Industriestandort Ruhrgebiet

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Heike, 18. Januar 2006.

  1. Heike

    Heike Neues Mitglied

    Hallo miteinander,
    ich gehe in den LK Geschichte in der 11.Kl. und muss in knapp drei Wochen ein Referat über das Ruhrgebiet als Industriestandort halten. Ich hab das Thema heute zugewiesen bekommen und sehe kein Land, da es so viel gibt, was man mit reinnehmen könnte. Kann mir vielleicht jemand mit einem Gliederungsentwurf helfen?
    Ich hatte mir sowas gedacht:
    1) Kreativer Einstieg *hüstl*
    2) Ruhrgebiet vor der Industrialisierung [Überblick, um zu zeigen, was sich alles verändert hat]
    3) wie die Industrie nach Deutschland/ ins Ruhrgebiet kam
    4) wichtige Veränderungen, die die Industrialisierung mit sich brachte
    5) vorher-nachher-Vergleich

    oder so - bloß klingt das für mich so trocken und eine vollwertige Note, die aus diesem Referat resultiert, gibt es für Kreativität. Wie soll ich aber bitteschön kreativ sein bei diesem trockenen Thema?!

    Ich hoffe, mir kann jemand bald weiterhelfen.

    Heike
     
  2. prolimit

    prolimit Neues Mitglied

    soziale Verhältnisse halte ich für sehr wichtig, bzw. daraus entstehende sozialstaatsprinzipien!
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Solltest Du keine genaueren Vorstellungen haben, was Du mit einem "keativen Einstieg" meinst, würde ich diesen zugunsten von Punkt 2 fallenlassen:
    Das Ruhrgebiet vor der Industrialisierung stellt sich als die Städte und Dörfer des Ruhrtales dar, während das Ruhrgebiet sich mit der Industrialisierung immer weiter (v.a. nach Norden) ausdehnt. Es sollte einige Stadtdarstellungen der Kernstädte (Vielleicht auch Karten) geben, nach denen man die plötzlich einsetzende Stadtentwicklung nachvollziehen kann.
    Die Industrie kam zur Kohle, das war am preiswertesten (<== Bitte kritisch überprüfen!)
    Diesen Punkt würde ich wegfallen lassen, da Du ja schon in Punkt 2 auf das Ruhrgebiet vor dem Einsetzen der Industrialisierung eingehst. Es sei denn, Du willst die weitere Entwicklung der letzten 40 Jahre und in die Zukunft* noch mit einbringen (Subventionen ['Kohlepfennig'], Aufgabe und Abwicklung des Bergbaus und der Stahlindustrie, neue Entwicklungen im Dienstleistungsbereich und der EDV-Technik bzw. Niedergang der Städte [Duisburg!])

    *das soll nicht heißen, dass Du dich mit der Kristallkugel hinsetzt, sondern nur, das Du über anhaltenden Entwicklungen sprichst.

    Hier noch ein Link, der Dir Infos liefern kann - wobei ich unmittelbar vor der Industrialisierung einsetzen würde, nicht wie der Artikel mit der Antike...
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Ruhrgebiets
     
  4. Heike

    Heike Neues Mitglied

    Vielen Dank für die raschen Antworten.
    was ich vergessen hatte zu erwähnen: das Referat ist eines der ersten im Themenkomplex "Industrialisierung". Folglich fallen Entwicklungen der heutigen Zeit wahrscheinlich weg.
    Das mit der stadtentwicklung anhand verschiedener karten ist eine sehr schöne idee, danke. da muss ich dann nur noch prüfen, ob ich hier in sachsen schönes material ranschaffen kann.

    aber mein allergrößtes problem bleibt: ich soll den kurs [zitat] "nicht nur für das thema interessieren, sondern begeistern. Der kreativität sind keine grenzen gesetzt." na toll. möglichkeiten wären powerpoint (macht aber jeder), ein video (macht sich schlecht, ohne ins ruhrgebiet zu reisen --> kein geld, keine zeit...), ein rollenspiel oder eine diskussion. und sehr wichtig ist auch die aktive einbindung des kurses. nur stellt sich das, denke ich, sehr schwierig dar.
    Vielleicht ist hier ja jemand besonders kreatives zu finden, der mir weiterhelfen kann?
     
  5. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    *hüstel* Mit verlaub, das ist doch nicht dein Ernst?
    Niedergang?
    Niedergang der großen Industriepfeiler der Städte, sicherlich, aber niedergang der Städte, davon kann man nun wirklich nicht sprechen.

    Duisburg hat es vergleichsweise schwer erwischt, aber von Niedergang kann auch dort nicht die Rede sein.
     
  6. clemens

    clemens Premiummitglied

  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nun, lieber Malte, vielleicht habe ich mich ungeschickt ausgedrückt. Ich meinte ja schon den Erfolg etwa Dortmunds in der EDV-Branche oder Essens im Dienstleistungsbereich mit der überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit Duisburgs in Opposition zueinander zu stellen. Mit dem Niedergang meinte ich v.a. den Niedergang der Industrie, den DU bisher m.E. am wenigsten verwunden hat, mit den Folgen, wie etwa Ghettoisierung. Das sollte aber nicht als demographischer Niedergang verstanden sein.

    Edit: Ich lese gerade im Wikipedia-Artikel zu Duisburg, dass sich die Stadt inzwischen zu einem Center der Call-Center entwickelt habe... insofern scheint Duisburg doch etwas mehr am Kuchen des Dienstleistungssektors beteiligt zu sein, als ich dachte. Aber dies verlässt jetzt wirklich den Weg des Historischen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2006
  8. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Das ist bei weiten nocht nicht alles, aber das wesntliche Zeigst du an, und zwar den Strukturwandel, und das gelinde gesagt, einen erheblichen.


    Mit verlaub, wo ließt du heraus das ich dies nicht verwunden habe.
    Zu diesen Zwecke hätte ich ja Gelegenheit haben müssen mich daran zu gewöhnen, jedoch habe ich die Zeit der großen Industrie in Ruhrgebiet fast gänzlich verpasst.
    Dabei hörst du auch kein Bedauern bei mir heraus, denn in Vergleich zu dieser Zeit hat sich die Lebensqualität in Ruhrgebiet enorm verbessert.
    So sagen es mir zumindest die Leute, welche diese Zeit noch miterlebt haben.

    Also so erkläre mir, wo habe ich etwas nicht verwunden oder erläutere mir zumindest wo du dies heraus lesen willst.

    Nur so am Rande,
    was mich wirklich immer wurmt ist das schlechte Bild das dem Ruhrgebiet von außen immer zugeschrieben wird.

    Ich musste schon von einigen Leuten die nach Dortmund sind um zu Studieren höhren das diese sich zunächst gewundert haben das die Häuser nicht Rußverschmirt sind,
    man vom Atmen der Luft nicht gleich ein Astmaanfall bekommt,
    und die Stadt nicht am zusammen fallen ist.

    Dieses Image hat sicherlich ihren Ursprung, grade was Rußverschmierte Häuser und Luft angeht,
    hat aber heute eigentlich so gut wie nicht mehr mit der Realität zu tun.

    Man verleugnet die Industriele vergangenheit hier nicht, im gegenteil, man versucht den Gedanken an sie zu erhalten, aber eben auch nicht mehr.

    So gut wie niemand will das Ruhrgebiet wieder zum Kohlepott machen.
     
  9. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Bevor ihr euch noch streitet... Ich glaube unser Ritter von der traurigen Gestalt hat mit "DU" nicht dich gemeint, sondern die Stadt DUisburg :winke:
     
  10. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Ähhh jetzt wo du es sagst :autsch:

    Gomen El Quijote, hab dich falsch verstanden. :rotwerd:

    :sorry:
     
  11. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt?
    Was hältst Du denn davon, den Kurs erst einmal zu fragen, was sie unter dem Ruhrgebiet überhaupt verstehen, wie es ihrer Meinung nach aussieht?
    In der Regel ist das Vorurteil von den russverschmierten Häusern, den hohen, qualmenden Schornsteinen, der extremen Umweltverschmutzung usw. sehr verbreitet. Und wenn dann jeder ein wenig seine Vorurteile ausgelebt hat, könntest Du damit beginnen, warum man eben diese Bilder mit dem Ruhrgebiet verbindet. (Wie sah es vorher aus?, Warum Ansiedlung von Schwerindustrie gerade hier? Soziale Folgen der Indriealisierung-Wanderungen und Entwicklung der Bevölkerungsdichte, politische Bedeutung usw...)
    Nicht vergessen solltest Du meiner Meinung nach, dass ins Ruhrgebiet viele Wanderungen auch von ausländischen Mitbürgern stattgefunden haben (nicht nur türkische). Das gehört mit zu den sozialen Folgen der industiellen Entwicklung...
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2006
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Macht nichts, meine Humorschwelle ist furchtbar niedrig und ich musste, als ich Deine Replik las, herzlich lachen =) . Schon allein deshalb könnte ich es Dir nicht übelnehmen, dieses Missverständnis.
     
  13. Heike

    Heike Neues Mitglied

    ja, vor allem polnische arbeiter.
    ich dachte ja auch, dass der kurs erstmal ausgequetscht wird, nur ist die frage, ob das nicht schon zu abgelatscht ist. immerhin macht das jeder, dem nichts besseres einfällt. aber wahrscheinlcih werde ich es so machen und dann die vorurteile widerlegen.
     
  14. Mercy

    Mercy unvergessen

    Ich würde später einsteigen:
    clemens hat das schon angesprochen:

    http://www.route-industriekultur.de/geschi/nav/reihe.htm

    Facetten der Region / Der blaue Himmel über der Ruhr
     
  15. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Hallo Heike,
    Schön, dass es inzwischen jeder macht. Zu meiner Zeit wurden Referate noch brav vom Zettelchen abgelesen, ohne dass der Kurs mit einbezogen wurde.
    Wenn Dir das zu lahm erscheint, dann fang doch einfach mal mit einem Zitat an, wie:
    Wenn es an der Ruhr brennt, brennt die Republik (oder so ähnlich)...
    und erläutere es dann einfach.
    Vielleicht gibt es da ja auch noch ein provokanteres Zitat.:fs:
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Januar 2006
  16. Heike

    Heike Neues Mitglied

    ja, vermutlich werde ich mit einem zitat beginnen, das wird das beste sein.
     
  17. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    ...dabei wird immer von Industriekultur gesprochen. Viele Industriezweige mögen weggebrochen sein-durch andere ersetzt worden sein. Geblieben ist vorallem die zweite Silbe " - kultur" ! Was in den großen und mittleren Städten an der Ruhr an Erstklassigem im Bereich Schauspiel,Oper ,Museums-und Austellungslandschaft geboten wird ist in dieser Zusammenballung einmalig -nicht nur in Deutschland. Und hier verstehen das viele andere neben mir nicht quantitativ sondern absolut qualitativ. Ich fahre für eine interessante Schauspielinszenierung lieber nach Bochum oder Oberhausen, anstatt mich z.B., über eine dämliche Bonner (Entschuldigung) Inszenierung zu ärgern, die sogern Hauptstadttheater mimen .
    Die Opernfreaks kommen mit Essen, Duisburg und Dortmund da voll auf ihre Kosten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Essen aus kann man sich am Wochenende noch um 18.00 entscheiden ,ob man lieber in Duisburg Puccini hören-oder in Dortmund den Schwanensee genießen möchte...ja wo gibts das denn noch ?! :yes:
    Die alten Industrien haben das mithochgezogen, die Ruhrfestspiele, die Ruhrtrienale ...und und und .
    Damit ein Themen-Bezug zum Industriestandort hergestellt ist, sonst krieg ich eins auf die Mütze vom Mod :D ; Geht mal ins Ruhrland -Museum in Essen wenn ihr in der Gegend seid, das ist Industriegeschichte pur und super serviert !
    Wer sich da nach der Eingangstür nach rechts verirrt ist im Folkwangmuseum gelandet...auch keine schlechte Wahl :hoch:
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Januar 2006

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