interessante Dokumente, Ebooks und Artikel

Dieses Thema im Forum "Das Osmanische Reich" wurde erstellt von lynxxx, 7. Januar 2007.

  1. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Mal den ersten Literaturtipp im Jahr 2008 von mir, besonders an die Leute, die sich für SO-Europa interessieren, vom Mittelalter bis in die jüngste Gegenwart:

    Südosteuropa-Bibliographie
    Ergänzungsbd. 3: Bibliographisches Handbuch der ethnischen Gruppen Südosteuropas
    Gerhard Seewann, Péter Dippold (Hrsg.)
    1998. CXXXVII, 1453 Seiten, in 2 Teilbänden , gb.
    € 158,00
    ISBN 978-3-486-56261-3

    "
    Das Bibliographische Handbuch enthält 12.021 :eek: Titel über 35 ethnische Gruppen, die als Minderheiten in 20 Ländern und Regionen Südosteuropas leben. Eingeleitet wird es mit einem Kapitel über die Grundlagenforschung zu Minderheitenfragen (mit 519 Titeln). Den Abschnitten über die einzelnen ethnischen Gruppen ist jeweils ein lexikalischer Artikel und eine Karte über ihre Siedlungsgebiete vorangestellt. Statistische Angaben, Autoren, Zeitschriften- und Toponymenregister ergänzen das Nachschlagewerk.
    "

    Das ist deshalb so interessant, weil die Literaturangaben teilweise kommentiert sind, also wenn z.B. ein Werk stark propagandistisch ist, aber trotzdem Erwähnung findet, dann gibt es ggf. diese kurzen Hinweise auf den Inhalt.
    Zudem sind die kurzen Artikel gut und die statistischen Angaben der Population/Demographie.

    Und das beste:

    Seeehr viele Seiten sind in googlebooks einsehbar, sofern es nicht in der Uni-Bibliothek stehen sollte:

    Bibliographisches Handbuch der ... - Google Buchsuche

    Falls mal eine Seite nicht einsehbar sein sollte: Ggf. IP-Adresse ändern, Cookies löschen und nach anderem Wort suchen, welches auf der gewünschten Seite stehen sollte.

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    Sabine Riedel
    Die Erfindung der Balkanvölker
    Identitätspolitik zwischen Konflikt und Integration
    2005. 386 S. Mit 33 Abb. u. 13 Tab. Br. EUR 38,00
    ISBN 3-8100-4033-9

    Aus dem Inhalt:
    Bestimmung der Begriffe und Forschungsansatz
    - Aktuelle Identitätskonflikte in Südosteuropa
    - Ethnizität als gesellschaftliche Konstruktion
    - Identitätspolitik zwischen Partikularismus und Universalismus

    "
    Diese vergleichende Analyse von zehn Konfliktherden in Südosteuropa (u.a. Bosnien-Hercegovina, Kosovo, Republik Makedonien) belegt, dass die beteiligten ethnischen Identitäten das Resultat unserer Moderne sind. Mit Hilfe der Methode der Dekonstruktion zeichnet das Buch deren Entstehungsgeschichte nach und diskutiert dabei die Konfliktdimension ethnischer Proporzsysteme. Dem gegenüber steht als Alternative die integrative Kraft des politischen Nationsmodells eines ethnisch neutralen Verfassungsstaats.
    "

    Natürlich ist in dieser interessanten Habilitation das Osmanische Reich und sein langer Einfluss Thema. Besonders in den Vorgeschichten zu jedem Abschnitt, ansonsten wäre es in diesem Thread deplatziert... ;)

    hier ihre Seite mit einigen Downloads:
    Hauptseite

    auch dieses Buch ist in googlebooks teilweise einsehbar:
    Die Erfindung der Balkanvölker ... - Google Buchsuche


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    und hier zum Abschluss noch eine nette Kartensammlung auch den Nahen Osten betreffend:
    ETH - Welt der Karten - Karten + Geodaten weltweit


    byebye & LG
     
  2. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hi,
    grad bin ich auf zwei PDFs gestoßen, die sich besonders an die Lehrer und jüngeren Leser unter euch richten aus der Ausstellung zum Osmanischen Reich: Schätze aus 1001 Nacht – Faszination Orient

    Leider sind einige Ungenauigkeiten zwar enthalten, dennoch bieten diese beiden PDFs wunderschöne Abbildungen von Objekten aus dem Osmanischen Reich und Anregungen für die Beschäftigung mit den Osmanischen Reich in Unterricht und als Hobby:

    Dieses PDF mit Basisinfos richtet sich wohl in erster Linie an die Lehrer:
    http://www.voelklinger-huette.org/fileadmin/lernpakete/Lernpaket1001_Basisinfo.pdf

    Und dieses mit einem Rundgang an die Schüler:
    http://www.voelklinger-huette.org/fileadmin/lernpakete/Lernpaket1001_Rundgang.pdf

    Schade, dass ich die Ausstellung verpasst habe, die Objekte sind sehr exquisit.
     
  3. Balduin

    Balduin Gesperrt

    Das liest sich interessant, ich werd mir aufjedenfall die PDFs speichern und mal durchlesen, vielleicht steigert das mein Interesse bzgl. der Osmanen :winke:
     
  4. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Was soll ich dazu anderes sagen als *juchz* ;)

    :winke:
     
  5. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Ich glaube, diesen Link habe ich hier noch nie explizit erwähnt?

    http://os-ar.com/harita/

    Darin werden türkische (wissenschaftliche) Karten von der Entwicklung des Osmanischen Reiches, und deren Gebiete von einer Genauigkeit und Akribie gezeigt, die an den TAVO erinnert. Es werden übrigens auch die kurdischen Sancaks als solche so bezeichnet. Ein interessantes Indiz der Seriosität.

    Leider sind die Karten nicht in so hoher Auflösung, so dass man oftmals nicht die Namen, oder Legenden entziffern kann.
    Manchmal sind z.B. osmanische Garnisonsstädte mit einer Linie unter dem Namen versehen. Dann geht die osm. Herrschaft kaum über die Stadt hinaus, so dass sie nicht mit den anderen beherrschten Flächen verbunden ist. Somit ergibt sich ein ziemlich genaues Bild, was bei anderen Karten schwammiger bleibt, die einfach alle beherrschten Städte mit Flächen verbinden, obwohl vielleicht die Zwischenräume sich dem osm. Einfluss entzogen.
    Solche Karten, mit zusammenhängenden Flächen sind allerdings sehr populär, z.B. beim Römischen Reich, oder den Kolonialreichen, die anfangs z.B. in Amerika einige Stützpunkte hatten, gleichwohl sieht man oft Karten, wo wie mit dem Lineal gezogene Flächen eingezeichnet sind, obwohl nicht alle Gebiete beherrscht wurden.
    Dieses hier sind mal Ausnahmen von solchen undetaillierten Karten, wobei ich die Karten mit zusammenhängenden Flächen auch mag, denn immerhin müssen die Reiter ja auch zu den Garnisonsstädten gelangen, meist auf den Handelsrouten...

    Hier nochmal recht genaue Karten von Siebenbürgen, und die umgebenden Regionen im Verlauf der Geschichte. Der Autor versuchte, nach jedem Krieg und Friedensschluss die neue Situation aufzuzeigen. Also das besondere sind die kurzen zeitlichen Abstände der gezeichneten Karten. Für die osmanische Zeit scheint es weitgehend gelungen zu sein:
    Die Geschichte Osteuropas und Siebenbürgens auf Karten

    Viel Spass beim Stöbern... LG lynxxx
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. April 2008
  6. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hi, noch ein Nachtrag: Hier sind zwei Schulatlanten aus der Türkei online einsehbar.
    Besonders der erste hat schöne Karten die auch dem Standard von westl. historischen Karten entspricht, so wie ich es überblickte.
    Das besondere ist hier, dass neben Karten, die wir auch in unseren Atlanten haben, neben der Türkei, auch Zentralasien, Indonesien, usw. ein bischen ausführlicher dargestellt werden.

    6D BiLGi HiZMETLERi VS. "TARÝH HARÝTALARI"
     
  7. Tekker

    Tekker Gast

    Höchst interessant!!! Eine derartige Ausdehnung Sansibars, wie auf dieser Karte, habe ich bislang noch nirgendwo gesehen! Kann man das so hinnehmen? (Sry, ist offtopic, interessiert mich aber brennend! :) )

    Auf jeden Fall danke für den Link! :friends:
     
  8. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    So wie ich es sehe, sind das ja die Sultane von Oman, die zumindest soviel ich weiß Mombasa und Mogadischu u.a. einnahmen. Wenn ich mir so die Linienführung des Gebietes anschaue, dann schaut es recht filigran aus. Was ist das für ein Schlauch nach Innerafrika? Ein Handelsweg unter der Kontrolle? Ich nehme mal an, der ganze Atlas beruht auf westlichen Atlanten? Ansonsten: Keine Ahnung.
     
  9. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Die Wikipedia "beschreibt" das ähnlich ("... bis zum Tanganjika See...") Offenbar gibt es kaum Karten darüber... Es ist auch nur eine recht kurzzeitige Herrschaft gewesen..
     
  10. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Na, dann freuen wir uns doch über zwei Internetseiten mit Kartenmaterial, welches anscheinend neueren Datums ist, anders als die Public Domain-Karten in der Wiki von z.B. 1910, und auch einige Karten enthält, die ansonsten im Netz selten sind. :) Besonders die Karten im ersten Link sind ja sehr wissenschaftlich erstellt.
     
  11. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hier mal eine Dissertation, die ich schon ein paarmal zitiert habe, weil sie eine Zeit anschaulich behandelt, die hier in sehr vielen Themen eine Rolle spielt, nämlich die Nationalitätswerdung im Gebiet des ehemaligen Osmanischen Reiches.

    Ethnogenese der Völker des östlichen Mittelmeerraumes.

    Welche Idee nahm man, um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen? Wer war ein Grieche, wer Türke, welche Rolle spielte die Archäologie? Wie wurde die Sprache instrumentalisiert, dann purifiziert. Welches Erbe steckt noch in den Kulturen des östl. Mittelmeerraumes? Welchen Einfluss hatte dabei Westeuropa?

    Es geht auch um Europa, welches wir ja schon zweimal mindestens diskutiert haben, wie definieren wir es, gehört das osm. Reich dazu, etc.

    Schaut rein:
    Modernismus und Europaidee in der Östlichen
    Mittelmeerwelt, 1821-1939.


    Michael KREUTZ


    Überarbeitete Fassung Dez. 2007



    Inhalt

    I. Ideen 7
    1. Europa als Idee 7
    2. Die Verbreitung der Europaidee 11
    3. Renaissancen 16

    II. Moderne 28
    1. Kontakte 28
    2. Gesellschaft und Wandel 36
    3. Die Entstehung einer Öffentlichkeit 47

    III. Wiedergeburt 52
    1. Phönizier, Pharaonen und das Mittelmeer 54
    2. Hellenen und Romäer 73
    3. Juden und Hebräer 80
    4. Ionien und Anatolien 86
    5. Iran und Turan 88

    IV. Sprachenfragen 94
    1. Griechisch: Zwischen Homer und Koine 94
    2. Arabisch: Zwischen Christen und Muslimen 103
    3. Hebräisch: Rückkehr in die Zukunft 112
    4. Türkisch: Eine neue Sprache für eine neue Nation 117

    V. Zivilisation 120
    1. Neo-Hellenismus und neue Epik 123
    2. Freiheit und Fortschritt 158
    3. Nationen und Nationalismen 171

    Zeittafel 187
    Primärquellen 208
    Sekundärquellen 211


    "Vorwort

    „Es gibt nur Eine Sprache.“
    (Franz Rosenzweig 1922/23, Nachwort zu den Hymnen und Gedichten des Jehuda Halevi)

    Grenzverläufe sind nicht immer leicht zu ermitteln. Kulturräume und Epochen entziehen sich naturgemäss präziser Definition, ihre Abgrenzung gerät daher stets aufs Neue zum Gegenstand nicht nur wissenschaftlicher Diskussion. Man denke hierbei nur an die von dem belgischen Historiker Henri Pirenne angestossene Debatte um die Frage, wann die kulturelle Einheit der Mittelmeerwelt endgültig zerbrochen ist und die Antike zu Ende geht. Ähnliche Auseinandersetzungen kreisen um die Begriffe „Europa“, „Abendland“ oder „Moderne“. Das vorliegende Werk will keine Begriffsbestimmungen vornehmen, aber etwas zu der Frage beitragen, wie diese Begriffe ausserhalb des europäischen, genauer: westeuropäischen Kontextes, behandelt wurden. Es will zeigen, von welcher Beschaffenheit der Diskurs ist, der sich um diese Konzepte kristallisiert. Es handelt sich daher bei vorliegendem Werk um ein ideengeschichtliches. Der geographische Raum, auf den die vorliegende Studie sich bezieht, ist der des Osmanischen Reiches und seiner Nachfolgestaaten.

    Auch wenn die Mittelmeerwelt unzweifelhaft schon lange keine kulturelle Einheit mehr darstellt, so hat doch ihr östlicher Teil in nachantiker Zeit erst unter Byzanz, danach unter den Osmanen die Erfahrung einer Staatlichkeit gemacht, die verschiedene Völker unter ihr Banner zwang und Kommunikationswege schuf, die Einfluss auf das kulturelle Leben nahmen, wie man an der Verbreitung von Musikinstrumenten und Volkstänzen sehen kann, aber auch an literarischen Topoi und vielen anderen Dingen. Demgegenüber steht im Zeitalter der aufkommenden Nationalidee eine Abgrenzung der einen Gruppe gegenüber einer anderen, die auf kulturelle ererbte Gemeinsamkeiten zuweilen keine Rücksicht mehr nimmt oder diese gegenüber vermeintlichen oder tatsächlichen Unterschieden neu gewichtet.

    Doch auch wenn mit Pirenne die Mittelmeerwelt schon lange keine Einheit mehr darstellt, die wisssenschaftlich zu betrachten in neuzeitlicher Epoche einen Sinn machen würde, so haben gerade die Länder der Östlichen Mittelmeerwelt sehr viel mehr gemeinsam, als dies gemeinhin ins Bewusstsein gedrungen zu sein scheint. Die ausserordentlich lange, über Jahrhunderte währende Dauer der griechisch-türkischen Nachbarschaft beginnt im wesentlichen mit dem Jahre 1071, als die Byzantiner unter Kaiser Romanos IV. Diogenes sich in der Schlacht von Mantzikert gegen die vom türkischen Fürsten Alp Arslan befehligten Truppen ausserstande sahen, die östlichen Grenzen ihres Reiches noch länger gegen die aus Mittelasien vordringenden Türken zu sichern. ..."

    http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/KreutzMichael/diss.pdf

    Ciao, LG lynxxx
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. Mai 2008
  12. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Weltgeschichte als Online-Atlas

    Da ich grad auf Kartensuche war, wollte ich euch diesen allgemeinen Online-Geschichtsatlas nicht vorenthalten, der mit den von mir angeschauten Karten einen relativ seriösen Eindruck macht.

    So wie ich es verstanden habe, sind alle Karten zudem Public Domain, können also von jedem auf seiner Homepage genutzt werden.

    Was interessant an diesem Atlas ist, sind die zahlreichen militärischen Bewegungen, Feldzüge, wo sie verliefen, und so weiter...

    Всемирная история | The World History

    Wie gesagt, nicht nur osmanisches Reich, sondern die gesamte Weltgeschichte betreffend.

    Check it! :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2008
  13. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Erfreuliche Nachricht:
    Der erste Geschichtsatlas in dem ersten Link von Post 26 ist tatsächlich ein seriöser Universalgeschichts-Atlas, wie schon von mir nach erstem Überfliegen gedeutet, der auch zitierfähig ist, denn er stammt von Andreas Birken (bekannt für seine TAVO-Mitarbeit).
    Aus diesem Buch: Andreas Birken und Hans Henning-Gerlach: Tarih Atlasi, o_O. 1999.

    Ich habe einige Beispielseiten hier gefunden:
    buecher.htm
     
  14. Mike Hammer

    Mike Hammer Neues Mitglied

    Das sind ganze Bücher, das lesen braucht eben seine Zeit.

    Lynxx, eine gute Gelegenheit für mich dir ausdrücklich für die Arbeit, die du dir hier machst, zu danken :)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22. Mai 2008
  15. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  16. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  17. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  18. Arne Alexander

    Arne Alexander Neues Mitglied


    Für die Küste zweifellos (Sultanat Sansibar, Al-Buzaid-Dynastie seit 1744), der "Schlauch" ins Inland dürfte eher mit dem Sklavenhandel zusammenhängen. Sicher gab es da viele Stützpunkte, aber ob man es wirklich als Staatsterritorium ansehen konnte?
    Aber die ganze Karte ist ja mehr skizzenhaft.
     
  19. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Eher nicht. Die Frage ist, warum dies überhaupt so dargestellt wurde... Der Kartenzeichner hatte offenbar Information über "Einfluss" Sansibars am Tanganjika See und wusste sich nicht weiter zu behelfen als den Zusammenhang durch so einen Korridor anzuzeichnen. Wiki schreibt:
    Richtig ist auf jeden Fall, dass Sklavenjagt und -handel der wichtigste Wirtschaftszweig zwar..
     
  20. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

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