmen erreichte und nachdem auch der Generalstreik 1950 nicht die gewünschte Machtverschiebung zugunsten der Kommunisten erbracht hatte über eine Teilung des Landes diskutiert, aber das lag nicht im Interesse Russlands.
    Dort war man sich im Klaren darüber,daß man Österreich als ganzes nicht würde übernehmen können.
    Die Folgen einer Teilung Österreichs wären aber gewesen, dass der Westteil sich der Nato angeschlossen hätte und somit ein vom Westen kontrolliertes geschlossenes Gebiet zwischen dem Skagerak und der Strasse von Tunis entstanden wäre.
    Durch ein vereinigtes,blockfreies, neutrales Österreich und die neutrale Schweiz war hingegen die direkte Landverbindung zwischen Westdeutschland und Italien unterbrochen.
    Außerdem rechneten sich die Sowjets vor dem Hintergrund der starken Rolle der Kommunisten in Italien wohl hier eher Möglichkeiten eines Umschwungs zu ihren Gunsten aus. Und die Trennung Italiens vom Rest der Nato durch diesen "Riegel der Neutralen" hätte im Falle eines Wechsel des politischen Systems dort die direkten Einflussmöglichkeiten schon sehr begrenzt.
    Daher war ein geinigtes ,neutrales Österreich für die Sowjetunion das kleinere Übel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2014
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  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Einen m.E. recht informativen Artikel (4 Seiten)Wie Österreich frei wurdegibt es dazu bei „Zeit – Online“ von 1964 anlässlich des 10. Jahrestages.
     
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  5. ning

    ning Gesperrt

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    ja.

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    könntest du diese frage bitte insofern korrigieren bzw "korrektifizieren", was den zeitraum 1945-55 ("österreich ist frei") betrifft?
    die idee der neutralität kam den als "politiker" kreditierten persönlichkeiten spät, quasi als letzte rettung, aber schließlich doch.
    das schwedische beispiel wurde (övp-seits!) diskreditiert, das schweizer vorbild schließlich schriftlich festgehalten. soweit ich weiß, offiziell erst anno 1951, wenn nich 53. ... (gerne lasse ich mich eines besseren belehren (offiziell! ergo egal, was die von den westlichen allierten kontrollierten medien auch zuvor schrieben, dh schreiben durften)

    bis dahin waren
    östlich der enns (nö und sogen. burgenland) und in oberösterreich nördlich der donau (mühlviertel) die menschen nicht sicher, auf welcher seite des "vorhangs" sie nun tatsächlich landen würden.
    bzgl. oö und nö gab es sogar einen anspruch der wieder erstandenen CSR bzw CSSR auf die donaugrenze (noch von beneš konzipiert in london).
     

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