Helmbusch römischer Soldaten - Die Crista

Traklson

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Hallo liebe Römer im Geiste!

Mein Neffe (6 Jahre) hat Neugierde bewiesen und die Ausrüstung seiner Playmobil-Römer hinterfragt.

„Wozu haben die so einen Federschmuck auf ihren Helmen gehabt?“

Ich habe spontan geantwortet, dass der Federbusch in erster Linie dazu diente, Rangunterschiede deutlich zu machen. Wikipedia schien diese Antwort zu bestätigen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Crista_(Helm)

Aber das kann ja nicht das letzte Wort zu dem Thema sein, wenn ich mich an ähnliche Diskussionen, wie die Hörnerhelme bei den Wikingern erinnere.
(http://www.geschichtsforum.de/f38/f...rg-gobelin-32881/?highlight=wikinger+h%F6rner)

1. Welchen Zweck hatte der Helmschmuck bei den Römern?

2. Wie verbreitet war ein Federbusch im römischen Militär.

3. Hatte der Helmschmuck eher eine Prunkfunktion oder wurden sie auch in der Schlacht getragen?

4. Kann jemand Zeichnungen beisteuern, die ich meinem Neffen ausdrucken kann und die schön die Ausrüstung im römischen Militär zeigen? (Bilder finde ich auch. Aber wie authentisch die sind, überlasse ich lieber den Experten.)

5. Ist "Crista" die korrekte Bezeichnung für alle Formen des Helmbusches (bei den Römern) oder gab es verschiedene Typen?
 
Welchen Zweck hatte der Helmschmuck bei den Römern?

ICh stimme dir zu dass er meist der Rangunterscheidung gedietn hat. Aber da höhere Offiziere und Tribunen neben ihrer Kampfausrüstung auch eine Paradeuniform/rüstung hatten, gab es sicher äußerst aufwendig gestaltete und farbenfrohe Helmbüsche.

2. Wie verbreitet war ein Federbusch im römischen Militär.

Wenn ich mich nicht irre war Federschmuck vor allem zur Zeit der Republik verbreitet. Viele Montefortino-Helme hatten Ösen auf beiden Seiten damit man eine Feder hineinstecken konnte.

5. Ist "Crista" die korrekte Bezeichnung für alle Formen des Helmbusches (bei den Römern) oder gab es verschiedene Typen?

Crista ist auf jeden Fall die Bezeichnung für den Helmbusch, ein Helmbusch der von links nach rechts geht wird crista transversalis genannt.

Hoffe ich konnte dir helfen!
 
In erster Instanz dient jede Helmzier und Federbusch dazu, den Tragenden optisch zu vergrößern. In der Ilias wird von der "furcheinflössenden Helmzier" des Achill gesprochen.

Der Rosshaarschweif der Griechischen Hopliten hatte auch eine konkrete Schutzfunktion: Im Nackenbereich schützte er vor Schwerthieben. Noch zu Napoleons Zeiten erhielten die französischen Kürassiere desshalb einen langen Rosshaarschweif an ihre klassisch inspirierten Helme.
 
Hoffe ich konnte dir helfen!

Vielen Dank. Ich hatte auch fest mit Dir gerechnet.:winke:

Für weitere Forschungen Deines Neffen zu empfehlen:

Besonders der zweite Link war interessant und darüber hinaus auch noch gemeinfrei. Die Abbildungen kann ich schon mal verwenden.

Ich habe meinem Neffen gleich heute Abend daraus vorgelesen, aber er ist sofort eingeschlafen. Ich habe ihn dann noch mehrmals geweckt und sogar versucht ihm Kaffee einzuflößen, aber meine Schwester hat das irgendwann unterbunden. :D

In erster Instanz dient jede Helmzier und Federbusch dazu, den Tragenden optisch zu vergrößern.

In Bezug auf die optische Vergrößerung geisterte auch so ein Viertelwissen durch meinen Schädel. Diente das auch dazu, für Fernwaffen das Zielen zu erschweren, indem die Optok verzerrt wird?



  • Da ich den Wikipedia-Artikel da nicht eindeutig finde, interessiert mich besonders die Frage, ob und von wem Helmbüsche im Kampf getragen wurden.
 
...

In Bezug auf die optische Vergrößerung geisterte auch so ein Viertelwissen durch meinen Schädel. Diente das auch dazu, für Fernwaffen das Zielen zu erschweren, indem die Optok verzerrt wird?

Scheint mir eine sehr moderne Sichtweise zu sein und glaube nicht dass dieses damals so betrachtet wurde, besonders da man sich zumeist im Nahkampf gegenüberstand und auch die Fernwaffen auf relativ kurze Distanzen eingesetzt wurden.



  • Da ich den Wikipedia-Artikel da nicht eindeutig finde, interessiert mich besonders die Frage, ob und von wem Helmbüsche im Kampf getragen wurden.
In der Republikanischen Zeit ja, später in der Kaiserzeit wurden abnehmbare Helmbusche verwendet die nur zur Parade getragen wurden. Die Zenturios scheinen es jedoch auch dann noch in der Schlacht geführt zu haben. Die Helmzier der Zenturios wurde übrigens Quer angebracht (die oben erwähnte Crista transversalis).
 
Zuletzt bearbeitet:
@Bdaian: Die Zenturios scheinen es jedoch auch dann noch in der Schlacht geführt zu haben. Die Helmzier der Zenturios wurde übrigens Quer angebracht.

Nach allem, was mit bekannt ist (Bello Gallico), konnte ein Zenturio sehr rasch mal in eine brenzlige Situation geraten, im Gegensatz zu höheren Kommandeuren. Ein Helmbusch oder ähnlich auffällige Rangabzeichen wären doch eine Einladung an den Gegner gewesen, sich solche Leute bevorzugt als Zielscheibe auszusuchen. Mag sein, man hat die Dinger bei der Parade oder Inspektion getragen - aber in der Schlacht wäre das ausgesprochen dumm gewesen. Die 80 oder 100 langgedienten Legionäre werden auch so "ihren Alten", dessen Rebstock sie aus dem Lager nur zu gut kannten, problemlos identifiziert haben.
 
Ich denke, dass der Helmbusch, bei den Römern weitaus seltener war, als man ihn in Sandalenfilm zu sehen bekommt. Auf den Relieffs der Trajanssäule sind jede Menge Soldaten und Offiziere zu sehen aber keine Helmzier. Die Prätorianergarde hatte Federbüsche ,wie man auf einem Relieff aus der Zeit des Septimius Severus sehen kann. Allerdings liefen sie nicht ständig mit Helmen auf dem Kopf durch die Stadt, wie dies in Filmen der Fall ist. Auch die Brustpanzer waren nicht immer angelegt sondern sie trugen nur eine Tunika.
Auf der Trajanssäule haben die meisten Legionärshelme einen Ring auf dem Helm an dem vielleicht bei besonderen Anlässen ein Helmschmuck(Federn oder Roßschweif) befestigt wurde. Centurionen, die Unteroffiziere hatten einen querstehenden Helmkamm.
 

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Da kann ich nur zustimmen.
Die crista scheint "nur" bei bestimmten Helmtypen und somit zu bestimmten Zeiten ein "Dauerzustand" gewesen zu sein. Davon betroffen sind die Helmtypen ab dem Montefortino bis hin zum Übergang des Weisenauhelms in den Typ Hebron.
Dabei weisen die "Montis" auf der Kalotte nur einen Knauf auf, in den etwas hineingesteckt werden konnte. Ein Ring an Stirn und Rückseite oder den Seiten fehlt meistens, wodurch hier ein Schweif die vermeintlich verbreitetere Zierde war.
Die Weisenauhelme aus dem Kontext der Dakerkriege weisen gerne sog. Kreuzbügel auf: http://www.romanarmy.net/images/Pages/articles/helmets/helm007.jpg
Diese verhindern natürlich eine Halterung für einen Helmbusch. Der Typ Hebron (im Netz bin ich nicht auf ein gutes Bild gestoßen, es gibt nur ein paar Replikate) schließlich arrangiert das Dekor des Helmes mit diesen Kreuzbügel, während weitere Helme wie etwa der Niedermörmter diese Bügel nur noch stilisiert wiedergeben (übrigens ein Grund warum ich bestimmte, reich dekorierte Weisenauhelme nicht ins 1. Jh.n.Chr. nehmen mag).
Roman Military Equipment: Helmets
Besagte Niedermörmter scheinen aber wieder eine Halterung aufzuweisen, wenn auch der Ring mit dem Knubel eher für einen Schweif denn für eine richtige Crista geeignet zu sein scheint.
Jedenfalls lassen die Helme von Intercissa oder Pfersee eine solche Halterung ganz vermissen.

Und auch dazwischen gibt es Abweichler. Die frühen Weisenauhelme, nach englischer Nomenklatur "Gallic Imperial A" scheinen ebenfalls keine Halterung zu besitzen http://www.romancoins.info/MilitaryEquipment-Helmet-weisenau.html Und auch der ein oder andere Coolus besitzt keine solche Vorrichtung.

Blicken wir in die Schriftquellen, so sieht es hier m.E. eher schlechter aus. Bei Caesar etwa findet dieser Kopfschmuck kaum Erwähnung. Caesar etwa macht sich durch einen auffallenden Mantel erkennbar, nicht durch seinen Kopfschmuck.

Ein Blick auf die "Soldatenabbilder" unterbreitet uns dann weitere Vorschläge. Ich denke, den Bildern der staats- und stadtrömischen Propaganda wie den Kaisersäulen sollten wir nicht zu viel vertrauen im Blick für Details schenken. In Mainz dagegen haben wir ein Bildnis, welches vermutlich auch selbst von Soldaten erschaffen wurde. Die Basis einer Säule ist verziert mit römischen Soldaten auf dem Marsch und im Kampf. Sie tragen keinen Helmbusch.
Auch das Siegesmonument von Adamklissi kennt diesen Schmuck nicht.
Das berühmteste Bildnis, von dem wir ableiten können, dass die crista transversa wirklich ein Rangabzeichen gewesen zu sein scheint, ist ein Grabstein, genauer der des Titus Calidius Severus. Hier werden seine Schutzwaffen abgebildet. Dazu zählt lorica squamata (Schuppenpanzer), cassis mit transversa crista und ocreae (Beinschienen). Gern wird dies eben als Abzeichen genommen und dies scheint auch plausibel.

Zur Färbung müsste es eine Polybiosbeschreibung geben, aber, man sehe es mir nach, ich bin um die Uhrzeit nicht geneigt danach zu blättern :)

Also zu den Fragen:
1. Zweck: zumindest im Fall des centurio scheint er auch ein Rangabzeichen gewesen zu sein. Ob dies aber als "dauerhaft" anzusehen ist wage ich zu bezweifeln, ebenso wie die Notwendigkeit den centurio überhaupt durch einen auffälligen Kopfschmuck sichtbar zu machen. Die Mannschaften dürften ihn erkannt haben, Signalübermittlungsmethoden standen ihm mit signifer und cornicen zur Verfügung, sein Platz "vorne" war schwer zu übersehen.
Daher vermute ich neben Schmuck und Tradition wie Bdaian auch einen gewünschten psychologischen Effekt der "Vergrößerung", sollten sie im Einsatz getragen worden sein (was ich bezweifle). Zu besonderen Anläßen bleiben nur die beiden ersten Punkte.
2. Wie verbreitet war ein Federbusch? Beim Material gibt es keinen klar zu unterstreichenden Standpunkt, bis auf die Tatsache, dass Federn sich kaum im Montefortino als Schweif halten würden.
3. s. 1.
4. Nicht für alle Zeiten. Ein Beispiel, wenn auch keine Zeichnung wäre hier (die beiden anderen sind derzeit defekt, kommen aber hoffentlich bald mal wieder) Ein Legonr aus dem frhen 1 Jahrhundert >> Flavii e.V. <<
5. Bezeichnungen: da hilft ein Blick ins Lexikon des klassischen Lateins :D Aber mir ist crista als geläufig bekannt (schlecht formuliert, geb ich zu).
 
Ich denke, dass der Helmbusch, bei den Römern weitaus seltener war, als man ihn in Sandalenfilm zu sehen bekommt. Auf den Relieffs der Trajanssäule sind jede Menge Soldaten und Offiziere zu sehen aber keine Helmzier. ....


Das stiimt nicht gaz. Die Überwiegende Menge der Legionäre auf der Trajanssäule haben keine Helmzier. Einige wenige doch:

http://cheiron.humanities.mcmaster.ca/~trajan/images/hi/2.33.h.jpg

Ich vermute die dargestellten sind Prätorianer. Auf anderen Monumenten sind auch Legionäre ohne Helmzier mit einigen wenigen mit Helmbusch dargestellt, so dass ich annehme dass es dort ein Rangabzeichen ist.

Polybios schreibt über die republikanischen Legionäre dass sie eine Helmzier aus zwei oder drei roten oder schwarzen Federn trugen.
 
Die experimentelle Archäologie stellt sich die Wirkung der Helmzier beim Optio und Centurio so vor.

Legio XV Primigenia - Römerkohorte Niederrhein - Wissen und Tips - Crista

Klingt auch recht einleuchtend und ist ein schnelles Orientierungsmittel im stressigen und unübersichtlichem Kampfgetümmel der Schlacht.

Ich weiss nicht so recht. Bisher habe ich noch kein stichhaltiges Argument gelesen, dass meinen Einwand (Beitrag 7) wirklich entkräftet. Was man auf "Römerfesten" vorführt, muss nicht primär mit den damaligen Tatsachen zu tun haben.

Mag sein, man hat die Dinger bei der Parade oder Inspektion getragen - aber in der Schlacht wäre das ausgesprochen dumm gewesen.

Ein langgedienter alter Centurio war auch im alten Rom nicht so einfach zu ersetzen!!!

Das erinnert mich an die gelben Schärpen der k.u,k.-Offiziere zu Beginn des 1. Weltkrieges. Perfekt für die Russen und Serben, um die an der Spitze schneidig mitstürmenden Kompanie- und Regimentsführer gezielt mit einem sauberen Hezschuss zu eliminieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Helmbusch oder ähnlich auffällige Rangabzeichen wären doch eine Einladung an den Gegner gewesen, sich solche Leute bevorzugt als Zielscheibe auszusuchen.

Versetze dich einmal in die damalige Zeit. Centurionen sind nicht irgendwelche Soldaten geworden. Centurio zu werden war einen Auszeichnung aufgrund von Tapferkeit und besonderer Taten in der Schlacht. Außerdem war der Tod allgegenwärtig und demzufolge gab es ein ganz anderes Verhältnis zu ihm, als wir heute zu ihm haben.

Zu dem Erkennen: Teilweise war es bis zum Anfang des 1. Weltkrieg es gang und gäbe, daß Offiziere und teilweise auch Unteroffiziere wie die Gockel vorm Feind aufmarschierten, um sich vom gemeinen Soldaten bewußt abzugrenzen. ;)
 
Ähnlich verhält es sich mit den Helmen der Rennfahrer im Circus. In Filmen ,Römerspektakeln und neuzeitlichen Bildern sehen wir stets effektvoll wehende Helmbüsche. Auf antiken Relieffs dagegen, tragen die Wagenlenker vollkommen schmucklose Helme, was auch völlig logisch ist, denn ein metallener Aufbau hätte bei einem Sturz zum Genickbruch geführt, ein einfacher runder Helm konnte seinen Träger vor Kopfverletzungen schützen.
 
Versetze dich einmal in die damalige Zeit. Centurionen sind nicht irgendwelche Soldaten geworden. Centurio zu werden war einen Auszeichnung aufgrund von Tapferkeit und besonderer Taten in der Schlacht. Außerdem war der Tod allgegenwärtig und demzufolge gab es ein ganz anderes Verhältnis zu ihm, als wir heute zu ihm haben.
Ist für mich kein Argument. Der Tod ist in jedem bewaffneten Konflikt allgegenwärtig - und ein toter, weil eitler oder besonders draufgängerischer Offizier gefährdet damit den Erfolg und die ganze Truppe.

Zu dem Erkennen: Teilweise war es bis zum Anfang des 1. Weltkrieg es gang und gäbe, daß Offiziere und teilweise auch Unteroffiziere wie die Gockel vorm Feind aufmarschierten, um sich vom gemeinen Soldaten bewußt abzugrenzen. ;)

Das hat man dann aber auch ganz schnell bleiben lassen, sofern man es noch konnte.
 
Mag sein, man hat die Dinger bei der Parade oder Inspektion getragen - aber in der Schlacht wäre das ausgesprochen dumm gewesen.

Dasselbe müsste dann doch auch für den signifer gelten. Das signum war ja kaum zu übersehen.

Aber grundsätzlich glaube ich ebenfalls nicht dass Zenturios die Helmzier inn der Schlacht getragen haben. Beim Aufmarschieren war er ja sowieso vorne, während mitten in der Schlacht im Getümmel es sowieso egal war ob der Zenturio einen Helmbusch trug oder nicht.
 
1.Aber du hast es in deinem Beispiel der gelben Litzen bei österreichischen Offiziere doch selbst geschrieben!

2. Die Militärtechnik soll sich auch in Bezug auf Effektivität und Reichweiten der Waffen sehr weiterentwickelt haben seit den römischen Zeiten, was eben zur Abschaffung der Gefechtsfeldgockel führte.
 
Zu dem Erkennen: Teilweise war es bis zum Anfang des 1. Weltkrieg es gang und gäbe, daß Offiziere und teilweise auch Unteroffiziere wie die Gockel vorm Feind aufmarschierten, um sich vom gemeinen Soldaten bewußt abzugrenzen. ;)[/QUOTE,]
Das konnten sie auch, denn während der Schlacht, hielten sie sich auch weit im Hintergrund, hinter der kämpfenden Truppe auf.
 
1.Aber du hast es in deinem Beispiel der gelben Litzen bei österreichischen Offiziere doch selbst geschrieben!

Ich will es mal so ausdrücken: Im Gegensatz zu den Armeen des Mittelalters und der frühen Neuzeit mit Truppenführen, denen das "von und zu" selbst im Adamskostüm noch auf der Stirn gestanden hätte, war die römische Armee voll auf maximale Effektivität und Disziplin getrimmt. Irgendwelche Eitelkeiten waren da fehl am Platz und Zenturionen stammten zudem aus den Mannschaftsdienstgraden.
 
Aber grundsätzlich glaube ich ebenfalls nicht dass Zenturios die Helmzier inn der Schlacht getragen haben. Beim Aufmarschieren war er ja sowieso vorne, während mitten in der Schlacht im Getümmel es sowieso egal war ob der Centurio einen Helmbusch trug oder nicht.

Wer schon einmal bei der Armee war und im Laufschritt sich in Zuggröße fortbewegte, weiß, daß es unmöglich ist, daß anstatt 24 Mann bei einem Zug, sich nun runde 100 Mann einer Kompanie sich gleichmäßig und in eine Richtung fortbewegen können, wenn man den Kompaniechef nicht sieht. Eher entsteht dann nach kurzer Zeit ein Haufen, der einer ordnungslosen Kuhherde gleicht.
Geschweige denn, daß man dann noch im Gefecht sich so fortbewegt, wo man nur das Geschehen des unmittelbaren Umfeldes mitbekommt und somit besonderen Streßsituationen noch zusätzlich ausgesetzt ist.

@Galeotto: die Schlachtberichte sagen anderes aus. So wurde der Herzog von Braunschweig in der Schlacht bei Auerstedt schwer verwundet, als er gerade die preußische Linie vor der Front ordnete, durch eine französische Scharfschützenkugel. Das war normaler Offiziersalltag.
 
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