Heilkraft des Todes - Die Europäer als Kannibalen

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von lynxxx, 29. Januar 2009.

  1. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Warum muss immer das dunkle Mittelalter schuldsein?
    Die okkulten Naturwissenschaftler waren doch ganz in der Renaissance verwurzelt, betrachteten sich als Mitwisser einer (angeblich) auf antike Quellen zurückgehenden Geheimlehre. Hermes Trismegistos hat weder etwas mit der Kirche noch etwas mit volkstümlichen Aberglauben zu tun.
    Ich möchte auch bezweifeln, dass das einfache Volk zugang zu derartigen Apotheken hatte, Mumienpulver und Sträflingsschinken konnte es sich wahrscheinlich nicht leisten.
    Das einfache Volk bediente sich da eher einer wenig esoterischen dafür praktischen Kräuterkunde, die erst Hildegard von Bingen mit der antiken Säftlehre verband und somit esoterisch wie akdemisch aufwertete.
    Mit dem Reliquienkult hat die Heilkraft des Todes nichts zu tun. Man sollte vielleicht die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass magisches Denken nicht immer etwas mit Religion zu tun hat.
    Allerdings gab es ähnliche Leichenfledderei tatsächlich bei der Exhumierung der heiligen Elisabeth. Kannibalismus ist dort aber nicht überliefert. Stattdessen nagten die Gläubigen an den Kirchen! Wetzspuren und Kuhlen im Mauerwerk von vieler Kirche zeugen von dem alten Brauch, Sand von Kirchenmauern abzuarbeiten und auf Wunderwirkung hoffend zu verzehren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Januar 2009
  2. Hulda

    Hulda Gast

    Vielleicht setzte die Wunderwirkung in Form einer Darmreinigung ja ähnlich wie bei Heilerde ein...
     

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