Industrialisierung in Österreich

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Paullus, 11. April 2009.

  1. Paullus

    Paullus Neues Mitglied

    Ich habe eine Frage. Wir haben in der Schule gelernt, dass die Industrialisierung "Österreich reich gemacht hat".

    Als ich ihn darauf ansprach sagte er, dass es in Österreich selber erst nach dem ersten Weltkrieg Industrieorte gab, vorher nur solche Hammerwerke oder vorindustrielle Fabriken nahe von Erzbergen und anderen orten. das muss aber vor dem ersten Weltkrieg gewesen sein, weil es ja erst später eisenbahnstrecken gab.

    Also wann begann die Industrialisierung in Österreich und warum konnte Österreich nicht von den vorindustriellen fabriken (glaube es waren fabriken) überleben?
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  3. Fayter

    Fayter Neues Mitglied

    Meines Wissens nach beginnt die Industrialisierung in Österreich mit der Inthronisierung Franz Josephs, also so um 1850.
    Würde nicht sagen dass Österreich-Ungarn besonders rückständig war.
    Wir haben die älteste Gebirgsbahn der Welt, die Semmeringbahn. Der Bau der Bahn begann bereits 1848!
    Hier ein Zitat von Wikipedia:
    Dass die Industrialisierung Österreich besonders "reich" gemacht hätte ist mir nicht bekannt. Im Prinzip hat diese ja alle Industriestaaten Europas "reich gemacht".
     
  4. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Silesias Rückfrage - noch unbeantwortet - kann noch ergänzt werden durch die Frage, was unter "Industrialisierung" verstanden werden soll. Wenn man Jürgen Kuczynskis Definition heranzieht - I. beginnt mit dem ersten Einsatz von Werkzeugmaschinen -, so wäre das Startjahr 1801.

    Aber richtig ist, dass ab Mitte des Jh. entscheidende Fortschritte gemacht wurden (vgl. Familienstruktur und ... - Google Buchsuche).

    Die Entwicklungsdynamik blieb jedoch deutlich hinter der anderer Länder zurück. Grund: Die industriellen Standorte "waren im Hinblick auf alte Techniken und Materialversorgungen gewählt worden. Sie wurden im Zuge der Strukturveränderung der Weltwirtschaft im 19. Jh. (Veränderung der Energiebasis, Erschließung neuer Rohstoffquellen durch Überseeimporte, Bahnferne der absichtlich ländlich gewählten Standorte) fast ausnahmslos ungünstig. Die Größe des Wirtschaftsgebietes der Monarchie wirkte sich nur wenig rentabilitätssteigernd aus, da die aufgesplitterte Bevölkerung (Mangel an Mittel- und Großstädten) sowie die nach den Nationen der Monarchie differenzierte Nachfrage und Erzeugung die Aufspaltung in oft nicht ausgelastete Klein- und Mittelbetriebe förderte" (HWB Sozialwiss., Bd. 8, S. 65).

    Den "großen Sprung" tat Österreich, gemessen an der Industrieproduktion, erst zwischen 1938 und 1959.
     

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