Heinrich der Löwe und Barbarossa

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von Marcus86, 10. Februar 2010.

  1. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Wie Du richtig erkannt hast, mehrer sächsische Ritter folgten dem Aufruf des Kaisers, Heinrich auch. Heinrich war nicht nur Herzog von sondern auch der Sachsen. Er war aber auch nicht der einzige sächsische Große, der dem Aufruf nicht so folgte, wie es der Kaiser wollte. Meines Wissens nach folgten die "Klagenden" , Bischof von Magdeburg etc, dem Aufruf auch nicht. Man misstraute einander in Sachsen. Die Bischöfe wollten mehr Macht, der Herzog wollte sie noch weiter beschneiden. In dieser Situation wollte keiner nach Italien mit seinem Gefolge. Auch nicht die nur dem Herzog DER Sachsen Heerfolgepflichtigen ehemals und noch Altfreien. Die von der Lehnspyramide vergessenen und die nicht zum Reich gehörenden. Sachsen befand sich ja sozusagen in einem "kalten" Bürgerkrieg. Dazu war Heinrich im späteren Mecklenburg noch "beschäftigt", Albrecht der Bär, einer seiner Gegenspieler südlich davon in der Mark Brandenburg.

    Zu dem ganzen kommt ne junge Frau zu Hause, mit der er wohl so glücklich verheiratet war, wie es damals ging. Was man so liest, waren die beiden sich zu getan und sie auch nicht die Dümmste in Verwaltungsdingen
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Dezember 2011
  2. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Das beantwortet noch immer nicht meine Frage. Warum sollte Heinrich (von und zu der Sachsen wie auch immer) von der Heerfolgepflicht befreit gewesen sein.
     
  3. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    War er ja auch nicht, er ist der Heerfolge ja auch nachgekommen ;-).Meines Wiisens nach ist er mit kleinem Gefolge in der Lombardei erschienen
     
  4. MacX

    MacX Neues Mitglied

    Wirklich? Das stellen die gängigen TV Dokus dann völlig falsch dar. Demnach ist Barbarossa völlig allein dort und will sich später am Löwen dafür rächen.
     
  5. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Er hat sich 1176 geweigert den Kaiser militärisch zu Unterstützen (Chiavenna), laut oben genannter Literatur zu Recht. Ergo leistete er keine Heerfolge, zu die er angeblich nicht verpflichtet war. Ich frage einfach, auf welches Recht sich diese Verweigerungshaltung stützt, da ich meine, ein Vasall sei seinem Lehnsherrn in jedem Fall zur Heerfolge verpflichtet. Wenn aber in diesem Fall eine Art Ausnahmeregelung zwischen Barbarossa und dem Löwen existierte, müsste das doch irgendwo schriftlich hinterlegt sein, sei es in Form einer Urkunde oder wenigstens als Erwähnung in einer der Chroniken.
     
  6. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Also, er leistete persönlich Heerfolge, konnte aber gleich wieder abreisen, weil er zu wenige mit hatte.

    Friedrich war der Meinung, das alle wehrpflichtigen Sachsen von Heinrich über die Alpen geführt würden, der hat aber nur seine eigenen Leute ohne die wehrpflichtigen mitgebracht
     
  7. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ganz abgesehen von Chiavenna sollte man festhalten, dass die Entmachtung Heinrichs des Löwen und der Entzug der Herzogtümer Sachsen und Bayern eine Zäsur im Verhältnis von Kaiser und Hochadel und den Beginn des engeren Reichsfürstenstandes bedeutete, dem nur noch ein kleiner ausgewählter Kreis angehörte, während früher auch Grafen und andere Herren "Fürsten" sein konnten.

    Ab etwa 1180 (Gelnhäuser Urkunde) musste eine förmliche Erhebung in den Reichsfürstenstand erfolgen, wobei neben der Reichsunmittelbarkeit auch andere Kriterien wie eine dem Herzogtum gleichgestellte übergeordnete Gebietsherrschaft und Gerichtsbarkeit notwendig zur Erhebung waren.

    Und so sind auch die Erben Heinrichs des Löwen die ersten im Reich, die im Jahr 1235 förmlich in den Reichsfürstenstand erhoben wurden, indem Kaiser Friedrich II. die welfischen Eigengüter zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg erhob, wodurch Heinrichs Enkel Otto das Kind zugleich Reichsfürst wurde.

    Bis dahin - also nach Aberkennung beider Herzogtümer - verfügten die Welfen nur über ihr Allod, war der Stand Heinrichs des Löwe lediglich der eines Edelherrn. Er urkundete oftmals nur als "Herr von Braunschweig" und das Löwensiegel führte nur noch die Umschrift "Herzog Heinrich" ohne räumliche Zuordnung. Konsequent verweigerte ihm dagegen die staufische Kaiserkanzlei den Herzogstitel. An dieser zwispältigen Stellung der Welfen im Reich änderte auch die Regierung des einzigen welfischen Kaisers - Otto IV. (1198-1218) - wenig.

    Endgültig vorbei war auch die Zeit der Stammesherzogtümer, denn sie wurden künftig ersetzt ducrh Gebiets- bzw. Territorialherzogtümer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Januar 2012
  8. Kottikoroschko

    Kottikoroschko Neues Mitglied

  9. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Im Wiki-Artikel zu Heinrich dem Löwen ist das Bild mit Quellverweis enthalten.
     
  10. Kottikoroschko

    Kottikoroschko Neues Mitglied

    Wenn ihr zu zwei Bildern über diesen Kniefall eine Beschreibung und Interpretation und alles machen sollt und es im Thema darum geht wie dieser im Mittelalter imaginiert wurde, welche wissenschaftliche Literatur würdet ihr da zu Rate ziehen? Kennt ihr irgendwas, dass sich mit bildnischen Darstellung befasst?
     
  11. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Möchtest du wissen wie man eine Bildquelle analysiert. Welches Schema man verwendet? Oder möchtest du Literatur zur bildnischen Darstellung im Mittelalter.
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich würde mich zunächst nicht zu abhängig von anderen machen sondern erst einmal eine eigenständige Beschreibung leisten und vielleicht auch schon mal eine Interpretation - das lässt sich ja alles später mit dem Wissenszuwachs durch die Literatur überarbeiten.
    An Literatur würde ich mich weniger an die machen, die sich mit Bildern beschäftigt - oder gar speziell mit diesem Bild (wenn ich sie fände, würde ich sie natürlich benutzen, aber ich würde danach nicht explizit suchen!) - sondern ich würde mich um Literatur zur symbolischen Kommunikation und zum rituellen Handeln mit Schwerpunkt auf dem Mittelalter bemühen, z.B. um Gerd Althoff (Die Macht der Rituale, Inszenierte Herrschaft, Spielregeln der Politik im Mittelalter, mit anderen: Die Bildlichkeit symbolischer Akte).
     
  13. Kottikoroschko

    Kottikoroschko Neues Mitglied


    Vorrangig geht's mir um Literatur zur bildnerischen Darstellung im Mittelalter, so wie in etwa die von Althoff.
     

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