Hyperinflation 1914- 1923

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Kimsel, 9. September 2019.

  1. Kimsel

    Kimsel Neues Mitglied

    Hallo,

    ich studiere an einer Hochschule & muss eine Hausarbeit bzw. eine wissenschaftliche Arbeit zu dem Thema Hyperinflation 1914-1923 verfassen.
    Unter die Lupe soll genommen werden : Gang, Ursache & Folgen & das am besten auf die Makroökonomische Sichtweise.
    Nun zu meinem Problem... zum
    Ersten sollen wir dir Lösung zu einer Inflation in Goethes Faust finden. Kann da jemand helfen wie das gemeint ist?
    Zum anderen soll beleuchtet werden wieso das Thema in der heutigen Zeit noch Relevanz haben könnte.

    Ich danke im Voraus !
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Kimsel gefällt das.
  3. hatl

    hatl Premiummitglied

    Ich würd mal sagen, da wirst du wohl bei Faust II fündig:


    "Faust.
    Das Uebermaß der Schätze, das, erstarrt,
    In deinen Landen tief im Boden harrt,
    Liegt ungenutzt. Der weiteste Gedanke
    Ist solches Reichthums kümmerlichste Schranke;
    Die Phantasie, in ihrem höchsten Flug,
    Sie strengt sich an und thut sich nie genug;
    Doch fassen Geister, würdig tief zu schauen,
    Zum Gränzenlosen gränzenlos Vertrauen.

    Mephistopheles.
    Ein solch Papier, an Gold und Perlen Statt,
    Ist so bequem, man weiß doch was man hat;
    Man braucht nicht erst zu markten noch zu tauschen,
    Kann sich nach Lust in Lieb und Wein berauschen.
    Will man Metall, ein Wechsler ist bereit,
    Und fehlt es da, so gräbt man eine Zeit.
    Pokal und Kette wird verauctionirt,
    Und das Papier, sogleich amortisirt,
    Beschämt den Zweifler der uns frech verhöhnt.
    Man will nichts anders, ist daran gewöhnt.
    So bleibt von nun an allen Kaiser-Landen
    An Kleinod, Gold, Papier genug vorhanden.

    Kaiser.
    Das hohe Wohl verdankt euch unser Reich,
    Wo möglich sey der Lohn dem Dienste gleich.
    Vertraut sey euch des Reiches innrer Boden,
    Ihr seyd der Schätze würdigste Custoden."


    Allerdings ist hier keine Lösung zu finden, sondern das Problem.
    Ob die drei (Faust, Mephisto und Kaiser) später noch eine Lösung finden?
    Keine Ahnung
     
    Kimsel gefällt das.
  4. Kimsel

    Kimsel Neues Mitglied

    Wow vielen Dank !!

    Nur was könnte er meinen mit der Relevanz zur heutigen Zeit ? Sprich könnte so etwas heute nochmal passieren ?
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    siehe hier von oben:

    Der Hinweis, der Kaiser sei doch Eigner des eigenen Landes und in diesem Land sei- en Schätze vergraben, die als „Gegenwert“ für das geschaffene Geld herhalten müssen, ist nur ein psychologischer Trick, die „trügende Scheinvorstellung von ei- nem verborgenen Reichtum“ (Lohmeyer 1975, 117) – auch wenn diese Auffassung durchaus historisch verwirklicht wurde. Als in Deutschland nach der Inflation von 1923 eine neue Währung eingeführt wurde, wandte man denselben „Trick“ an und behauptete, diese „Rentenmark“ sei durch den Boden besichert. So ist auch die Aussage von Mephistopheles zu verstehen:
    „Der Zettel hier ist tausend Kronen wert. / Ihm liegt gesichert, als gewisses Pfand, / Unzahl vergrabnen Guts im Kaiserland.“ (6058ff.)
     
    hatl gefällt das.
  6. hatl

    hatl Premiummitglied

    Aber da hat es wohl funktioniert.
     
  7. hatl

    hatl Premiummitglied

    Weil der Faust so schön ist: (6140ff)
    "
    Schatzmeister.
    Soll zwischen uns kein fernster Zwist sich regen,
    Ich liebe mir den Zaubrer zum Collegen.
    (Ab mit Faust.)
    Kaiser.
    Beschenk’ ich nun bei Hofe Mann für Mann,
    Gesteh’ er mir wozu er’s brauchen kann.
    Page (empfangend).
    Ich lebe lustig, heiter, guter Dinge.
    Ein Andrer (gleichfalls).
    Ich schaffe gleich dem Liebchen Kett’ und Ringe. *
    Kämmerer (annehmend).
    Von nun an trink’ ich doppelt bess’re Flasche.
    Ein Andrer (gleichfalls).
    Die Würfel jucken mich schon in der Tasche."


    * nimmt Bezug auf (1813ff)
     

Diese Seite empfehlen