Hier mal ein Währungsvergleich aus einem Baedeker, der mir komisch vorkommt. Beim Goldstandart als Grundlage passt das Verhältnis Dollar-Mark nicht so richtig.
Kann das jemand hier erklären?
20 Goldmark 7,97gr./900ter 5 Dollar 8.36gr./900ter
Mit Vorsicht zu genießende Anregung dazu (hoffe da jetzt nichts durcheinander zu bringen): Ich erinnere mich an eine Veranstaltung an der Uni, die sich um die Wirtschaft im Kaiserreich drehte und im Rahmen derer der Prof. der sie abhielt (jedenfalls habe ich es so noch im Kopf, aber gerade keine brauchbare Literatur dazu an der Hand) meinte, dass es sich bei der Absicherung der Mark weniger um einen Goldstandard im eigentlichen Sinne, als um einen Gold-Devisen-Standard gehandelt habe.
Also keine direkte Konvertierbarkeit in Gold (das war wohl in Deutschland eher in Silber hinterlegt), sondern eine direkte, qua festem Wechselkurs erfolgte Bindung an eine tatsächlich in Gold konvertierbare Währung, nämlich in diesem Fall das britische Pfund.
Ich weiß nicht, ob das so ganz richtig dargestellt ist, es würde aber jedenfalls insofern Sinn gemacht haben, die Mark nicht direkt an Gold, sondern an das in Gold konvertierbare Pfund zu koppeln, weil dann nämlich für die Reichsbank die Notwendigkeit entfiel entsprechend große Goldreserven anzulegen.
Großbritannien, in dessen Empire (Südafrika, Australien vor allem) sich ein erheblicher Teil der Weltproduktion befand, hatte da naturgemäß den wesentlich einfacheren Zugriff.
Dementsprechend wäre die "Goldmark" mehr als eine Rechnungseinheit, mit Kopplung an das britische Pfund, zu verstehen.
Ich hoffe hier keinen Bullshit geschrieben zu haben, könnte dazu eventuell im kommenden Jahr mal in die Bibliothek stolpern, würde mich nämlich auch mal interessieren, wie genau da die Zusammenhänge waren.