Kein heroischer 320km Gewaltmarsch

Das ließe sich sogar mit einer der Fassungen des Anglo-Saxon Chronicle harmonisieren. Harold hatte ja demzufolge zur Abwehr von William eine Flotte gebaut. Wido baut das nun um in einen hinterhältigen Trick, Harold habe die Fluchtroute verbaut.
Auch Wilhelm von Poitiers, Soldat und später Hofkaplan von Wilhelm dem Eroberer berichtet davon, dass Harold (Heraldus) den Krieg zu Land und zu See vorbereitet und Späher in die Normanide geschickt habe:

Heraldus interea promptus ad decernendum praelio siue terrestri, siue nauali, lerumque cum immani exercitu ad litus marinum operiens, callide subornatos transmisit exploratores.​
Im Einklang mit der Angelsächsischen Chronik ist dies vor der Schlacht von Stamfort Bridge (bei York/Eburacum). Robert, ein (Halb)Normanne mütterlicherseits schickt Botschaft an Wilhelm:
Praeliatus cum fratre propio rex Heraldus et cum rege Noricorum, quo fortiorem sub caelo nullum uivere opinio fuit, pugna una ambos occidit, ingentes eorum exercitus deleuit. Animatus eo successu festinus redit in te, numerosissimum populum ducens ac robustissimum, aduersus quem non amplius tuos quam totidem despectabiles canes aestimo ualere.​
(König Harold hat mit seinem eigenen Bruder und dem König von Norwegen gekämpft, einen stärkeren gab es nicht unter der Sonne und er hatte beide in der Schacht getötet und große Heere vernichtet. Durch diesen Erfolg ermutigt, kehrt er eilig zu dir mit viel wehrhaftem Volk zurück, gegen welches die deinen nicht mehr ausrichten können, wie despektierliche Hunde.​
Auch hier ist von einer Flotte zunächst nicht die Rede. Die Parallelen zum Carmen Hastingae Proelio sind aber unverkennbar. Auch bei Wilhelm von Poitiers tritt der Mönch auf (allerdings ohne die Brüche) und Harold erklärt das Ganze zum Gottesurteil. Auch hier soll er die Flotte eingesetzt haben, um die Flucht der Normannen zu verhindern:

Nocturno etiam incursu aut repetino minus cautos opprimere cogitabat. Et ne perfugio abirent, classe armata ad septingentas naues in mari opposuerat insidias.​
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob es wirklich eine Neuigkeit ist, kann ich nicht beurteilen. König Harolds Truppen sollen nach Hastings per Flotte gefahren und nicht 320km marschiert sein:
Even though there are undoubtedly rather compelling arguments speaking for King Harold's possible journey by sea , that supposition itself is fraught with it's own set of perils, weather being one of them. For that reason I wouldn't bet the farm on the new findings.
Dabei stimme ich mit EQ's Beitrag #5 voll ueberein, besonders:
"Die Angelsächsische Chronik ist ja jetzt auch nicht irgendeine Quelle unter vielen, sondern auch eine vielbeachtete (bzw. eine vielbeachtete Quellengruppe, da es ja mehrere tw. voneinander abweichende Versionen gibt), die nicht nur von Historikern gelesen wird, sondern auch von Sprachwissenschaftlern als besonders altes Zeugnis der englischen Volkssprache und von Literaturwissenschaftlern wegen der eingeflochtenen Gedichte."​
Dies ist z.B. auch der Grund warum von 'The Anglo-Saxson Chronicles' ....plural....geschrieben wird.
Next Winston Churchill's narrative of that 1066 A.D. watershed event in 'A HISTORY OF THE ENGLISH SPEAKING PEOPLES; VOLUME ONE, THE BIRTH OF BRITON, BOOK TWO, THE MAKING OF THE NATION.ppg 153 - 164.
Preface
 
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